Klimastation Gundersheim, 193 m ü. NN

Martin vor der Heimstation
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  © Dipl.-Geogr. Martin Werner

Die Station

Monatliche Klimaberichte & News



Januar 2018

Die folgende Grafik wurde in der integrierten Entwicklungsumgebung von RStudio mit der statistischen Programmiersprache R realisiert und zeigt den Temperatur- und Niederschlagsverlauf des Monats Januar auf.

Temperatur- und Niederschlagsverlauf Januar 2018

Um eine solche Darstellung zu erhalten müssen die Daten zuerst im CSV-Format vorliegen. Die Datentabelle sieht folgendermaßen aus:

Datentabelle

Das Entwicklungsfenster von RStudio ist in 4 Teile gegliedert: auf der linken Seite befinden sich Skriptfenster (oben) und Konsole (unten). Der Quellcode wurde oben links eingetragen. In der Konsole sieht man bei der Ausführung des R-Skripts Kommentare und eventuelle Fehlermeldungen. Auf der rechten Seite sieht man die umgesetzte Grafik im Plot-Fenster mit dem Ergebnis.

Entwicklungsumgebung von RStudio

Der Quellcode ist durch viele Befehle gekennzeichnet, die die Umsetzung der Grafik realisieren. Zuerst werden die Daten eingelesen, dann das Grafikfenster in zwei Zeilen und eine Spalte aufgeteilt. Mit Hilfe der Plot-Befehle werden die Linien in der Grafik ausgegeben. Viele Optionen sind möglich um die x- und y-Achsen der Grafik einschließlich Beschriftung zu generieren.

Das R-Skript

Das Resultat sieht nach Ausführen des Skripts (mit STRG+ALT+R) folgendermaßen aus:

Die fertige Grafik im Plot

Um die wichtigsten statistischen Kennwerte auszugeben, wurde ein extra Skript geschrieben.

Skript für statistische Kennwerte

Die statistische Auswertung sieht demzufolge so aus.

Statistische Kennwerte vom Januar 2018

Das absolute Minimum lag bei -3,0°C, das Temperaturmittel berechnet sich für den Januar auf 6,8°C. Das Temperaturmaximum lag im Januar bei 13,6°C und die Niederschlagssumme betrug 69,2 mm.

Die folgende Grafik zeigt den Verlauf des Luftdrucks im Januar auf. Es wird deutlich, dass der Luftdruck im Januar großen Schwankungen unterlag. Zu Monatsbeginn lagen die Luftdruckwerte noch knapp unter 1000 hPa (997 hPa am 3. und 4.). Bis zum 12. stieg dann der Luftdruck an auf 1021 hPa um innerhalb von 3 Tagen abzufallen auf 997 hPa. Von da ab bis zum Monatsende erfolgte dann ein kontinuierlicher Anstieg bis auf 1031 hPa am 28. In den letzten drei Tagen des Monats sank der Luftdruck nochmals abrupt ab. Es fällt auf, dass hoher Luftdruck für relativ wolkenarmes Wetter sorgt und damit - strahlungsbedingt - zu niedrigeren Nachttemperaturen. (Vergleiche dazu auch die Temperaturgrafik).

Luftdruckverlauf im Januar 2018

Das Jahr 2017

Das Jahr 2017 war ein warmes und durchschnittlich feuchtes Jahr gewesen. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei milden 12,0°C und einer Jahresniederschlagssumme von 618 mm. Die Temperaturen und Niederschläge unterschieden sich hierbei an den Stationen sehr beträchtlich.

Temperaturen und Niederschläge der Stationen in Gundersheim

Hierbei wurde an der Mannheimer Station das höchste Jahresmittel und die höchste Niederschlagssumme gemessen: 12,1°C und 631 mm. Die Gundersheimer Stationen weisen weitaus geringere Niederschläge sowie Temperaturen auf. Von den drei Stationen weist die Heimstation das höchste Jahresmittel auf: 11,4°C im Vergleich zu 10,9°C und 10,8°C bei Berg- und Talstation. Insbesondere sind es die Kaltluftabflüsse an den Aussenstationen, die diese im Mittel geringere Jahrestemperatur bedingen. Zudem besitzt die Heimstation durch die Bebauung bedingt etwas mildere Nachttemperaturen, sodass das Jahresmittel etwas erhöht erscheint.

Was die Niederschläge angeht, weist die Bergstation mit 455 mm die höchste Jahressumme auf. Die Talstation folgt mit einer geringeren Summe (417 mm). Die Jahresniederschlagssumme von der Heimstation von 340 mm ist deshalb so niedrig ausgefallen, weil es im ersten Halbjahr 2017 zu Datenausfall des Pluviometers gekommen ist, der nicht kompensiert bzw. ersetzt werden konnte. Von daher sollen die Werte der Bergstation als repräsentativ für Gundersheim ausgewertet werden.

Temperaturen und Niederschläge der Stationen in Gundersheim

Der Stationsvergleich zeigt, dass die höchsten Temperaturen an der Mannheimer Station gemessen werden. Zugleich sind die Niederschläge vergleichbar höher als in Gundersheim. Im langjährigen Mittel gesehen, werden in Mannheim höhere Niederschläge gemessen. Der langjährige Durchschnittswert liegt hier bei 650 mm, also rund 120 Liter mehr als in Gundersheim.

Die Talstation weist in jedem der Monate die niedrigsten Minima auf. An der Talstation sind es die regelmäßig in sternklaren und windstillen Nächten auftretenden Kaltluftseen, die im Talbereich des Wonnegau für besonders niedrige Temperaturen sorgen.

Jahresniederschläge 2017 in Rheinhessen

Werden die Jahresniederschlagssummen von Rheinhessen betrachtet, so fällt auf, dass Gundersheim und die umliegenden Orte im Vergleich zum weiteren Umland sehr geringe Niederschlagssummen aufweisen. Der Bereich südwestlich von Worms bis Grünstadt zeichnet sich durch Jahresniederschläge von 403 bzw. 409 mm aus. Gundersheim selbst verzeichnet 417 mm (Tal) bis 455 mm (Berg). Der ganze Bereich liegt im Windschatten des Donnersberges.

Temperatur und Niederschlag 2017

Temperatur und Niederschlag 2017

Temperatur und Niederschlag 2017

Temperatur und Niederschlag 2017

Temperatur und Niederschlag 2017

Temperatur und Niederschlag 2017

Temperatur und Niederschlag 2017

Temperatur und Niederschlag 2017

Temperatur und Niederschlag 2017

Temperatur und Niederschlag 2017

Temperatur und Niederschlag 2017

Temperatur und Niederschlag 2017

Dezember 2017

Der Dezember läßt sich bei einer Mitteltemperatur von 4,0°C und einer Niederschlagssumme von 60,7 mm Regen als überdurchschnittlich warm und feucht kennzeichnen. Damit war der Dezember um 1,1 K zu warm und 8 mm zu nass. Es wurden nur 4 Frosttage registriert. Normal wären 15 Frosttage und sogar 5 Eistage im langjährigen Mittel zu erwarten. Dies verdeutlicht die Wärme des Dezembers.

Hierbei unterschieden sich die einzelnen Dekaden sehr stark in der Temperatur: in der 1. Dekade betrug das Temperaturmittel unterdurchschnittliche 2,3°C, in der 2. Dekade wurden schon 4,2°C erreicht und im letzten Monatsdrittel sogar 6,4°C.

Der Monat begann kühl. Am Morgen des 2.12. wurde das absolute Minimum des Monats registriert: -4,4°C. Am 1. Advent (3.12.) gab es sogar starken Schneefall, der liegenblieb und für eine geschlossene Schneedecke von 5 cm Höhe sorgte. Am folgenden Tag wurde es wieder milder und der ganze Schnee taute wieder weg. Der 2. Advent brachte erneut Schneefall mit sich. Am Morgen und in den Mittagsstunden des 10. Dezember schneite es heftig, der Schnee (3 cm) konnte sich aber nur bis in die Abendstunden halten, über Nacht taute er infolge milder Temperaturen wieder weg.

Bis zum 2. Advent stand es gut mit den Prognosen für Weiße Weihnachten. In der Woche zum dritten Advent wurde die Prognose nach oben korrigiert. Tiefausläufer vom Atlantik brachten in Folge mildere Witterung und sehr viel Regen mit sich. Allein in der 2. Dekade (vom 11.-20.) fielen 40,3 mm Regen, das sind 2/3 der ganzen Monatssumme.

November 2017

Der letzte Herbstmonat hat in diesem Jahr seinem Ruf als trüber Monat alle Ehre gemacht. Bei einem Temperaturmittel von 6,5°C und einer Niederschlagssumme von 72,7 mm lässt sich der November als zu warm und nass kennzeichnen. Hierbei war der November um 1,3K zu warm und 22 mm zu feucht.

Zu Monatsbeginn sorgte Hoch Wiete für angenehm mildes und freundliches Herbstwetter. Das schon bunt gefärbte Laub fiel immer mehr von den Bäumen. Eine Kaltfront brachte dann merkliche Abkühlung. In der zweiten November-Woche herrschte hoher Luftdruck (1024 hPa) vor. Damit verbunden war zu Nebel neigendes graues Novemberwetter. Eine zweite Kaltfront brachte im Anschluss erneute Abkühlung mit ersten Schneeflocken in den Mittelgebirgen (Tief Rina). Ein neuerliches Hoch brachte vorwiegend trockenes und vorwinterlich neblig kaltes Wetter. Ein Nordwest-Sturm fegte am 19. November die letzten Blätter von den Bäumen. Am dritten November-Wochenende gab es einen erneuten Wintereinbruch in den Mittelgebirgen. Das Hoch Zoe vertrieb für einige Tage das Novembergrau. Ende November sorgte Tief Torsten (27.-28.) für einen Wintereinbruch in den Mittelgebirgen Deutschlands.

Die Statistik besagt, dass es 4 Frosttage gab, 15 Regentage und 19 Vegetationstage. Die Stationen von Gundersheim blieben von den Wintereinbrüchen unberührt. Dadurch, dass Gundersheim mit einer durchschnittlichen Höhenlage von 166 m recht tief liegt, konnte es hier nicht weiß werden. Es bleibt aber abzuwarten, ob es in diesem Winter vielleicht sogar weiße Weihnachten gibt...

Oktober 2017

Der Oktober in diesem Jahr präsentierte sich recht abwechslungsreich. Deutschlandweit gab es große Unterschiede hinsichtlich Temperaturen und Niederschlägen zu verzeichnen: im Norden gab es zahlreiche Tiefdruckgebiete, die für sehr wechselhaftes und teils recht stürmisches Wetter sorgten, im Süden hingegen dominierte Hochdruckeinfluss. Hoch Tanja sorgte für häufigen Sonnenschein und und spätsommerliche Temperaturen (24,6°C am 17.) verantwortlich war.

Bei einer Monatsmitteltemperatur von 12,2°C und einer Niederschlagssumme von 23,3 mm lässt sich der Oktober als überdurchschnittlich warm und zu trocken kennzeichnen. 1,5K lag die Temperatur über den langjährigen Werten und 20 mm zu wenig Regen. Es gab kein Sommertag mehr obwohl das in 20 Jahren statistisch gesehen 1 Mal vorkommt. Die höchste Temperatur wurde am 17. verzeichnet mit 24,2°C. Das Minimum an der Heimstation wurde am 31. verzeichnet mit 1,8°C. An der Mannheimer Station gab es an zwei Tagen sogar Frost (30/31.). Am letzten Tag des Monats wurde hier das absolute Minimum der Temperatur registriert: -2,3°C.

Temperatur und Niederschlag an der Heim-Station in Gundersheim

Zu Monatsbeginn herrschte sehr wechselhaftes Wetter vor. Die größte Regenmenge innerhalb eines Tages wurde am 3. gemessen mit einer Regensumme von 12,4 mm. Am 5. gab es das Sturmtief Xavier, welches mit einer maximalen Windgeschwindigkeit von 64 km/h über unsere Region fegte. Erst um Monatsmitte setzte mit zunehmendem Hochdruckeinfluss goldenes Oktoberwetter ein. In der zweiten Monatshälfte verfärbte sich das Laub der Bäume zunehmend, gegen Monatsende setzte dann der Laubfall ein. Zu dieser Zeit präsentierten sich die Wälder und Weinreben in den buntesten Farben.

Die milde Luft hielt sich fast bis Monatsende. Kurz vor Monatsende brachte der Herbststurm Herwart im Norden eine Sturmflut mit Orkanböen und Bahnausfällen, im Süden gab es wieder sehr starken Wind mit zahlreichen Schäden an Gebäuden und Bäumen. Hinter dem Herbststurm folgte arktische Polarluft, die den ersten Frost der Saison brachte.

September 2017

Der erste Herbstmonat der Saison lässt sich bei einer Monatsmitteltemperatur von 14,6°C und einer Niederschlagsmenge von 32,7 mm als zu kühl und trocken bewerten. Die 20-jährigen Mittelwerte liegen bei 15,4°C und 40 Liter Regen. Damit war der September um 0,8° kühler als im Durchschnitt. Der Niederschlag lag nur 8 mm geringer als im langjährigen Mittel.

Es wurden nur 2 Sommertage erreicht, im zwanzigjährigen Mittel werden aber sogar noch 6 Tage mit Temperaturen über 25°C registriert. Sogar ein Tropentag ist in normalen Jahren noch drin.
Dies zeigt die kühlen Temperaturen im September deutlich auf.

Temperatur und Niederschlag an der Heim-Station in Gundersheim

Der Monat begann recht freundlich mit angenehmen Temperaturen über 20°C. Am 5. wurde mit 25,1°C die höchste Temperatur erreicht. Bis zur Monatsmitte erfolgte eine langsame Abkühlung auf Temperaturen zwischen 10 und 15°C. Dabei regnete es erhebliche Regenmengen am 13. und 14. (8,3 mm/ 19,7 mm). In der letzten Monatshälfte stiegen die Temperaturen wieder allmählich an auf Temperaturen zwischen 15 und 20°C. Zum Monatsende (29.09.) wurde noch einmal ein Sommertag mit exakt 25,0°C Höchsttemperatur registriert.

August 2017

Der August 2017 läßt sich bei einem Temperaturmittel von 20,0°C und einer Niederschlagssumme von 86,2 mm Regen als überdurchschnittlich warm und feucht kennzeichnen. Somit war der Sommermonat um 0,4°C wärmer als im 20-jährigen Mittel (1995-2014). Die Niederschlagssumme von 86,2 mm lag 23 mm über dem Mittelwert von 63 mm.

Es gab 22 Tage mit Temperaturen über 25°C (Sommertage) und immerhin 2 Tage mit Temperaturen über 30°C.

Zu Monatsbeginn herrschte trockenwarmes Sommerwetter vor. Die Temperaturen schwankten zwischen milden 15°C in der Nacht und 25-30°C in den Mittagsstunden. Ein Tag mit viel Regen gab es am 10. August. An diesem Tag lagen die Temperaturen bei kühlen 15°C und es wurde eine Niederschlagssumme von 22 mm gemessen.

Zur Monatsmitte regnete es - gewitterbedingt - öfter, die Temperaturen pendelten zwischen 17°C in der Nacht und 27°C am Tage. In der letzten Dekade wurde das Temperaturmaximum erreicht mit 31,8°C am 29. August.

Temperatur und Niederschlag an der Heim-Station in Gundersheim

Am 25. August führte ein Starkregenereignis zu Überschwemmungen und damit verbunden hohen Schäden in Gundersheim, Westhofen und Osthofen. Die Auswertung der drei Stationen ergab, dass es an der Bergstation 32,1 mm regnete, an der Heimstation 35,0 mm und an der Talstation 44,6 mm.

Das Unwetter begann um 18:10 Uhr zuerst mit einem heftigen Regen, der sich nach einigen Minuten zu einem sintflutartigen Niederschlag steigerte. Das Niederschlagsereignis dauerte nur 20 Minuten und ergab eine ausserordentliche Regenmenge, die zur Verdeutlichung in einer Karte dargestellt sind. Somit ergibt sich eine Steigerung der Niederschlagshöhe im Tal, währenddessen die Höhen um Gundersheim weniger Niederschlag aufweisen. Besonders im Talbereich Richtung Westhofen wütete demnach das Unwetter.

Niederschlagssummen der drei Stationen am 25.08.2017 um 19 Uhr

Zieht man umliegende agrarmeteorologische Stationen des Dienstleistungszentrums Rheinhessen-Pfalz hinzu ergibt sich das folgende Bild:

Niederschlagssummen umliegender Orte. Quelle: Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück

Die Karte zeigt, dass kein umliegender Ort in Rheinhessen und angrenzender Pfalz höhere Niederschlagsmengen aufweist als Gundersheim!

Der im Westen nach den niederschlagsbringenden Winden exponierte Ort Dannenfels, am Rand des Donnersberges gelegen, weist nur 1,2 mm Regen auf. Dies zeigt, dass sich das Starkregenereignis allein auf die Gemeinden Gundersheim, Westhofen und Osthofen konzentriert hat mit Zentrum über unserem Heimatort.

Solche extremen Niederschlagsereignisse sind sehr selten zu verzeichnen. Das bis zu diesem 25. August bisher heftigste Niederschlagsereignis gab es vor 15 Jahren zu verzeichnen und zwar am 27. August 2002. An diesem Tag regnete es innerhalb von 2 Stunden ganze 83 mm.

Die Meteorologie benutzt, um Niederschlagsereignisse miteinander vergleichen zu können, die Niederschlagsintensität, die die gefallene Niederschlagsmenge auf eine Stunde umrechnet. Demnach ergibt sich für das Ereignis am 27. August 2002 eine Niederschlagsintensität von 41,5 mm pro Stunde. Das jüngste Niederschlagsereignis vom 25. August 2017 aber hat eine Niederschlagsintensität von 133,8 mm pro Stunde aufzuweisen, war also weitaus höher, da die gefallene Niederschlagsmenge in einem viel kürzeren Zeitintervall auftrat.

Juli 2017

Der Juli lässt sich bei einem Monatsmittel von 20,4°C und einer Niederschlagssumme von 71,9 mm als sehr warm und verregnet kennzeichnen. Es konnten 22 Sommertage verzeichnet werden, 5 mehr als normal, 10 Tropentage (+3) und 18 Regentage.

Besonders die hohe Regensumme fällt auf. Mit 72 mm wurden 118% der sonst üblichen Menge erreicht. In der 24-jährigen Historie war dieser Juli in vielen Regionen Deutschlands der drittverregnetste: Nach 2014 (139 mm) und 2000 (122 mm) wurde ein dritter Peak in der Niederschlagshistorie erreicht. Im Fall von Gundersheim waren die Niederschlagsereignisse nicht ganz so extrem.

Der Monat Juli war ein Monat, geprägt von vielen Gewittern, heftigen Winden und Unwettern. Er begann zunächst recht kühl und harmlos, entwickelte aber bald eine starke Dynamik. Unter dem Einfluss von schwülwarmer Luft aus dem Mittelmeer und dem nordafrikanischen Raum stiegen die Temperaturen bis zum 6. des Monats auf bis zu 36,1°C.

Temperatur und Niederschlag an der Station in Gundersheim

In der zweiten Dekade sanken die Temperaturen. Am Morgen des 13. wurde das absolute Minimum des Monats erreicht: 9,5°C. In der Folge stiegen die Temperaturen wieder an und am 19. wurde mit 37,1°C das absolute Maximum der Temperatur erreicht. Das Tief Alfred brachte am 25. Juli und den Folgetagen erhebliche Regenmengen mit. In Regionen Norddeutschlands, insbesondere im Harz fielen in wenigen Stunden und Tagen bis zu 250 Liter pro Quadratmeter, eine Menge, wie sie in Gundersheim in einem ganzen halben Jahr fällt.

Die größte Tagesniederschlagsmenge fiel am 7. mit einer Regenmenge von 14,2 mm. In der dritten Dekade fielen innerhalb weniger Tage die Hälfte der Regensumme des gesamten Monats (38 mm).

Juni 2017

Der Juni lässt sich bei einem Temperaturmittel von 20,7°C und einer Niederschlagssumme von 30,1 mm als überdurchschnittlich warm und trocken kennzeichnen. Somit war der diesjährige Juni um 2,3° zu warm und sogar wärmer als ein durchschnittlich temperierter Juli. Die Niederschläge hingegen fielen recht rar aus: es fielen nur 50% der sonst üblichen Menge (61 mm). Es konnten 17 Sommertage registriert werden und 6 Tropentage. Der Monat war sehr wechselhaft.
Mai 2017

Der Mai lässt sich bei einem Temperaturmittel von 16,9°C und einer Niederschlagssumme von 33 mm als überdurchschnittlich warm und trocken kennzeichnen. Die 20-jährigen Mittelwerte von Gundersheim (1995-2014) liegen bei 15,3°C und 52 mm. Somit war der Mai um 1,6 K zu warm und 19 mm zu trocken.

Es wurden 12 Sommertage gezählt, vier Tage mehr als im Mittel (8 Tage). Sogar 3 heiße Tage (größer 30°C) wurden erreicht (1,7 Tage sind das 20-jährige Mittel).

Der Monat begann noch recht kühl mit Temperaturen zwischen 3 und 18°C. Noch vor Mamertus, dem ersten Eisheiligen (11.05.) kam es am Morgen des 10. Mai zu leichtem Frost in den Tallagen des Wonnegaus: an der Talstation wurde Frost registriert: -1,2°C. Zur gleichen zeit war es mit 3,3°C an der Heimstation relativ mild.

In der zweiten Dekade stiegen die Temperaturen langsam an. Am 17. wurden an den Stationen folgende Höchsttemperaturen registriert: Tal (31,9°C), Mannheim (31,0°C), Heim und Berg (29,8°C).

Nach einer abrupten Abkühlung am 19. mit einem Temperatursturz von über 15°C stiegen die Temperaturen in der letzten Dekade wieder an. Das absolute Temperaturmaximum des Monats wurde am 29. Mai an der Mannheimer Station erreicht mit einer Temperatur von 36,7°C. An der Talstation wurdne immerhin noch 36,1°C erreicht.

April 2017

Dass die vorherrschenden Winde verantwortlich für das aktuelle Wetter sind, ist hinlänglich jedem bekannt. Und die Winde schlagen sich auch auf die Tages- und nicht zuletzt auch die Monatsmittelwerte der Temperatur nieder. Diese Erkenntnis wurde schon vor fast 200 Jahren formuliert, und zwar in dem Werk: "Resultate aus den Witterungsbeobachtungen der Jahre 1822 bis einschließlich 1826", Quelle: siehe weiter unten der QR-Code.

Zitat

In diesem April herrschten besonders in der zweiten und dritten Dekade unterdurchnittliche Temperaturen vor. Die Witterung war geprägt von einer Nordströmung, die arktische Luftmassen nach Mitteleuropa führte. Aus allen Tagesmittelwerten errechnete sich eine Monatsmitteltemperatur von 10,2°C. In den letzten 20 Jahren lag das Temperaturmittel bei 11,2°C. Damit läßt sich der April 2017 als 1 Grad zu kühl kennzeichnen.

Temperaturvergleich der Stationen

Auffallend ist das mit 9,0°C deutlich geringer ausfallende Temperaturmittel der Station Tal. Hier sind es die in windstillen Nächten regelmäßig auftretenden Kaltluftansammlungen, die den Mittelwert nach unten drücken.

Was die Niederschläge angeht, beträgt die Regensumme im April lediglich 1,2 Liter pro Quadratmeter. Damit war der April 2017 der trockenste April seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1995. (der April 2007 war ebenso sehr trocken: 1,4 mm Regensumme!) Bedeutende Niederschlagsmengen gab es im April nicht. Lediglich am 17. und 18. gab es ein wenig Niederschlag (0,8/ 0,4 mm). Ein Regentag wird erst ab einer nennenswerten Niederschlagsmenge (1,0 mm) gezählt. Damit gab es im April keine Regentage. Dadurch wird die Trockenheit dieses Frühlingsmonats besonders deutlich.

Die Trockenheit machte sich insbesondere zu Monatsende in einer verzögerten Entwicklung des Pflanzenwachstums (insbesondere wichtiger Kulturpflanzen) bemerkbar. Geht man zurück bis in den März, so sind seit dem 10. März bis Ende April nur 4,2 mm Regen gefallen, diese Menge ist sehr gering denn die Pflanzen sind in der beginnenden Vegetationsperiode (Anfang März) ganz besonders auf ein Mindestmaß an Niederschlägen angewiesen.

März 2017

Der diesjährige März war der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen der Klimastation Gundersheim im Jahr 1995!

Bei einem Temperaturmittel von 9,6°C war er damit um über 3°C zu warm. Bei dem diesjährigen März könnte man eher um von einem normal durchschnittlichen Aprilmonat sprechen!

Mit einem Monatsmaximum der Temperatur von 25,1°C wurde am 28. März um 15 Uhr an der Talstation erstmals sogar ein Sommertag gemessen. An der Heimstation wurde am 31. ein Maximum von 24,7°C erreicht. Ein Sommertag wurde bislang noch nie in einem März gemessen!

Temperaturvergleich der Stationen

Die Talstation weist nicht nur einen Sommertag aus, sondern auch bedeutende Kaltluftansammlungen, die sich in der grünen Linie der Minimumtemperatur ausdrücken. So sind insbesondere der 3. und 4. zu Monatsbeginn zu nennen, wo es der Talstation zu leichtem Frost kam (-2,4°C/ -1,9°C). In der zweiten Dekade gab es viele heitere, windstille Tage an denen die Temperatur im Talbereich besonders stark in den Frostbereich fiel (11. März: -3,3°C/ 12. März: -2,5°C/ 13. März: -3,1°C. Ebenfalls Frost gab es an der Mannheimer Station und teilweise (an 2 von 3 Tagen) auch an der Bergstation. Die Heimstation blieb hier von Frost verschont. Zu Monatsende (27./28.) gab es noch einmal zwei Frosttage an der Talstation. An den anderen Stationen blieben die Temperaturen in den Nächten im Plusbereich.

Schaut man einige Jahre zurück, so wird deutlich, dass die Märzmonate der Jahre 2012 und 2014 diesem warmen März kaum nachstehen: der zweitwärmste März wurde im Jahr 2012 registriert mit einem Monatsmittel von 9,3°C, im Jahr 2014 lag das errechnete Monatsmittel bei 9,2°C.

Monatsmittel März 1995-2017 für Gundersheim

Wird die lange Klimadatenreihe (seit 1779) der Station Karlsruhe herangezogen, so zeigt sich, dass es nur ein März gab, der noch bedeutsam wärmer war als dieser März: es handelt sich um den März des Jahres 1822. In diesem Jahr lag das Monatsmittel des März bei 10,5°C.

Es muss betont werden, dass das Jahr 1822 ein außergewöhnlich warmes Jahr war: an 7 Monaten war es überdurchschnittlich warm, an den anderen Monaten durchschnittlich temperiert, was in der Summe eine Jahresmitteltemperatur von 12,5°C ergab. Es handelt sich um das wärmste Jahr im Beobachtungszeitraum der Station Karlsruhe, von 1779 an betrachtet, bis heute! Dass das Jahr 1822 so außergewöhnlich warm war, ist sogar dokumentiert. Hier ein Auszug aus "Resultate aus den Witterungsbeobachtungen der Jahre 1822 bis einschließlich 1826" von der ökon. Gesellschaft im Königreich Böhmen, Prag, 1828, gedruckt bei Gottlieb Haase Söhne.

Quelle:

Digitales Buch

Auszug aus Witterungsbeobachtungen 1822

Auffällig ist die hohe Anzahl wolkenloser bzw. heiterer Tage im diesjährigen März (2017). An 12 Tagen war es wolkenlos oder nur gering bewölkt. Insbesondere an den Tagen um die Monatsmitte herum sowie in der letzten Woche des Monats.

Temperatur- und Niederschlagsverlauf im März 2017 in Mannheim

Februar 2017

Bei einer Monatstemperatur von 5,0°C und einer Niederschlagssumme von 17,3 mm lässt sich der Februar als warm und trocken kennzeichnen. Die 20-jährigen Mittelwerte liegen bei 3,0°C und 33 mm. Damit war der Februar um 2° zu warm und 16 mm zu trocken. Es fiel nur die Hälfte der sonst üblichen Regenmenge. Die Niederschlagsmengen für den Februar ergaben für die Stationen vergleichbare Niederschläge: Bergstation (21,3 mm), Heimstation (17,3 mm), Talstation (16,1 mm) und Mannheim (19,7 mm).

Aus der Grafik geht hervor, dass es in den Jahren 2002, 2000 und 2007 sogar noch wärmer war. Spitzenreiter stellt hierbei der Februar 2002 dar mit einer Mitteltemperatur von 7,4°C.

Die Februartemperaturen

Der Stationsvergleich ergibt: die Mannheimer Station stellt die wärmste Station der 4 Wetterstationen dar (5,5°C Mitteltemperatur). Es folgt die Heimstation mit 5,0°C (Ortsbereich Gundersheim). Dann die Bergstation mit 4,8°C. Im Falle der Talstation wirken sich die Kaltluftansammlungen im Tal so aus, dass nur ein Mittel von 4,4°C sich ergibt.

Temperaturvergleich der Stationen

Der Februar 2017 war ein recht milder Monat. Es gab keine strengeren Fröste. Nur 9 Tage mit Frost wurden registriert, die mittlere Anzahl an Frosttagen liegt bei 13,3 Tagen. Normal gibt es im Februar noch einige Eistage (2,6 Tage), diese blieben diesmal aus.

Der Monat begann grau und trüb, ohne große Temperaturgegensätze. Die Temperaturen pendelten in der ersten Dekade zwischen -3,2°C am 9. bis zu 11,9°C am 3.

Um Monatsmitte setzte sich das Hoch Felicitas über Mitteleuropa fest und sorgte für die ersten schönen Sonnentag im Vorfrühling 2017. die Temperaturen stiegen am Tag auf über 10°C (16. auf 14°C). In der letzten Dekade ging es mild weiter. Die Höchsttemperatur wurde am 27. mit 14,8°C erreicht.

Temperatur und Niederschlag im Februar 2017

An 6 Tagen gab es bedeutsamen Niederschlag, 11,8 Regentage sind hier der Durchschnitt. An 12 Tagen wurde das Temperaturmittel von 5°C überschritten, was dann als Vegetationstag gezählt wird. Normal sind hier 9,9 Tage im langjährigen Mittel (1995-2014) zu verzeichnen.

Januar 2017

Bei einem Monatsmittel von nur -1,2°C und einer Niederschlagssumme von nur 9,5 mm lässt sich der Januar als ausgeprägter Wintermonat kennzeichnen. Die 20-jährigen Mittelwerte (1995-2014) liegen bei +1,4°C und 32 mm. Damit war der Januar genau 2,6° kälter als im langjährigen Schnitt und es fiel nur ein Drittel des Niederschlags.

Fast an jedem Tag gab es frostige Temperaturen, es wurden immerhin 27 Frosttage registriert (im Mittel: 18,1 Tage) und immerhin noch 6 Tage mit Temperaturen, an denen das Tagesmaximum unter Null Grad lag (Eistage). 6,9 Eistage sind aber im Januar durchschnittlich zu erwarten, das ist nichts Besonderes.

Allerdings muss man nicht weit in die Vergangenheit zurückblicken um noch kältere Januarmonate zu finden:

2010 war mit -2,0°C noch um einige Zehntel Grad kälter und 2009 mit -2,1°C sogar noch kälter. Somit kann man nur sagen, dass dieser Januar seit 6 Jahren nicht mehr so kalt war. Geht man weiter in die Vergangenheit, so fällt der Januar 1997 ins Auge: in diesem Jahr lag die Mitteltemperatur bei extrem kalten -3,7°C, 1996 immerhin noch bei -1,8°C.

Es wird deutlich, dass aussergewöhnlich kalte Januar-Monate gar nicht so selten vorkommen. Der diesjährige Januar liegt in einer normalen Schwankungsbreite von +-2 Sigma einer Standardnormalverteilung.

Die Januartemperaturen

Was die Niederschläge anbelangt, lag der Januar deutlich unter dem langjährigen Mittel von 32 mm. Nur 29,7% der normalen Regensumme wurden erreicht (9,5 mm). Mit nur 6 Regentagen lag die Anzahl der Tage mit Niederschlägen deutlich unter dem Mittelwert von 12,3 Regentagen. Betrachtet man die Niederschläge der letzten 20 Jahre genauer, so fällt auf, dass es auch hier extrem trockene Januar Monate gab: besonders zu erwähnen wären hier die Januare 1996 (4,6 mm), 2002 (8,0 mm), 2005 (15,1 mm) und 2006 (11,9 mm), die teils noch niederschlagsärmer waren als dieser Januar 2017.

Die Januarniederschlagssummen

Der Monat begann frostig. Das erste Hochdruckgebiet im Neuen Jahr namens Angelika brachte nach den milden Temperaturen an den Weihnachtstagen seit langem mal wieder richtiges Frostwetter: der Dreikönigstag (6.01.) war ein sehr schöner, wolkenloser Tag mit frostigen Temperaturen bis -10,8°C; ein Eistag, denn am Tag stieg die Temperatur nicht über den Gefrierpunkt (Höchsttemperatur: -1,6°C).

Temperatur und Niederschlag im Januar 2017

In der Nacht zum 8. schneite es sogar ein wenig, so dass eine dünne Schneedecke am Morgen lag. Mit Tief Egon gab es in der Nacht zum 13. eine Sturmwetterlage. Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden zwischen Mitternacht und 8 Uhr gemessen. Dabei gab es zahlreiche Schäden in der Region (privat: Fahnenstange geknickt, Tischtennisplatte weggeflogen auf Nachbargrundstück). Zur Monatsmitte ging Hoch Brigitta in Dänemark vor Anker und lenkte kontinentale Festlandsluft nach Mitteleuropa.Die Temperaturen sanken erneut in den Frostbereich. Besonders sonnige und frostige Tage gab es an 6 aufeinanderfolgenden Tagen (17.-22.)

Hoch Christa brachte den Höhepunkt der Kälteperiode. Am Morgen des 23. Januar, um 8 Uhr, wurden an der Talstation -13,4°C gemessen. Mit -12,1°C (Mannheim), -11,2°C (Bergstation) und -10,1°C (Heimstation) war es gleichzeitig an den anderen Stationen nicht ganz so kalt. Die an der Talstation auftretenden Kaltluftansammlungen sorgen für noch niedrigere Temperaturen.

Der Frost wich gegen Monatsende, als Tief Hubert mit einer Warmfront milde Atlantikluft nach Mitteleuropa führte.

Die Niederschlagssummen der einzelnen Stationen unterscheiden sich für den Monat Januar wie folgt: Bergstation (17,0 mm), Heimstation (9,5 mm), Talstation (15,4 mm) und Mannheim-Schönau (19,1 mm).

Das Jahr 2016

Das Jahr 2016 war mit 11,1°C und einer Niederschlagssumme von 639 mm ein warmes und feuchtes Jahr gewesen. Die 20-jährigen Mittelwerte des Zeitraums 1995-2014 liegen bei 10,7°C und 526 mm.

Das Jahr 2016 war ein überaus warmes Jahr mit großen Wetterkontrasten.

Das Jahr 2016 im Überblick

Es wird deutlich, dass das ganze erste Halbjahr überdurchschnittlich hohe Niederschlagssummen aufweist während im zweiten Halbjahr vier von sechs Monate unterdurchschnittliche Niederschläge hatten. Somit waren die Niederschläge sehr unsymmetrisch verteilt. Die Monatsmittel der Temperatur lagen insbesondere im Frühjahr (Januar, Februar) und in den Sommermonaten Juli, August sowie September über den langjährigen Werten. Frühling und Herbst wiesen dafür leicht unterdurchschnittliche Temperaturen auf.

Am 19. Januar wurde die niedrigste Temperatur des Jahres gemessen: -8,2°C. An den Außenstationen Berg und Tal war es mit -9,7°C sogar noch kälter als im bebauten Ortsbereich von Gundersheim. Die besonders milden Temperaturen Ende Januar und den ganzen Februar über machten sich auch in der Vegetation bemerkbar: am 10. Februar wurden vereinzelt bereits blühende Narzissen gesichtet, ebenso blühten vereinzelt Bäume in weißer und rosa Farbe, Krokusse und Schneeglöckchen gab es schon zahlreich in Gärten zu sehen. Der Februar war ein sehr stürmischer, verregneter Monat. Am 8. (Rosenmontag) musste sogar der Rosenmontagsumzug in Mainz wegen Sturms abgesagt werden. An diesem Tag wurde eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 9,2 km/h registriert. Im Februar sind der 9. und der 23. besonders hervorzuheben, denn diese waren besonders verregnet. Es fielen allein an diesen beiden Tagen mehr als in einem durchschnittlichen Monat (43 mm Regen), das sind 130% der durchschnittlichen monatlichen Regensumme.

Eine spätwinterliche Witterung setzte im März ein und dauerte bis zur Monatsmitte, in den Mittelgebirgen fielen teils beträchtliche Schneemengen, Rheinhessen blieb vom Schneefall verschont. Erst um Monatsmitte stiegen allmählich die Temperaturen an. Der März war mit 5,4°C Mitteltemperatur gut ein Grad kühler als im langjährigen Durchschnitt. Immerhin war Ostern in diesem Jahr (27. März) nicht frostig und verschneit sondern man konnte die Ostereier im Grünen suchen: Die Höchsttemperatur lag am Ostersonntag sogar bei 14,3°C.

Im April schritt die Phänologie weiter voran. Am 4. blühten die Japanische Zierkirsch-Bäume, Forsythien und Magnolien standen in Vollblüte. Der Jahreszeit entsprechend verhielt sich der April: von Beginn bis in die zweite Monatshälfte hinein pendelten die Temperaturen zwar zwischen 5 und 15°C, sommerliche Tage mit Temperaturen bis 25°C, wie sie durchschnittlich an 2 Tagen im April vorkommen, blieben allerdings aus, sodass der April mit 9,6°C Mitteltemperatur um 1,6° zu kühl war. Die Niederschläge fielen erhöht aus, so dass sich eine Niederschlagssumme von 68 mm ergab (Durchschnittssumme: 33 mm).

Eine letzte kalte Witterungsperiode mit leichtem Frost gab es Ende April vom 23.-29. zu verzeichnen. Der Mai startete mit einer ersten frühsommerlichen Wetterperiode. Vom 6.-9. wurden Temperaturen über 25°C registriert (27,6°C am 7.). Nach zwei Kaltlufteinbrüchen (15. und 24.) folgte zum Monatsende eine sehr niederschlagsreiche Witterung: an vier aufeinanderfolgenden Tagen (27.-30.) wurden 85 mm Regen gemessen (davon allein am 30. über 61 mm!), das sind 164% der durchschnittlichen monatlichen Regensumme. Die sintflutartigen Regenfälle führten zum Anstieg der Flusspegel in ganz Deutschland. In vielen Städten und Dörfern Baden-Württembergs traten Sturzfluten auf, die zu erheblichen Schäden führten und ganze Ortskerne verwüsteten (Braunsbach bzw. Simbach am Inn).

Im Juni setzte sich die niederschlagsreiche Witterung fort. Bedingt durch beständige Westwetterlagen fuhren die Temperaturen Achterbahn. Eine Hochdruckwetterlage, die für sonniges Sommerwetter hätte bringen können, blieb aus. Stattdessen regnete es oft große Regensummen, lokal sehr unterschiedlich verteilt. Die Anzahl an Regentagen im Juni betrug 22, das sind 12 Regentage mehr als in normalen Jahren. Trotz der hohen Anzahl an Regentagen regnete es in Gundersheim nur das 1,6-fache der sonst üblichen Niederschlagsmenge. In anderen Regionen gab es im Juni - wie schon zum Maiende - sintflutartige Regenfälle mit beträchtlichen Regenmengen. Den ganzen Juni blieb die Hochwassersituation weiter bedrohlich.

Mit 19 Sommertagen (Tagesmaximum über 25°C) und 7 heißen Tagen (Tage mit einem Maximum über 30°C) sowie einem Monatsmittel der Temperatur von 21°C lässt sich der Juli als überdurchschnittlich warm kennzeichnen. Es gab sogar 2 Sommertage mehr als im langjährigen Mittel. Subjektiv haben viele Menschen den Juli als durchwachsen, zu kühl und verregnet empfunden. Die Statistik hingegen bestätigt den Juli als durchschnittlichen Monat. Die Niederschlagssumme war mit 58 mm auch durchschnittlich gewesen (63 mm im Mittel). Die Anzahl an Regentagen beträgt für den Juli nur 7 Tage, das sind 5 Tage weniger als in durchschnittlichen Juli-Monaten. Von verregnet kann also keine Rede sein! An der Mannheimer Station wurde am 20. Juli zwischen 17 und 18 Uhr MESZ die Höchsttemperatur des Jahres erreicht mit 38,5°C.

Was im Frühling versäumt wurde, versuchten der August und der September nachholen zu wollen: Sommer! In der Tat war der August mit einer Mitteltemperatur von 20,5°C und einer Niederschlagssumme von nur 31 mm um 0,9° wärmer und 32 mm trockener als die langjährigen Mittelwerte vorgeben. Der Höhepunkt des Sommers 2016 lag in der letzten Dekade des August: Vom 23. bis 29. herrschten sommerliche Temperaturen über 25°C, das absolute Maximum wurde am 27. erreicht mit 36,6°C.

An der Bergstation

An der Bergstation: links die neue Wetterstation WS1080. Der Niederschlagsmesser ist im Hellmann untergebracht.

Der September toppte den Juni (0,8° wärmer!) und fast sogar den August! Der erste Herbstmonat sollte ein richtiger Sommermonat werden. Bei einem Monatsmittel von 19,2°C und einer Niederschlagssumme von nur 20 mm war der September nur unwesentlich kühler als ein durchschnittlicher August (August-Mittel: 19,6°C). Damit war der September um 3,8° wärmer als normal. Zudem sollte am 13. September nochmal ein sekundäres Maximum der Temperatur erreicht werden: 34,1°C.

Hygrisch gesehen fiel der September sehr trocken aus: es fielen nur 50% der sonst üblichen Regenmenge. Die Anzahl der Sommertage war mit 16 Tagen enorm (normal: 6 Tage) und die Anzahl der heißen Tage betrug immerhin noch 5 Tage (normal: 1 Tag über 30°C). Auch die hohe Anzahl heiterer sowie wolkenfreier Tage verdeutlicht noch einmal den makellosen Spätsommer im Frühherbst (21 Tage).

Die Monate Oktober und November waren wieder etwas niederschlagsreicher (50 bzw. 51 mm statt 43 bzw. 42 mm). Thermisch gesehen lag nur der Oktober deutlich unter dem langjährigen Mittel (9,6°C statt 10,7°C). Dies lag unter anderem an der großen Anzahl trüber, bedeckter Tage. Der November lag hingegen mit 5,0°C nahe bei der langjährigen Mitteltemperatur von 5,2°C.

Im Dezember setzte sich schließlich seit langem Hochdruckwetter durch. Verbunden damit waren kalte Tage und frostige Nächste. Raureif sorgte zwar für erstes Winterfeeling, Schnee gab es allerdings keinen zu verzeichnen. Wie in vielen Jahren gab es auch in diesem Jahr an Weihnachten milde Temperaturen bis zu 10°C. Das Jahr klang aber frostig mit Temperaturen bis minus 3°C aus. Der Dezember war mit nur 5 mm Regen ein extrem trockener Monat: an nur 3 Tagen gab es Niederschlag.

Vergleich der Jahresmitteltemperaturen und Niederschlagssummen

Werden die Jahresmitteltemperaturen sowie Niederschlagssummen der vier Stationen für das Jahr 2016 miteinander verglichen, so zeigt sich, dass die Mannheimer Station mit Abstand die wärmste Mitteltemperatur aufweist (11,9°C). Dafür fällt die Niederschlagssumme von 615,6 mm recht gering aus. Die Talstation weist eine ähnliche Niederschlagssumme wie Mannheim aus (612,5 mm), jedoch ermittelt sich das Temperaturmittel zu 10,7°C und stellt die Station mit dem niedrigsten Temperaturmittel dar. Insbesondere sind es an der Talstation die häufigen Nachtfröste, die zur Erniedrigung der Temperaturen und somit zu einem geringeren Mittelwert führen. Die Heimstation weist mit 639 mm Jahresniederschlag eine höhere Summe aus als die beiden Stationen Tal und Mannheim. Da die Heimstation im Ortsbereich liegt wirkt hier die Bebauung mildernd auf die Temperaturen ein, hier errechnet sich ein Jahresmittel von 11,1°C. Die höchste Niederschlagssumme weist die Bergstation auf dem rheinhessischen Plateau auf. Diese Station ist den niederschlagsbringenden Winden ausgesetzt, so dass hier eine Regensumme von 676,2 mm erhalten wird. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt ähnlich wie die der Talstation recht niedrig bei errechneten 10,8°C, jedoch nicht ganz so tief wie bei der Talstation, da hier die Kaltluftseebildung nicht in dem Maße ausgeprägt ist.

Jahresmitteltemperatur und Niederschlag der Stationen im Vergleich

Vergleich der Anzahl an Frost- und Sommertagen

Wird der Vergleich der Stationen hinsichtlich der Anzahl der Frost- und Sommertage gemacht, so zeigt sich, dass die Talstation die höchste Anzahl an Frost- als auch an Sommertagen aufweist. An der Talstation kommt es infolge häufiger Kaltluftseebildung zu mehr Frost als an den anderen Stationen. Umgekehrt werden hier auch mehr Sommertage gezählt. Der Niederungsbereich des Altbachtals wirkt durch seine Vertiefung wie ein Kessel, in dem sich die hohen Temperaturen im Sommer stauen und sich diese Niederung besonders stark erwärmt. Dies führt zur hohen Anzahl an Frosttagen (81 Tage) und Sommertagen (83 Tage). Die geringste Anzahl an Frost- und Sommertage wird an der Heimstation verzeichnet (51 Frost-, 74 Sommertage). Die Lage im bebauten Ortsbereich wirkt mildernd auf die Temperaturen ein: zum einen kühlt es hier in den Nächten weniger ab, umgekehrt heizen sich die Flächen weniger stark auf als die Flächen der Aussenstationen. Die Mannheimer Station weist mit 84 Sommertagen sogar die höchste Anzahl an warmen Tagen im Jahr 2016 auf (84 Sommertage) währenddessen die Anzahl an Frosttagen mit 53 Tagen wegen der Lage im Ortsbereich recht gering ist.

Anzahl der Frost- und Sommertage der Stationen im Vergleich

Werden die Jahresniederschläge mit dem Stationsmessnetz des DLR Rheinland-Pfalz in eine Karte eingetragen und miteinander verglichen, so ergibt sich ein Bild, das aufzeigt, wie stark die Niederschlagsmengen sich von Ort zu Ort in der Region unterscheiden.

Demnach weist der Donnersberg infolge seiner exponierten Lage im Westen und seiner topograpischen Höhe von 687 m ü.NN mit über 1000 mm die größte Niederschlagsmenge im gesamten Gebiet auf (Dannenfels: 1017 mm). Östlich davon fallen die Niederschlagssummen rasch ab auf 700 mm und darunter (Bolanden: 698 mm, Zellertal: 668 mm). Nördlich und südlich davon gibt es Stationen, die mit unter 500 mm die geringsten Jahresniederschläge aufweisen. Es handelt sich um die Stationen Wöllstein (496 mm) in Rheinhessen sowie Grünstadt (491 mm) in der Pfalz. Weiter südlich und östlich steigen die Niederschläge wieder an. Gundersheim liegt in der Zone unter 700 mm Jahresniederschlag und empfing damit im Jahr 2016 mehr Niederschlag als die bereits erwähnten Trockeninseln um Wöllstein und Grünstadt.

Die Jahresniederschläge im räumlichen Überblick

Dezember 2016

Der Dezember war bei einer Mitteltemperatur von 2,1°C und einer Niederschlagssumme von 8,5 mm lässt sich der erste Wintermonat als durchschnittlich temperiert aber sehr trocken kennzeichnen. Die 20-jährigen Mittelwerte des Zeitraums 1995-2014 liegen bei 2,0°C und 42 mm Regen. Es gab nur 2 Tage, an denen Niederschläge fielen mit einer Tagesmenge von mehr als 1 mm (22. und 26. Dezember).

Die Temperaturspanne lag zwischen -9,8°C am 5. Dezember (Talstation) und 11,4°C am 11. Dezember (Bergstation) bzw. 11,4°C am 25. Dezember (Station Mannheim).

Der Dezember begann mit zunächst mild bevor es am 4. kälter wurde. Am 5. sanken die Temperaturen in den Frostbereich und es wurden 4 Eistage gezählt (Tagesmaximum kleiner 0°C). Die Kältephase dauerte nur diese 4 Tage, dann wurde es von einem Tag auf den anderen milder: Bis zum 10. stiegen die Temperaturen auf 10,8°C. in den Folgetagen kühlte es beständig ab bis am 20. erstmals wieder Frost registriert wurde. Eine neuerliche Milderung setzte sich wie so oft an den Weihnachtsfeiertagen durch, zum Jahresende hin kühlte es dann wieder ab mit frostigen Temperaturen bis -5°C.

November 2016

Der November lässt sich bei einer Mitteltemperatur von 5,0°C und einer Niederschlagssumme von 51 mm als zu feucht und durchschnittlich temperiert kennzeichnen. An 7 Tagen wurde Frost verzeichnet, was als durchschnittlich anzusehen ist.

Die Anzahl der Regentage lag etwas niedriger als sonst (10 statt 13 Tage), d.h. die Niederschlagsintensität war in diesem Jahr etwas erhöht (5,1 mm pro Regentag statt 3,2 mm pro Regentag).

Generell lässt sich eine Zweiteilung des Monats feststellen: eine kühlere erste Hälfte und eine milde zweite Hälfte, wobei der Monat mit den tiefsten Temperaturen ausklang. Das Temperaturminimum wurde am Monatsletzten mit -7,6°C erreicht. Das Monatsmaximum wurde am 20. mit 14,9°C gemessen.

Oktober 2016

Temperaturvergleich der Stationen

Bei einer Monatsmitteltemperatur von 9,6°C und einer Niederschlagssumme von 50,6 mm lässt sich der Oktober als unterkühlt und verregnet kennzeichnen. Die Mittelwerte der letzten 20 Jahre liegen bei 10,7°C und 43 mm. Es wurden 10 Regentage gezählt.

Die Höchsttemperatur wurde am 1. Oktober erreicht und zwar an der Mannheimer Station mit einer Temperatur von 18,9°C. Die tiefste registrierte Temperatur wurde (wie so oft) an der Talstation gemessen: 0,5°C. Damit gab es noch keinen nennenswerten Frost sondern nur leichten Bodenfrost. Leichter Bodenfrost wurde an 3 Tagen registriert.

Mit 10 Regentagen weist der Oktober 2 Niederschlagstage weniger auf als das 20-jährige Mittel (1995-2014). Es gab aber zwei Tagesniederschlagssummen, die recht heftig waren: am 20. Oktober wurde eine Regensumme an der Mannheimer Station von 27,4 mm registriert. Die Gundersheimer Stationen, die ja in unmittelbarer Entfernung voneinander entfernt liegen, wiesen nur Niederschlagssummen von 19,0 bis 19,5 mm auf. Dahingegen wurden an der Mannheimer Station am 20. Oktober 27,4 mm Regen gemessen. Die zweithöchste Niederschlagsmenge im Oktober datiert auf den 24. Oktober: an den Gundersheimer Stationen wurden Regensummen von 10,7 mm (Berg) bis 13,8 mm (Heim) gemessen. An der Mannheimer Station wurden hingegen 15,5 mm erreicht.

September 2016

Der September war ein sehr warmer und ebenso sehr trockener erster Herbstmonat. Wegen der vielen Sonnentage könnte man ihn auch als verspäteter Sommer bezeichnen. An 11 Tagen war der Himmel völlig wolkenfrei und es schien die Sonne. Weitere An weiteren 11 Tagen war es heiter und es wurde sommerlich warm. Richtig bedeckt und damit ungemütlich war es nur an 8 Tagen. Es wurden somit nochmals 16 Sommertage und sogar 5 Tropentage verzeichnet. Die zwanzigjährigen Durchschnittswerte (1995-2014) liegen bei nur 6 Sommertagen und 1 Tropentag. Hingegen gab es nur 3 Regentage, was die Trockenheit dieses Monats noch einmal verdeutlicht.

Das Temperaturmittel von 19,2°C lag 3,8° über dem langjährigen Gundersheimer Mittel. Mit einer Niederschlagssumme von nur 22 mm wurden nur 60% der sonst üblichen Regenmenge erreicht.

Temperaturmittelwerte September 1995-2016

Im Diagramm sind alle Monatsmitteltemperaturen seit 1995 dargestellt. Es wird deutlich, dass dieser September der zweitwärmste September seit Beginn der Messungen darstellt. Nur der September des Jahres 1999 war mit 19,6°C um 0,4° wärmer gewesen und somit ein regelrechter Sommermonat! Ebenfalls deutlich wird, dass die Spannweite sehr groß ist: es gibt Septembermonate, die recht kühl sind und welche, die sehr warm sind. Und die Wechsel von Jahr zu Jahr sind schon sehr groß. Im ständigen Wechsel liegt die Beständigkeit unseres Wetters. Kein Jahr und kein Monat gleicht dem anderen. Die 1s-Quantile der Normalverteilung zeigen auf, dass innerhalb dieser Bereiche 68% der Mitteltemperaturen liegen, außerhalb liegen nur 15% der Werte oberhalb und unterhalb der dünn gestrichelten blauen Linien.

Temperaturvergleich der Stationen

Der Temperaturvergleich der Station ergibt, dass es mit 19,2°C an der Heimstation am wärmsten war. Die Talstation weist das geringste Monatsmittel auf (17,6°C). Dies liegt in den häufig aufgetretenen Kaltluftabflüssen begründet, die sich insbesondere bei Hochdruckwetterlagen in den Nachtstunden ereignen. Das absolute Minimum der Temperatur wurde an der Talstation registriert mit nur 4,8°C im Vergleich zur gemäßigten Heimstation (7,9°C). Im bebauten Bereich liegen nun mal die Minimumtemperaturen etwas höher, das ist völlig normal. Dass die Talstation in jeder Hinsicht die extremere Station darstellt, wird auch in der Höchsttemperatur deutlich (Tal: 34,6°C, Heim: 34,1°C).

An der Talstation wurden 18 Sommertage und 7 heiße Tage erreicht (Heimstation: 16/5, Bergstation: 14/7. Die 20-jährigen Mittelwerte liegen bei nur 6 Sommertagen und nur 1 heißen Tag über 30°C. Der Monat August weist 16,8 Sommertage und 6,4 Tropentage auf. Bei einem 20-jährigen Monatsmittel von 19,6°C des Augusts lässt sich der diesjährige September als geringfügig kühler kennzeichnen: der September war damit so warm wie ein normaler August.

August 2016

Der August lässt sich bei einem Temperaturmittel von 20,5°C und einer Niederschlagssumme von 25,5 mm als überdurchschnittlich warm und trocken kennzeichnen. Die Normalwerte für die Periode 1995-2014 betragen 19,6°C und 63 mm.

Mit dem August setzte endlich eine Phase der Stabilisierung der Wetterlage ein. Der August war der erste Monat im Jahr 2016 der eine unterdurchschnittliche Regensumme ergab: mit nur 25,5 mm wurden 59% weniger Niederschlag erreicht als in normalen Jahren.

Es wurden 19 Sommertage verzeichnet und 7 Tropentage (normal: 16,8 Tage/ 6,4 Tage). Die höchste Temperatur wurde am 27.08. um 14 Uhr gemessen: 36,6°C. Die tiefste gemessene Temperatur betrug 7,9°C am 11.08. um 5 Uhr.

Temperaturvergleich der Stationen

Juli 2016

Der Juli war bei einer Durchschnittstemperatur von 21,0°C und einer Niederschlagssumme von 60 Liter pro Quadratmeter ein wenig zu warm, sonst aber durchschnittlich: d.h. weder zu nass noch zu trocken. Es wurden 22 Sommertage und 6 Tropentage registriert. Normal sind 17,4 Sommertage und 7,3 Tropentage. Von daher gab es etwas mehr Sommertage, dafür ein Tropentag zu wenig.

Das Temperaturmaximum wurde am 20. Juli erreicht mit einer Temperatur von 35,3°C. Der 20. war zugleich der heißeste Tag des Monats. Das Temperaturminimum wurde am Morgen des 15. erreicht mit einer Temperatur von 10,4°C.

Insgesamt gab es 10 Regentage. Bemerkenswert ist, dass die Niederschläge zu 80% an nur 3 Tagen (21.-23. Juli) fielen: 48 mm.

Juni 2016

Der Juni war von der Temperatur her ein normaler Monat, allerdings fielen 59,2% mehr Regen wie sonst. Das Monatsmittel der Temperatur errechnete sich zu 18,4°C und liegt damit genau im langjährigen Schnitt. Die Niederschlagssumme ergab 78 mm (Mittel: 49 mm).

Der Juni präsentierte sich zu Anfang und Ende mit 6 Sommertagen (normal: 13,6) und immerhin 3 Tropentagen (normal: 4,6 Tage) mit Temperaturen über 30°C. Der humide Charakter des Monats wird deutlich an der hohen Anzahl an Regentagen (22 Tage).

Im wesentlichen gab es zwei Peaks im Verlauf des Monats. In der ersten Dekade wurden vom 5.-7. drei schöne Tage registriert mit Temperaturen über 25°C. Die Höchsttemperatur wurde hierbei am 7. erreicht mit 30,3°C. Die zweite "Welle" gab es vom 22.-24. Juni zu verzeichnen. Ein kurzes Schönwetter-Intermezzo, das wie so oft in diesem Frühling und Frühsommer mit heftigen Gewittern und Starkniederschlägen schnell sein Ende fand. Die Höchsttemperatur dieses sekundären Peaks wurde am 23. erreicht mit einer Höchsttemperatur von 34,8°C.

Mai 2016

Bei einem Monatsmittel von 15,0°C und einer Niederschlagssumme von 113,2 mm lässt sich der Mai als durchschnittlich temperiert aber deutlich zu nass kennzeichnen. Die 20-jährigen Mittelwerte für Gundersheim liegen bei 15,3°C und 52 mm Regen. Mit der überaus großen Regenmenge von 113 mm wurde in diesem Monat über die doppelte Regenmenge wie in normalen Maimonaten erreicht (218%). 15 Regentage wurden verzeichnet, im 20-jährigen Mittel werden nur 11 Tage erreicht.

Immerhin gab es 11 Sommertage, im langjährigen Mittel kommen nur 8 Tage mit Temperaturen über 25°C vor. In der ersten Dekade gab es eine Schönwetterperiode mit Temperaturen um oder über 25°C (4 Tage). Am 7. wurde mit 27,6°C die höchste Temperatur des Monats verzeichnet.

In der zweiten Dekade (11.-20. Mai) gingen die Temperaturen auf Talfahrt. Das Minimum wurde am 15. erreicht. Der 15. Mai war der kälteste Tag des ganzen Monats (Temperaturmittel: 8,3°C). Das absolute Minimum wurde am Morgen dieses Tages erreicht (3,2°C). In den Folgetagen stiegen die Temperaturen wieder kontinuierlich an. Am 22. wurde das Maximum erreicht mit einer Temperatur von 27,1°C.

Die Achterbahnfahrt der Temperatur nahm weiter seinen Lauf. Auf ein kurzfristiges Minimum am 24. (10-11°C den ganzen Tag) folgte ein abrupter Anstieg in den Folgetagen. Feuchtwarme Luft wurde herangeführt, die große Mengen an Feuchtigkeit mitbrachte. Die feuchtwarme Luft traf in Mitteleuropa auf kalte Polarluft. Dies führte in ganz Deutschland im Zeitraum vom 27.-30. Mai regional und punktuell zu heftigsten Starkniederschlägen innerhalb kürzester Zeit.

Das Unwetterpotential war in ganz Deutschland sehr groß. In zahlreichen Städten und Gemeinden gab es Hochwasser durch überlaufende Bäche, die sich teils zu reißenden Strömen entwickelten und alles mit sich rissen und manchen Ort in Deutschland verwüsteten (Simbach a. Inn, Braunsbach i. Baden Württemberg).

Vom 27. bis 30. Mai fielen 75% des gesamten Monatsniederschlags (113,2 mm). Am 27. Mai fiel eine Regenmenge von 6,8 mm. Diese Menge ist noch nicht ungewöhnlich sondern ein ganz normaler Niederschlag in einem Frühlingsmonat. Die Niederschläge verstärkten sich aber, so dass am 28. bereits 8,0 mm, am 29. sogar 9,3 mm und am 30. sogar ganze 60,7 mm Regen fielen. Insbesondere sind die heftigen Summen der Stundenniederschläge vom 29. auf den 30. zu nennen. Von 20 Uhr bis 12 Uhr am 30. fielen insgesamt 68 mm Regen. Die intensivsten Regenmengen innerhalb einer Stunde wurden um 4 Uhr morgens (11,2 mm) und 5 Uhr morgens (16 mm) registriert.

April 2016

Der April läßt sich bei einer Mitteltemperatur von 9,6°C und einer Niederschlagssumme von 67,6 mm als kühl und verregnet kennzeichnen. Die 20-jährigen Mittelwerte von 1995-2014 liegen bei 11,2°C und 33 Liter Regen. Somit wäre der April um 1,6° zu kühl gewesen und 34 Liter Regen sind mehr gefallen als sonst in "normalen" Jahren. Jedoch trügt der subjektive Eindruck eines unterkühlten Monats. Wird nämlich der langjährige Wert der Temperatur der internationalen Referenzperiode 1961-1990 (der DWD Station Alzey) herangezogen, so ergibt sich ein völlig normaler Monat (9,3°C). Der April wäre somit sogar um 0,3° wärmer als normal gewesen. Allerdings wird der humide Charakter des Frühlingsmonats in der großen Anzahl an Regentagen (14 Tage) deutlich. Im 20-jährigen Mittel werden im April nur 9 Tage mit Regen verzeichnet.

Generell ergibt sich für den April ein ständiges Auf und Ab der Temperaturen. Drei Peaks nach oben sind markant: Der erste am 3. April mit einer Höchsttemperatur von 19,2°C, dann der zweite am 11. mit 20,3°C, und der dritte am 21. mit einem Maximum von 22,4°C, der höchsten gemessenen Temperatur im Monat April. Ein später Wintereinbruch gab es am 24. mit leichtem Frost (-0,2°C). In den Mittelgebirgen gab es sogar noch einmal heftige Schneefälle.

Die Phänologie im Monat April schritt weiter voran: am 4. des Monats erblühten die Apfelbäume in der Region.

April bisher sehr nass

Der April hat sich bis zur Monatsmitte als sehr verregnet präsentiert. Bis zum 17. um 12 Uhr sind schon 100% der sonst üblichen monatlichen Regenmenge gefallen, insgesamt 50 Liter pro Quadratmeter. Dabei war der April bisher recht warm: die Mitteltemperatur bis zum 17. beträgt 11,7°C, was als überdurchschnittlich warm zu kennzeichnen ist.

Hier der Monatsverlauf der Temperaturen und Niederschläge bis zum 17.:

Temperaturverlauf im April 2016

März 2016

"Ein feuchter März ist des Bauern Schmerz!" Die Bauernregel besagt, dass auf einen feuchten März ein überdurchschnittlich verregneter Frühling und Sommer folgt mit einer daraus resultierenden schlechten Ernte. Der diesjährige März war sehr verregnet: immerhin regnete es an 14 Tagen und damit 3 Tage mehr als in "normalen" Märzjahren.

Der März lässt sich bei einem Temperaturmittel von 5,4°C und einer Niederschlagssumme von 43 mm als zu kühl und zu nass kennzeichnen. Die langjährigen Mittel für Gundersheim liegen bei 6,5°C und 36 mm.

Temperaturverlauf im März 2016

Wie das Monatsdiagramm von Temperatur und Niederschlag zeigt, war es besonders in der ersten Monatshälfte recht kalt: es konnten immerhin 8 Frosttage gezählt werden. Das ist als durchschnittlich anzusehen. Statistisch gibt es sogar alle 5 Jahre noch einen Eistag, kam in diesem Jahr allerdings nicht mehr vor. Mit 14 Regentagen wurden 3 Regentage mehr erreicht: dies unterstreicht den humiden Charakter dieses ersten Frühlingsmonats. Nur 14 Vegetationstage (Tage mit einem Tagesmittel größer als 5°C) wurden gezählt, das sind 6 Tage weniger als im langjährigen Durchschnitt. Dies unterstreicht, dass der März recht kühl war.

Zu Monatsbeginn wurde die niedrigste Temperatur gemessen: -2,2°C. Die ersten 10 Tage des Monats präsentierten sich nasskalt, mit Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt und sehr häufigem Regen (8 von 10 Tage Regen). Um die Monatsmitte konnte sich ein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa für einige Tage durchsetzen. In den Nächten gab es noch leichten Frost. In der letzten Dekade, beginnend mit dem 21. stiegen die Temperaturmaxima dann regelmäßig über die 10°-Marke. Am 26.03. wurde mit 15,8°C die höchste Temperatur registriert, die Nächte blieben frostfrei.

Februar 2016

Bei einem Monatsmittel von 4,3°C und einer Niederschlagsmenge von 74 mm lässt sich der Februar als zu warm und verregnet kennzeichnen. Der Februar war um 1,3 K wärmer als das 20-jährige Mittel und es fiel mehr als das doppelte an Niederschlag. Es gab nur 10 Frosttage. Im langjährigen Mittel sind 13 Frosttage zu erwarten. Das Maximum der Temperatur wurde am 6. gemessen: 12,9°C. Das Minimum wurde am 26. gemessen (-3,5°C).

Temperaturverlauf im Februar 2016

Insgesamt präsentierte sich der Februar als sehr verregnet. Der Monatsniederschlag an den 3 Gundersheimer Stationen ergab für Berg 78 mm, Tal 76 mm und Heim 74 mm. Die Stationsniederschläge unterscheiden sich hierbei kaum. Immerhin wurden mit dieser Niederschlagsmenge mehr als das doppelte des üblichen Niederschlags gemessen (33 mm). Die Niederschläge fielen hierbei an 12 Tagen verzeichnet, was als durchschnittlich zu beurteilen ist.

Allerdings sind zwei Niederschlagsereignisse hervorzuheben: der 9. und der 23. Februar. Am 9. regnete es von 4-17 Uhr sehr stark: 22,3 mm. An der Mannheimer Station wurden hier nur 9,2 mm erreicht. Am 23. regnete es von Mitternacht bis 14 Uhr nachmittag teils sehr stark, es konnte eine Summe von 21,4 mm aufgezeichnet werden. Vergleich Mannheimer Station: 19,3 mm, Regen von 1-16 Uhr.

Januar 2016

Der Januar lässt sich bei einem Monatsmittel der Temperatur von 3,1°C und einer Monatssumme des Niederschlags von 45,5 mm als überdurchschnittlich mild und verregnet kennzeichnen. Die für Gundersheim ermittelten 20-jährigen Mittelwerte für Temperatur und Niederschlag betragen 1,4°C und 32 mm. Demnach war der Januar um 1,7 K zu warm und 13,5 mm zu nass.

Temperaturverlauf im Februar 2016

Es wurden 2 Eistage, 10 Frosttage, 15 Regentage und 8 Vegetationstage gezählt. Normal sind 7 Eistage im Januar zu erwarten und immerhin 18 Frosttage, dafür nur 12 Regentage. Die Anzahl von 8 Vegetationstage hingegen liegt im Durchschnitt. Das Jahr begann, wie das alte aufgehört hatte: es war mild bei Temperaturen zwischen 2 und 7°C und es regnete sehr häufig. Die erste Monatshälfte war recht monoton, geringe Temperaturschwankungen, kaum Frost und häufig bedeckter Himmel mit teils heftigen Regenfällen. Bis zum 15. des Monats wurden 89% des Monatsniederschlags verzeichnet (40,3 mm), die zweite Monatshälfte war hingegen sehr trocken (nur 5,2 mm Regen).

Zu Beginn der zweiten Monatshälfte kam Bewegung in die Wetterküche: bei hohem Luftdruck gelangte kalte Polarluft nach Mitteleuropa. Innerhalb weniger Tage sanken die Temperaturen auf frostige Minusgrade. Die Tiefsttemperatur wurde mit -8,2°C am Morgen des 19. gemessen. Mit -9,7°C war es an der Talstation sogar noch wesentlich kälter gewesen. Die Frostperiode dauerte nur 8 Tage bis zum 23. und danach stiegen die Temperaturen an auf 11,8°C am 27. Januar. Eine brisante Lage ergab sich am Morgen des 23. Gefrierender Regen in der Nacht sorge für spiegelglatte Straßen. Mit wechselhafter Bewölkung, milden Temperaturen und starkem Wind (Beaufort 3-5) ging schließlich der Monat zu Ende.

Monats- und Jahresmitteltemperaturen Karlsruhe 1779-2017

Monats- und Jahresmitteltemperaturen Karlsruhe 1779-2017

Monats- und Jahresmitteltemperaturen Karlsruhe 1779-2017

Monats- und Jahresmitteltemperaturen Karlsruhe 1779-2017

Monats- und Jahresmitteltemperaturen Karlsruhe 1779-2017

Klimaschwankungen im Lauf der Zeit und ihre subjektive Wahrnehmung

Angeregt durch die Frage: Waren die Winter früher eigentlich wirklich kälter und schneereicher als heutzutage? wurde mal eine lange Temperaturreihe ausgewertet. Es handelt sich um die Monatsmitteltemperaturen der Stadt Karlsruhe. Die Messungen dieser Station reichen bis auf das Jahr 1779 zurück. Es handelt sich hierbei um eine der längsten Datenreihen von Deutschland (nach Berlin und dem Hohenpeissenberg).

Korrelation zwischen CO2 und Jahresmitteltemperaturen 1779-2015

Korrelation zwischen CO2 und Jahresmitteltemperaturen 1779-2015

Dargestellt sind die Wintermitteltemperaturen (Dezember, Januar, Februar) von 1779 bis 2009. Die Station Karlsruhe wurde im Jahr 2009 geschlossen und verlegt, für den Zeitraum 2010 bis 2016 wurde deshalb die Station Gundersheim/ Mannheim herangezogen. Größer als diese Datenreihe ist eigentlich nur die längste Temperatur-Messreihe, die dem Deutschen Wetterdienst vorliegt, nämlich aus Berlin. Von dort gibt es tatsächlich Daten, die bis auf das Jahr 1719 zurückreichen.

Betrachtet man die lange Datenreihe der Wintermittel, so zeigt sich eine sehr starke interannuelle Schwankung der Werte. Deswegen wurde ein 10-jähriges gleitendes Mittel über die Temperaturkurve gelegt. Damit lassen sich mehrere längere Zeiträume ermitteln, in denen die Temperatur entweder gestiegen oder gefallen ist. Diese Trendgeraden sind ebenfalls in die Grafik mit eingezeichnet.

Über den gesamten Zeitraum ergibt sich eine Winterdurchschnittstemperatur von 1,7°C mit nur gering ansteigender Trendgerade (0,0009° pro Jahr). Das ausgehende 18. Jahrhundert war von einer Zunahme der Wintertemperaturen geprägt, wir sprechen von der kleinen Eiszeit, die in dieser Zeit ihr Ende fand. Von 1810-1890 fand eine Abkühlung statt: insbesondere die Winter kurz vor der Jahrhundertwende sind sehr kalt gewesen. Hervorzuheben sind insbesondere die Jahr 1880 (-3,0°C), 1891 (-1,7°C) und 1895 (-2,5°C).

Die kalten Winter der damaligen Zeit zeigen sich auch in zeitgenössischen Gemälden und Darstellungen, sowie in Filmen: Schnee und Eis sind in solchen Darstellungen sehr häufig zu sehen. Bis etwa 1920 stiegen die Wintertemperaturen wieder an, der Höhepunkt ist mit einem Peak bei 5,5°C im Winter 1916 zu finden. Interessant sind die starken interannuellen Schwankungen. Auf den sehr warmen Winter von 1916 folgte ein sehr kalter Winter im Jahr 1917: 0,1°C. Der Winter 1916/17 war im damaligen Deutschen Reich als Steckrübenwinter bzw. Kohlrübenwinter bekannt. Die Wintermitteltemperatur von 0,1°C hört sich nicht wirklich kalt an, wenn man aber bedenkt, dass es in jüngerer Zeit zuletzt einen solchen kalten Winter im Jahr 1985 gegeben hat, lässt erahnen, dass dies kein gewöhnlicher Winter war. Der Winter 1917 war für die Bevölkerung besonders hart da es während des Ersten Weltkrieges infolge eines Handelsembargos und einer Handelsblockade gegen das Deutsche Reich zu einer akuten Hungersnot kam.

Wintermitteltemperaturen von 1779 bis 2016

Von 1920 an wurden die Winter wieder kälter. Insbesondere wäre hier der Winter 1929 zu nennen (-2,6°C), sowie die kalten Kriegswinter im Zweiten Weltkrieg 1940 (-2,6°C), 1941 (-0,9°C), 1942 (-2,5°C) und der Nachkriegswinter 1947 (-2,4°C). Vergleichsweise waren die Winter in den Jahren 1943, 1944 und 1946 mit Temperaturen von 2,3°C, 2,1°C und 2,1°C recht warm (bis zu 4° wärmer!).

Seit den 50er Jahren steigen die Temperaturmittel der Wintermonate an. Ein Ausreißer in der Reihe stellt der Winter 1963 dar, wo das Temperaturmittel bei -3,8°C lag. Es war seitdem das letzte Mal, dass Rhein und Bodensee zugeforen waren. In den folgenden Jahren wurden die Winter immer milder. Der letzte wirklich kalte Winter war Winter 1984/85, wo das Temperaturmittel -0,6°C betrug. Im Jahr 2010 war der letzte Peak nach unten zu verzeichnen: 0,2°C. Seitdem gab es nur noch milde Winter. Beim aktuellen Winter 2015/2016 errechnete sich eine Mitteltemperatur von 6,2°C. Bei diesem Wert handelt es sich um das höchste Wintermittel im gesamten Zeitraum seit 1779, das heißt wir hatten den wärmsten Winter seit über 237 Jahren!

Nun kehren wir zurück zur Frage: Waren die Winter in unserer Kindheit kälter und wenn ja, wie kalt und schneereich? Gemeint sind damit die 60er, 70er und 80er Jahre. Wird dieser Zeitraum genauer betrachtet, stellt man fest, dass es nur wenige Jahre gibt, die richtig kalt waren und somit die Grundlage für Schnee boten. Es waren dies die Jahre 1963 und 1964 (-3,8°C/ -0,3°C) sowie 1970 (0,1°C), 1985 (-0,6°C) und 2010 (0,2°C). Es gab in den 60er und 70er Jahren noch 8 Winter mit Temperaturen unter dem langjährigen Wintermittel von 1,7°C. In den 80er und 90er Jahren waren es ebenfalls noch 8 Winter und seit 2000 bis heute nur noch 4 Winter, die kälter ausfielen als das langjährige Mittel von 1,7°C.

Rudi Carell sang 1975 das Lied: Wann wirds mal wieder richtig Sommer, ein Sommer wie er früher einmal war. Mit Sonnenschein von Juni bis September...

Hier stellt sich die Frage: Waren die Sommer vor 1975 wirklich wärmer bzw. überdurchschnittlich? Ein schneller Blick auf die folgenden Tabellen, die die saisonalen Temperaturen von 1936 bis 2016 aufzeigen, verrät: sehr oft überwiegen in der ersten Tabelle (1936-1969) bläuliche Farben und deuten auf unterdurchschnittliche Temperaturen hin. Die erste Spalte stellt die Wintertemperatur dar, die zweite Spalte Frühling, dann Sommer und Herbst. Die rosa Farbe stellt die oberen 20% der Messreihe dar, die blaue Farbe die unteren 20% der Messreihe.

Es wird deutlich, dass es nur wenige Jahre in den 40er, 50er, 60er und 70er Jahren gibt wo Frühling und Sommer überdurchschnittlich warm sind. Hingegen häuft sich die Anzahl der Jahre ab den 80er Jahren. Die rosa Farbe für überdurchschnittlich warme saisonale Temperaturen insbesondere im Frühling und Sommer häuft sich und hält bis heute an! Von daher werden wir heute mehr denn je von warmen Sommern verwöhnt als früher! Der subjektive Eindruck, dass es früher schönere und wärmere Sommer gegeben hat, täuscht: der Mensch behält sich einzelne Ereignisse in der Kindheit, die er als schön empfand, mehr im Gedächtnis und so entsteht der Eindruck, es sei immer so gewesen (oder sehr häufig).

Saisonale Mitteltemperaturen von 1936 bis 1969

Saisonale Mitteltemperaturen von 1970 bis 2009

Saisonale Mitteltemperaturen von 2010 bis 2016

Nun könnte man die Frage stellen: Wie geht es weiter? Die Erfahrung lehrt, dass es nach einigen warmen Jahren wieder kältere Jahre gibt. Demzufolge müsste dieses Jahr oder auch das nächste kälter als seine Vorgänger werden. Die Wahrscheinlichkeit besteht. Die interannuelle Variabilität der Temperaturen sorgt dafür, dass kaum ein Jahr dem anderen gleicht und in 2/3 der Fälle folgt auf ein warmes Jahr ein kühleres Jahr. Von daher stehen die Chancen gut bzw. schlecht, dass 2016 ein kühles Jahr (mit evtl. kühlem/ kühlerem Winter) geben könnte.

Das Jahr 2015

Das Jahr 2015 lässt sich als deutlich zu warm und sehr trocken kennzeichnen. Das Jahresmittel der Temperatur errechnete sich auf 11,7°C. Damit lag die Temperatur um 1,0 K höher als das langjährige Mittel. Der Niederschlag ergab für das Jahr 2015 eine Summe von 370 mm, damit wurden nur 70% der sonst üblichen Regenmenge erreicht.

Das Jahr lässt sich in der mittlerweile 20-jährigen Beobachtungsperiode von Temperatur und Niederschlag her als überdurchschnittlich warm und trocken kennzeichnen. Wärmer waren nur die Jahre 1999 (12,1°C), 2014 (12,0°C) und 2000 (11,8°C). Trockener als das Jahr 2015 war nur das Jahr 2003 mit der extrem niedrigen Niederschlagsmenge von nur 325 mm.

Temperatur und Niederschlag 2015

Die Grafik zeigt, dass insbesondere Juli und August sowie November und Dezember außerordentlich warm waren (die grüne Linie liegt hier deutlich über den dunkelgrünen Datenpunkten). Bei den monatlichen Niederschlägen wird ersichtlich, dass bis auf die Monate Januar, September und November alle Monate unter den langjährigen monatlichen Niederschlagssummen lagen.

Werden die Niederschläge pro Quartal betrachtet, so fällt auf, dass insbesondere die Frühlings- und Sommermonate unterdurchschnittliche Regensummen aufwiesen. Im Frühling fielen nur 47 mm (121 mm normal), im Sommer 79 mm (173 mm normal). Winter und Herbst fielen durchschnittlich aus. Alles in allem war es insbesondere in der Vegetationsphase deutlich zu trocken. Die Flüsse führten insbesondere im Sommer und Herbst Niedrigwasser. Selbst die häufiger auftretenden Niederschläge im November und Dezember konnten das Niederschlagsdefizit nicht ausgleichen.

Die Karte unten zeigt die Jahresmitteltemperaturen und die Jahresniederschlagssummen des Jahres 2015 übersichtlich für verschiedene Stationen um Gundersheim auf. Die Datenquelle für die umliegenden Stationen stellt das agrarmeteorologische Messnetz des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum in Rheinland-Pfalz dar, Website-Adresse: http://www.am.rlp.de/

Die mit einer blauen Linie eingekreisten Stationen stellen Standorte dar mit einer Jahresniederschlagssumme von unter 400 mm. Es wird deutlich, dass Gundersheim mit einer Niederschlagssumme von 370 mm zu den Stationen mit den geringsten Niederschlagssummen zählt. Geringfügig unterboten wird Gundersheim nur von der nahegelegenen Station Bechtheim (369 mm), die niedrigste Niederschlagssumme der Region stellt Rommersheim bei Wörrstadt mit nur 334 mm Niederschlag dar.

Die beiden roten Linienzüge stellen schematisch abstrahierte Isolinien der Temperatur dar. Die links dargestellte Linie trennt Stationen im Westen mit Jahresmitteln mit weniger als 11,0°C von Stationen, die östlich liegen und Jahresmittel von größer 11°C aufweisen. Die zweite rote Linie kennzeichnet die Trennung von Stationen, die Jahresmittel von 11°C aufweisen von Stationen die sogar 12°C und mehr als Jahresmittel (Kurpfalz und Umgebung von Mannheim/ Ludwigshafen)aufweisen.

Rheinhessen stellt mit Ausnahmen von Flomborn, Zellertal und Zornheim eine Trockeninsel dar, die ihrerseits auch hohe Jahresmittel der Temperatur (11-12°C) aufweisen. Weiter südlich, zur Pfalz hin, sind zwar noch höhere Jahresmittel ersichtlich, dafür steigen die Niederschlagssummen auch an.

Karte mit Stationsvergleich von Temperatur und Niederschlag 2015

Monatsbericht Dezember 2015

Der diesjährige Dezember lässt sich bei einem Temperaturmittel von 7,8°C als rekordverdächtig warm kennzeichnen. Das 20-jährige Mittel für Gundersheim liegt bei 2,0°C. Von daher war der erste Wintermonat um 5,8 K zu warm! Die Mitteltemperatur von 7,8°C entspricht einem überdurchschnittlichen März (6,5°C) oder einem etwas kühleren April (11,2°C). Die im Dezember aufgetretenen sehr milden bis warmen Temperaturen werden normalerweise Ende März bis Anfang April erreicht bzw. Ende September. Es gibt sogar Witterungsabschnitte im Sommer die kühler sind als die überaus milde Witterung, die im Dezember vorgeherrscht hat.

Das Maximum der Temperatur wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag um 13 Uhr erreicht mit 15,0°C. Der erste Weihnachtsfeiertag war der wärmste Tag des Monats. An diesem Tag betrug das Tagesmittel 11,2°C.

Die außergewöhnliche Wärme des Monats machte sich auch in der geringen Anzahl an Frosttagen bemerkbar. Werden im 20-jährigen Mittel 16 Frosttage erreicht, so waren es im Dezember nur 3 Tage, an denen die Temperatur unter die Null-Grad-Marke fiel. Immerhin wurden 23 Vegetationstage erreicht, normal sind nur 8 Tage an denen das Tagesmittel mehr als 5°C erreicht.

November 2015

Der Herbstmonat November lässt sich bei einem Monatsmittel der Temperatur von 8,1°C und einer Niederschlagssumme von 49,8 mm als zu warm und etwas zu verregnet kennzeichnen. Von der Temperatur her war der Dezember um 2,9K zu warm und 8 mm Regen fielen mehr als in durchschnittlichen Jahren.

Bericht vom 1.12.2015

Die Weltklimakonferenz hat begonnen und damit die Frage, wie sich die Vertreter von 150 Nationen einigen werden. Fest steht, dass etwas getan werden muss um der Klimaerwärmung Einhalt zu gebieten. Der ansteigende Trend der Temperaturen wird auch in den Jahresmitteltemperaturen des Zeitraums 1992-2015 sichtbar. Insbesondere die Jahre von 2010 an sind sehr warm gewesen und weisen eine Steigerung der Temperatur um 0,22°C pro Jahr aus. Der Trend der letzten 5 Jahre stellt sich als besonders besorgniserregend dar. Nachfolgend die Grafik, die die drastisch steigende Temperaturlinie eindrucksvoll aufzeigt.

Temperaturtrend der letzten 5 Jahre

Bericht 28.11.2015

In der letzten Woche ist die Vegetationsperiode dieses Jahres zuende gegangen. Exakt am Freitag, dem 20. November gab es den letzten Tag mit einer Tagesmitteltemperatur von größer als 5°C. Das Tagesmittel betrug an diesem Tag 9,1°C. Am nächsten Tag, dem 21., betrug das Tagesmittel nur noch 4,6°C. Das Vegetationsende ging mit einem Luftmassenwechsel einher: polare Kaltluft wurde in unseren Raum geführt und führte zu einem signifikanten Temperaturrückgang.

Damit dauerte die Vegetationsperiode in diesem Jahr vom 9. März bis einschliesslich 20. November (257 Tage). Die langjährige Dauer der Vegetationsperiode liegt bei 252 Tagen. Damit dauerte die Vegetationsperiode in diesem Jahr um 5 Tage länger.

Zu bemerken ist, dass die Bestimmung der Vegetationsperiode nicht eindeutig zu bestimmen ist, da es zu Beginn und Ende immer noch einzelne Tage gibt, die die 5°C-Schwelle übersteigen. Die Bestimmung der Länge der Vegetationsperiode basiert daher auf einer zusammenhängenden Dauer von Tagen über 5°C mit Ausnahme von Unterbrechung derselben von maximal 3 Tagen (>5°C).

Betrachtet man die Mitteltemperatur für den November genauer, so stellt man fest, dass das mittlere Vegetationsende (20-jähriges Mittel) am 14. November endet. Damit liegen wir in diesem Jahr 6 Tage später.

Sonderbericht vom 21.11.2015

Der Dauerregen am gestrigen 20. November hat rekordverdächtige Regensummen ergeben. Der Regen setzte um Mitternacht ein und war sehr intensiv. Es regnete nach einer kurzen Regenpause gegen 6 Uhr kontinuierlich den ganzen Tag mit fast gleichbleibender Intensität bis zum Abend. Die Funkwetterstation TE831x registrierte eine Regensumme von 18,3 mm. Der analoge Hellmann Niederschlagsmesser registrierte sogar 29,1 mm. Mit dieser Tagesregensumme regnete es an einem Tag mehr als in den Monaten Februar bis Juli im ganzen Monat.

Nachfolgend das Diagramm mit den stündlichen Regensummen beider Niederschlagsmesser.

Stündliche Regensummen vom 20.11.2015



Oktober 2015

Der Oktober lässt sich bei einem Temperaturmittel von 9,7°C und einer Regensumme von 31,8 mm als zu kühl und trocken kennzeichnen. Die 20-jährigen Mittelwerte betragen für den Oktober 10,7°C und 43 mm Niederschlag. Damit war der Oktober genau um 1°C zu kühl und um 11 mm zu trocken.

Es gab noch keinen Frost. Von Frost spricht man, wenn die Lufttemperatur die Nullgradgrenze erreicht oder unterschreitet. Die Heimstation verzeichnete noch keinen Frosttag. Wie man an der Grafik erkennen kann, wiesen die beiden Aussenstation Berg und Tal leichten Frost auf (Berg: -0,2°C / Tal: -0,8°C). Sehr wohl bemerkten aber viele Autofahrer, dass ihre Autoscheiben am Morgen des 12. vereist waren. Selbst bei Temperaturen, die leicht über 0°C liegen, wird in den bodennahen Luftschichten und an unterkühlten oder metallischen Oberflächen der Frostpunkt erreicht: die dort sich niedergeschlagene Feuchtigkeit in Form von Tau oder Regen gefriert!

An den Außenstationen konnten sogar jeweils 2 Frosttage gezählt werden. Die tiefste Temperatur wurde am Morgen des 12. gemessen im Tal mit -0,8°C. An der Heimstation war es mit 1,1°C noch vergleichsweise "warm". Sommertage, d.h. Tage mit Temperaturen bis 25°C oder darüber konnten nicht mehr erreicht werden.

Der Monat begann sehr mild mit Temperaturen bis über 20°C. Die höchste Temperatur wurde an der Talstation am 3. erreicht mit 23,1°C.

Temperaturvergleich der Stationen


Bericht vom 16. Oktober 2015

Am Montag den 12. Oktober war es soweit: es gab den ersten leichten Frost in diesem Winterhalbjahr. Dies war für viele leicht zu bemerken, denn die Autoscheiben waren vereist und mussten freigekratzt werden.

Am Morgen des 12. betrug die Temperatur in 2 Meter Höhe gerade einmal +0,7°C. Selbst bei Temperaturen von +2,0°C kann es schon leichten Bodenfrost und Frost auf unterkühlten Flächen wie z.B. Autoscheiben geben. Ein Frosttag war dieser Morgen also noch nicht, da für einen Frosttag die Temperatur in 2 Metern Höhe zählt und nicht die Temperatur am Boden oder an unterkühlten Flächen.

In Talsohlen und Senken hingegen sammelt sich die Kaltluft und kühlt weiter aus. So gab es an der Talstation wahrscheinlich schon den ersten Frosttag an diesem Morgen. Da erst am Monatsende die Daten der Außenstationen ausgelesen werden, kann die Auswertung dieser erst später erfolgen.

Fest steht, dass es in der Zeit um Mitte Oktober oft den ersten Frost gibt. Werden aus den 20 Jahren Daten alle Minimumtemperaturen gemittelt, so zeigt sich ein anderes Bild: im langjährigen Mittel gesehen kommt es erst um den 21. November zum ersten Frostereignis. Zum ersten richtigen Frost kommt es dann erst (im langjährigen Mittel gesehen) am 9. Dezember. Man sieht schön in dem Kurzenverlauf, dass der Temperaturabfall der Minimumtemperaturen in Schüben verläuft.

Langjährige Minimumtemperaturen

Von Anfang bis Mitte Oktober fallen die Minima regelmäßig und kontinuierlich bis auf einen Tiefpunkt um in der zweiten Monatshälfte gleich zu bleiben oder sogar geringfügig anzusteigen.

Anfang November folgt dann meist ein erneuter Vorstoss polarer Kaltluft, der die Minimumtemperaturen weiter absacken lässt bis zu einem Tiefpunkt zum Ende der zweiten Dekade (20. November). Danach steigen die Temperaturen erneut etwas an. Ab dem 5. Dezember sinken die Temperaturen dann ab um bis zum 23. im Frostbereich zu verharren. Das Weihnachtstauwetter ist ein fast alljährlich auftretendes bzw. häufiges Ereignis. Mit südlicher Strömung gelangt sehr milde Luft nach Mitteleuropa, die dem Frost ein schnelles Ende bereitet. Mitunter werden gerade am Weihnachtsabend sehr milde Temperaturen gemessen, die die Maximumtemperaturen mancher Osterfeiertage noch übertreffen!

In den letzten Tagen des Jahres sinken die Temperaturen stark ab bis zum tiefsten langjährigen Minimumwert am 30. Dezember: -2,1°C. Oftmals ist es an Silvester knackig kalt, was das Temperaturminimum in der Temperaturkurve auch gut zum Ausdruck bringt.

Die Ermittlung der langjährigen Tagesmitteltemperatur lässt den Schluss zu, wann im Mittel gesehen das Tagesmittel der Temperatur unter die 5°C-Marke sinkt. Dieser Temperaturschwellenwert definiert das Wachstum der Pflanzen. Sinkt das Tagesmittel unter 5°C so stellen die Pflanzen das Wachstum ein. Damit endet die Vegetationsperiode.

Langjährige Mitteltemperatur

Die Grafik zeigt, dass dieser Schwellenwert (im langjährigen Mittel) am 15. November unterschritten wird. Demnach endet an diesem Termin die Vegetationsperiode. Nimmt man den Beginn der Vegetationsperiode am 8. März und berechnet die Anzahl der Vegetationstage, so ergibt sich eine Zahl von 252 Tage, an denen die Temperatur über 5°C liegt. An den 113 Tagen vom 16. November bis zum 7. März (Winter) ruht die Natur.

September 2015

Der September lässt sich bei einem Monatsmittel der Temperatur von 14,5°C und einer Niederschlagssumme von 53,2 mm als zu kühl und verregnet charakterisieren. Die zwanzigjährigen Mittelwerte von Temperatur und Niederschlag in Gundersheim liegen bei 15,4°C und 40 mm Regen. Von daher war der September in diesem Jahr um 0,9 K zu kühl und 13 mm zu verregnet. Es wurde noch ein Sommertag registriert, an den beiden Außenstationen sogar zwei Tage mit einer Höchsttemperatur größer als 25°C. An der Mannheimer Station konnte sogar noch ein heißer Tag mit über 30°C gemessen werden! (1. September)

Der Stationsvergleich im Monat September ergibt niedrigere Temperaturmittel für die beiden Aussenstationen (Berg: 14,1°C, Tal: 14,2°C). Mannheim weist sogar ein Temperaturmittel von 15,4°C auf.

Temperaturvergleich der Stationen

Der Monat begann heiß. Am 1. wurde das Monatsmaximum der Temperatur erreicht: Mit 32,9°C war es in Mannheim demnach nochmal sehr heiß (Tropentag). In Gundersheim war es an der Bergstation am wärmsten (28,5°C), dann folgt die Talstation mit 26,8°C und schließlich die Heimstation mit 26,3°C. Am 1. September beginnt der meteorologische Herbst. Dies haben die Meteorologen so festgelegt, dass man zur späteren Auswertung der Wetterdaten vollständige Monate heranziehen kann für einen Vergleich. Der astronomische Herbst beginnt hingegen erst am 23. September, der Tag- und Nachtgleiche. Der Tag dauert genau 12 Stunden und in den nächsten 12 Wochen reduziert sich die Tageslänge auf 8 Stunden, die dunkle Jahreszeit steht bevor!

Mit dem Einzug des meteorologischen Herbstes wurde es auch herbstlich: die Temperaturen sanken deutlich ab. Am 6. September wurde nur noch ein Temperaturmittel von 17,2°C errechnet. Bei sinkendem Luftdruck bis zur Monatsmitte wurde auch das Wetter wechselhafter. Am 16. und 17. gab es große Niederschlagsmengen (16. = 21,1 mm, 17. = 9,3 mm). Die niedrigste Temperatur wurde am 28. und 30. gemessen mit 6,9°C. Mit nur 3,6°C war es am 5. an der Talstation sehr kühl gewesen.

Mit einer Niederschlagssumme von 53 mm war der September der erste Monat seit 8 Monaten, an dem die mittlere Niederschlagsmenge überschritten wurde. Damit konnte das Niederschlagsdefizit des Sommerhalbjahres allerdings nicht ausgeglichen werden. Das Niederschlagsplus im September von +13,2% ist unbedeutsam im Vergleich zu den geringen Niederschlägen des Sommerhalbjahrs.

Bericht vom 13. September 2015

Die Trockenheit in diesem Jahr ist beträchtlich! Bis Ende September betrug die Niederschlagssumme 267 mm. Damit sind in 9 Monaten gerade einmal 50% der mittleren Jahresniederschlagssumme (525 mm) gefallen. Mit Ausnahme des Januar weisen alle Monate des Jahres 2015 unterdurchschnittliche Niederschlagssummen auf. Im niederschlagsreichen Januar fielen 65 mm Regen und damit wurden 211% des normalen Niederschlags erreicht. Alle anderen Monate hingegen wiesen sehr niedrige Niederschlagssummen auf.

Im Februar fielen 14% weniger Regen im März sogar 38%, so dass im April die kumulierte Niederschlagssumme unter die der langjährigen Summe fiel. Die Trockenheit nahm weiter zu: April: 60% weniger Niederschlag, Mai: 71% weniger, Juni: -68%, Juli: -64%, August: -40%. Einzig im September wurde mit 53 mm etwas mehr Niederschlag als im zwanzigjährigen Mittel (1995-2014) erreicht (+6 mm; +13% Niederschlag).

Kumulierte Monatsniederschlagssummen

So wie es aussieht, scheint das Jahr 2015 ein sehr trockenes Jahr zu werden. Das Jahr 2003 war das bisher trockenste Jahr in den 23 Jahren Beobachtungszeitraum. In diesem Jahr fielen nur 325 mm Regen. Von diesem Rekord sind wir in diesem Jahr nicht mehr weit entfernt. Wird für den Rest des Jahres die durchschnittliche monatliche Regensumme veranschlagt, so kommt man auf 395 mm Jahresniederschlag, das ergäbe die niedrigste Jahresniederschlagssumme seit immerhin 11 Jahren.

Nimmt man weiter an, dass die verbleibenden 4 Monate des Jahres durchschnittlich temperiert verlaufen, so wird das Jahr 2015 ein mit 10,6°C errechnetes durchschnittliches Jahr darstellen. Man könnte dann also gut behaupten, dass das Jahr nicht sonderlich warm, dafür aber deutlich zu trocken war.

Der durchschnittliche Niederschlagsgang eines Jahres wird durch die grüne, blaue und rote Linie aufgezeigt. Es handelt sich um den Niederschlagsgang der Stationen Worms (grün), Alzey (blau) und Gundersheim (rot). Bei den beiden DWD Stationen Worms und Alzey wurden die gemittelten Niederschlagssummen der Periode 1961-1990 zum Vergleich herangezogen, bei der Station Gundersheim die aktuelle 20-jährige Beobachtungsreihe von 1995-2014. Es wird deutlich, dass die drei Niederschlagsverläufe einen ähnlichen Verlauf haben, das Niederschlagsminimum liegt in den Wintermonaten, während in den Sommermonaten die höchsten Niederschlagssummen erreicht werden.

Die Niederschläge nehmen im Frühling zu um im Sommer ein Maximum zu erreichen. In diesem Jahr war die Entwicklung hingegen ganz anders: Die Niederschläge nahmen im Frühling ab um nur gering im Sommer anzusteigen. Mit dem Beginn der Vegetationsperiode im März sind Niederschläge in der Landwirtschaft sehr wichtig für das Wachstum der Kulturpflanzen. Diese Niederschläge blieben in diesem Jahr aus. Noch schlimmer: Im Sommer verstärkte sich aufgrund der hohen Verdunstung die Trockenheit. Damit sanken die Pegel der Flüsse drastisch ab. Teilweise musste sogar die Binnenschifffahrt eingestellt werden.

Mittlere Niederschlagssummen

August 2015

Bei einer Monatsmitteltemperatur von 21,9°C und einer Niederschlagssumme von 36,2 mm lässt sich der letzte Sommermonat August als deutlich zu warm und trocken kennzeichnen. Damit wurde die lange Trockenheit fortgesetzt. Bei einem Vergleich mit den 20-jährigen Mittelwerten von Temperatur und Niederschlag ergibt sich, dass der August um ganze 2,3K wärmer war und um 27 mm zu trocken. Damit fielen nur 60% der sonst üblichen Menge Regen.

Die Überwärme des August wird in der Anzahl von Sommertagen und heißen Tagen deutlich: An der Bergstation waren dies 25 Sommer- und 17 heiße Tage. Der Durchschnitt an Sommer- und heißen Tagen im 20-jährigen Zeitraum von 1995-2014 beträgt 17/6 Tage.

Juli 2015

Der Juli führte die monatelange Trockenheit fort! Der diesjährige Juli lässt sich bei einem Temperaturmittel von 22,6°C als überdurchschnittlich warm und trocken kennzeichnen. Insgesamt fielen nur 22 mm Regen, damit wurden erneut nur 40% der sonst üblichen Monatssumme erreicht (im Vergleich zur DWD-Station Alzey).

Die Wärmegunst und Trockenheit drückt sich auch in der hohen Anzahl von Sommertagen und heißen Tagen aus. Insgesamt konnten 21 Sommertage und 14 heiße Tage mit mehr als 30°C gezählt werden.

Der Monat begann mit steigenden Temperaturen: am 4. wurde die Monatshöchsttemperatur gemessen mit 38,8°C. In Mannheim war es am selben Tag mit 41,2°C sogar rekordverdächtig heiß! Fast mochte man seinen Augen nicht trauen, doch der registrierte Wert um 17 Uhr ist absolut korrekt, Vergleiche mit umliegenden Stationen bestätigen den Rekord, der an diesem Tag gemessen wurde.

Die tiefste Temperatur des Monats wurde am Morgen des 26. Juni an der Talstation mit nur 5°C gemessen.

Juni 2015

Der erste Sommermonat Juni lässt sich in diesem Jahr als durchschnittlich temperiert aber deutlich zu trocken kennzeichnen.

Das Monatsmittel der Temperatur errechnete sich auf 18,3°C. Das 20-jährige Mittel von Gundersheim beträgt für den Juni 18,4°C. Verglichen mit den Temperaturmitteln von Alzey (17,4°C) und Worms (19,7°C) (Mittel der Beobachtungsperiode des DWD von 1961-1990) liegt der diesjährige Juni zwischen diesen Werten. Dies unterstreicht die unwesentlich große Abweichung dieses Monats.

Was die Niederschläge angeht, war der Monat jedoch deutlich zu trocken. Bei einer monatlichen Niederschlagssumme von nur 20,5 mm fehlen bis zum Niederschlagssoll fast 29 mm Regen! Damit wurden nur 40% der sonst üblichen Regensumme erreicht. Damit setzte sich die monatelange Trockenheit fort. Es gab nur 6 Tage an denen Regen fiel. Aber richtig nennenswerter Regen fiel nur am 27. Juni mit einer Menge von 9,3 mm.

Der Tag mit der höchsten gemessenen Temperatur war der 5. Juni. An diesem Tag wurden in Mannheim 36,9°C erreicht, an den Gundersheimer Stationen jedoch nur 33,9°C (Berg, Tal) bzw. 33,2°C (Heim). Vom 16.-21. Juni lagen die Temperaturen unter dem Durchschnitt: die Schafskälte sorgte für kühle 10-17°C, die Nächte waren sehr kühl und selbst am Tag war es recht frisch.

Die tiefste Temperatur des Monats wurde am 23. an der Talstation erreicht mit nur 7,0°C. Im Stationsvergleich fällt auf, dass die Mannheimer Station oft 1-2°C höhere Minima und Maxima aufweist als die anderen Stationen. Hier macht sich die geringere Höhe über NN bemerkbar: die Station Mannheim-Schönau liegt in 96 m. ü. NN, die Gundersheimer Station auf 193 m ü. NN, das sind fast 100 Meter Höhenunterschied. Der trockenadiabatische Gradient beträgt 0,8°C pro 100 Höhenmeter, sodass dieser Höhenunterschied sich im höheren Temperaturmittel bemerkbar macht, 19,5 gegenüber 18,3°C.

Es fällt auch auf, dass Mannheim mit 17/7 Sommer/Tropentagen wärmer ist als die anderen Stationen. Es folgen 16/5 für Berg und Tal und nur 12/3 für Heim. Die Heimstation stellt die gemäßigtere Station dar mit geringeren Temperaturschwankungen.

Mai 2015

Der Mai lässt sich bei einem Temperaturmittel von 15,1°C und einer Niederschlagssumme von 13,6 mm als durchschnittlich temperiert aber deutlich zu trocken kennzeichnen. Das Monatsmittel lag nur 0,2 K unter dem langjährigen Durchschnitt während die Niederschlagsmenge 34 mm unter dem Durchschnittswert lag. Damit wurden nur 29% der sonst üblichen Regenmenge erreicht. Im Mai wurden keine Frosttage mehr registriert, sehr wohl aber Sommertage: an der Bergstation und in Mannheim wurden 6 Sommertage erreicht (Tagesmaximum größer als 25°C), 3 Sommertage an der Talstation und 2 Tage an der Heimstation. In Mannheim konnte sogar ein Tropentag (Tagesmaximum größer als 30°C) gemessen werden. An Regentagen gab es in Gundersheim 8 Regentagen, in Mannheim 7 Tage mit Regen.

Die erste Monatshälfte war das Wetter oft sonnig und sehr warm, hier wurden einige Sommertage erreicht. Die Höchsttemperatur wurde am 12. gemessen mit 28,7°C, in Mannheim waren es an diesem Tag sogar 32,0°C! Die Eisheiligen kamen in diesem Jahr um eine Woche verspätet. Erst ab dem 19. gingen die Temperaturen deutlich zurück, das Temperaturminimum wurde am 27. mit 5,6°C gemessen. An der Bergstation waren es sogar nur 3,1°C und an der Talstation nur 1,8°C. Bei solchen Lufttemperaturen in 2 m Höhe kann es dort sogar leichten Bodenfrost gegeben haben!

Insgesamt gesehen präsentierte sich der Mai sehr trocken. Es gab nur ein bedeutendes Regenereignis am 3. Mai. An diesem Tag war es den ganzen Tag bedeckt und es regnete besonders in den Nachmittags- und Abendstunden.

Temperaturvergleich der Stationen

Der Temperaturvergleich der Stationen zeigt im Mai besonders deutlich die höheren Temperaturen bei der Mannheimer Station. Das Monatsmittel bewegte sich bei 16,3°C während das Mittel bei der Heimstation Gundersheim nur bei 15,1°C lag. An der Mannheimer Station ist es also 1,2K wärmer gewesen.

April 2015

Der April lässt sich bei einer Mitteltemperatur von 11,5°C und einer Niederschlagssumme von 14 mm als durchschnittlich temperiert aber sehr trocken kennzeichnen.

Der Frühlingsmonat April begann sehr abwechslungsreich. Zu Monatsbeginn herrschte sonniges Wetter vor mit allerdings sehr kühlem Nordwind. Die Temperatur stieg nur am 2. und 3. über 10°C. Immerhin konnten in diesem Jahr die Ostereier im Garten gesucht werden: am Ostersonntag gab es zwar in den Morgenstunden leichten Frost, doch bei Sonnenschein erwärmte sich die Luft am Mittag bis auf 12,9°C.

Temperaturvergleich der Stationen

Der Temperaturvergleich der Stationen zeigt für den April besonders deutlich Unterschiede bei den Nachttemperaturen. Die Heimstation (rote untere Linie) zeigt höhere Temperaturminima als die Außenstationen. Die Talstation hingegen weist in den Nächten geringere Temperaturen auf. Die Tagesmaxima unterscheiden sich hingegen nicht so stark, hier liegen die Linien dichter beieinander. Die Mannheimer Station weist hierbei die höchsten Temperaturmaxima auf. Am 1. April konnte die Vollblüte von Forsythiensträuchern verzeichnet werden. Auch Magnolienbäume waren in Vollblüte. Viele Obstbäume blühten in weißer Farbe. Die Phänologie der Bäume ging weiter. Vollblüte Magnolie/ Zierkirsche/ Forsythie: 7. April. Nach Ostern kehrte der Frühling vollends ein. Das Hoch OSTRA löste die Wolken auf. Zwar waren die Nächte noch sehr kalt und lagen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Bei viel Sonnenschein stiegen die Temperaturen am Tag bis zum 10. auf angenehme 24,2°C. Fortan waren die Nächte auch nicht mehr so bitterkalt wie in der ersten Dekade.

An der Heimstation wurde lediglich ein Frosttag gemessen (3. April mit -0,5°C) An den Außenstationen gab es mit 5 Tagen (Berg) und sogar 7 Tagen (Tal) noch viel mehr Tage an denen Frost registriert wurde. Von 13. begannen sich die Zwetschgenblüten zu öffnen. Am 15. konnte der Blattaustrieb von Waldbäumen (Buche) beobachtet werden.

Zur Monatsmitte war es dann am wärmsten. Am 15. April wurden an der Heimstation 26,3°C verzeichnet, an Berg- und Talstation sowie in Mannheim sogar über 28°C. In der letzten Dekade wurde es wechselhafter, es blieb aber angenehm frühlingshaft warm, mit Tagestemperaturen zwischen 15 und 23°C.

Die Regensumme des Monats ergab 14 mm (Heimstation), 18 mm (Bergstation), 16,5 mm (Talstation) und 15 mm (Mannheim). Diese Menge ist als deutlich zu niedrig einzuordnen. Der langjährige Mittelwert der DWD Station Worms beträgt 35 mm. Damit wurden im April nur 40% der sonst üblichen Regenmenge erreicht. Da im März nur 62% der normalen Niederschlagssumme fielen, verschärfte sich die Trockenheit ausgerechnet in der jetzt beginnenden Vegetationsphase. Die Flusspegel sanken im Lauf des Monats deutlich ab.

Windrosen von Gundersheim und Mannheim im Vergleich

Der Vergleich der Windrosen von Gundersheim und Mannheim zeigt auf, dass sich die Windrichtungen für den Monat April deutlich voneinander unterscheiden. Während in Gundersheim Westwinde bis Nordwestwinde stark ausgeprägt sind, fällt für die Station Mannheim auf, dass hier die vorherrschende Windrichtung Nordwest ist. Die Variationsbreite ist hier nicht so ausgeprägt, was auf stärkere Winde zurückzuführen ist. Dies belegen auch die höheren Windgeschwindigkeiten in 8,50 Metern Höhe.

Dieser Frühling mag keine Wochenenden!

Warum nur, fragt man sich, mag dieser Frühling keine Wochenenden? Diese etwas kuriose Feststellung vieler Menschen kann mit der folgenden Grafik bestätigt werden. Die Darstellung zeigt den klimatologischen Frühlingsbeginn im März und den April bis zum 25.04.2015.

Dieser Frühling mag keine Wochenenden

Es wird ersichtlich, dass es unter der Woche sehr oft Sonnenschein gab. Stets war es an den Wochenenden bedeckt oder sogar regnerisch und die Temperaturen gingen zurück. Es errechnete sich eine Wochenend-Mitteltemperatur von 8,0°C, an zwei Tagen in der Wochenmitte (Mittwoch und Donnerstag) beträgt die Mitteltemperatur hingegen 9,8°C. Deutlich zu sehen sind auch die viel höheren Tagesmaxima an den Werktagen, währenddessen die Höchsttemperaturen an den Wochenenden oft im Keller blieben.

Es bleibt also dabei: Dieser Frühling mag keine Wochenenden! Ob sich dieser Trend auch mal umkehrt, wird ja vielleicht der kommende Sommer zeigen: Vielleicht sind es dann gerade die Wochenenden, an denen Sonne und sommerliche Temperaturen vorherrschen? Warten wir's ab... Beim Wetter müssen wir mit allem rechnen...!

März 2015

Der März lässt sich bei einem Temperaturmittel von 6,9°C und einer Niederschlagssumme von 19,8 mm als warm und sehr trocken kennzeichnen. Damit war der März um 0,4 K wärmer als das 20-jährige Temperaturmittel von 1995-2015. Bei einer durchschnittlichen Regensumme von 36 mm fielen demnach 44% der normalen Regensumme in diesem Monat aus.

Die Wärmegunst des März wird deutlich in der verringerten Anzahl an Frosttagen, an Frosttagen wurden nur 4 Tage gezählt, an denen das Thermometer unter 0°C fiel. Der langjährige Durchschnittswert beträgt 8,6 Frosttage. Die Anzahl der Regentage liegt im langjährigen Schnitt (10 Tage). An Vegetationstagen konnten 23 Tage gezählt werden, der langjährige Wert liegt hier bei 19,9 Tagen.

Bereits zu Beginn des Monats lautete die Wettervorhersage, dass mit Ende der ersten Dekade der Frühling einziehen soll. Im statistischen Mittel ist dies auch der Fall. Pünktlich zum 8. März übersteigt das langjährige Temperaturmittel die 5°C-Marke. Tage mit einem mittleren Temperaturmittel von 5°C zählt man als einen Vegetationstag, d.h. an solchen Tagen wachsen die Pflanzen. In der folgenden Grafik ist der langjährige Vegetationsbeginn in Gundersheim dargestellt.

Langjähriger Vegetationsbeginn in Gundersheim

Mit dem Anstieg der Tagesmitteltemperaturen beginnt auch das Wachstum in der Natur. Die Phänologie verzeichnete mit der Cornus- Blüte die ersten sichtbaren Anzeichen. Es folgten Krokus-Blüte, Schneeglöckchen und Narzissen am 8. März. In der ersten und zweiten Dekade gab es noch einige Frosttage. Interessant ist, dass sich die Frosthäufigkeit der Stationen deutlich voneinander unterschieden: an der Heimstation gab es 4 Tage mit Frost, an der Bergstation schon 9 Tage, in Mannheim 11 Tage und an der Talstation sogar an 14 Tagen Frost.

Der Temperaturvergleich der Stationen zeigt insbesondere in der ersten Monatshälfte besonders niedrige Temperaturen und eine erhöhte Frosthäufigkeit an der Talstation (grüne Linie unten). Doch auch die Mannheimer Station ist sehr häufig von Frost betroffen und verzeichnet wie die Talstation ähnlich tiefe Temperaturen. Deutlich wird die nächtliche Wärmeinsel im bebauten Bereich der Heimstation. Dort liegen die Temperaturen fast durchweg im Plusbereich. Zum Monatsende verstärkte sich der Tiefdruckeinfluss und damit glichen sich die Temperaturkurven einander an.

Temperaturvergleich der Stationen

Vom 29.-31. März sorgte der Orkan Niklas mit Windstärken bis zu 6 Beaufort für Sturm. Die Schäden in unserer Region blieben gering. Eine beachtliche Trockenperiode dauerte vom 4. bis zum 20. März und damit 17 Tage. In dieser Zeit regnete es überhaupt nicht. Werden die Windrosen von Gundersheim und Mannheim verglichen, stellt man fest, dass die Hauptwindrichtung im März an beiden Stationen aus Nordwesten dominiert. Interessant ist auch die ausgeprägte Südwindkomponente im Fall von Mannheim. Hier sorgt das Rheintal für eine Kanalisierung der Winde.

Windrosen von Gundersheim und Mannheim im Vergleich

20-jähriges Jubliäum des Klimamessnetzes in Gundersheim

In einer kleinen Feierstunde gedachten wir am Ostermontag der Gründung unseres Klimamessnetzes vor 20 Jahren. Seitdem haben wir viel erlebt und durchgemacht, die Stationen und Standorte haben sich nur unwesentlich verändert, doch dafür haben wir uns verändert, sind älter geworden und haben eine Menge an Erfahrung gewonnen, privat wie auch wissenschaftlich.

Innerhalb der 20 Jahre wurden über eine halbe Million Messwerte erfasst (genaugenommen: 525.888 Messwerte nur für Temperatur!). Davon mussten bis zum Jahr 2005 bzw. bis 2008 die Messwerte manuell eingegeben werden, erst danach erfolgte die Umstellung auf digitale Messgeräte mit Speicherfunktion. Werden die anderen klimatischen Parameter Luftfeuchte, Luftdruck, Windrichtung, Windstärke und Niederschlag mit hinzugezählt sind es nochmal 1,5 Millionen Messwerte zusätzlich, die in einer Klimadatenbank vorliegen und ausgewertet werden können.

Die Heimstation besteht schon seit dem Jahr 1992. Anfang 1995 erfolgte der Aufbau der beiden Außenstationen Berg und Tal. Die Konstruktion an der Talstation war besonders aufwändig. Hier musste zuerst ein Metallzaun geschweißt werden. Die Einzelteile wurden auf einem Traktor vor Ort gebracht, dort im Boden verankert und zusammengeschraubt. Der Zaun ist grün gestrichen und passt sich unauffällig in die Umgebung ein. Bis heute stellt dieser Zaun den Schutz der Station dar. Leider gab es innerhalb der 20 Jahre mehrmalig mutwillige Zerstörungen, sogar der Diebstahl eines Thermo-Hygrographen kam vor und wurde der Polizei gemeldet.

Jubilaeum
Bild: Hubert Werner (links) und Martin Werner vor der Heimstation

Für die 20 Jahre liegen lückenlos Messungen von Temperatur und Niederschlag vor, die zu weiteren Auswertungen mit neuen Erkenntnissen herangezogen werden können. Ein großer Dank gilt Herrn Prof. Dr. Hans-Joachim Fuchs vom Geographischen Institut der Universität Mainz für die jahrelange wissenschaftliche Betreuung und Unterstützung der Langzeitstudie.

Und auch weiterhin gilt unsere Devise: Wir sind ein verdammt gutes Team!

Frostige Temperaturen im März (12.03.2015)

Die derzeit frostigen Nacht- und Morgentemperaturen im ersten der drei Frühlingsmonate sind keineswegs ungewöhnlich. Im Mittel verzeichnen wir in der Region 8,6 Frosttage, die zumeist im ersten Märzdrittel auftreten. Immerhin erreichen die Temperaturen am Tag schon angenehme 10-13°C, was auf den steigenden Sonnenstand zurückzuführen ist. Anfang März steht die Sonne zu Mittag schon 33° über dem Horizont, am 20. März, bei Tag- und Nachtgleiche, sind es dann schon 40° Mittagshöhe.

Die Grafik unten wurde aus Daten des Deutschen Wetterdienstes erstellt und zeigt drei Temperaturverläufe von drei sehr unterschiedlichen Stationen. Kleines Rätsel: Welche Linie zeigt den mittleren monatlichen Temperaturverlauf von Karlsruhe? Die blaue, rote oder grüne Linie? Die Lösung ist einfach: es ist der rote Linienzug. Ein Pfeil zeigt auf den Monat wo wir uns derzeit befinden.

Während bei uns in Mitteleuropa der Frühling einzieht und es langsam wärmer wird, wird es auf der Südhalbkugel Herbst. Zu sehen an der grünen Linie, die in den Monaten Januar bis April abnehmende Temperaturen aufzeigt. Und dass es eben noch viel frostigere Temperaturen gibt als bei uns, macht uns diese Station deutlich. Es handelt sich um die Station Amundsen-Scott, in der Antarktis. Hier sinken die Temperaturen in den Monaten Mai bis September in den Nächten auf bitterkalte -65°C! Selbst im dortigen Sommer, wo die Sonne dort nicht untergeht, werden frostige Tageshöchstwerte von -25°C nicht überschritten!

Temperaturvergleich

Weitaus angenehmer mutet da die blaue Linie an, die mit höheren Temperaturen aufwartet. Es handelt sich um die Station Colombo in Sri Lanka. Doch dieses Extrem an Temperaturen würde uns auch womöglich nicht gefallen. Es herrschen nicht nur heiße Temperaturen am Tag und in der Nacht, sondern es ist auch unangenehm schwül. Auffallend ist, dass die Linie über das ganze Jahr hinweg gerade verläuft, es also keine ausgeprägten Jahreszeiten gibt wie bei uns oder in noch höheren Breiten.

In den Tropen findet kein Wechsel der Luftmassen statt wie bei uns. Während in den gemäßigten Breiten ein ständiger Kampf (Polarluft gegen Tropenluft) der Luftmassen vorherrscht, fehlt dieser Austausch in den Tropen. Die Folge: gleichmäßige Temperaturen das ganze Jahr über.

Der beständige Wechsel der Luftmassen in Mitteleuropa hat zur Folge, dass kein Monat und kein Jahr dem anderen gleich ist. Von daher hat man immer große Differenzen hinsichtlich Temperatur wie auch Niederschlag und die Schlagzeilen verkünden meist reißerisch: Monat X war wieder zu kalt/ zu warm. Eine feste Bezugsgröße in unseren Breitengraden gibt es eben nicht. Das Wetter hält sich nicht an langjährig berechnete, statistische Werte.

Wir müssen uns dran gewöhnen, dass selbst ein abnormaler Monat mit extremen Temperaturen und/ oder Niederschlägen zur normalen Erscheinung gehört. Im Mittel sieht das dann aus wie auf der roten Linie der Station Karlsruhe. Und wenn uns das Wetter in diesen Tagen mal wieder zu kalt ist, sollten wir dran denken, dass wir genau in der goldenen Mitte des Wohlfühlbereiches liegen: 10°C sind angenehmer als -50°C (Antarktis) oder 32°C (Sri Lanka).

Februar 2015

Der letzte Wintermonat der Saison 2014/15 lässt sich als kalt und sehr trocken kennzeichnen. Das Monatsmittel der Temperatur errechnete sich auf 1,7°C an der Heimstation. Das sind 1,3 K weniger als das 20-jährige Temperaturmittel von 1995-2014. Zieht man als Bezugszeitraum die Messperiode 1981-2010 der DWD-Station Worms heran, so war der Monat nur 1,0 K zu kühl.

Insgesamt fielen nur 22,2 mm Regen, was als sehr wenig einzustufen ist. Das 20-jährige Mittel für Gundersheim beträgt 33 mm. Der 30-jährige Mittelwert der DWD-Station Worms (1981-2010) liegt bei 35 mm. Demnach fehlen bis zu 1/3 der normalen Niederschlagssumme im letzten der drei Wintermonate (Dez, Jan, Feb). Nur 5 Regentage gab es, diese Anzahl liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt (12 Regentage im Monat Februar).

Dass der Februar unterdurchschnittlich temperiert war, zeigt sich an der hohen Anzahl an Frosttagen. Insgesamt wurden 18 Frosttage gezählt, 5 Frosttage mehr als im Durchschnitt. Die Anzahl an Vegetationstagen lag mit 2 Tagen deutlich unter dem langjährigen Schnitt (10 Tage). Als Vegetationstag wird ein Tag bezeichnet, an dem das Temperaturmittel über 5°C liegt. Für Januar und Februar ergibt sich eine Summe von 11 Vegetationstagen, das ist wenig im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt 18. Zum Vergleich: Im letzten Jahr 2014 hatten wir bis Ende Februar schon 20 Vegetationstage. Demzufolge verzeichnete die Natur einen gehörigen Vorsprung, der sich in der Phänologie ausdrückte. Ende Februar 2014 trieben manche Sträucher schon Blätter aus und einige Bäume in der Region blühten in weiß. Eine solche Phänologie blieb in diesem Februar infolge der frostigen Temperaturen aus.

Der Monat begann mit Schneefall. Am Morgen des 1. Februar lagen in Gundersheim 3 cm Schnee. Bis zum Nachmittag taute die weiße Pracht aber weg. Es sollte der letzte Niederschlag sein für 19 Tage. Eine zusammenhängende Trockenperiode von 19 Tagen kommt recht selten vor. Sie dauerte bis zum 20. Am Morgen des 21. Februar regnete es erst wieder. Innerhalb der Trockenperiode wurden 14 Frosttage erreicht, ein Maß für die kalte Phase dieses Februars.

Dahingehend waren die Fröste nie sehr stark gewesen. Die niedrigste gemessene Temperatur im Februar betrug gerade mal -6,3°C am Morgen des 7. Februar. Trotz der langen antizyklonalen Wetterlage konnte sich die Sonne nicht durchsetzen. Häufig herrschte ein tristes Grau vor, das von einer eintönigen Stratusschicht verursacht wurde und vielen Menschen aufs Gemüt schlug. Richtig sonnige Tage mit kaum Wolken gab es nur am 6. und 7. Februar. Ansonsten war es fast durchweg wolkig oder eintönig bedeckt. Die Höchsttemperatur des Monats wurde am 20. Februar erreicht mit einer Temperatur von 12,2°C.

Temperaturvergleich der Stationen

Schaut man die Stationsunterschiede an, so zeigt sich, dass die Station Mannheim mit 2,3°C Mitteltemperatur die wärmste Station darstellt. Es folgt die Station Tal mit 2,1°C, gefolgt von Heim (1,7°C) und Berg (1,2°C). Der Temperaturvergleich der Stationen im Februar zeigt einem geübten Betrachter, dass die Tageshöchstwerte der Stationen Mannheim und Tal während der antizyklonalen Wetterlage höher lagen als der übrigen Stationen. Die Ursache ist in der geringeren Höhenlage begründet. Tal und MA liegen 130 m bzw. 95 m hoch, während die anderen Stationen Heim und Berg bei 195 m und 240 m Höhe liegen. Die nächtlichen Tiefstwerte der Bergstation sind insbesondere zu Monatsanfang hervorzuheben (orangene Linie). An dieser Aussenstation kühlt es infolge nächtlicher Ausstrahlung besonders stark ab. Die Talstation hingegen verzeichnete in diesem Monat keine bedeutsamen Kaltluftansammlungen.

20 Jahre Klimastation Gundersheim!

1995 - 2014

Ein rundes Jubiläum feierte Anfang dieses Jahres seinen Geburtstag: 20 Jahre Bestehen der Klimastation Gundersheim. Genaugenommen ist es der Start des Langzeitprojektes gewesen, das am 1. Februar 1995 begann. Doch schon seit 1992 liegen Messungen in Gundersheim vor, allerdings hier nur für eine der drei Stationen: die Heimstation.

Das Stationsmessnetz mit den Stationen Berg und Tal wurde in den Januartagen des Jahres 1995 errichtet. Richtig fertig gestellt wurde die Umzäunung an der Talstation erst im April desselben Jahres, hierzu musste erst ein Konzept erarbeitet werden, wie man die Station vor Fremdzugriff schützen kann. Die Lösung war dann ganz einfach: ein Gerüst aus mehreren Teilen U-förmiger Eisenträger wurde zusammengeschweist und die einzelnen Teile vor Ort zusammengeschraubt. Damit das Gerüst nicht umfiel wurden die Teile etwa 50 cm in den Boden gehauen; bis heute steht das Gerüst bombenfest und wackelsicher und umgibt die Wetterhütte und den Hellmann-Niederschlagsmesser in einem Areal von 2,50 x 2,50 Meter.

An der Bergstation war der Schutz einfach. Da sich die Hütte auf dem Gebiet der ehemaligen Bauschuttdeponie des Landkreises Alzey-Worms befindet, war kein weiterer Schutz nötig. Das etwa 15 ha umfassende Gelände ist von einem Zaun inklusive Torbereich umgeben.

Zu Beginn des Messzeitraums waren Sträucher und Bäume noch klein und vernachlässigbar, doch mit der Zeit nahm der Bewuchs immer mehr zu. Somit häuften sich die Pflegetermine in den letzten Jahren mehr und mehr. Um das Gelände offen zu halten und stets die gleichen Standordgegebenheiten beizubehalten, ist ein nicht unerheblicher Einsatz von Menschenkraft und Maschinen vonnöten. Doch gemeinsam im Team fällt es nicht schwer. Die Arbeit an den Stationen macht stets Spaß.

Die drei Stationen

Der größte Augenmerk liegt aber auf der Auswertung der Daten. Hier liegen nun glücklicherweise 20 komplette Jahre mit Daten von Heim, Berg und Talstation vor. Ein wenig Sorge bereitet die Umstellung der analogen auf digitale Messgeräte, die im Jahr 2005 vorgenommen wurde. Hier änderte sich das Datenformat, die Auflösung, das Auslesen und Eingeben der Daten und verursachte Sprünge und andere Besonderheiten in den Daten, die ausgeglichen werden mussten. Im gegenseitigen Abgleich und unter Zuhilfenahme von DLR-Stationen konnten Lücken und Ausfälle beseitigt werden, so dass nun ein Datensatz über 20 Jahre vorliegt. Dieser Datensatz wurde in Microsoft Excel und in qs-STAT (ein Produkt der Firma Q-DAS GmbH) ausgewertet.

Demzufolge kann auf der Grundlage des 20-jährigen, lückenlosen Datenbestandes ein mittlerer Temperatur- und Niederschlagsverlauf eines durchschnittlichen Jahres präsentiert werden. Man sieht hierbei, wie sich Maximumtemperatur, Mitteltemperatur und Minimum sowie der Niederschlag innerhalb eines Jahres verändern. Es wird deutlich, dass die Extremwerte in den Wintermonaten nur geringen Schwankungen unterliegen, während die größten Temperaturschwankungen in den Sommermonaten vorkommen. Kältester Monat stellt hierbei der Januar dar mit einem Temperaturmittel von 1,4°C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einem Temperaturmittel von 20,0°C. Die Niederschläge fallen in Gundersheim im Winter spärlicher als im Sommer. Der niederschlagsärmste Monat stellt der Januar dar mit einer durchschnittlichen Regensumme von 32 mm. Feuchtester Monat hingegen stellt der August dar mit einer Regensumme von 63 mm. Insgesamt ergibt sich eine mittlere jährliche Regensumme von 525 mm, was für rheinhessische Belange eine sehr niedrige Summe darstellt. Die mittlere jährliche Temperatur errechnet sich auf 10,7°C.

Mittlerer Temperatur- und Niederschlagsverlauf

Werden Temperatur und Niederschlag von 1992 bis 2014 betrachtet, so zeigt sich, dass die beiden Klimaelemente deutlichen Schwankungen unterliegen von Jahr zu Jahr. Insgesamt gesehen ergibt sich ein leicht ansteigender Trend der Temperatur, währenddessen die Niederschläge im Zeitraum geringfügig abnehmen. Hier könnte also die globale Erwärmung eine Bestätigung erfahren, doch muss man bei dieser Interpretation vorsichtig sein, da ein linearer Trend schon in wenigen Jahren von leicht ansteigend auf leicht fallend sich ändern könnte. Allerdings wirken sich auch nur leicht fallende Niederschlagsmengen direkt auf die Landwirtschaft und Pflanzenwuchs aus, sodass man in Zukunft mit deutlicheren Einschnitten im Wasserhaushalt der Region rechnen dürfte.

Besonders hervorzuheben bei der Langzeitauswertung von Temperatur und Niederschlag wären die Jahre 1999 und 2014. Die beiden genannten Jahre waren die wärmsten im Beobachtungszeitraum (12,1°C/ 12,0°C). Die Niederschlagssummen in den beiden wärmsten Jahren gestalten sich hingegen durchschnittlich (524 mm/ 543 mm). Das Jahr mit der niedrigsten Jahrestemperatur war das Jahr 1996 mit einem Mittel von nur 8,9°C, gefolgt vom Jahr 2004 (9,4°C) und 2010 (9,5°C).

Temperatur und Niederschlag seit 1992

Interessanterweise ergibt sich bei beiden Klimaelementen im Verlauf ein periodisches Schwingen, das augenfällig parallel zu verlaufen erscheint: hohe Jahresmitteltemperaturen scheinen mit hohen Niederschlagssummen zusammenzufallen und kühle Jahre scheinen mit geringeren Niederschlägen übereinzustimmen. Doch der visuelle Eindruck täuscht. Eine Korrelationsanalyse widerlegt die Vermutung und zeigt, dass nur zufällig ein Zusammenhang zwischen Jahresmittel der Temperatur und jährlicher Niederschlagssumme besteht.

Korrelationsanalyse Sonnenfleckenrelativzahl, Temperatur und Niederschlag

Dass es einen Zusammenhang zwischen der Sonnenaktivität und den Temperaturen auf der Erde bestehen, steht außer Zweifel. Einen Beleg dafür lieferte erst jüngst eine Forschungsgruppe am Forschungszentrum Geocycles der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Hier der Link zu dem sehr interessanten Artikel: http://www.uni-mainz.de/presse/52970.php

Die Sonnenaktivität lässt sich anhand der Sonnenfleckenrelativzahl bestimmen. Werden die Sonnenfleckenrelativzahlen mit den Jahrestemperaturen der letzten 23 Jahren in einem x-y-Punktplot verglichen, so zeigt sich, dass generell Jahre mit einer höheren Sonnenaktivität mit höheren Jahresmitteln der Temperatur zusammenfallen. So liegen 12 der 23 Punkte innerhalb des 99%-igen Vertrauensbereiches um die lineare Regression.

Korrelationsanalyse Sonnenfleckenrelativzahl und Temperatur

Unter Zuhilfenahme von qs-STAT V11 und den Möglichkeiten der Automatischen Selektion in der Datenbank konnten aus den täglichen Werten von Maximum, Mittel und Minimum der Temperatur sowie der täglichen Niederschlagssumme Schwellenwerte auf Monatsbasis errechnet werden. Diese geben Aufschluss über die Häufigkeit von Eistagen (Tagesmaximum unter 0°C), Frosttagen (Tagesminimum unter 0°C), Sommertagen (Tagesmaximum größer als 25°C), Tropentagen (Tagesmaximum größer als 30°C), Anzahl der Vegetationstage (Tagesmittel größer als 5°C) und die Anzahl der Regentage (Niederschlagssumme größer 0 mm).

Langjährige Monatsschwellenwerte

Bei der Auswertung der Anzahl der Eistage und Tropentage im 20-jährigen Zeitraum 1995 - 2014 ergibt sich ein fallender Trend beider Schwellenwerte: die Anzahl der Eis- und Tropentage ist rückläufig, d.h. es gibt weniger extreme Wintertage und auch weniger deutlich heiße Tage im Sommer. Bei der Auswertung von Frosttagen und Sommertagen ergibt sich ebenfalls für beide Schwellenwerte ein fallender Trend. Auch die Anzahl der Frosttage ist rückläufig, ebenso wie die Anzahl an Sommertagen. Folglich gibt es also immer weniger Frost in den Wintermonaten und weniger warme Tage in den Sommermonaten. Vorsichtig interpretiert: Die Winter werden milder und die Sommer kühler. Ob dieser Trend anhält, werden die nächsten Jahre zeigen.

Anzahl Eis- und Tropentage Anzahl Frost- und Sommertage

Mit Hilfe der 20-jährigen, lückenlosen Datenreihe liegen Monatswerte vor, die einen mittleren Zustand von Gundersheim beschreiben. Auf die Mittelwertbildungen kann bei Vergleichen einzelner Monate in Zukunft zurückgegriffen werden. Fest steht, dass die letzten Jahre aussagekräftiger sind bei der Beschreibung des mittleren Zustandes von Temperatur und Niederschlag in Gundersheim als die Datenreihe des DWD aus den Jahren 1960 - 1990.

Januar 2015

Der Januar lässt sich bei einem Monatsmittel der Temperatur von 2,7°C und einer Niederschlagssumme von 65,5 mm als mild und feucht kennzeichnen. Insgesamt wurden 17 Regentage verzeichnet, sodass man den Monat auch als verregnet bezeichnen kann.

Das Jahr begann regnerisch und trüb. Am 3. fielen bei Dauerregen ganze 18,4 mm Regen, an der Station in Mannheim sogar 22 mm Regen. Vom 5.-7. herrschte leichter Hochdruckeinfluss, so dass sich die Wolken lichteten und die Sonne zum Vorschein kommen konnte. Am 6. stieg das Thermometer über Tag nicht mal über die 0°-Marke, so dass hier von einem Eistag gesprochen werden kann. In den Folgetagen war es wieder bedeckt und trüb. In einer südwestlichen Strömung wurde mit einem stürmischen Wind sehr milde Luft herangeführt: am 10. wurde mit einer Temperatur von 14,2°C die Höchsttemperatur des Monats erreicht.

Es ging wechselhaft und mild weiter bis zur Monatsmitte. Dann stellte sich die Wetterlage um, die Temperaturen sanken deutlich. Am 19. wurde ein Eistag registriert. Auch in der 3. Dekade des Januar hielt das ruhige Wetter an, stets bedeckt und grau war es, was vielen Menschen auf das Gemüt schlug.

An 3 Tagen konnte nennenswerter Schneefall registriert werden (3.= 5 cm/ 24.= 5 cm/31.= 1 cm) Die Milde der ersten Monatshälfte bescherte immerhin 7 Vegetationstage. (Von einem Vegetationstag spricht man dann, wenn das Temperaturmittel des Tages 5°C oder mehr erreichte.)

Der Stationsvergleich zeigt noch einmal die große Spannweite der Temperaturen über den Monat auf. Insbesondere fallen in dieser Darstellung die Unterschiede der einzelnen Stationen ins Auge. Dargestellt sind Maximum-, Mittel- und Minimumtemperaturen der Stationen für jeden Tag des Monats sowie die Tagesniederschläge der Heimstation. Die Farbgebung der Temperaturlinien ist wie folgt gewählt: Bergstation=orange, Heimstation=rot, Talstation=grün, Station Mannheim=blau. Es wird deutlich, dass es Tage gibt, an denen sich die Temperaturen der einzelnen Stationen deutlich unterscheiden.

Temperaturvergleich der Stationen Temperaturvergleich der Stationen

Ein prägnantes Beispiel stellen die Tage um Monatsmitte dar. Infolge ausgeprägter Kaltluftabflüsse sanken die Temperaturen an der Talstation besonders tief ab, am 15. wurde sogar Frost registriert. An den anderen Stationen war es bedeutend milder gewesen. Die regelmäßig stattfindenden Kaltluftabflüsse haben zur Folge, dass es hier im Vergleich zum Umland mehr Frosttage zu verzeichnen gibt: 19 Frosttage im Vergleich zu Heim und Berg (jeweils 15 Frosttage), Mannheim nur 12 Frosttage.

Bei Westwetterlagen gleichen sich die Stationen sehr stark. Insgesamt gesehen ist der Temperaturverlauf der Station Mannheim etwas höher, was sich auch im Monatsmittel der Temperatur ausdrückt (3,6°C). Das Monatsmittel der Heimstation ist mit 2,7°C um 0,9° kühler. Dies zeigt die Klimagunst von Mannheim. Die Stadt liegt geschützt im Rheintal und ist umgeben von Industrieanlagen (im Südwesten: BASF).

Das Jahr 2014

"Mit einem Mittelwert von 10,3°C war das Jahr 2014 bundesweit das wärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1881.". Der Deutsche Wetterdienst verfügt über Wettermessungen von 133 Jahren. Wesentlich geringer ist die Datenmenge im Fall von Gundersheim. Seit 1992 werden hier regelmäßig Messungen durchgeführt und ausgewertet.

Das Jahr 2014 lässt sich bei einer Jahresmitteltemperatur von 12,0°C und einer Niederschlagssumme von 543,1 mm als überdurchschnittlich warm kennzeichnen. Jedoch weist das Jahr 1999 mit 12,1°C eine noch geringfügig höhere Temperatur auf. Damit war das Jahr 2014 "nur" das zweitwärmste Jahr innerhalb von 20 Jahren, zumindest in Gundersheim. Dies zeigt auch die Langzeitkurve der Temperatur in der folgenden Grafik.

Temperatur und Niederschlag seit 1992

Das errechnete Jahresmittel von 2014 lag hierbei um 1,4° höher als in durchschnittlichen Jahren. Die meisten Monate des Jahres, mit Ausnahme der Monate Mai, Juni, August und September weisen überdurchschnittlich hohe Temperaturmittel auf. Der überdurchschnittlich wärmste Monat war der Februar. Er lag mit 4,8° über dem langjährigen Mittel von 0,3°C. Das Temperaturmittel des Februar lag bei sehr milden 5,1°C. Die Monate Mai, Juni und August lagen gering unter den durchschnittlichen Mittelwerten.

Jahresdiagramm 2014

Die Niederschlagssumme lag mit 543 mm nur geringfügig über dem langjährigen Mittel von 537 mm. Werden die Niederschlagssummen auf Monatsbasis betrachtet, so ergeben sich deutliche Schwankunen von Monat zu Monat. Auffallend ist der Frühling im Jahr 2014: die Monate März und April waren unterdurchschnittlich feucht. Hervorzuheben ist der Juli, in dem die Niederschläge überdurchschnittlich hoch waren. Im Juli war es insbesondere der 21., der mit einer sehr hohen Niederschlagssumme zu der hohen Monatssumme geführt hat. Am 21.07. regnete es in den frühen Morgenstunden sehr stark, insgesamt 48,1 mm. Im benachbarten Flomborn (Station des DLR) regnete es an diesem Tag sogar 59,8 mm.

Die hohe Jahresmitteltemperatur des Jahres 2014 lässt sich auch an der geringen Zahl an Frosttagen ablesen: so gab es nur 21 Frosttage zu verzeichnen; zum Vergleich: im Vorjahr gab es 72 Frosttage! Das Vorjahr war ein geringfügig unterdurchschnittlich temperiertes Jahr. Die Zahl der Sommertage im Jahr 2014 war mit einer Anzahl von 57 (Vorjahr: 60) nur unwesentlich geringer als in normalen Jahren.

Die Stationen Berg, Heim und Tal unterscheiden sich stark in der Häufigkeit von Frost- und Sommertagen. Die Heimstation liegt in bebauter Umgebung und ist von urbanem Klima gekennzeichnet. Dies wird in der geringeren Anzahl von Frosttagen deutlich. So weist die Bergstation mit 29 Frosttagen bereits 8 zusätzliche Tage mit Frost auf. Besonders hervorzuheben gilt die hohe Anzahl von Frosttagen an der Talstation. An 59 Tagen gab es im Jahr 2014 dort Frost. Somit gab es an der Talstation mit 59 Frosttagen doppelt so viele Frosttage wie an der Bergstation. Die Ursachen liegen an den häufig auftretenden Kaltluftabflüssen im Tal bei windstillen oder windschwachen Wetterlagen. Die Frosthäufigkeit ist in Tälern und Mulden höher als in Hanglage und Plateau.

An der Talstation liegen die nächtlichen Temperaturen weitaus geringer als an Heim- oder Bergstation. Dies hat zur Auswirkung, dass in den Talbereichen die Tagesmittel der Temperatur geringer sind als in Hanglage und Plateaubereich. So liegt das Jahresmittel der Temperatur an der Talstation bei 11,4°C, hingegen an der Bergstation 0,6°C höher. Aufgrund des Höhenunterschiedes von 100 Metern zwischen Tal- und Bergstation müsste es an der Talstation (eigentlich) um ca. 0,6° wärmer sein. Dies verdeutlicht noch einmal die extreme Lage der Station. Zu Recht könnte man diese Station als Kältepol der ganzen Region bezeichnen: hier werden in jedem Jahr die ersten Frühfröste (September) und Sp#tfröste (Monate April und Mai) gemessen. Zudem werden hier die tiefsten Temperaturen des Jahres gemessen, nicht selten -10°C und noch darunter!

Dezember 2014

Der Dezember war bei einem Temperaturmittel von 3,7°C um 1,8°C zu warm. Die Niederschlagssumme von 26,4 mm liegt unter dem langjährigen Durchschnitt von 43 mm. Demnach war der Dezember warm und trocken, wenngleich der subjektive Eindruck einen getäuscht haben mag. Denn da hatte man den Eindruck, dass es viel geregnet hat im Dezember. So gab es im Dezember ganze 16 Tage, an denen es geregnet hat, das heißt, es hat zwar oft geregnet, aber keine großen Regensummen, die eine überdurchschnittliche Menge ergeben hätte.

Die ungewöhnlich milden Temperaturen lassen sich auch an der geringen Anzahl an Frost- und Eistagen ablesen. Demnach gab es nur 7 Tage, an denen die Temperatur auf oder unter 0°C fiel und nur ein einziger Eistag (mit Dauerfrost) ließ sich ermitteln.

Das Temperaturmaximum des Monats wurde am 18. gemessen um 17 Uhr mit einer Temperatur von 12,8°C. Die tiefste Temperatur wurde am 29. gemessen um 0 Uhr mit einer Temperatur von -7,2°C. An der Bergstation war es mit einer Tiefsttemperatur von -9,5°C sogar noch um 2,3° kälter gewesen.

November 2014

Das Temperaturmittel des November errechnete sich auf 7,0°C und damit war der letzte Herbstmonat um bis zu 2,3°C zu warm. Die Niederschlagssumme ergab 42,8 mm und lag damit etwas höher als die langjährige Monatssumme von 40 mm. Demnach war der November ein überdurchschnittlich warmer Monat.

Oktober 2014

Mit einem Temperaturmittel von 13,1°C und einer Niederschlagssumme von 47,1 mm lässt sich der Oktober als warm und normal feucht kennzeichnen. Die langjährigen Werte von Worms liegen für diesen Monat bei 11,2°C und 51 mm Regen.

Der Monat begann sonnig und mit spätsommerlichen Temperaturen. Tadellose schöne Altweibersommertage herrschten vor. Mit 24,7°C wurde am 1. sogar fast noch ein Sommertag erreicht. In der Folge wurde es wechselhafter, es blieb aber den ganzen Monat über warm. Die Tiefsttemperatur wurde am 24. mit 3,6°C erreicht.

September 2014

Bei einem Monatsmittel von 16,6°C und einer Niederschlagssumme von 21 mm lässt sich der September als überdurchschnittlich warm und trocken kennzeichnen. Hierbei lag das Temperaturmittel um 0,4 K höher als in durchschnittlichen Monaten. Beim Niederschlag wurden nur 21 von 47 mm erreicht.

Es wurden immerhin noch 9 Sommertage erreicht mit Temperaturen bis zu 25°C. Ein Tropentag mit einer Temperatur von bis zu 30°C wurde aber nicht mehr erreicht.

Der erste Herbstmonat begann spätsommerlich: am 6. wurde mit 27,9°C die höchste Temperatur erreicht. Das ruhige Sommerwetter wurde in der zweiten Woche unterbrochen, fortan war es kühler und vor allem wolkiger. In der dritten Woche stiegen die Temperaturen wieder über die 25°-Marke. Gleich mehrere Sommertage gab es nach der Monatsmitte zu verzeichnen. Am 21. leitete der Durchzug einer markanten Kaltfront eine deutliche Abkühlung ein. Es regnete 4,1 mm. In der Nacht zum 24. wurde sogar der erste, leichte Bodenfrost verzeichnet. In 2 m Höhe war es mit 6,4°C frostfrei. In den letzten Tagen des Monat stiegen die Temperaturen wieder an und erreichten zum Monatsende wieder die 25°-Marke.



August 2014

Bei einem Monatsmittel von 17,6°C und einer Niederschlagssumme von 88,5 mm lässt sich der letzte Sommermonat als 0,7° zu kühl und um 24,5 mm zu verregnet bezeichnen. Es wurden nur 10 Sommertage und 1 Tropentag verzeichnet. Eine stattliche Anzahl von Regentagen konnte registriert werden. Insgesamt an 13 Tagen regnete es mehr als 1 mm.

Juli 2014

Bei 15 Regentagen und häufigen Gewittern sowie einer Gesamtniederschlagssumme von sage und schreibe 137,2 mm lässt sich der Juli als extrem feucht und verregnet kennzeichnen. Bei einem Temperaturmittel von 21,1°C war der Juli sogar 0,7°C wärmer als in normalen, durchschnittlichen Jahren. Dies unterstreicht neben den großen Niederschlagsmengen die besondere Schwüle des Monats.

Verantwortlich für die großen Niederschlagsmengen war eine sogenannte 5b-Wetterlage. Diese ist durch ein Tiefdruckgebiet gekennzeichnet, das feuchtwarme Luft aus dem Mittelmeerraum heranführt. Bis auf wenige Unterbrechungen blieb der Zustrom feuchtwarmer Luftmassen aus Süd bis Südwest den ganzen Monat bestehen. Gewitterträchtige Tage und Nächte waren nicht selten. Besonders auffällig war das folgende Bild in diesem Monat: wechselhafte Bewölkung, teils stark quellende Wolken (Cumulus congestus) mit einsetzenden Schauern und Gewittern, vornehmlich am Nachmittag. Zu Monatsbeginn herrschte sehr wechselhaftes Wetter vor, fast wie im April. Häufiger Wechsel von Sonne und Wolken, drei Tage überhaupt kein Sonnenschein bzw. nur ganz kurz.

Der 21. Juli war so ein typischer Regentag. Es regnete den ganzen Tag. Es kam eine ergiebige Regensumme zustande: 43,8 mm! In der letzten Dekade (21.-31. Juli) gab es wieder diesen häufigen Wechsel von Bewölkung, Gewitter, Regen und Sonne. Stets das gleiche Bild. Dabei herrschte eine besonders große Schwüle vor. Selbst im Regen war es nicht kalt! Die Temperaturen bewegten sich immer im sommerlichen Bereich zwischen 25 und 30°C.

Am 18. und 19. wurden die höchsten Temperaturen des Monats erreicht, mit 34,9°C. Die tiefste Temperatur unterschritt in diesem Monat nicht den zweistelligen Bereich: 10,5°C am 1. des Monats.

Juni 2014

Der erste Sommermonat präsentierte sich bei einer Durchschnittstemperatur von 18,8°C und einer Niederschlagssumme von 42,6 mm als kühl und trocken. Der Juni war um 0,9°C kühler und um 24 mm trockener als in durchschnittlichen Jahren. Trotzdem konnten immerhin 11 Sommertage verzeichnet werden und sogar 4 Tropentage. Nur 4 Regentage mit einem Tagesniederschlag von mindestens 1 mm gab es.

Der Monat begann sommerlich und warm, allerdings auch mit einem Gewitter am 3., welches 9 mm Regen brachte. Die Tiefsttemperatur des Monats wurde am 5. gemessen mit 8,0°C. Ab dem 7. setzte eine markante Erwärmung auf sommerliche, ja tropische Temperaturen ein. Die erste Hitzewelle dieses Sommers erreichte ihren Höhepunkt rechtzeitig zu Pfingsten. Am 8. wurden bereits 34,4°C, am 9. sogar 35,6°C erreicht, der höchsten Temperatur im Monat Juni.

An beiden Feiertagen war es den ganzen Tag vollkommen wolkenlos und sehr heiß. In der Folge sickerte trockene Luft ein, die für trockenes, aber etwas kühleres Sommerwetter sorgte. Die Luft konnte sich aber stets auf sommerliche Temperaturen über 25°C erwärmen.

Zu Monatsmitte kühlte es ab. Nördliche Winde brachten polare Luft nach Mitteleuropa. Es herrschte ein recht lebhafter und kalter Wind aus Nord vor. In der Folge setzte sich wieder die Sonne durch, die Temperaturen blieben aber im Bereich zwischen 10 und 25°C. Zum Monatsende, am 28., brachte ein Gewitter Regen, Blitz und Donner in den Nachtstunden zum 29.

Mai 2014

Der Mai lässt sich im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten als zu kühl und verregnet kennzeichnen. Das Temperaturmittel lag bei 14,5°C während das langjährige Mittel bei 15,3°C liegt. Demnach war der Mai um 0,8°C kühler als in normalen Jahren. Die Niederschlagssumme ergab 63,4 mm und lag 16 mm höher als in durchschnittlichen Jahren.

Es wurden 4 Sommertage erreicht, d.h. Tage mit Temperaturen gleich oder größer 25°C. Immerhin ein Tropentag wurde registriert. Tropentage sind Tage mit Temperaturen über 30°C. Regentage bezeichnet man als Tage, an denen es mehr als 1 mm regnet. Die Anzahl solcher Tage beziffert sich auf 10.

Mit Maibeginn hat der April Einzug gehalten: launisch-wechselhaftes Wetter dominierte in den ersten Tagen das Wetter, kühl und regnierisch und vor allem recht windig. Die Tiefsttemperatur des Monats wurde am 4. gemessen mit 3,1°C. Die Eisheiligen kamen in diesem Jahr pünktlich. Sie verließen uns auch pünktlich, sodass das Wetter ab dem 18. endlich besser wurde. Am 19. wurde der erste Sommertag registriert und eine Höchsttemperatur von 26,3°C. Am 21. schließlich wurde die Höchsttemperatur des ganzen Monats gemessen: 30.2°C. Eine Kaltfront beendete am 22. die erste, kurze Schönwetterperiode.

Die restlichen Tages des Monats verliefen wie vorher auch: wechselhaft, kühl, windig, trüb und meist bedeckt.

April 2014

Der April 2014 lässt sich als sehr warm und trocken einordnen. Bei einem Monatsmittel von 13,7°C war der April fast so warm wie ein durchschnittlicher Mai-Monat. Die Monatssumme des Niederschlages ergab 19,2 mm. Damit wurden im April nur 55% der durchschnittlichen Regensumme erreicht.

Der zweite Frühlingsmonat des Jahres 2014 führte den Trend der Vormonate fort: warm und trocken. Während es im letzten Jahr im April sehr kalt und regnerisch war mit nur 10,5°C und sogar 60,2 mm Regen, sind wir in diesem April mit viel Sonne verwöhnt worden: ganze 19 heitere Tage konnten notiert werden, an denen der Bewölkungsgrad nicht mehr als 4/8 betrug. Die langjährigen Werte liegen bei 11,5°C und 35 mm. Damit war der April 2014 um 2,2°C zu warm und 16 mm zu trocken.

Interessant erscheint auch, dass die Niederschlagssumme von 19 mm nicht gleichverteilt über den Monat erfolgte. In den ersten beiden Dekaden regnete es fast gar nicht (Ausnahme am 4. mit 4 mm Regen). Die Trockenheit in diesem Frühling dauerte an bis zur 3. Dekade. In den letzten Tagen des April fielen noch weitere 16 mm Regen, eine keineswegs hohe Menge, aber im Moment braucht die Vegetation jeden Tropfen Regen für das Wachstum. Die Niederschlagssumme von 19 mm hat das hohe Niederschlagsdefizit der Vormonate nicht tilgen können.

Der Monat begann sehr sonnig und warm. An den ersten 4 Tagen herrschten HÖchsttemperaturen von über 20°C. Fast war es also schon frühsommerlich warm. Am Abend des 4. April zog das erste Gewitter des Jahres herauf. Es brachte neben Blitz und Donner auch immerhin 4 mm Niederschlag. Die Vegetation schritt bei diesen warmen Temperaturen weiter voran. Ab dem 8. entfalteten die Bäume ihre Blätte. Der Wald war ab jetzt nicht mehr ganz durchsichtig. Am 8. zog in der Nacht eine Kaltfront durch. In der Folge war es sehr windig und am Tag kühler (15-20°C).

In der zweiten Dekade, beginnend mit dem 11. herrschte schönes Frühlingswetter vor. Heitere Tage dominierten und die Temperaturen lagen um die 20°C. Zur Monatsmitte kühlte es empfindlich ab. Der kälteste Tag vom Tagesmittel her gesehen war der 15. An diesem Tag betrug das Tagesmittel 6,4°C. Am Morgen wurden nur 3,3°C gemessen. Den ganzen Tag über blieb es trüb und bedeckt und das Quecksilber stieg nicht mal auf 10°C (9,2°C). Die niedrigste gemessene Temperatur des Monats wurde am 17. registriert: 2,4°C. Da es an diesem Morgen wolkenlos und windstill war, fanden an der Talstation bemerkenswerte Kaltluftabflüsse statt, die die Temperatur bis auf -3,2°C fallen ließ.

In den folgenden Tagen der zweiten Dekade stiegen die Temperaturen wieder an. Ostern lag in diesem Jahr recht spät (20.+21. April). Diesmal mussten die Ostereiser nicht im Schnee gesucht werden. Stattdessen gab es viel Sonnenschein und es war angenehm warm. Am Ostersonntag (20. April) war es sogar am Morgen mit 10,6°C sehr mild. Am Tag kletterten dann die Temperaturen bis auf 21,3°C. So etwa an diesen Tagen, kurz nach Ostern, begann die Spargelzeit. Auf den Feldern konnte man die Spargelstecher sehen. Am 24. gab es in den Erdbeerfeldern die ersten roten Erdbeeren zu sehen. Alle Bäume im Wald hatten Blätter ausgetrieben, die Blattentfaltung war praktisch abgeschlossen.

Der schönste Tag des Monats war der 25. April. An diesem Tag notiert das synoptische Tagebuch: "Heute ein sehr schöner Frühlingstag. Am Morgen C0, ab Mittag Cu humilis, mediocris, am Nachmittag 5/8, ab 19 h Gewitter aus SE heranziehend, 3,3 mm Regen." An diesem Tag wurden in den Nachmittagsstunden die höchsten Temperaturen des Monats gemessen. Der Höchstwert der Temperatur betrug 26,8°C. In den letzten Tagen fielen noch 16 mm Regen, der größte Niederschlag der Monatssumme.

An der Heimstation wurden zwei Sommertage registriert mit Temperaturen über 25°C. Es gab mit Ausnahme im Talbereich kein Frost an der Heimstation.

März 2014

Der März war bei einer Mitteltemperatur von 9,2°C und einer Regensumme von 5,6 mm sehr warm und extrem trocken. Damit war der März um 2,8° wärmer wie in durchschnittlichen Jahren. Nur 17,5 % Regen wurden gemessen.

Der Monat März war ein ungewöhnlich milder Monat. Er führte die im Vormonat Februar schon vorherrschende milde Witterung fort. Die milden Temperaturen wirkten sich auf die Vegetation aus und führten zu einem enormen Wachstumsschub. So konnte bereits am 2. des Monats die erste Forsythienblüte gesichtet werden.

In der ersten Dekade erblühten auch die ersten Bäume weiß in der Region. Die Mandelbaumblüte fiel auch auf den 9. März. Damit war die Vegetation in diesem Jahr zwei bis drei Wochen voraus. Die Forsythienvollblüte erfolgte gegen Monatsmitte. In der letzten Dekade des März erblühten Magnolienbäume und Zierkirschbäume. Die ersten Rapspflanzen auf den Feldern wuchsen und zeigten Blüten.

Was der Vegetation im März fehlte, war Regen! Mit nur 5,6 mm war der Monat extrem trocken. Nur zwei Regentage mit geringen Niederschlägen über 1 mm konnten registriert werden. Für die außergewöhnlich milden Temperaturen war das nur ein Tropen auf den heißen Stein. Der Landwirtschaft fehlt nötiger Regen, der für das Wachstum der Pflanzen benötigt wird.

Über den ganzen Monat hinweg dominierten heitere, sonnige Tage mit milden Temperaturen. Frost blieb fast ganz aus. Lediglich am Morgen des 25. konnte leichter Frost registriert werden. An diesem Tag wurde das absolute Temperaturminimum erreicht: -0,9 °C. In den Tallagen des Wonnegau konnten einige Frosttage erreicht werden. Die dort sich sammelnde Kaltluft sorgt dafür, dass mehr Frost erreicht wird als im bebauten Ortsbereich. So konnten im Tal 5 Frosttage registriert werden. Die Anzahl heiterer Tage beträgt 23 von 31 Tagen. Gezählt werden diese Tage anhand synoptischer Beobachtungen, die täglich notiert werden.

In der letzten Dekade erfolge nochmals eine deutliche Erwärmung. Der 31. März war der wärmste Tag des Monats. es wurde eine Temperatur von 21,8 °C gemessen.

Februar 2014

Mit dem Februar ging in diesem Jahr ein Jahrhundertwinter zuende. Der Winter der kein Winter war, so könnte man titeln, denn der Winter lag in jedem Monat deutlich über dem Mittel. Der Deutsche Wetterdienst ließ vermelden: Der viertwärmste Winter seit 1881!

Zuerst mal zum Februar. Der Februar war mit einer Durchschnittstemperatur von 5,1°C und einem Niederschlag von nur 19,4 mm um ganze 4,8 K zu warm und 6,6 mm zu trocken. Die überaus große Wärme macht sich insbesondere darin bemerkbar, dass es nur 5 Frosttage gab. Zum Vergleich: Der Februar des Vorjahres wies sogar 19 Frosttage auf und sogar 3 Eistage und war in der Mitteltemperatur durchschnittlich temperiert.

Alle Tagesmittel der Temperatur lagen im Februar über dem langjährigen Mittel von 0,3°C. Der Monat begann sehr mild wenngleich trüb und recht windig. Südwestliche Winde brachten feuchtwarme Luftmassen vom Atlantik heran. Am 13. wurde der Tag mit der höchsten Niederschlagsmenge des Monats gemessen: 7,3 mm. Bereits am 5. wurden die ersten Krokusse in den Gärten sichtbar. Am 23. blühten schon vereinzelt Cornus. Hellgrüne Blüten streckten sich schon. Die ersten Forsythienknospen schauten zwar noch geschlossen aber zunehmend gelb ab dem 27. hervor.

Insgesamt wurden nur 6 Niederschlagstage gezählt. Die Niederschlagssumme mit 19,4 mm lag 25,2% unter dem langjährigen Mittel (26 mm).

Der wärmste Tag war der 25. mit einer Tageshöchsttemperatur von 12,9°C. Zugleich war dies der Tag mit der größten gemessenen Tagesschwankung der Temperatur (12 K).

Januar 2014

Der erste Monat des neuen Jahres lässt sich bei einem Temperaturmittel von 3,9°C und einer Niederschlagssumme von 29,1 mm als recht warm kennzeichnen. Die langjährigen Mittelwerte liegen bei nur 1,3°C und 31 mm. Damit war der Januar um 2,6° zu warm.

Über den ganzen Monat konnte sich kein Hochdruckgebiet über Mitteleuropa festsetzen. Ständig überquerten atlantische Tiefdruckgebiete unseren Raum. Die stetige Südwest- bis Westströmung brachte milde bis sehr milde Luftmassen mit, sodass die Temperaturen fast durchweg über den Mittelwerten lagen. In der ersten Dekade war es besonders überdurchschnittlich warm. Die Mitteltemperatur lag hier bei 6,5°C! Am 9. wurde mit 12,9°C die höchste Temperatur des Monats gemessen. In der zweiten und dritten Dekade lagen die Temperaturen nicht mehr so hoch, dennoch aber über dem Durchschnitt. Die zweite Dekade verzeichnet noch 3,0°C, die dritte nur noch 2,3°C. Nur in der zweiten und dritten Dekade gab es Frost, insgesamt 8 Frosttage wurden gemessen.

An der Talstation wird, selbst bei advektiven Wetterlagen mit milden Temperaturen, oft Frost erreicht. Die Anzahl der Frosttage beträgt hier sogar 19 Tage, während es an der Bergstation nur 10 Tage Frost gab. Dass es nur 8 Tage Frost im Ortsbereich gab, liegt daran, dass der Ortsbereich infolge des häuslichen Hausbrandes und der versiegelten, asphaltierten Flächen generell eine höhere Temperatur aufweist.

An der Talstation wird fast in jeder Nacht der Taupunkt erreicht und damit die potentiell niedrigste Temperatur der Luftmasse. Dies liegt an der ausgeprägten Schutzlage im Talbereich. Durch die Windstille steht die Luft, nachfließende Kaltluft an den Hängen fließt ab und kühlt am Talboden durch die nächtliche Ausstrahlung bedingt, aus.

Das Jahr 2013

Das Jahr 2013 war bei einem Jahresmittel der Temperatur von 10,3°C und einer Niederschlagssumme von 582 mm ein relativ kühles und feuchtes Jahr. Zum Vergleich: Die langjährigen Werte liegen bei 10,7°C und 536 mm.

Werden die Jahreszeiten für sich betrachtet, so schlägt der Winter mit etwas überdurchschnittlichem Regen und etwas überdurchschnittlichen Temperaturen zu Buche: 118 mm regnete es und die Mitteltemperatur betrug 1,9°C. Langjährig beträgt die Temperatur 1,4°C. Deutlich unterkühlt war der Frühling in diesem Jahr. Die Niederschläge lagen mit einer Summe von 224 mm deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 119 mm. Verursacht durch die häufigen Regentage und überwiegend nördlichen Winde beträgt das Temperaturmittel gerade mal 8,5°C. Der langjährige Wert liegt bei 9,6°C.

Der Sommer lässt sich als trocken und warm kennzeichnen. Die Niederschlagssumme für die drei Sommermonate Juni, Juli und August beträgt 114,6 mm. Die durchschnittliche Regensumme liegt bei 174 mm. Auch die Temperatur war mehr als wonnig und entschädigte wenigstens etwas von dem sehr kalten wie feuchten Frühling: 20,1°C (18,1°C ist der langjährige Durchschnittstemperaturwert für den Sommer!).

Der Herbst lag temperaturmäßig zwar leicht über dem Durchschnitt, dafür gab es auch mehr Regen. Die Niederschlagssumme für die Herbstmonate lag bei 177 mm, langjährig beträgt die Summe nur 138 mm. Die Temperatur lag mit 10,7°C gut 1,2°C über dem langjährigen Wert.

Insbesondere der Frühling war recht kalt: Der März lag 3,7° unter dem langjährigen Mittel, der April um 1,4° und der Mai sogar um 2,6° unter dem Mittel. Die niedrigste Temperatur wurde erst am 15. März registriert mit -7,6°C.

Im Mai wurde mit 131 mm die höchste Monatsniederschlagssumme registriert. Selbst der Juni war noch unterdurchschnittlich kühl. Der erste Sommermonat lag 1,9° unter den langjährigen Temperaturwerten. Was der Frühling zu kühl war, konnte der Sommer nicht ausgleichen. Juli und August waren sehr schöne und überdurchschnittlich warme und zugleich trockene Monate. Der Juli lag mit 2,1°C über dem langjährigen Mittel, der August immerhin noch mit 1,9°C. Am 27. Juli um 18 Uhr wurde die höchste Temperatur des Jahres gemessen: 36,1°C.

Im Juli wurden an der Heimstation 27 Sommertage gemessen und 9 Tropentage. Im August wurden noch 14 Sommertage und 4 Tropentage registriert.

Werden die Unterschiede der 3 Stationen Heim, Tal und Berg betrachtet, so stellt man folgendes fest: Die Jahresmitteltemperatur ist mit 10,3°C an der Heimstation am größten. Es folgt die Bergstation mit einem Mittel von 10,2°C und schließlich die Talstation mit einer Temperatur von 9,7°C.

Werden die Niederschläge betrachtet, so stellt man fest, dass es an der Bergstation im Jahr 2013 am meisten geregnet hat: die Niederschlagssumme ergibt für das Jahr 655 mm. An der Talstation regnete es nur 588 mm, und an der Heimstation schließlich nur 582 mm.

Dezember 2013

Der Dezember lässt sich bei einem Monatsmittel der Temperatur von 3,7°C und einer Niederschlagssumme von 16,1 mm als zu warm und sehr trocken kennzeichnen. Demnach war der Wintermonat um 1,7° wärmer als in durchschnittlichen Jahren und deutlich zu trocken. Normal sind 38 mm Regen.

Die tiefste Temperatur wurde gleich zu Monatsbeginn registriert: -1,8°C am 3. Dezember. Insgesamt gab es 8 Frosttage, aber keinen einzigen Eistag. Die Temperaturen bewegten sich über den Monat fast immer im einstelligen Bereich. Am wärmsten war es in der 3. Dekade. Ausgerechnet am Heiligabend wurde die höchste Temperatur gemessen. Um 21 Uhr war es 11,6°C. Damit war es, wie übrigens auch im letzten Jahr am 24., sehr mild und zugleich regnerisch. Am ersten Weihnachtsfeiertag wurde mit 9 mm der höchste Tagesniederschlag des Monats gemessen.

November 2013

Der November war bei einer Mitteltemperatur von 5,3°C und einer Niederschlagssumme von 51,4 mm überdurchschnittlich warm und feucht. Die langjährigen Werte des DWD von Worms, mit denen Gundersheim verglichen werden kann, liegen bei 4,9°C und 38 mm.

Es wurden 6 Frosttage gezählt und 1 Eistag (26.)

Der Monat begann sehr mild mit Temperaturen im zweistelligen Bereich. Die Nächte blieben frostfrei. Zum Ende der ersten Dekade wurde das Temperaturmaximum des Monats erreicht: 15,4°C am 7. Dann gingen die Temperaturen kontinuierlich zurück in den einstelligen Bereich. Der erste richtige Frost an der Heimstation wurde am 12. erreicht mit -1°C. Die Temperaturen blieben in der zweiten Dekade im einstelligen Bereich, es blieb aber frostfrei. In der dritten Dekade gab es wieder Frost, beginnend mit dem 26. Am 27. sogar bis zu -4,2°C. Es wurden in der letzten Dekade 5 Frosttage verzeichnet.

Der November war recht trüb und grau. Immerhin wurden 17 vollständig bedeckte Tage gezählt und nur 8 Tage heiter bis wolkig und 2 Tage mit vollständigem Sonneschein.

Oktober 2013

Bei einem Temperaturmittel von 11,7°C und einer Niederschlagssumme von 63,9 mm lasst sich der Oktober als überdurchschnittlich warm und feucht kennzeichnen. Damit war der zweite Herbstmonat 0,6° wärmer als normal und um 12,9 mm zu feucht.

Es wurden keine Sommertage mehr erreicht. Frost gab es keinen, lediglich leichten Bodenfrost in Muldenlagen (Talstation).Der erste Luftfrost, der statistisch gesehen um den 15. registriert wird, blieb demnach aus.

Der Monat begann mit einer Hochdruckwetterlage. In den Nächten war es schon empfindlich kühl und es konnte sich auf metallischen Gegenständen die erste Eisschicht bilden. Am Morgen des 2. Oktober gab es somit das erste Eiskratzen auf Autoscheiben. Am Tag gestaltete sich das Wetter sonnig und mit Temperaturen bis zu 17°C angenehm warm. Am 4. schlug das Wetter um und mit atlantischen Tiefausläufern kam milde Luft nach Mitteleuropa. Die Nächte blieben mit 10°C recht mild und auch am Tag stiegen die Temperaturen immerhin auf 18°C.

Ein typischer Regentag war der 5. An diesem Tag wurden sogar 26,7 mm gemessen, also 41,8% der monatlichen Gesamtsumme Regen. Bei stets bedecktem Himmel und kaltem Westwind regnete es fast ununterbrochen bis in die Morgenstunden des 6. Die Gesamtsumme bis dahin belief sich sogar auf 32,9 mm Regen. Damit fiel über die Hälfte des Monatsniederschlages innerhalb von 30 Stunden!

In den Folgetagen bis zum 13. sanken wieder die Temperaturen, zugleich wurde es trockener. Bis zur Mitte der letzten Dekade stiegen die Temperaturen stetig an. Mit wenigen Tagen Unterbrechung dominierte schönes, sonniges Herbstwetter. Der wärmste Tag war der 26. An diesem stieg die Temperatur auf 21,4°C. Das Minimum der Temperatur wurde am letzten Tag des Monats verzeichnet: 1,9°C.

An der Talstation gab es im Oktober gleich zweimal Frost! Der erste Frost wurde am 3. von 2 Uhr bis 8 Uhr Temperaturen im Frostbereich registriert, um 5 Uhr sogar bis zu -1,8°C. Der zweite Frost wurde am 31. registriert: Zwischen 1 Uhr und 9 Uhr lag die Temperatur durchweg im Frostbereich, diesmal sogar das Minimum um 8 Uhr bei -3,0°C! Ein Vergleich von Heim- bzw. Bergstation mit der Talstation verdeutlicht, wie groß die Kaltluftabflüsse im Tal und somit die Frostgefährdung in solchen Tal- und Muldenlagen ist. An den genannten Tagen betrug der Temperaturunterschied zwischen 4 und 6°, das heißt an der Bergstation wurde überhaupt kein Frost gemessen.

September 2013

Der September lässt sich bei einem Monatsmittel von 15,1°C und einer Niederschlagssumme von 62 mm als zu kühl und etwas zu feucht kennzeichnen. Damit war der erste Herbstmonat alles andere als ein Wonnemonat. Oft wird vom September gesagt, er sei der Mai des Herbstes! Doch weder der Mai im Frühling noch der Mai im Herbst waren in diesem Jahr Wonnemonate gewesen.

Immerhin konnten noch 4 Sommertage und sogar 2 Tropentage registriert werden. Denn der Monat begann sommerlich mit Temperaturen zwischen 20 und 30°C. Hierbei wurde mit 30,5°C am 5. die höchste Temperatur des Monats gemessen. In der Folge gab es eine deutliche Abkühlung. Es wurde wechselhaft und regnerisch. Insbesondere in der zweiten Dekade fiel Regen und es war oft wolkig oder gar bedeckt.

Am 18. verzeichnet das synoptische Tagebuch besonders viel Niederschlag: "Heute stets bedeckt und fast den ganzen Tag erheblicher, starker Regen." Die Regensumme für diesen Tag ergab stattliche 11,4 mm.

In der dritten Dekade konnte sich die Sonne wieder häufiger durchsetzen. In den Nächten wurde es aber teils schon empfindlich kühl. Die tiefste Temperatur wurde am Monatsletzten, dem 30., gemessen mit 5,6°C.

August 2013

Auch im letzten Sommermonat hielt das sommerliche Wetter weiter an. Wenngleich es etwas wechselhafter wurde, hatte man den Eindruck, dass es viele Sommertage gab. Dies war mit 15 Tagen der Fall, an 5 Tagen gab es sogar Temperaturen über 30°C. Die Monatsmitteltemperatur betrug 19,7°C und lag damit 1,6° über dem langjährigen Mittelwert.

Die Niederschlagssumme betrug 51 mm und lag damit nur knapp unter dem langjährigen Wert von 61 mm. In der zweiten Dekade strömte Kontinentalluft heran. Ein Azorenhoch sorgte für wolkenloses, sonniges Wetter. Es war sehr warm am Tag, dafür ungewöhnlich kühl in den Nächten (8-9°C). An der Talstation wurde in den Morgenstunden des 16. sogar nur eine Temperatur von 5°C gemessen!

In der letzten Dekade wurde es etwas wechselhafter, die Temperaturen blieben aber stets auf sommerlichem Niveau. Mit dem August konnte man zusammenfassend festhalten, dass der Sommer 2013 ein überdurchschnittlich warmer und trockener Sommer war!

Juli 2013

Der Monat begann standesgemäß mit Sommerwetter! Zu Monatsbeginn stellte sich eine Hochdruckwetterlage ein, die den ganzen Monat über anhielt. Sommerliches Wetter war die Folge. Ein Sommer wie im Bilderbuch. Dennoch dauerte es noch viele Wochen, bis dass die überfluteten Felder langsam abtrockneten. Viele Maisfelder, die unter Wasser standen, gedeihten nicht mehr. Die Pflanzen litten sichtbar unter Wasserstress und wuchsen in der Folge nicht mehr. Nur langsam erholte sich die Natur von der unterkühlten, verregneten Zeit der Vormonate.

Bei einem Monatsmittel der Temperatur von 22,7°C und einer Niederschlagssumme von nur 13,2 mm lässt sich der Juli als extrem trockener Monat und sehr warm kennzeichnen. Die Mitteltemperatur lag sogar 2,7° höher als in normalen Juli-Monaten. Somit war dies ein Bilderbuch-Juli. Die trockene Luft sorgte für wenig Gewitter und somit Starkregen. Es gab nur 2 nennenswerte Regenereignisse, am 2. und am 22. des Monats.

Insgesamt konnten 27 Sommertage und immerhin 8 Tropentage gezählt werden, das ist schon erheblich und betont den überaus warmen, sommerlichen Juli-Monat.

Juni 2013

Bei einer Monatsmitteltemperatur von 18°C und einer Niederschlagssumme von 47 mm lässt sich der Juni als zu kühl und etwas zu trocken kennzeichnen. Der klimatologische Sommerbeginn war ein völliger Fehlstart. Er begann mit Dauerregen. An den Flüssen von Donau und Elbe stieg das Wasser auf Rekordhöhen. Am 5. erreichte das Hochwasser an vielen Stellen Deutschlands die Scheitelhöhe.

In der Folge setzte sich zum ersten Mal in diesem Jahr stabiles Hochdruckwetter durch. Die Temperaturen stiegen in der zweiten Dekade an und zwar bis auf 35,6°C am 18. Nach monatelangem Regen, durchwachsenem Wetter und kühlen, bedeckten Tagen war diese Periode sehr angenehm. Aufatmen war angesagt. Am 19. wurde mit 38,2°C der bisher heißeste Tag des Jahres erreicht. Die Wohnungen waren überhitzt und selbst in der Nacht war es unerträglich heiß.

Das sommerliche Intermezzo hielt nicht lange an: In der letzten Dekade kühlte es deutlich ab. Am 15. gab es nur Temperaturen um die 15°C. Der lebhafte Wind aus West war sehr kühl.

Insgesamt konnten 11 Sommertage und sogar 3 Tropentage registriert werden.

Mai 2013

Die Hoffnung, dass auf einen kühlen April ein Wonnemonat Mai folgt, musste man in diesem Jahr aufgeben! Über den ganzen Monat zogen atlantische Tiefausläufer über Mitteleuropa hinweg. Sie brachten kühles Regen- und Schauerwetter mit. Die Temperaturen blieben unter den Erwartungen und normalen Werten: bei einem Monatsmittel von 12,7°C und einer Niederschlagsmenge von 134 mm lässt sich der Mai als zu kühl und deutlich verregnet bezeichnen. Es war somit um 2,6°C zu kalt und es gab 81 mm mehr Regen als im Durchschnitt.

Der Monat begann wechselhaft, es war häufig bedeckt mit vereinzelten Regenfällen. Sonnige Tage blieben die Ausnahme (5.-6. Mai). Trotz fortschreitender Blattentfaltung sahen die Bäume zu Monatsanfang immer noch "skelettartig" aus. Die Höchsttemperatur des Monats wurde am 5. Mai registriert. Bei viel Sonnenschein stieg an diesem Tag das Thermometer auf 24,8°C. Demnach wurde kein Sommertag im Mai registriert, aber auch kein einziger Tag mit Frost.

In der Folge wurde es wieder wechselhafter. Gegen Ende der zweiten Dekade fragte man sich wie so oft: "Wo bleibt der Frühling?" Zwar gab es vereinzelt schöne Tage, sie blieben aber die Ausnahme. Eine beständige Schönwetterlage wollte sich nicht einstellen. Es blieb der Eindruck eines kalten, verregneten Frühlings im Gedächtnis.

In der letzten Dekade wurde es sogar noch kälter. Die Eisheiligen kamen demnach um 10 Tage später. Frost wurde aber nicht registriert. Es mangelte an sternklaren Nächten, in denen die Luft hätte zusätzlich abkühlen können. Stattdessen regnete es sich ein. Am 19. regnete es insbesondere am Abend. Die Summe ergab 26,8 mm. In den Folgetagen regnete es fast pausenlos. Der Regen verstärkte sich gegen Monatsende. Am 29. wurde eine Regensumme von 30,5 mm gemessen. Am letzten Tag des Monats lautet der synoptische Eintrag: "Regen, Regen, Regen. Nur noch Regen ohne Pause. Es gibt kein Frühling und kein Sommer in diesem Jahr! Stets bedeckt und sehr kalt. Hochwasser im ganzen Land!"

April 2013

Bei einem Monatsmittel der Temperatur von 10,5°C und einer Niederschlagssumme von 60,2 mm lässt sich der April als zu kühl und verregnet bezeichnen. Die langjährigen Werte liegen bei 11,5°C und 35 mm. Es wurden noch 4 Frosttage verzeichnet, alle in der ersten Dekade und immerhin 3 Sommertage (alle in der zweiten und dritten Dekade.

Der Monat begann sehr kalt: Die Temperaturen lagen nur zwischen -2 und 12°C. Am 8. gab es am Morgen sogar noch leichten Frost mit Schneegriesel bis zum Mittag. Das Temperaturminimum des Monats wurde in dieser ersten Dekade gemessen: -2,7°C.

Ab der zweiten Dekade ging es dann endlich mit den Temperaturen bergauf. Betrug die Höchsttemperatur am 10. schon immerhin 16°C, so stiegen diese in den Folgetagen auf frühsommerliche 25°C. So konnten an 5 aufeinanderfolgenden Tagen Temperaturen über 20°C verzeichnet werden. Für die vielen trüben Tage und kühlen Temperaturen der Vormonate war das eine angenehme Entschädigung, wenn auch nur von kurzer Dauer.

Die Temperaturen gingen zum 19./20. wieder zurück um in der dritten Dekade wieder anzusteigen. Das Temperaturmaximum des Monats wurde am 24. mit 26,3°C erreicht. Der "Absturz" kam abrupt in den Folgetagen. Besonders in der Temperaturkurve erkennt man den markanten Sturz. Die Temperatur sank innerhalb eines Tags um fast 20°C.

Bis zum Ende des Monats blieb es regnerisch, stets bedeckt und mit Temperaturen zwischen 5-10°C.

Zum Monatsende war klar: Die Vegetation lag um gut zwei bis drei Wochen zurück. Die Forsythienblüte begann in diesem Jahr erst Anfang April. Die Vollblüte konnte erst am 12. beobachtet werden. Ebenso der Blattaustrieb der Stachelbeere. Magnolien und japanische Zierkirsche erblühten gegen 15. des Monats. Die Löwenzahn-Vollblüte wurde zwischen dem 22. und 26. erreicht. Gegen Monatsende erblühten die ersten Fliedersträucher. Der allgemeine Blattaustrieb an den Bäumen erfolgte kurz vor Monatsende. Bis zur vollen Blattentfaltung dauerte es aber noch eine Woche über den Monat hinaus.

März 2013

Wie erwartet, war der erste Frühlingsmonat mit einer Mitteltemperatur von 3,5°C zu kalt gewesen. Aber nicht nur das: er war auch sehr trocken. Nur 32,5 Millimeter Niederschlag wurden registriert.

Zu Beginn des Monats wurde zwar eine erste frühlingshafte Erwärmung spürbar, sie sollte aber nur von kurzer Dauer sein: ab der zweiten Dekade übernahm das Skandinavienhoch die Herrschaft und es übte seine Dominanz noch bis in den April aus. Das Hoch behielt über den gesamten Monat seinen Einfluss auf Mitteleuropa und sorgte mit arktischer Kaltluftzufuhr nach Mitteleuropa für frostige Temperaturen. Es gab seit dem 10. März keine Höchsttemperaturen mehr über 10°C!

Das ist sehr ungewöhnlich, aber nicht aussergewöhnlich. Wir haben uns nur in den vergangenen Jahren daran gewöhnt, dass es spätestens im zweiten Märzdrittel warm wird. Und dies blieb eben in diesem Jahr aus. Der Deutsche Wetterdienst verkündete: "Es war der kälteste März seit 130 Jahren" Der März des Jahres 1996 hingegen war in Gundersheim sogar geringfügig kälter gewesen als dieser Monat (-0,1°C).

Der Monatsverlauf dieser beiden Monate März (1996/ 2013) war sehr indifferent: Im Jahr 1996 war es in der ersten Monatshälfte kalt, es wurde aber dann wärmer in der zweiten Monatshälfte. Im Jahr 2013 war dies umgekehrt: in der ersten Monatshälfte wurde es kurz warm und dann markant kälter. Dies ist sehr ungewöhnlich und dies führt auch gerne zu der übertrieben dargestellten Sensation, der März wäre eben besonders kalt gewesen. Wie gesagt, er war nicht kälter als im Jahr 1996 und das ist gerademal 17 Jahre her.

Vergleich der Mitteltemperaturen von 1996 und 2013 Monat März
Subjektiv mag der März infolge der langen Wintersequenz kalt und eisig einzustufen sein. Betrachtet man aber die in der Vergangenheit oft lang andauernden Winter, ist dieser Winter nicht anders als normal einzustufen. Es kommt eben darauf an, auf welchen Bezugswert man sich bezieht. Und dieser Bezugswert ist eben auch nur ein "momentan" gemessener Wert: Klima ist auch als momentan zu werten, besonders wenn mann die Perioden vergangener 30-jähriger Jahre miteinander vergleicht.

Es bleibt die Frage: "Wo ist die Klimaerwärmung abgeblieben?" Die Medien verkündeten, die Klimaerwärmung sei im Rückschritt, eben wegen diesem kalten Winter. Das ist nicht richtig. Ebenso ist es nicht richtig, der Klimaerwärmung nun eben genau diesen Schritt zuzumuten: eisige Kälte! Einzig und allein stimmt: Woher der Wind weht, der unser Wetter regiert. Und weht der Wind länger aus Nordost, dann haben wir es mit kaltem Wetter zu tun. Und wenn diese Winde länger anhalten, dann muss man mit einer "Klimaerkaltung" vorlieb nehmen. Ebenso ist es umgekehrt (wie es in der Vergangenheit der Fall war): Weht der Wind aus Südwest bis West (atlantische Tiefausläufer), dann ist es mild und regnerisch und wir werden von milden Temperaturen, selbst im Winter, verwöhnt.

Subjektive Menschen verkennen diese Logik. Man meint immer, das Wetter müsse sich nach den Mittelwerten richten. Das tut es jedoch nicht. In unseren Breiten werden die Luftmassen (tropisch + arktisch) miteinander vermischt. Und das noch zusätzlich zufällig nach den Gesetzen der globalen Strömung. Von daher ist jeder Monat eines Jahres anders als der Monat des Vorjahres. Es gibt in den mittleren Breiten keine Gesetzmäßigkeit, in die sich das Wetter pressen lässt!

Nun nochmal zu den Fakten: Der März war mit einem Monatsmittel von 2,7°C um 3,7° zu kalt. Dies wird deutlich, wenn man die Anzahl der Frosttage hinzuzieht: an 20 Tagen gab es Frost. Ein Eistag wurde sogar gezählt: es war der 11. März, an dem es besonders kalt war und das Quecksilberthermometer nicht über 0°C stieg.

Der Monat begann sehr frühlingshaft. Nach der Februarkälte sollte endlich der Vorfrühling einziehen. Für ein paar Tage war dies der Fall: Bis zum 6. und 7. stiegen die Temperaturen bis auf 15,6°C. Es waren die einzigsten Tage der Frühlingsgefühle. Es ging eisig weiter: ab dem 8. sanken die Temperaturen rapide. Es gab durchweg nur noch Frosttage, ein kleines "Zwischenhoch" brachte zwar mal Temperaturen über 5°C aber sonst nicht mehr. In der Folge sanken die Temperaturen sogar noch, am Monatsende bewegte man sich auf einem Temperaturniveau von gerade mal 2,5°C.

Der Niederschlag von 32,5 Millimeter gilt als normal im Vergleich zu den langjährigen Werten. Zu diesen "normalen" Werten gelangt man aber nur, wenn man die in diesem Monat häufigste Niederschlagsart auswertet: Schnee. Es schneite sehr oft. Digital registrierende Geräte versagen in diesen Situationen. Synoptische Beobachtungen können hier aushelfen: Einer der schneereichsten Tage im März war Dienstag, der 12. März. An diesem Tag hieß der synoptische Eintrag: "Ein hochwinterlicher Frühlingstag. Am Morgen 3 cm Schnee. Kehren ist angesagt. Den ganzen Tag über immer wieder Schneefall. Große Schneeflocken. Besonders ab 15 Uhr stark einsetzender Schneefall, anhaltend. Leichter Dauerfrost. Starke Verkehrsbehinderungen. Auf A45 Massenkarambolage mit 100 Fahrzeugen! Hochwinter in ganz Deutschland. Fast 10 cm Schnee in Gundersheim, bis zu 10 cm hoch. In Worms, Ludwigshafen und Mannheim weniger Schnee (3-5 cm). Stets bedeckt und grau. Stratus-Wolken. Leichter Wind aus Nord."

Die Entwicklung der Pflanzen im März ging trotz der tiefen Temperaturen weiter: am 5. des Monats wurde die Cornus-Blüte erstmals sichtbar, hellgrüne Fuchsschwänze. Am 10. März konnte verzeichnet werden: "Die Forsythien-Blüten sind dicker geworden!" Lange tat sich nichts infolge der Kälte, doch dann am 22.: "Erste Forsythienblüten trauen sich heraus. Weidenkätzchen Vollblüte." Und bis zum Ende des Monats tat sich infolge der kühlen Witterung nicht mehr viel.

Bemerkenswert ist die hohe Anzahl von Frosttagen im März (20) sowie die häufigste Niederschlagsform: Schnee. Selbst am letzten Monatstag schneite es. Am Morgen des Ostersonntag, des 31. März, schneite es und es war mit frostig kalt. Damit war der letzte Weihnachtsabend 2012 mit 13,6°C sehr mild, eine Temperatur, die wir uns sicherlich gerne wieder wünschen würden in diesen eisigen Tagen!

Vorausschau: Der Frühling lässt sich nicht aufhalten! Er wird kommen, das ist sicher. Aber eines lehrt uns diese zufällige und jederzeit mögliche Wettersituation: Die Sonne hat nur wenig Kraft, wenn der Wind aus Nord weht. Dann ist es kalt. Weht der Wind aus Süd dann ist es warm (auch im Winter!).

Der wärmste Tag war der 6. März mit einer Höchsttemperatur von 15,6°C. Das Minimum wurde am 14. mit -7,6°C registriert.

Winter 2012/13

Der vergangene Winter lässt sich - entgegen aller Erwartungen und subjektiven Empfindungen - als durchschnittlich bezeichnen. Das errechnete Temperaturmittel lag nur unwesentlich über dem langjährigen Durchschnitt. Die Niederschlagssumme lag auch nur unwesentlich über dem langjährigen Mittel. Die Mitteltemperatur betrug 1,9°C (langjährig: 1,4°C). Die Niederschlagssumme ergab 118,8 mm (langjährig: 106 mm).

Auffällig hoch ist die Anzahl trüber Tage. Dezember = 23 Tage, Januar = 28 Tage, Februar = 20 Tage; insgesamt also 71 Tage von 90 Tagen. Es gab insgesamt 46 Tage mit Frost (von 90) und 15 Eistage.

Februar 2013

Der im langjährigen Mittel gesehen kälteste Wintermonat war mit 0,6°C auch durchschnittlich kalt gewesen. Nur 0,3° über dem langjährigen Mittel betrug die Temperatur. Die Niederschlagssumme von 20 mm liegt etwas unter dem Durchschnitt (26 mm).

Immerhin wurden 19 Frosttage erreicht, aber nur 3 Eistage.

Der Monat begann mild mit Temperaturen zwischen 0 und 9°C. Am 1. wurde die höchste Temperatur gemessen: 9,1°C. Ab dem 6. gingen die Temperaturen zurück. Am 10. wurde die tiefste Temperatur erreicht: -6,9°C.

Die Frosttemperaturen weilten nicht lange. Am 15. setzte Frostmilderung ein. Der kurzen Milderung folge nach wenigen Tagen wieder Frost. Insbesondere sei der 23. erwähnt: An diesem Tag lautet der synoptische Eintrag: "Heute stets bedeckt, 8/8 Stratus und seit Morgen beginnender einsetzender Schneefall. Recht winterlich und über Tag kälter. Dauerfrost. Kalter Nord-Wind."

Gegen Monatsende setzte erneut eine leichte Milderung ein, der Schnee taute weg. Im letzten der Wintermonate wurden 11 Tage mit Schneefall gezählt. An 12 Tagen lag eine geschlossene Schneedecke auf den umliegenden Feldern.

In der Phänologie ließen sich folgende erste Beobachtungen machen: Am 7. zeigten sich bei den Weidenkätzchen-Knospen die erste Sichtbarkeit des langsamen Öffnens. Singvögel, insbesondere Kohlmeisen zwitscherten vermehrt und hörbar. Am 17. konnten in Gärten die ersten Krokusse gesichtet werden.

Auch im Februar fiel die hohe Anzahl von trüben Tagen auf: An immerhin 20 Tagen war es monoton trüb und stets bedeckt (Stratus-Wolkenschicht). An den restlichen 8 Tagen war es wolkig oder sogar mal sonnig (nur 2 Tage).

Januar 2013

Der zweite Wintermonat im Winter 2012/13 lässt sich bei einer Durchschnittstemperatur von 1,9°C und einer Niederschlagssumme von 30 mm als etwas zu warm und durchschnittlich feucht beurteilen. Die langjährigen Werte liegen bei 1,3°C und 31 mm Regen.

Der Monat begann mit Temperaturen zwischen 2 und 11°C relativ mild. Erst ab dem 9. setzte eine merkliche Abkühlung ein. In den Folgetagen floss arktische Kaltluft ein und die Temperaturen sanken unter den Gefrierpunkt. Ab dem 13. herrschte Dauerfrost.

Bis zum 24. herrschte mit wenigen Ausnahmen Dauerfrost. Insbesondere liest sich der Tagesbericht vom 20. wie eine Sensation: "Am frühen Morgen einsetzender Regen, der sich im Lauf des Tages verstärkt, Blitzeis. Regen gefriert am Boden und an Pflanzen. Alle Pflanzen und Gegenstände mit einer 5 mm dicken Eisschicht überzogen. Leichter Dauerfrost. Stets bedeckt, 8/8 Stratus. Nur leichter Hauch aus Nordost. Gegen Abend geht der Regen wieder in Schnee über."

Die Ursache für den gefrierenden Regen war ein Mittelmeer-Tief, das in der Höhe milde und sehr feuchte Luft heranführte. Am 24. Januar wurde die tiefste Temperatur des Monats gemessen: -6,6°C. Erst am 26. setzte Frostmilderung ein und die Temperaturen stiegen über den Gefrierpunkt. Am Monatsende wurde die höchste Temperatur gemessen: 13,5°C.

Die monatliche Niederschlagssumme von 30 mm ist recht durchschnittlich. Beachtenswert ist die Anzahl trüber Tage: mit Ausnahme von 3 Tagen war der Januar bedeckt und mit einer monotonen Stratusschicht überzogen.

Es wurden 15 Frosttage gezählt und immerhin 9 Eistage, Tage, an denen die Temperatur nicht über Null Grad Celsius stieg. Tage mit Schneefall gab es 7 und 8 Tage an denen eine geschlossene Schneedecke lag.

Dezember 2012

Der erste Wintermonat lässt sich bei einem Temperaturmittel von 3,3°C und einer Niederschlagssumme von 69 Millimeter als zu warm und verregnet kennzeichnen. Die langjährigen Werte liegen bei 1,9°C und 38 mm Regenmenge.

Betrachtet man das Monatsdiagramm, dann fällt auf, dass der Monat Dezember zweigeteilt war: in eine erste frostige Hälfte und eine milde zweite Hälfte. Am 13. wurde mit -9°C das Minimum des Monats gemessen, das Maximum wurde in der zweiten Hälfte gemessen und zwar am 24. mit 14°C. Gerade an Weihnachten war es ungewöhnlich warm gewesen. Das Weihnachtstauwetter ist berühmt und gefürchtet aber das hätte keiner erwartet, zudem es nicht viel geschneit hatte. Die Bauernregeln treffen doch gut zu. Bis zum Jahresende blieb es mild.

Die Regensumme von 69 Millimeter ist recht beträchtlich und liegt darin begründet, dass es insbesondere in der zweiten Monatshälfte regnete. Und zwar recht beträchtlich. Verursacht wurden die heftigen Regenfälle durch atlantische Tiefausläufer.

12 Frosttage wurden gezählt und 3 Eistage.

November 2012

Der letzte Herbstmonat lässt sich bei einer mittleren Temperatur von 5,7°C und einer Niederschlagssumme von 54 mm als etwas zu warm aber deutlich verregnet kennzeichnen.

Betrachtet man das Monatsdiagramm dann wird deutlich, dass der November ein recht unscheinbarer Monat war. Es gab kaum große Temperaturdifferenzen.

Eine antizyklonale Wetterlage blieb aus, von daher gab es auch nur 3 Frosttage zu verzeichnen. Regentage gab es 7 Tage.

Oktober 2012

Der Oktober war bei einer mittleren Temperatur von 9,7°C und einer Niederschlagssumme von 48,5 Millimeter um 1,4 K zu kühl und um 3 Millimeter zu trocken.

Der Oktober begann sehr wechselhaft. Am 1. wurde im synoptischen Tagebuch vermerkt: " Heute meist bedeckt aber trocken. Gegen Abend auflockernde Bewölkung. Leichter Wind aus West. Mond im Osten aufgehend. Sternenklare Nacht."

Trotz der teils sternenklaren Nächte war es recht mild. Im ersten Drittel des Monats wurde nur einmal der Frostpunkt erreicht: am 8. An diesem Morgen war Scheibenkratzen angesagt. Der Regen vom Vortag war sogar sehr lästig, da er die Türschlösser zugefror. Resultat war dickes Eis auf den Scheiben und in den Schlössern der Autos.

In der zweiten Dekade ging das Wetter wechselhaft und mild weiter. Am 19. wurde die höchste Temperatur des Monats erreicht: 22°C. Der Wettereintrag zu diesem Tag lautet wie folgt: "Am Morgen rosaroter Himmel Sc 4/8 Ac und schöner Sonnenaufgang. Ab 11 Uhr wolkenlos, ein goldener Herbsttag. Warm und windstill. Am Abend sternenklar. Die Blätter sind gelb und rot gefärbt."

Im letzten Drittel gingen die Temperaturen deutlich zurück. Die Temperaturen sanken nach und nach von 20°C auf 0°C am 29. An diesem Tag wurde auch die niedrigste Temperatur des Monats gemessen: -5°C.

Die Niederschlagssumme von 48 mm liegt leicht unter dem Durchschnitt. Die Anzahl der Regentage (10) liegt jedoch im langjährigen Durchschnitt. Der Oktober war damit etwas unterdurchschnittlich temperiert sonst aber normal.

September 2012

Der September ist der Mai des Herbstes! In diesem Jahr traf dieser Satz zu. Bei einem Monatsmittel der Temperatur von 15,6°C und einer Niederschlagssumme von 28,3 mm war der erste Monat des Herbstes um 1,1° zu warm und um fast 40% trockener als ein normaler September. Es konnten noch 8 Sommertage und sogar ein Tropentag registriert werden. Regentage gab es 9 an der Zahl. Die Niederschlagsintensität war mit 3,1 mm pro Regentag recht gering. Der September war der Monat im Jahr 2012 mit dem höchsten Niederschlagsdefizit (-39,9%).

Der Monat begann sommerlich: bei viel Sonne stiegen die Temperaturen am 4. bis auf 26,6°C. Die Nächte waren allerdings schon recht kühl und der reichliche Tau in den Morgenstunden zeugte schon von der fortgeschrittenen Jahreszeit.

Das Hoch Dennis heizte nochmal richtig ein und brachte bis zum 10. des Monats sommerliches Wetter. Am 10. wurde die Höchsttemperatur des Monats gemessen: 30,6°C.

Am 11. fand die Schönwetterperiode abrupt ein Ende. Fortan war es bewölkt und deutlich kühler. Die Temperaturen sackten um fast 15°C ab. In den folgenden Tagen erwärmte sich wieder die Luft auf über 20°C. Es herrschte ruhiges Herbstwetter vor. Die Nächte waren besonders sternenklar.

Ab dem 18. strömte sehr trockene Luft heran. Dies führte zu besonders kühlen Nächten. Am 20. wurde erster, leichter Bodenfrost registriert. Die Lufttemperatur betrug am Morgen in 2 m Höhe nur 4,8°C. Es war das absolute Temperaturminimum im Monat September.

In der letzten Dekade gestaltete sich das Wetter besonders wechselhaft. An 10 Tagen gab es immerhin 7 Regentage. Es war oft bewölkt oder trüb und regnerisch. An einem Tag wurde ein Gewitter registriert. Es war der 24. An diesem Tag herrschte kräftiger Wind und es gab einige Schauer.

August 2012

Der August war der wärmste Sommermonat. Mit einem berechneten Temperaturmittel von 21,1°C läßt sich der August sogar als deutlich zu warm kennzeichnen. Das langjährige Mittel liegt bei 18,0°C und damit war der letzte Sommermonat um 3,1° zu warm. Die monatliche Niederschlagssumme lag bei 69,4 mm (mittlere Summe: 61 mm). Damit war der August zu warm und hygrisch normal.

Beachtlich ist aber die Niederschlagintensität. Es regnete an nur 7 Tagen (N>0). Daraus errechnete sich eine Niederschlagssumme von 11,6 mm pro Regentag. Das ist außergewöhnlich hoch. In den Monaten zuvor lag die Niederschlagsintensität zwischen 3 und 5 mm pro Regentag.

Der August begann sehr sommerlich. Bei Temperaturen über 30°C und viel Sonnenschein herrschte trockenes Hochdruckwetter vor. Am Abend des 6. gab es ein Gewitter mit kurzem, heftigem Regen. In den nächsten Tagen blieb es kühler, es wurden nur noch zwischen 20-25°C Höchsttemperatur registriert.

In der zweiten Dekade des Monats setzte eine kontinuierliche Erwärmung ein, die ihren Höhepunkt am 15. fand: an diesem Tag, es war Maria Himmelfahrt, kletterte die Temperatur bis auf 31,3°C. Ein Gewitter brachte Regen und Abkühlung, die aber nur von kurzer Dauer war. In den folgenden Tagen kletterten die Temperaturen auf über 35°C. Der 19. war der heißeste Tag des August und dieses Sommers: 35,3°C. Die Luft stand geradezu und selbst in der Nacht kühlte das Thermometer kaum ab. Es war unerträglich heiß. Eine Tropennacht: am Morgen war die Temperatur nur auf 21,4°C abgesunken.

In der letzten Dekade ging der Trend der Temperaturen nach unten. Auch die Nächte wurden angenehm kühl, sodass richtig durchgelüftet werden konnte. Am 27. wurde mit 11,2°C die kühlste Temperatur des Monats gemessen.

Insgesamt bewegten sich die Temperaturen in diesem August auf recht hohem Niveau. Dafür sorgte die aus Südwest herangeführte warme Luft, die fortwährend in den 3 Dekaden nicht abriss. Eine längere, stabile Hochdruckwetterlage hingegen blieb aus.

Es konnten 22 Sommertage und 6 Tropentage registriert werden.

Juli 2012

Der Juli führte das wechselhafte Wetter des Vormonats fort. Der zweite Sommermonat lässt sich bei einem Temperaturmittel von 19,6°C und einer Niederschlagssumme von 66 mm als relativ normal temperiert und durchschnittlich feucht kennzeichnen. Somit war der Juli nur um 0,8° kühler als im Durchschnitt. Der Niederschlag lag fast genau im langjährigen Mittel.

Ermittelt wurden 12 Sommertage und immerhin 5 Tropentage. 13 Regentage verteilen sich gleichmäßig auf den Monat. Das wechselhafte Wetter wurde nur durch eine Hochdruckwetterlage in der letzten Dekade des Monats unterbrochen. Vom 24.-27. wurden sogar Temperaturen über 30°C erreicht. Das Maximum wurde am 27. mit 34,4°C erreicht.

Die Nächte waren insbesondere um die Monatsmitte und zu Beginn der letzten Dekade recht kühl. Die Fenster mussten geschlossen bleiben, ansonsten wäre ein Heizen in dieser Zeit unumgänglich gewesen.

Juni 2012

Bei einem Temperaturmittel von 17,5°C und einer Niederschlagssumme lässt sich der erste Sommermonat als deutlich zu kühl kennzeichnen. Es war um 2,2° zu kühler als im langjährigen Mittel. Die Monatsniederschlagssumme von 74,5 mm liegt hingegen im langjährigen Schnitt. Lediglich ein Niederschlagsplus von 13% errechnete sich. Das ist aber unwesentlich, denn die Niederschlagssummen unterliegen stets großen Schwankungen infolge der in dieser Jahreszeit erhöhten Gewittertätigkeit. Die Anzahl der Regentage ist mit 13 Tagen jedoch sehr hoch. Zu Recht kann man von einem durchwachsenen Monat mit häufigem Regen sprechen.

Innerhalb des Monats konnte sich keine einzige Hochdruckwetterlage aufbauen. Atlantische Tiefausläufer brachten beständig feucht-kühle bzw. feucht-warme Luftmassen mit sich. Diese sorgten für ein ständiges Auf und Ab bei den Temperaturen. Zudem waren die Nächte mit Temperaturen unter 15°C recht frisch. Das Temperaturminimum wurde am 5. mit 7,8°C erreicht (Tal: 6,4°C). Eine stabile Wetterlage mit länger andauernden Trockenphasen blieb aus. Die Kühle des Juni wird auch deutlich an der geringen Anzahl von Sommer- und Tropentagen. So stieg das Thermometer nur an 7 Tagen über die 25°C-Marke. Und nur an einem einzigen Tag wurden über 30°C erreicht. Es war dies der 28. Juni (30,6°C). In den letzten Tagen des Monats war es sommerlich warm mit Temperaturen zwischen 15 und 30°C.

Mai 2012

In diesem Jahr kamen die Eisheiligen pünktlich! Mit dem 12. (Pankratius) kam eine deutliche Abkühlung daher, die noch intensiver empfunden wurde weil es am Vortag mit über 30°C richtig heiß war.

Der Mai lässt sich bei einer Durchschnittstemperatur von 16,8°C und einer Niederschlagssumme von 37 mm als warm und trocken kennzeichnen. Somit war der Monat um 1,4 K wärmer als normal und nur 79% der sonst üblichen Regensumme wurde erreicht (100% = 47 mm).

Der Monat begann mit einigen frühlingshaften Tagen mit Temperaturen über 20°C. Am Abend des 4. zog von West ein Gewitter heran, welches für die Folgetage deutliche Abkühlung brachte. Ab dem 10. brachte Hochdruckeinfluss heiteres und sonniges Wetter. Die Temperaturen stiegen am 11. bis auf 30,4°C. Damit wurde der zweite Tropentag des Jahres registriert. Am Abend dieses Tages kehrten die Eisheiligen ein. Ein Gewitter brachte deutliche Abkühlung, verbunden mit einem Starkregen von 12,5 mm. Am 13. (Servatius) gab es an der Talstation sogar noch einmal Frost (0°C). So mancher Autofahrer musste hier das letzte Mal in der Saison die Scheiben freikratzen.

Auch in den Folgetagen blieb es unangenehm kühl. Insbesondere der Wind, der stetig aus NW wehte, wurde als unangenehm kalt empfunden. Das wechselhafte "Aprilwetter" der Eisheiligen dauerte an bis zum 18. Danach erfolgte ein starker Temperaturanstieg. In der letzten Dekade blieb es dann bis zum Monatsende vorsommerlich warm mit Temperaturen über 25°C. Das Temperaturmaximum des Monats wurde am 23. erreicht mit 30,6°C.

Insgesamt wurden 13 Sommertage erreicht und sogar 3 Tropentage. Mit nur 9 Regentagen und einer Regensumme von 37 mm war der Mai recht trocken.

April 2012

Bei einem Monatsmittel der Temperatur von 9,8°C und einer Niederschlagssumme von 25 mm lässt sich der Frühlingsmonat April als kühl und etwas zu trocken kennzeichnen. Damit war der zweite Frühlingsmonat um 1,7°C zu kühl und um 10 mm zu trocken.

Verdeutlicht wurde die Kühle des April durch die kalten Ostertage, die am 8. und 9. nur Temperaturen von 2-10°C brachten. Damit waren die vergangenen Weihnachtstage nur unwesentlich kühler als Ostern!

Auf die kalten Tage waren die Landwirte schon vorbereitet. Am 2. wurden die Apfelplantagen mit Wasser besprüht um sie gegen den Frost zu schützen.

Der Monat begann mit einigen schönen, sonnigen Tagen, bevor am 7. mit einem kalten Nordwind eine deutliche Abkühlung erfolgte. Es folgten dann die kühlen Ostertage, bevor am 12. eine Erwärmung erfolgte, die ihren Höhepunkt am 13. und 14. erreichte (15,1°C bzw. 16,2°C). In den Folgetagen gingen die Temperaturen wieder zurück, am Morgen des 17. wurde die niedrigste Temperatur des Monats gemessen: -0,3°C. Scheibenkratzen war angesagt. Ab dem 19. prägten häufig wechselnde Wolken das Bild; mächtige Haufenwolken (Cumulus congestus) konnten beobachtet werden. In der Folge herrschte sehr wechselhaftes und typisches Aprilwetter vor. Sonne wechselte mit häufigen Regenschauern/ Graupelschauern ab.

Am 22. wurde sogar ein Gewitter mit Graupel und starkem Regen registriert. Das wechselhafte Aprilwetter dauerte bis zum 27. an. Am 28. wurde der erste sonnige und sehr warme Frühlingstag erreicht, ein Frühlingstag auf den man sich so lange gesehnt hatte. Es wurde bis zu 30,5°C warm. Fast konnte man es nicht glauben, dass eine so hohe Temperatur erreicht wurde, nach den so kühlen Vortagen. Der Tropentag vom 28. wurde zum Monatsende nicht mehr übertroffen.

Die Vegetation erblühte weiter im zweiten Frühlingsmonat. Vom 9.-13. erblühten die Pflaumenbäume. Die Forsythien- Vollblüte wurde erreicht. Die Löwenzahnblüte schritt weiter voran, die Zeilen zwischen den Weinbergen blühten alle in herrlich gelben Farben. Ab dem 20. setzte das Blättertreiben der Bäume ein und gegen Monatsende konnte man behaupten: Die Bäume haben alle Blätter!

Mit der Ausnahme vom 28. (Tropentag) gab es nur noch einen Tag, der als Sommertag gelten kann: der Monatsletzte mit einer Temperatur von 26,1°C.

Die Verdunstungssumme im April betrug 0,4 mm. Nur zwei Frosttage wurden erreicht. Allerdings gab es 5 Tage, an denen es leichten Bodenfrost gab.

März 2012

Als Vorfrühlingsmonat zeigte sich der März in diesem Jahr von seiner schönsten Seite. Viele heitere Tage (insgesamt 18 Tage) mit Sonnenschein ließen das Temperaturmittel ungewöhnlich hoch steigen. Das Monatsmittel der Temperatur errechnete sich zu 9,3°C. Damit war der Monat um 2,9°C wärmer als sonst.

An nur 3 Regentagen wurde eine Niederschlagssumme von 11 mm erreicht. Damit führte der März die trockene Witterung des Vormonats fort. Betrug das Niederschlagsdefizit im Februar ganze 80%, so waren es im März immerhin noch 70%. Insbesondere in der im ersten Frühlingsmonat beginnenden Vegetationsperiode werden die Niederschläge dringend in der Landwirtschaft benötigt. Bleiben diese aber weiter aus, ist mit Engpässen in der Wasserversorgung der Kulturpflanzen zu rechnen.

Die geringe Anzahl von Regentagen, verbunden mit einer hohen Anzahl heiterer Tage waren für das hohe Temperaturmittel verantwortlich. Der Monat begann recht kühl und mit sehr geringen Temperaturgegensätzen. Die ersten Tage waren grau und trüb. Gerade nach dem kalten Vormonat sehnte man die ersten schönen Tage herbei. Am 4. wurden viele Gänse gesichtet, die in Richtung Norden zogen, ein Indiz auf den bevorstehenden Frühling. Das Haselnuss-Stäuben der Haselnuss-Kätzchen setzte sich fort, diese spreizten sich zu Monatsbeginn. Die Felder mit Wintergetreide färbten sich langsam grün. Die anhaltende Trockenheit im Februar hatte diese gelb gefärbt.

Der erste schöne Frühlingstag war der 7. März. An diesem Tag gab es am Morgen leichten Frost, Scheibenkratzen war angesagt. Doch dann folgte ein heiterer Tag mit viel Sonnenschein. Es wurde bis 9,9°C warm. Am 9. wurden sogar 11,9°C erreicht. Zum Beginn der zweiten Dekade konnte beobachtet werden, wie die Knospen von den Forsythiensträuchern ganz dick wurden. Aber nicht nur Forsythien sondern auch die Knospen von Johannis- und Stachelbeeren wuchsen.

Ab dem 15. sorgte Hoch "Gulliver" für viel Sonnenschein. Zwar war es am Morgen noch frostig und die Autofahrer mussten ihre Scheiben nochmals freikratzen, doch am Mittag wurden schon angenehme Temperaturen registriert, am 15. bis zu 16,1°C und am 16. sogar bis 21,4°C. Am 17. brach das Hoch "Gulliver" zusammen und so konnte am 18. eine Kaltfront im Lauf des Tages auf Mitteleuropa übergreifen. Der 18. war ein grauer, trüber Tag mit kaum erwähnenswerten Temperaturunterschieden, dafür aber leichtem Regen (3,5 mm). An diesem grauen, trüben Tag wurde die erste offene Forsythienblüte registriert! Das Öffnen der Forsythienblüten erfolgte dann am 21. Am 23. war dieser Prozess abgeschlossen, alle Forsythien blühten. Viele Bäume erblühten in weißen Blüten. Erste Blätter an Sträuchern. Die Vollblüte der Forsythien war mit dem 27. erreicht.

In der letzten Dekade gab es einige schöne Frühlingstage. Mit dem 20. und damit dem astronomischen Frühlingsbeginn (Tag- und Nachtgleiche) begann Hoch "Harry" seinen Einfluss auf unseren Raum auszudehnen. In der Folge stiegen die Temperaturen an. Fortan waren die Nächte auch nicht mehr so kalt. Es wurde bis zum Monatsende kein Nachtfrost mehr registriert. Am 25. wurde die höchste Temperatur des Monats gemessen mit 22,5°C. Bis zum 28. hielt das Strahlungswetter mit viel Sonnenschein und leichtem Ostwind an. Immerhin wurden damit 7 Tage mit Tageshöchstwerten von über 20°C erreicht. Die letzten drei Tage des Monats waren deutlich kühler und bewölkt, konnten aber den Eindruck eines überdurchschnittlichen, ja ungewöhnlich warmen März nicht mehr nehmen. Zum Monatsletzten trugen alle Sträucher Blätter.

Februar 2012

Der letzte Wintermonat dieses Winters 2011/12 läßt sich als kalt und extrem trocken kennzeichnen. Bedingt durch die hohe Anzahl an Frosttagen (18) und Eistagen (12) lag das Monatsmittel der Temperatur von -1,3°C um 1,6° unter dem langjährigen Durchschnitt! Dass der Monat im Mittel gesehen nicht noch kälter war, verdanken wir den milden Temperaturen insbesondere in der letzten Dekade.

Es läßt sich eine deutliche Zweiteilung der Witterung im Februar erkennen: eine erste Hälfte, geprägt von östlichen Winden mit kontinentaler Kaltluft aus Russland. Das Hoch "Dieter" war dafür verantwortlich. Es lag über zwei Wochen stationär über Nordosteuropa und führte die kontinentale Kaltluft nach Mitteleuropa. Nicht nur in Deutschland wurden rekordartige Minustemperaturen gemessen, sondern selbst in Spanien und Italien. Und auf den Balearen fiel sogar Schnee, ein äußerst seltenes Ereignis. Die tiefste gemessene Temperatur des Monats wurde in den Morgenstunden des 7. gemessen: -15,1°C.

Der Frost hielt unsere Region fest im Griff, bis das Hoch "Dieter" zusammenbrach. Dies war am 13. des Monats der Fall. Atlantische Tiefausläufer, die infolge der Blockade des Hochs in den letzten Wochen nördlich vorbei geleitet wurden, konnten nun auf Mitteleuropa übergreifen.

In der Folge stiegen die Temperaturen an: Zunächst gab es eine Frostabschwächung, am 14. stiegen die Temperaturen wieder erstmals in den positiven Bereich. Nach einem kurzen Intermezzo abermaliger Kaltluft aus Norden stiegen die Temperaturen erneut an. Am 22. Februar (Aschermittwoch) verzeichnete man gar einen ersten "schönen, sonnigen" Tag.

Die folgenden Tage waren im Vergleich zu den vergangenen Wochen sehr mild und dies wurde von der heimischen Vogelwelt direkt quittiert durch verstärktes Vogelgezwitscher. Allen voran die Kohlmeisen verkündeten, dass der Frühling nicht mehr weit sein kann. Am 25. konnte zu allererst das Stäuben der Haselnuss-Kätzchen verzeichnet werden, am 27. wurde beobachtet, dass sich die Kätzchen der Weiden silbrig aus den Knospen wagen, erste sichere Anzeichen des nahenden Frühlings. Die höchste Temperatur des Monats wurde am 25. gemessen mit 13,1°C.

Was die Niederschläge angeht, so war der Februar sehr trocken gewesen. Außer 3 kleinen Niederschlagsereignissen am 14./15. und 19. gab es keinen nennenswerten Niederschlag. Teils gingen die geringen Niederschläge als Schnee (14. und 15.) einher bzw. als Graupelschauer (19.).

Auffallend waren die gelbgrünen bis hellbraun gefärbten Felder in der Landwirtschaft. Die extrem große Trockenheit wurde verschärft durch den strengen Frost in der ersten Monatshälfte. Es fehlte eine geschlossene Schneedecke, die den Boden hätte schützen können vor Austrocknung. Unter der starken Trockenheit litt das Wintergetreide, es verfärbte sich entsprechend. Erfahrungsgemäss erholt sich die Frucht wieder, wenn in der Folge die Niederschläge normal ausfallen.

Januar 2012

Der Januar läßt sich mit der errechneten Durchschnittstemperatur von 3,3°C und der Regensumme von 39 mm als überdurchschnittlich warm und nass kennzeichnen. Die langjährigen Werte liegen bei 1,3°C und 31 mm (statistische Werte der DWD-Station Worms).

Das Jahr begann sehr mild. In der Neujahrsnacht wurden Temperaturen um die 10°C erreicht. Am Folgetag (2.) wurde die höchste Temperatur des Monats registriert: 12,8°C. Am 5. zog das Sturmtief "Andrea" über Deutschland und brachte heftigen Sturm mit sich. Eine Besonderheit an diesem Tag war das erste auftretende Gewitter des Jahres. Um 12:40 Uhr gab es zweimal einen heftigen Blitz mit anschließendem lautem Donner. Danach regnete es ausgiebig (9 mm), danach beruhigte sich das Wetter.

In der zweiten Dekade sanken die Temperaturen langsam aber beständig. Ab dem 14. floss kontinentale Polarluft ein, die Temperaturen sanken bei Ostwind in den Frostbereich. Es gab einige sternenklare, frostige Nächte. Am Tag stieg das Thermometer kaum über den Gefrierpunkt.

In der Nacht zum 19. änderte sich die Wetterlage. Atlantische Luftmassen brachten mildere Luft mit sich, es begann am frühen Morgen auf den gefrorenen Boden zu regnen, Glatteis brachte den Verkehr teilweise zum Erliegen und nicht wenige Unfälle begleiteten diesen Morgen. Über Tag erwärmte sich die Luft weiter und die Glatteisgefahr war gebannt. Am Abend regnete es starkregenartig, teils konnte man aufgrund des heftigen Regens nicht schnell auf den Straßen unterwegs sein.

In der letzten Dekade des Monats gab es zunächst sehr wechselhaftes Wetter: Um den 22. herum gab es lebhaften Wind (2-4 W) bei geringen Temperaturunterschieden. Am 24. gab es in höheren Lagen heftige Schneefälle. Der 25. zeigte sich frostig kalt. Alle Fluren waren weiß vom Reif der Nacht. Es schien die Sonne über Tag, gegen Nachmittag zog dann dichter Nebel auf. Die beiden Folgetage waren grau und trüb, es war stets bedeckt bei geringen Temperaturunterschieden. Ab dem 28. änderte sich die Wetterlage von Grund auf mit beginnender Kaltluftadvektion. Der Wind drehte auf Nord. Den ganzen Tag über blieb dei Temperatur bei 2°C stehen, die Luftfeuchte ging aber stark zurück. Den ganzen Tag blieb es hochnebelartig bedeckt (Stratus). Am 29. drehte der Wind auf Ost, am Abend herrschte leichter Frost. Zum Monatsende hin verschärfte sich der Frost dann erheblich. Gab es am Mittag noch Temperaturen um den Gefrierpunkt zu verzeichnen, so sanken die Temperaturen in den Abendstunden recht schnell von -2°C auf -6°C. Die niedrigste Temperatur wurde somit am Monatsletzten gemessen: -6,6°C. Insgesamt wurden 11 Frosttage gezählt. 9 Regentage größer 1 mm Niederschlag wurden erreicht.

Das Jahr 2011

Das Jahr 2011 läßt sich bei einem Jahresmittel der Temperatur von 11,5°C und einer Niederschlagssumme von 412 mm generell als zu warm und trocken kennzeichnen. Die langjährigen Werte für die Region liegen bei 10,7°C und 536 mm. Damit war das Jahr um 0,8°C zu warm und es fehlt ein Niederschlag von 124 mm im Vergleich zu einem "normalen" Jahr.

Dass es "normale" Jahre nicht gibt, ist längst hinlänglich bekannt. In den gemäßigten Breiten ist kein Jahr wie das andere, alles andere als eine Kontinuität oder Regelmäßigkeit ist hier die Regel. Die Regel sind Ausreißer und Unregelmäßigkeiten. Somit entscheidet der unregelmäßige Wechsel von Tiefdruck- und Hochdruckgebieten den Temperaturverlauf und die Niederschläge. Hier gibt es keine Regelmäßigkeit oder Gesetzmäßigkeit. Wehen die Winde länger aus Süd werden höhere Temperaturen zu verzeichnen sein, herrschen Nordwinde vor mit herangeführter arktischer Polarluft, werden die Temperaturen niedriger sein als im langjährigen Mittel.

Es gilt festzuhalten, dass es in unserem Raum den "normalen" mittleren Zustand der Atmosphäre einfach nicht gibt. Es handelt sich um einen rein mathematisch statistisch berechneten Wert, der nur eine statistische Kenngröße darstellt und nichtssagend ist. Von daher sei gewarnt vor voreilig gefaßten Schlussfolgerungen bei wärmeren Jahren, ob dies u.U. auf die globale Klimaerwärmung zurückzuführen ist.

Weitaus mehr Einfluss üben die ständigen Wechsel der Luftmassen auf unser Klima aus. Und da diese Wechsel keiner Gesetzmäßigkeit folgen und rein zufällig/willkürlich erfolgen, kann ein Rückschluss auf anthropogen geführte Ursachen nicht erfolgen.

Betrachten wir den saisonalen Verlauf von Temperatur und Niederschlag für das Jahr 2011, so stellen wir fest, dass das gesamte Frühjahr und der Frühling von überdurchschnittlichen Temperaturen geprägt war sowie sehr niedrigen Niederschlägen. Dieses Bild kehrt sich um im Sommer. Der Sommer (Monate Juni-August) stellt das Gegenstück dar: unterdurchschnittliche Temperaturen und erhöhte Niederschläge. Im Herbst zeigt sich wieder das Bild wie im Frühjahr: sehr niedrige Niederschläge wobei die thermische Gunst diesmal etwas eingeschränkter wirkt. Einzig und allein der Dezember fällt komplett aus dem Rahmen: erhöhte Temperaturen UND erhöhte Niederschläge.

Rein gefühlsmäßig bekam man in diesem Jahr den Eindruck eines verregneten Sommers. Zieht man die Statistik zu Hilfe, so sind die thermischen und hygrischen Werte im Vergleich zu den langjährigen Werten nur gering. Der subjektive Eindruck täuscht uns aber. In unserer Erinnerung haben wir einen "verregneten" Sommer.

Insgesamt jedoch bleibt das Jahr 2011 ein sehr warmes und trockenes Jahr, vor allem geprägt durch das warme und trockene Frühjahr/Herbst. Diese Jahreszeiten sind uns zu Recht in guter Erinnerung geblieben...

Dezember 2011

Der Dezember präsentierte ein komplett anderes Bild. War der Herbst überwiegend von Hochdruck und dessen Einfluss bestimmt, so bestimmten im ersten Wintermonat Tiefausläufer das Wettergeschehen. Der Dezember läßt sich bei einer Mitteltemperatur von 4,8°C und einer Niederschlagssumme von 80 mm als deutlich zu warm und zu feucht kennzeichnen. Hierbei wurde der langjährige Temperaturwert um 2,9°C überschritten, das Niederschlagsplus betrug 109% (über das doppelte der sonst üblichen Regensumme!).

Die vorherrschenden Westwetterlagen sorgten für ein einheitliches und vor allem erhöhtes, überdurchschnittliches Temperaturniveau ohne heftige Ausreißer. Die höchste Temperatur wurde gleich zu Monatsbeginn gemessen: 12,3°C am 2. Dezember. Ein signifikanter Trend nach unten in der Temperatur kann über den gesamten Monatsverlauf überhaupt nicht erkannt werden. Durch die beständigen Westwetterlagen wurden konstant einheitliche Luftmassen herangeführt. Eine ausgeprägte Nordströmung mit arktischer Polarluft gab es im gesamten Zeitraum nicht. Von daher bewegten sich die Temperaturen auf konstantem Niveau zwischen 2 und 10°C, später nur zwischen 4 und 8°C.

Nur 4 Frosttage gab es. Das Temperaturminimum wurde am 9. erreicht mit -0,9°C. Immerhin fallen in die 2. Dekade alle 4 Frosttage hinein. Dennoch ist keine der 3 Dekaden signifikant anders temperiert, d.h. weder bedeutend wärmer, noch kälter.

Interessant sind die Niederschläge im Dezember. Aufgrund der ausgeprägten Westwetterlage wurde eine sehr hohe Niederschlagssumme erreicht (80 mm). Hiervon wurden allein am 4. durch ein Starkregenereignis (Landregen infolge eines Warmfrontdurchzuges) 29,5 mm erreicht. Allein diese Tagessumme macht schon 37% der Monatsniederschlagssumme aus. Die Anzahl der Regentage beträgt 16. Die hohe Anzahl der Regentage läßt den Schluss auf einen verregneten Dezember mit Recht zu.

Das Temperaturniveau des Dezember bewegte sich ganz auf dem Niveau eines "normalen" Novembers. So entstand nicht ganz unbegründet bei vielen der Eindruck, der Dezember sei ein verregneter November gewesen; wäre es auch, allerdings umfasst die erreichte Regensumme eigentlich zwei Monate (November und Dezember zusammen).

November 2011

Auch im November war die stabile Hochdruckwetterlage noch dominant und verhinderte, dass atlantische Luftmassen auf den Kontinent übergreifen konnten. Demzufolge zeigte sich der November ebenfalls von seiner sonnigen Seite, allerdings mehr und mehr mit nebligen Tagen. Bei Sonnenschein wurden am 6. noch einmal 17,1°C erreicht. Die tägliche Temperaturamplitude wurde geringer. Betrug diese im Oktober noch über 10°C so betrug sie im November noch lediglich 5-6°C. Ab dem 12. sickerte Kaltluft ein, in der Folge kam es zu einigen Frosttagen. Am 15. wurde die niedrigste Temperatur von -2,6°C gemessen. In der letzten Dekade brach das Hochdruckgebiet endgültig zusammen und atlantische Tiefausläufer konnten endlich auf Mitteleuropa übergreifen.

Insgesamt konnten 9 Frosttage gezählt werden, die allesamt in der 2. und 3. Dekade lagen. Gemessen an den langjährigen Werten war der November recht normal temperiert, dafür aber sehr trocken: die Monatsdurchschnittstemperatur errechnete sich zu 5,3°C (4,9°C) und die Niederschlagssumme betrug NUR 2,5 mm (üblich sind hier 38 mm). Das Niederschlagsdefizit betrug über 93%! Es gab keine Regentage (Tage mit Niederschlag größer als 1 mm), das kommt sehr selten vor!

Oktober 2011

Der Oktober präsentierte sich ebenfalls als sehr sonnenreich. Die stabile Hochdruckwetterlage konnte ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Am Monatsersten wurden noch 27,7°C erreicht. Allerdings zeigte sich im weiteren Verlauf, etwa ab dem 6., ein kontinuierliches Absinken der Temperaturen. Bis zum 9. wurden als Minimum 4,9°C erreicht. Ende der ersten Dekade erreichte ein atlantischer Tiefausläufer unseren Raum. Es erfolgte bei einer Südwestströmung eine kurzfristige Erwärmung bis 20°C. Danach stellte sich erneut eine antizyklonale Wetterlage ein, die Luftmasse kam zur Ruhe und konnte in den sternenklaren Nächten abkühlen. Die tägliche Temperaturspanne erweiterte sich deutlich (13.-18. Oktober). Kam es am 15./16. und 21./22. schon verbreitet zu Bodenfrost so wurde am 23. endgültig der erste richtige Frost in 2 m Höhe registriert: -1,4°C. Mit dieser im Oktober niedrigsten Temperatur wurde auch der einzigste Frosttag registriert.

Immerhin gab es zu Monatsbeginn noch 4 Sommertage. Die zu Monatsbeginn registrierten hohen Temperaturen konnten in der 2. und 3. Dekade nicht mehr erreicht werden. Hier zeigt sich der Einfluss des geringen Sonnenstandes sehr deutlich in seiner Auswirkung. Zum Ende des Monats zeigte sich auch eine in den frühen Morgenstunden erhöhte Nebelneigung, die zu einer Verzögerung in der mittäglichen Erwärmung führte.

Gemessen an den langjährigen Werten war der Oktober 0,5°C kälter. Der Mittelwert errechnete sich auf 10,7°C. Die Niederschlagssumme war um 58% geringer als in normalen Jahren und lag bei nur 22 mm. Somit war der Oktober recht normal temperiert wenn man mal von den Dezimalen absieht, aber er war deutlich zu trocken.

September 2011

Der erste Herbstmonat September war bei einer Durchschnittstemperatur von 17,3°C und einer Niederschlagssumme von 19 mm relativ normal temperiert aber deutlich zu trocken. Das Niederschlagsdefizit beträgt -60%. Es gab noch 11 Sommertage und sogar noch einen Tropentag zu Beginn des Monats (3.). Am 3. September wurde die höchste Temperatur des Monats erreicht: 30,8°C. Die niedrigste Temperatur wurde mit 7,4°C in den Morgenstunden des 20. September registriert.

Die Niederschlagsarmut des Monats zeigt sich deutlich an der geringen Anzahl von Regentagen. Lediglich 3 Regentage gab es. Während die Sommermonate noch überwiegend von wechselhafter Witterung infolge zyklonaler Wetterlagen geprägt war, zeigte sich der September von seiner Sonnenseite: es dominierte eine sehr stabile Hochdruckzone über Mitteleuropa das Wetter. Die Hochdruckzelle war so mächtig, dass sie eine wie ein Bollwerk eine Blockade für die aus Westen heranziehenden Tiefdruckgebiete darstellte. Die Zyklonen mussten in einem weiten Bogen in Nordeuropa vorbeiziehen, der gesamte mitteleuropäische Kontinent verblieb hierbei unter ruhigem und stabilem Hochdruckwetter. Es stellte sich eine autochtone Wetterlage ein, d.h. die Luftmasse stagnierte und konnte sich unter dem Einfluss der Sonne noch stark erwärmen obwohl der Sonnenstand im September in unseren Breiten nur noch zwischen 40 und 45° einnimmt.

So zeigte sich der September von seiner schönsten Seite und schenkte uns noch einmal schöne Spätsommertage. Zunächst richtige Spätsommertage, später auch sogenannte Altweibersommertage, an denen es nicht mehr so heiß, wohl aber sehr warm war. Insbesondere sei hier die letzte Dekade zu nennen, die von einer steten Steigerung der Temperatur geprägt war. In die 3. Dekade fallen immerhin noch 5 markante Sommertage, für diese fortgeschrittene Jahreszeit eine Seltenheit.

Insofern wurde man mit diesem September noch einmal entschädigt für den gefühlt "verregneten" Sommer! Ja, man kann mit Recht sagen, dass der diesjährige Sommer im September stattfand. Selbst die Synoptikeinträge überschlagen sich mit Formulierungen wie "Richtiges Prachtwetter! Sommer im Herbst! Heute Sonne pur bei blauem Himmel". Die Nächte waren besonders Sternenklar und so mancher Astronomiefreund mag diese Nächte für Beobachtungen genutzt haben...

August 2011

Der August als letzter Sommermonat führte ebenfalls einen sehr wechselhaften Charakter. Den meisten Menschen blieb der Sommer als "verregnet" im Gedächtnis weil eine längere Hochdruckwetterlage ausblieb. In diesem Jahr hatte man den Eindruck, dass der Sommer das Temperaturplus und die Trockenheit des Frühlings ausgleichen wolle. Das Zitat eines Menschen war: "Das war mir klar, dass dieser Sommer nichts werden kann, wenn der Frühling so ungewöhnlich warm und trocken war!"

Als Statistiker muss ich dazu sagen, dass das "Wetter" kein Gedächtnis besitzt und sich merkt, wie es mal war um dann dies in Zukunft ausgleichen zu wollen. Vielmehr hat jeder Monat die gleiche Wahrscheinlichkeit, zu werden wie er will! Unser Wetter hält sich weder an Regelmäßigkeiten noch an Gesetze und wir (der Mensch) wird es auch nie direkt beeinflussen können.

Das Monatsmittel der Temperatur ergab 19,5°C. Damit war der August sogar 1,4°C wärmer als der langjährige Durchschnitt. Gleichzeitig regnete es 77 mm und damit 16 mm mehr. Es war also wärmer und feuchter. Auch dieser Eindruck von "wärmer" wurde von dem Durchschnittsmensch keinesfalls als warm empfunden. Vielmehr hatte man den Eindruck eines kühlen und verregneten Sommermonats. Dass dieser Eindruck subjektiv täuscht, wird deutlich, wenn man sich an die Zahlen hält. Einzig und allein die Extremwerte der Temperatur wurden infolge Fehlens einer ausgeprägten Hochdruckwetterlage nicht weiter modifiziert. Die Folge: das Temperaturminimum am 10. waren warme 9,2°C während das Maximum am 23. lediglich 34,3°C erreichte (in vielen Jahren wurden oft höhere Werte erreicht oder aber öfter die 35°C-Marke.

Windstille Tage im August waren selten. Beständig wehten Winde aus Südwest bis West bzw. auch Nordwest und dies sorgte für den wechselhaften Charakter im Wetterablauf. Immerhin gab es 17 Sommertage und 5 Tropentage, dies verdeutlicht noch einmal, dass der August thermisch gesehen gar nicht so schlecht war...

Juli 2011

Auch im zweiten Sommermonat blieb eine längere antizyklonale Wetterlage aus. Vielmehr dominierte wechselhaftes Wetter. Häufig zogen atlantische Tiefausläufer über Mitteleuropa hinweg. Sie sorgten dafür, dass das Wetter recht ausgeglichen war: keine Tage mit niedrigen Temperaturen, aber auch keine sonderlich warmen Tage.

Das Monatsmittel der Temperatur errechnete sich auf 17,4°C. Damit war der Juli um exakt 3°C zu kühl! Die Temperaturschwankungen sind auch recht gering. Die niedrigste Temperatur wurde am 2. gemessen mit 9,3°C. Die höchste Temperatur hingegen wurde am 12. registriert mit 31,2°C. Das ist ein recht niedriger Maximalwert, eine Hitzewelle fehlte vollständig in diesem Monat.

Acht registrierte Regentage mit Niederschlägen größer 1 mm sind nicht viel und die Summe von 44 mm ist recht gering für Juli-Verhältnisse. In "normalen" Jahren sorgen Gewitter für einen nicht unbeträchtlichen Anteil der Regensumme im Sommer. Oftmals erhöhen schon einzelne Gewitterereignisse die Regensumme beträchtlich, so dass eine starke interannuelle Variabilität hier die Normalität darstellt; ja, man kann sagen, dass keine Niederschlagssumme im Sommer dem langjährigen Wert entspricht.

Da heftige Gewitterniederschläge ausblieben, blieben 32% der Niederschläge aus (der langjährige Wert der Niederschlagssumme beträgt 64 mm). Nur 9 Sommertage wurden erreicht und nur 1 Tropentag. Das ist weniger als im Juni!

Subjektiv empfand man den Monat als verregnet, da es kühler und wechselhaft war als gewohnt. Allerdings täuscht dieser Eindruck, denn zwar war der Juli zu kühl, aber nicht etwa verregnet; ansonsten wäre die Niederschlagssumme höher ausgefallen!

Juni 2011

Endlich! Der Juni brachte die "Erlösung": Die Landwirtschaft konnte aufgrund größerer Niederschläge aufatmen. Die Niederschläge fielen in diesem Monat deutlich höher und aufgrund der wechselhaften Witterung blieb die Durchschnittstemperatur auch etwas unter dem langjährigen Wert. Bei einer Monatsdurchschnittstemperatur von 18,3°C und einer Niederschlagssumme von 94 mm läßt sich der Juni als zu kühl und verregnet charakterisieren. (Die langjährigen Werte liegen bei 19,7°C und 66 mm). Somit war der Juni um 1,4°C kühler und das Niederschlagsplus beträgt 42%.

Es gab 15 Regentage, die sich auf die 3 Dekaden relativ gleichmäßig verteilen. Der Juni war von zyklonalen Wetterlagen geprägt, die nur kurzzeitig unterbrochen wurden. Von daher gestaltete sich das Wetter extrem wechselhaft. Zu Monatsbeginn stiegen die Temperaturen kontinuierlich an um am 4. ein Maximum von 31,3°C zu erreichen. In der Folge gab es heftige Gewitter mit sinkenden Temperaturen.

In der zweiten Dekade war das Wetter recht passabel. Bei Temperaturen bis 25,5°C (15.) war es sonnig und sehr warm. Insbesondere aber die letzte Hälfte der dritten Dekade brachte die höchsten Temperaturen des Monats: am 28. wurden Temperaturen bis 34,5°C erreicht, das Maximum des Monats.

Es wurden nur 10 Sommertage gezählt und nur 3 Tropentage. Dies verdeutlicht noch einmal die niedrigeren Temperaturen im ersten Sommermonat!

Mai 2011

Der Mai setzte den Trend vom Vormonat weiter fort: Es war überdurchschnittlich warm und wieder deutlich zu trocken. Das Temperaturmittel errechnete sich zu 16,6°C. Damit war der Mai über 1,3°C wärmer als in durchschnittlichen Jahren. Vom Niederschlag her gesehen lag das Niederschlagsdefizit diesmal bei -46%, das heißt, fast über die Hälfte der sonst üblichen Niederschläge blieben aus! Die Regensumme des Mai beträgt 25 mm, der langjährige Wert liegt mit 44 mm deutlich höher.

Insgesamt gab es nur 3 Regentage mit bedeutenden Niederschlägen größer 1 mm. Negiert man das Niederschlagsereignis vom 15. (1,5 mm) kommt man auf eine ununterbrochene Trockenperiode von 29 Tage (Vormonat) plus 19 Tage (Mai), also insgesamt 48 Tage ohne bedeutsamen Niederschlag. Erst am 20. Mai wurde die Trockenheit infolge eines Gewitters mit einem Starkregen abrupt beendet. Der Synoptikeintrag für diesen Tag lautet: "Zunächst heiter und viel Sonne. Nur Cu humilis, sich auflösend. Recht drückend. Schwül. Dann von West Gewitter heranziehend, von 18-20 Uhr heftiger Niederschlag (17,5 mm).

Das überwiegend heitere und frühsommerliche Wetter setzte sich in der letzten Dekade fort. Am 30. Mai wurde das Monatsmaximum der Temperatur erreicht mit 30,3°C. Demzufolge konnte im Mai sogar ein Tropentag verzeichnet werden. Insgesamt gab es 13 Sommertage mit Temperaturmaxima über 25°C. Die niedrigste Temperatur wurde zu Beginn des Monats (am 4.) mit 2,3°C gemessen. Am Monatsletzten wurde ein weiterer Gewittertag gezählt mit einem Niederschlag von 5,5 mm.

Von den schönen und frühsommerlichen Temperaturen profitierten die vielen sonnenhungrigen Ausflügler und Badegäste. Stadtbäder öffneten früher und fanden viele Besucher. Im Synoptiktagebuch findet sich am 7. Mai folgender Eintrag: "Heute den ganzen Tag viel viel ungetrübter Sonnenschein und frühsommerlich warm. Nur locker bewölkt und nur vereinzelt ein paaar Cirren. Am Abend noch lange angenehm mild bis 23 Uhr. Wind nur schwach 1-2 aus östlichen Richtungen. Heute das erste Mal im Pool gebadet, Wassertemperatur 16°C!"

April 2011

"Gehst du im April bei Sonne aus,
lass nie den Regenschirm zu Haus."

Diese Bauernregel traf in dem klassischen wechselhaften und mit Wetterkapriolen sonst überäten Monat April überhaupt nicht zu!

Der April war in diesem Jahr ein regelrechter "Wonnemonat". Viel Sonne mit Wärme und vor allem Trockenheit prägten den zweiten Frühlingsmonat. Das Monatsmittel der Temperatur von 14,6°C reichte fast bis an das langjährige Mittel vom Mai (15,3°C). Das langjährige Mittel des April ist mit 11,5°C berechnet. Damit war der April um erstaunliche 3,1°C zu warm.

Die Niederschlagssumme des Monats beträgt nur 7 mm. Die übliche Regensumme beträgt 35 mm. Damit wurden nur 20% des normalen Niederschlags erreicht.

Der April war ein Frühlingsmonat wie im Bilderbuch. So konnten 22 schöne heitere Tage gezählt werden. Verantwortlich hierfür waren die Häufung antizyklonaler Wetterlagen. Es wurden sogar schon 4 Sommertage mit Temperaturen über 25°C gezählt, alle in der letzten Dekade des Monats. Es gab keinen Frosttag mehr. Nur in Senken und exponierten Lagen konnte leichter Bodenfrost registriert werden (13./15.).

Der Monat begann sehr freundlich mit viel Sonnenschein und sehr angenehmen Temperaturen nahe 25°C. So lautet der Eintrag im Synoptiktagebuch am 2. wie folgt: "Heute ein Fast-Sommertag im noch jungen Frühling! Nahezu wolkenfrei und am Morgen noch neblig. Ab 10 Uhr kräftige Erwärmung bis auf 24°C. Windstill."

Phänologisch betrachtet blühte in der ersten Dekade der Pflaumenbaum sowie die Mahonien erstmals auf. Es war nicht nur sonnig sondern auch sehr trocken. Eine erste Gartenbewässerung war in diesen Tagen schon nötig. Mit Ausnahme vom 4. und 5. (jeweils 1 mm) fiel in dieser Zeit überhaupt kein Niederschlag.

In der zweiten Dekade wurde das schöne Wetter nur kurz am 12. unterbrochen. Eingeflossene Kaltluft führte zu einem Absinken der Temperaturen und leichtem Bodenfrost. Das Temperaturminimum wurde am Morgen des 13. registriert: 1,5°C. In der Folge kam die Kaltluft unter Hochdruckeinfluss und erwärmte sich beständig bis in der 3. Dekade (am 22.) mit 27,8°C die Höchsttemperatur des Monats erreicht wurde.

Ein Gewitter am Monatsletzten brachte dann einen für die Vegetation unbedeutenden Niederschlag von 4 mm. Die Trockenperiode im April dauerte somit ganze 29 Tage. Die Niederschlagsdefizite der Vormonate Januar (-32%), Februar (-52%) und März (-73%) führten zu einer weiteren Verringerung des Grundwasserreservoirs. Insbesondere mit Beginn der Vegetationsphase ist Wasser für das Wachstum der Pflanzen sehr wichtig. Die für die Landwirtschaft notwendigen Niederschläge blieben in diesem Monat aus.

März 2011

Der erste Frühlingsmonat war recht warm und sehr trocken. Dies belegen die Monatswerte. Das Monatsmittel der Temperatur errechnete sich zu 7,8°C. Das langjährige Mittel beträgt 6,4°C. Damit war der März um 1,4°C zu warm. Die Niederschlagssumme ergab nur 8 mm. Normal sind aber 32 mm, sodass im März nur ein Viertel der sonst üblichen Regenmenge erreicht wurde.

Charakteristisch für den Monat ist die überdurchschnittliche Anzahl von Tagen mit ausgeprägten Temperaturdifferenzen. Unterschiede der Temperatur von 10-15°C sind keine Seltenheit. Die Ursache hierfür stellen antizyklonale Wetterlagen dar, die gleich mehrmals hintereinander im März auftraten. Damit verbunden waren zugleich überdurchschnittlich hohe Sonnenscheindauer und recht hohe Tagestemperaturen.

In den Nächten herrschte dafür noch oft Frost vor. Besonders in der ersten Dekade. Hier gab es an 7 von 10 Tagen Frost bis unter -4°C. Das Minimum des Monats wurde am 8. erreicht mit -4,3°C. Die in der ersten Dekade am Tag schon ansteigenden Temperaturen bis über 10°C ließen erste Frühlingsgefühle aufkommen. In der zweiten Dekade erreichten die Temperaturen sogar kurzzeitig 16,8°C (12.)bzw. 19,9°C (15.) bevor am 17. eine abrupte, wie kurzzeitige Abkühlung erfolgte.

In der Folge setzte sich wieder Hochdruckeinfluss durch. Die Temperaturschere klaffte wieder auseinander: Frost bzw. kühle Temperaturen in den Nächten und recht warme Temperaturen am Tage. So wurde bei ständig steigenden Tagesmaxima am 25. die höchste Temperatur des Monats gemessen: 20,7°C. Eine geringfügige Abkühlung in den Folgetagen schwächte die Frühlingsgefühle nicht ab. Es blieb bei überwiegend heiterem wie sonnigem Wetter.

Die Niederschlagssumme von nur 8 mm ist sehr gering. Es wurde nur Regen am 19. (5 mm) und 31. (3 mm) registriert. Die beiden Regentage brachten der Vegetation und Landwirtschaft nicht die erforderliche Regenmenge, die nötig gewesen wäre. Im März ist der Feuchtebedarf der Pflanzen noch nicht so hoch wie in der fortgeschrittenen Jahreszeit. Von daher hat sich das Niederschlagsdefizit von 75% negativ ausgewirkt.

Der Monat März brachte einen regen Vegetationsschub mit sich. Zu Monatsanfang setzte die Narzissen-Blüte ein. Ab dem 10. konnte der Beginn der Forsythienblüte verzeichnet werden. Der erste Blätteransatz bei Sträuchern wurde erstmalig am 11. erkennbar. Die Vollblüte der Forsythien-Sträucher war um den 21. zu beobachten. In der letzten Dekade des März erblühten überall in der Region weiße Sträucher. Mandelbäume blühten. Die rosa japanische Kirsche blühte. Der erste gelb blühende Löwenzahn wurde zuerst am 28. registriert. Gegen Ende des Monats gingen die Blüten der Ahornbäume auf.

Februar 2011

Der letzte Wintermonat war warm und trocken. Die Monatswerte lagen bei 2,9°C und 12,5 mm Niederschlag. Langjährig betrachtet stellt der Februar den kältesten Monat dar: 0,3°C. Die normale Niederschlagssumme liegt bei 26 mm.

Der Monat begann zunächst frostig, grau und trüb und mit sogar leichtem Schneefall. Am 1. war die Landschaft weiß gepudert, am 2. am Morgen war sogar Schneekehren angesagt von einer Schneehöhe von 1 cm. Am 3. gab es sogar am frühen Morgen Eisregen mit gefährlichem Glatteis auf Gehwegen und Straßen. In den Folgetagen führte eine kräftige Westströmung milde Luft vom Atlantik heran, verbunden mit starkem Wind und der Höchsttemperatur des Monats (11,4°C am 8.)

Am Morgen des 21. war nochmal Schneekehren angesagt von 1 cm. Bis zum 23. kühlte es ab. An diesem Morgen wurde das Minimum der Temperatur gemessen: -8,6°C. In den letzten Tagen des Monats brachte eine Westwetterlage wieder milde Temperaturen bis über 5°C. In die Zeit der letzten Dekade des Monats fallen auch die Niederschläge, die in diesem Monat sehr spärlich ausfielen.

Januar 2011

Im Vergleich zum Vormonat Dezember war der Januar sehr mild:
Der Januar läßt sich bei einer Durchschnittstemperatur von 2,2°C und einer Niederschlagssumme von 21 mm als 0,9°C zu warm und 10 mm trockener als im langjährigen Mittel beurteilen.

Insgesamt präsentierte sich der Monat als recht wechselhaft. Mehrere Male gab es ausgeprägte Westwetterlagen, die dazu führten, dass es mild war und regnerisch. Begann das Jahr noch mit Frost und ruhiger Witterung so änderte sich dies am 6. ganz abrupt. Die Temperaturen stiegen an bis zum 8. auf 13,8°C. War zu Monatsbeginn noch eine beträchtliche Schneedecke vorhanden, so tauten die restlichen Schneemassen am 7. fast vollständig ab.

Nach einer kurzzeitigen Abkühlung in den Frostbereich stiegen die Temperaturen erneut in den zweistelligen Bereich. (13.=12,4°C). Interessant ist, festzustellen, dass es in der zweiten Monatshälfte beständig langsam abkühlte.

Der Monatsletzte war der kälteste Tag im Januar: -5°C Tagesmittel der Temperatur, -8,2°C Tiefsttemperatur des Monats. Im Januar wurden 18 Frosttage registriert und 3 Eistage.

Das Jahr 2010

Für das Jahr 2010 errechnet sich das Jahresmittel der Temperatur auf 9,5°C. Wird dieser Wert mit dem langjährigen Wert von 10,7°C verglichen, so fällt auf, dass das Jahr 2010 gut 1,2°C zu kühl war. Insbesondere die Monate Januar (-3,4°C), Mai (-3,2°C), September (-3,3°C), Oktober (-2,2°C) und Dezember (-3,9°C) waren Monate, die deutlich kälter waren als der langjährige Schnitt. Am kältesten aber schlug der Dezember zu Buche, der uns alle noch in guter Erinnerung geblieben ist.

Was die Niederschläge angeht, war das Jahr 2010 recht feucht. Die Niederschlagssumme ergab 623 mm, das sind 87 mm mehr als der langjährige Durchschnitt (536 mm). Monate, in denen die Niederschläge besonders hoch waren, sind:
Mai (104 mm; Niederschlagsplus von 121%) und August (120 mm; Niederschlagsplus von 97%).

Als ein Monat, der weit unter dem Durchschnitt angesiedelt ist, wäre der Oktober zu nennen (16 mm; Niederschlagsdefizit von 69%). Ganz allgemein sind die monatlichen Niederschlagssummen recht variabel. Von einer Gleichverteilung der Niederschläge kann nicht geredet werden. Allerdings stellen solche Ungleichverteilungen aufgrund unseres gemäßigten wechselhaften Klimas die Normalität dar. Monate mit überdurchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Niederschlägen wechseln einander regelmäßig ab, und das rein zufällig. Ein Muster ist hier über das ganze Jahr nicht zu erkennen.

Dezember 2010

Der Dezember 2010 wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Und das gleich wegen mehrerer Rekorde bzw. Extreme. Zum einen wegen der enormen Schneemassen, die uns in diesem Monat beschert wurden, zum anderen wegen der extrem niedrigen Temperaturen.

Das Monatsmittel der Temperatur errechnete sich auf -2°C. Damit war der Dezember um 3,9°C zu kalt! Das ist ein sehr deutlicher Unterschied. Doch die besondere Kälte wird auch in der hohen Anzahl von Frosttagen deutlich: Demnach waren alle Tage bis auf drei frostig kalt. Insgesamt gab es 28 Frosttage. Und an 15 Tagen stieg das Thermometer überhaupt nicht über 0°C.

Der Monat begann sehr frostig mit Temperaturen bis -8°C. Mildere Luftmassen brachten am Nikolausabend erheblichen Schneefall mit vielen Verkehrsbehinderungen. Auch in den Folgetagen kam es zu weiteren heftigen Schneefällen. Die Temperaturen lagen um die Nullgrad-Grenze, so dass es vereinzelt zwar taute, im höheren Bergland aber die Schneedecke immer mächtiger wurde.

Ab dem 13. Dezember setzte Kaltluftadvektion ein. Die kalte Polarluft aus Nordost brachte trübes und bedecktes Wetter mit. Am Abend setzte Schneefall ein. Es herrschte nun Dauerfrost vor. Immer wieder sorgten Schneefälle für ein stetiges Anwachsen der Schneedecke. Es "winterte" regelrecht ein. Zunehmend entstanden Probleme bei der Bahn und auf den Straßen war man genötigt, längere Fahrzeiten infolge von Staus und Unfällen in Kauf zu nehmen.

In der letzten Dekade wurde es dann richtig winterlich. Soviel Schnee fiel in der Region seit 1981 nicht mehr. Am 20. Dezember fielen 10 cm Neuschnee. In den Folgetagen stieg kurzfristig die Temperatur knapp über Null Grad, dies reichte jedoch nicht um die 15 cm mächtige Schneedecke wegzutauen.

Das "Highlight" folgte dann an Heiligabend, dem 24. Dezember. An frühen Morgen um 4 Uhr gab es noch Eisregen, der in den Morgenstunden in dichten Schneefall überging. Es schneite dann den ganzen Tag sehr stark und dicht. Mehr als dreimal an diesem Tag mußten die Anwohner von Gundersheim die Gehwege von hohem Schnee freischaufeln, teils wußte man schon gar nicht mehr, wohin mit den weißen Schneemassen. Der Schnee türmte sich schließlich zu großen Haufen auf den Straßen und entlang den Gehwegen wie eine Mauer.

Solche Schneemengen besitzen bei uns in Rheinhessen Seltenheitswert. Aber in den Genuss des vielen Schnees geriet ganz Deutschland. Mehr oder weniger lag ganz Deutschland an Weihnachten unter einer dichten, geschlossenen Schneedecke.

Am Weihnachtsmorgen, dem 25. Dezember lag Gundersheim unter einer 30 cm mächtigen Schneedecke. Über 20 cm gab es Neuschnee. In den Folgetagen gab es noch einzelne Schneefälle, diese ließen aber bald nach. Zum Monatsende lag eine geschlossene Schneedecke von 30 cm.

Die höchste Temperatur wurde am 20. verzeichnet mit 4,5°C. Die niedrigste Temperatur des Monats wurde am Morgen des zweiten Weihnachtsfeiertages gemessen: -12,6°C.

Auffallend ist die in diesem "Schneedezember" registrierte Schneehäufigkeit und -höhe. An insgesamt 16 Tagen gab es leichten oder dichten Schneefall. Ganze 15 Male kam der Schneebesen bzw. die Schneeschaufel zum Einsatz. Die sich aus den heftigen Schneefällen ergebende Niederschlagssumme ergab 55 mm. Die größten Niederschlagssummen wurden am 8. erreicht mit 17 mm und am 24. mit 14 mm.

November 2010

Der November lag mit seiner Durchschnittstemperatur von 6,0°C und einer Niederschlagssumme von 51 mm gut 1°C über dem langjährigen Mittel und war auch 13 mm zu feucht.

Der Monat begann noch recht mild bei Temperaturen über 10°C. Das Monatsmaximum wurde am 4. registriert: 17,8°C. Am 6. November änderte sich die Wetterlage: An diesem Tag gab es Kaltluftadvektion. Der synoptische Eintrag lautet: "Heute stets stark bewölkt bis bedeckt bei schnell ziehenden Wolken, Wind 3-4 aus NW. Ab Mittag Regen, der bis in die Nacht anhält. Es wird spürbar kälter." An diesem Tag fielen 9 mm Regen. In den folgenden Tagen kühlte es ab bis auf 2°C in der Nacht und bis 10°C am Tag.

Der allgemeine Laubfall setzte zu Monatsanfang ein. Ein markanter Temperaturanstieg machte sich am 12. bemerkbar: an diesem Tag wurde mit stürmischem Wind aus südwestlichen Richtungen milde Luft herangeführt, die das Thermometer bis zum 14. auf 17,5°C steigen ließ. In der Folge kühlte es beständig ab. Lagen die Temperaturen zur Monatsmitte noch um 10°C so kühlte es in der letzten Dekade ab. Der Totensonntag (21.) machte seinem Namen alle Ehre, es war nämlich eintönig trüb und grau und hochnebelartig bewölkt. Am 25. gab es leichten Frost. Die letzten Tage des Monats waren dann frostig kalt und die letzten beiden Tage waren sogar Eistage, an denen die Temperatur nicht über die Null-Gradmarke stieg. Am Monatsletzten wurde zugleich die tiefste Temperatur des Monats gemessen: -4,6°C.

Insgesamt konnten im November 6 Frosttage und 2 Eistage gezählt werden.

Oktober 2010

Der Oktober war kühl und deutlich zu trocken. Dies belegt das Monatmittel der Temperatur von 8,9°C. Damit war der Oktober um 2,3°C zu kühl. Die Monatssumme des Niederschlages beläuft sich auf nur 16 mm. Bei einer durchschnittlichen Regensumme von 51 mm wird deutlich, dass nur 31% der sonst üblichen Regenmenge fiel.

Bemerkenswert für den Oktober ist die stetige Abkühlung der Tagesmittelwerte, vom ersten des Monats bis zum 22. Im letzten Monatsdrittel stieg dann die Temperatur wieder leicht an. Der Monat begann mit sehr schönen, sonnigen Herbsttagen mit Tagesmaxima zwischen 15 und 23°C. Die Höchsttemperatur des Monats wurde am 3. erreicht mit 22,3°C. Der 3. war zugleich der wärmste Tag des Monats. Die Mitteltemperatur dieses Tages berechnete sich auf 15,7°C.

Lagen die Nachttemperaturen zu Monatsanfang noch um die 10°C, so änderte sich das in den Folgetagen. Bis zum 14. erniedrigte sich die Temperatur auf 1,4°C und somit leichten Bodenfrost. Am Morgen des 14. mußten die Autofahrer das erste Mal den Eiskratzer benutzen: der erste leichte Frost ließ die Scheiben über Nacht vereisen.

Ein paar trübe Tage nach Monatsmitte brachten geringe Temperaturdifferenzen zwischen Tag und Nacht. Im letzten Monatsdrittel stiegen die Temperaturen dann wieder an: von -3°C am 23. (absolutes Monatsminimum) auf 15,8°C am 31. des Monats (Maximumtemperatur an diesem Tag).

Insgesamt überwogen heitere, sonnige Tage im Oktober. Ruhiges Hochdruckwetter prägte den Charakter. Man kann mit Recht von einem "goldenen" Oktober sprechen.

Die Niederschlagssumme von 15 mm ist für einen Oktober recht gering. Nur 31 Prozent der sonst üblichen Regenmenge konnte verzeichnet werden. Nur 4 Regentage verdeutlichen die Trockenheit des Oktober, die höchste Niederschlagsmenge datiert auf den 16. mit nur 6 mm.

Sommertage konnten im Oktober nicht mehr registriert werden. Der erste richtige Frost (in 2 m Höhe) wurde am 21. mit -0,1°C registriert.

September 2010

Der September war bei einer durchschnittlichen Temperatur von 13,7°C und einer Niederschlagssumme von 50 mm ein normal beregneter aber deutlich zu kühler Monat. Das Temperaturdefizit betrug sogar 3,3°C.

Betrachtet man den Temperaturverlauf im Monatsverlauf, so fällt auf, dass die Temperaturspannen sehr groß waren. An vielen Tagen gab es grosse Temperaturdifferenzen. Insbesondere zu Monatsanfang und nach Monatsmitte waren die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht besonders groß. Die großen Temperaturunterschiede resultieren aus einer enormen Anzahl heiterer Tage mit trockener Luft, wie sie in Hochdruckeinfluss vom Kontinent herbeigeführt wird.

Die Höchsttemperatur wurde am 12. registriert mit 25,1°C. Das Minimum wurde am 27. gemessen mit 4,3°C. In den Talbereichen des Wonnegau gab es zugleich an diesem Tag den ersten leichten Frost. Der Tag mit der geringsten Temperaturamplitude war der 7. September, ein grauer, trüber und durchaus verregneter Tag. Es war fast gleichbleibend warm, 12°C. Und es regnete 13 mm. Der Tag hingegen mit dem meisten Niederschlag war der 12. An disem Tag sorgte ein Gewitter für eine Regenmenge von 18 mm.

Es gab im September nur 6 Regentag mit einer Tagesniederschlagssumme größer als 1 mm. Der September präsentierte sich überwiegend heiter und mit viel Sonnenschein.

August 2010

Der August war mit einer durchschnittlichen Temperatur von 18,1°C und einer Niederschlagssumme von 120 mm thermisch gesehen nicht zu warm und nicht zu kalt, allerdings die Regensumme betrachtet ein recht feuchter Monat. Denn die normale Regensumme beträgt nur 61 mm. Damit fiel mehr als das Doppelte der normalen Regensumme.

Im August gab es nur 8 Sommertage und nur 2 heiße Tage (Tropentage). Dies verdeutlicht den ständigen Wechsel der Temperaturen. Eine ruhige Wetterphase fehlte den ganzen Monat hindurch. Eine längere Schönwetterperiode blieb aus. Das schönste Sommerwetter gab es an wenigen Tagen um den 21. herum. An diesem Tag wurde auch die Höchsttemperatur des Monats verzeichnet: 31,1°C. Die höchste Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden wurde am 12. gemessen: ganze 25 mm waren es gewesen.

In diesem Jahr traf die Bauernregel zu:

"Um den Tag des Augustin
da ziehen die warmen Tage dahin."

Der "Heilige Augustin" datiert auf den 28. August. Ziemlich genau auf diesen Zeitpunkt trifft eine empfindliche Abkühlung. Schon am Abend des 26. gab es ein heftiges Gewitter mit 15 mm Niederschlag. Der anschließend drehende Wind auf NW brachte kalte Luft mit, die in den Folgetagen die Temperaturen von 25° am Tage auf nur noch 17° am Tage fallen ließ.


Juli 2010

Was im Juni versäumt wurde, konnte der Juli wettmachen. Der Juli entschädigte mit 2 wunderschönen, überdurchschnittlich temperierten Dekaden.

Die Monatsdurchschnittstemperatur betrug 21,9°C. Damit lag der Monat 1,5°C über dem langjährigen Mittel. Und mit einer Niederschlagssumme von 38 mm war der Juli sogar noch überaus trocken. Normalerweise stellt der Juli den zweitgrößten Niederschlag im Jahr mit 64 mm! Somit wurden nur 60% der üblichen Niederschlagsmenge erreicht!

Bis auf eine Unterbrechung am 6. blieben die Temperaturen durchweg über 25°C am Tage bis zum 21. des Monats. Danach setzte eine abrupte Abkühlung ein. In der Folge war es nicht mehr ganz so heiß, aber immer noch angenehm warm. Interessant ist der Zeitraum vom 12. bis zum 18.: In dieser Woche herrschte ein typischer Wechsel von Sonnenschein am Tag und Gewitter in den Abendstunden. Vier Gewitter wurden registriert. Die Gewitter tobten sich in den Abend- und Nachtstunden aus und am folgenden Tag war es wieder wolkenfrei und sommerlich.

Insgesamt wurden 20 Sommertage gezählt und sogar 13 Tropentage! Allerdings sogenannte Tropennächte mit Temperaturen über 20°C gab es nur 2 Tage. Alles in allem war der Juli ein sehr trockener Monat mit trockenen Ostwinden und sich immer wieder auflösenden Wolken. Ausgeprägte zyklonale Wetterlagen blieben aus.


Juni 2010

Der Juni läßt sich als generell recht durchwachsen beurteilen. Eine längere, ausgedehnte Schönwetterperiode blieb aus. Das Monatsmittel der Temperatur ergab sich zu 19,1°C, damit liegt der Monat thermisch mit 0,6° unter dem langjährigen Schnitt. Was die Niederschläge angeht, wurden 76 mm registriert, das ist ein Niederschlagsplus von 20%.

Der Monat begann sommerlich. Am 4. notiert das Synoptiktagebuch: "Heute vollkommen wolkenlos den ganzen Tag und viel Sonnenschein. Leichter Wind aus Nordost. Angenehm warm und nicht schwül." Hierbei stieg die Temperatur am Tag bis auf 26°C.

Die Temperaturen stiegen bis zum 9. an, bis auf 30,5°C. Am Abend dieses Tages brachte ein Gewitter starke Niederschläge mit sich. Es regnete 34 Millimeter, das ist eine halbe durchschnittliche Monatssumme.

Die Monate Mai und Juni sind die wichtigsten Wachstumsmonate des Jahres, in denen der Grundstein für eine gute Ernte gelegt wird. Während dieser Zeit ist neben Sonne und ausreichender Wärme auch regelmäßiger Regen wichtig, damit die Bodenfeuchtigkeit nicht zu weit absinkt und das Pflanzenwachstum nicht gebremst wird. Aus landwirtschaftlicher Sicht bedeutet deshalb Juniregen in richtiger Dosierung freundliches Wetter, im Gegensatz zur üblichen Wortwahl in den Medien.

In der zweiten Dekade regnete es häufiger und die Tage waren unterdurchschnittlich temperiert, wenngleich die Sonne ab und an schien. In der dritten Dekade des Monats stiegen die Temperaturen wieder kräftig an. So lautet der Synoptikeintrag vom 25. beispielsweise: "Heute den ganzen Tag heiter, nur Cumulus humilis, am Nachmittag Quellwolken (Cumulus mediocris) aus Westen heranziehend. Um 19 Uhr wolkig, am Rand eines Gewitters, jedoch sich auflösend in der Nacht, Leichter Wind, 2 aus West."

Das schweißtreibende Wetter hielt an, der Wind drehte auf Ost und es herrschte eine sehr trockene Witterung vor. Zu Monatsende wurde der heißeste Tag registriert: am 29. bis zu 32,4°C.

Insgesamt gab es 16 Sommertage mit Temperaturen über 25°C, aber nur 6 Tropentage mit Höchsttemperaturen über 30°C.


Mai 2010

Im Mai setzte sich das wechselhafte Wetter fort. Bis auf einen markanten Temperaturanstieg an wenigen Tagen über 20°C gab es nur wenige angenehme Tage zu verzeichnen.

Der Monat begann mit einem Kälterückfall. Man verzeichnete bereits in den ersten Maitagen, dass die Eisheiligen in diesem Jahr früher Einzug hielten. Dauern die Eisheiligen in normalen Jahren durchschnittlich vom 10.-17. Mai, so hielten sie dieses Mal durch von Anfang des Monats bis Anfang der dritten Dekade (21.)

Erst danach stieg die Temperatur abrupt an infolge eines Hochdruckgebiets, das mit seinem Einfluss für heiteres, trockenes Wetter sorgte. Beständig war diese Wetterlage allerdings nicht. Innerhalb nur weniger Tage stieg die Temperatur an auf 26,3°C (am 23.) um dann wieder abzusinken. Die Schönwetterperiode war nur von kurzer Dauer (3 Tage). Da diese Tage genau auf das Pfingstwochenende fielen, entschädigte dies für so manche trübe Woche, die man in der Vergangenheit erdulden mußte.

Bei einem Temperaturmittel von nur 12,1°C liegt der Mai mit 3,2° unter dem langjährigen Durchschnitt. Damit ist er fast so temperiert wie ein durchschnittlicher Aprilmonat. Der Mai 2010 war demnach kein Wonnemonat. Allein die vermehrten Niederschlagssummen ließen die Kulturpflanzen in der Landwirtschaft gut gedeihen. So betrug die Höhe des Getreides bis zum 25. Mai schon 50 cm, wohingegen Anfang Mai sich noch kaum ein Hase darin verstecken konnte.


April 2010

Der April setzte das milde Wetter des letzten Märzdrittels fort und belebte damit das Wachstum der Pflanzen in Gärten und Landwirtschaft. Bei einer Mitteltemperatur von 11,2°C läßt sich der Frühlingsmonat als leicht unterdurchschnittlich temperiert beurteilen. Da das langjährige Mittel 11,5°C beträgt, war der April somit um 0,3°C kühler als in "normalen" Jahren.

Die Niederschlagssumme von nur 18 mm ist auch recht gering. Es fiel nur die Hälfte des sonst üblichen Niederschlages. Insofern war der April recht trocken.

Nach dem langen Winter (siehe Monatsbeschreibungen Januar bis März) sehnten sich die meisten von uns nach Wärme und Sonne. Doch nach den ersten warmen Tagen erhoffte man vergeblich die Fortsetzung von warmen Temperaturen mit Sonnenschein. Vielmehr mußte man sich mit durchwachsenem Wetter begnügen und nur mäßig milden Temperaturen.

Zwei markante Kaltluftvorstöße gaben zu erkennen, dass der April in diesem Jahr kein warmer Monat war: am 11. und am 20. gab es Kaltluftadvektion mit in der Folge kühlen Temperaturen, deutlich zu erkennen im Temperatur-Niederschlags-Diagramm.

Erst in der letzten Woche des Monats erfolgte ein deutlicher Temperaturanstieg. Für einige Tage konnte sich ein Hochdruckgebiet aufbauen, welches für strahlendes Frühlingswetter sorgte mit viel Sonne. Der vorletzte Tag des Monats, der 29. war zugleich der wärmste Tag im April: so wurden an diesem Tag bis zu 27,4°C erreicht und damit der erste Sommertag in dieser Saison.

Die für April unüblich karge Niederschlagssumme fiel an nur wenigen Regentagen (5 Tage). Zu Beginn des Monats fielen allerdings schon allein an einem Tag 9,5 mm.


März 2010

Der März war bei einem Temperaturmittel von 6,1°C und einer Niederschlagssumme von 20 mm etwas kühler als der langjährige Durchschnitt aber dafür deutlich zu trocken. Die langjährigen Werte liegen bei 6,4°C und 32 mm Niederschlag.

Der März führte zu Beginn das wechselhafte, milde Wetter fort, welches durch das Tief "Xynthia" Ende Februar in Gang gesetzt wurde. Heftige Winde aus West ließen die Bäume schwanken, vielerorts flog in den Gärten alles weg, was nicht fest war. Jedoch wurde es in der ersten Dekade des März beständig kälter: in der Nacht zum 6. gab es sogar noch einmal Schneefall. Am Morgen lag eine 1 cm hohe Schneedecke, nicht viel, aber für den Monat März doch beachtlich. Mit einer Höchsttemperatur von nur 1,1°C wurde an diesem Tag sogar fast noch einmal ein Eistag registriert. An den folgenden Tagen blieb es bei einem lebhaften Ostwind weiterhin sehr kalt. Am Tag war es nur wenig über Null Grad und in den Nächten herrschte Frost vor.

Erst ab dem 12. stiegen die Temperaturen fortan kontinuierlich. Endlich, am 17. wurde im Synoptiktagebuch der erste angenehme Frühlingstag geschildert:

"Am Morgen leichter Frost. Kein Scheibeneis aufgrund leichten Windes. Heute der erste schöne Vorfrühlingstag. Viel Sonnenschein den ganzen Tag über. Am Nachmittag nur Ci, gegen Abend weiter verdichtend zu Cs, bei leichtem Wind aus SW. Lauer, milder Wind. Angenehm."

In der Folge blieb es sehr mild mit durchweg zweistelligen Temperaturen am Tag. In den Nächten blieb es frostfrei. Das Monatsmaximum der Temperatur wurde am 25. gemessen mit 19,7°C. Bis zum Ende des Monats blieb es bei mildem, wechselhaftem Wetter mit geringen Niederschlägen.

Im März gab es noch 10 Frosttage, die alle in der ersten Hälfte des Monats datiert sind. Die zweite Monatshälfte war deutlich milder, ohne Frost.

Die Monatssumme der Niederschläge von nur 20 mm fiel an nur wenigen Tagen. Es gab nur 6 Regentage (Tagesniederschlag größer als 1 mm) von denen 4 Regentage in der letzten Dekade lagen, also in der milden, wärmeren Monatshälfte. Milde Luftmassen vom Atlantik sind automatisch auch immer feucht, so dass die Wahrscheinlichkeit für höhere Niederschlagssummen damit ansteigt.


Februar 2010

" Schneemassen im Januar an jedem Ort, führt der Nachfolger gerne fort!"

Eine neue Bauernregel könnte damit formuliert sein. Sie bestätigt, dass die Atmosphäre makroklimatisch ein gewisses Beharrungsvermögen besitzt. Wenn sich hoher Luftdruck auf dem Kontinent festgesetzt hat, führt das dazu, dass die vom Atlantik her gegen den europäischen Kontinent anrennenden Zyklonen, blockiert und vom Kontinent ferngehalten werden. Insbesondere wenn sich über dem Kontinent eine Schneedecke gebildet hat, führt das dazu, dass sich über diesem Gebiet hoher Luftdruck bildet und für eine Blockade sorgt. Demzufolge laufen die atlantischen Tiefdruckgebiete ins Leere.

Der Februar begann wie der Januar endete: Mit Schneefall! Am Tag wie in der Nacht herrschte teils dichter Schneefall vor. In den Folgetagen drang ein Schwall milder Luft vom Atlantik durch. Der Schnee taute weg. Am 4. notiert das Synoptik-Tagebuch:

"Schnee fast ganz weg. Auf Feldern noch Schneereste. Heute ein sehr milder, sonniger Tag. Nur 4/8 Ci, gut riechende Luft, Vögel zwitschern. Niederschlagsfrei."

Dies war an einem einzigen Tag ein kleiner Vorgeschmack auf den Vorfrühling, den man phänologisch schon wahrnehmen konnte: Schneeglöckchen schauten aus Schneeresten hervor, sogar schon einzelne Krokusse erblühten in Gärten. Und Vögel zwitscherten schon deutlich hörbarer als noch Wochen zuvor...

Ab dem 8. gingen die Temperaturen wieder drastisch zurück und der Winter kehrte mit voller Macht zurück: Dauerfrost und Schneefall mit häufigem Schneekehren in der Zeit vom 10.-15. war angesagt. In der Region wurde sogar das Streusalz knapp. Nicht selten griff so mancher beim Streuen zum guten Speisesalz um wenigstens auf diese Weise dem Winter noch Paroli bieten zu können!

Ein richtiger Schneefall-Tag war am 14. angesagt: an dem uns allen wohlbekannten Valentinstag und zudem noch Karnevalssonntag war es den ganzen Tag eintönig bedeckt und es schneite ganz leicht den ganzen Tag über. Am Nachmittag wurden 4 cm Neuschnee gemessen. Von Rosenmontag bis Aschermittwoch (also vom 15.-17.) hielt diese frostig-winterliche Witterung an. So werden wir die diesjährige Fasnacht als eisig-kalt mit Schnee in Erinnerung behalten.

Am 18. schließlich setzten sich milde Luftmassen aus Südwesten durch und leiteten das Ende der winterlichen Witterung ein. Am 19. war die ganze weiße Pracht weggetaut. Es gab nur noch Schnee in den Mittelgebirgen. Die milde Luft brachte Temperaturen bis über 10°C.

Und schließlich kam noch viel Wind ins Geschehen. Der Monat Februar endete stürmisch: Sturmtief "Xynthia" mit Zentrum über den Niederlanden brachte am 28. starken Wind der Beaufort Windstärke 6-8. Bei schnell wechselnder Bewölkung war alles in Bewegung, was nicht niet- und nagelfest war. Am selben Tag wurde auch die höchste Temperatur des Monats gemessen: 13,1°C.

Die Monatsniederschlagssumme von 38 mm ist überdurchschnittlich anzusehen (26 mm = Durchschnittswert). Die Niederschläge fielen im wesentlichen am 3., 12. und innerhalb der letzten Dekade (besonders am 28.).

Die niedrigste Temperatur des Monats Februar wurde am 10. gemessen mit -7,2°C. Insgesamt wurden 15 Frosttage registriert und sogar 8 Eistage. Auch wenn es viele von uns anders empfunden haben: Bedingt durch die milden Temperaturen der letzten Dekade errechnete sich das Monatsmittel auf akzeptable 1,3°C. Damit wäre der Februar um 1° wärmer als im langjährigen Durchschnitt gewesen. Aber wie das so bei Mittelwerten immer der Fall ist, repräsentiert dieser Wert nur ungenügend die vielen Auf und Ab des Temperaturgangs im Monat Februar. Dennoch berechnen wir diesen statistischen Kennwert und beurteilen auf dieser Grundlage den Monat, der in diesem Jahr also eigentlich durchschnittlich anzusehen ist, wenn wir mal großzügig von den ungewöhnlichen Schneefällen absehen!


Januar 2010

Der Januar 2010 wird in die Geschichte der Wetterbeobachtungen (die ersten Aufzeichnungen gehen bis zum Jahr 1981 zurück) als besonderer und außergewöhnlicher Wintermonat eingehen. Vor allem machten ihn die ergiebigen Schneemengen so spektakulär. Allerorts wurde "Land unter" gemeldet, insbesondere versank der Nordosten Deutschlands hoffnungslos in den Schneemassen. Hierbei kam es allerorten zu Verkehrsbehinderungen und Engpässen. Die fortwährende Andauer nördlicher bis nordöstlicher Luftmassenzufuhr war die Ursache für die fast den gesamten Monat über andauernde eisige Witterung.

Das Monatsmittel der Temperatur errechnete sich auf -2,0°C. Dieser Wert liegt 3,3° unter dem langjährigen Monatsmittel und verdeutlicht mit allem Nachdruck die außergewöhnliche Kälte des Wintermonats. Davon zeugen auch die häufigen Frosttage. An 29 Tagen gab es Frost oder umgekehrt formuliert: an nur 2 Tagen des Monats blieb es frostfrei. Die Niederschlagssumme von 38 mm war leicht überdurchschnittlich (31 mm) und fiel zumeist in Form von Schneeflocken vom Himmel. An insgesamt 24 Tagen lag eine geschlossene Schneedecke und an immerhin 13 Tagen wurde Schneefall beobachtet.

Ein alltägliches Bild im Januar wurde das häufige Schneekehren am Morgen. Es schneite insbesondere in den Nachtstunden und am Morgen wurde man von der weißen Pracht überrascht. Das "Vergnügen" des Schneekehrens gab es auf diese Weise in Gundersheim ganze 9 Mal, stets in der Frühe. Das war sehr außergewöhnlich, ist Schnee in unserer Region doch zur Seltenheit geworden. Die ältere Generation kennt größere Schneemengen noch aus den Zeiten des 2. Weltkriegs oder aber zuletzt aus den 70er Jahren. Seit den 80er Jahren waren die Winter weniger schneereich, und gerade in den letzten Jahren waren wir von milden Wintern geradezu "verwöhnt". Von daher überrascht uns ein derartig kalter, wie auch schneereicher Wintermonat umso mehr und zeigt uns einmal mehr, dass das Wetter kein "Gedächtnis" kennt: es gibt keine gewohnheitsmäßige Fortsetzung der milden Winter, ein jeder ist anders in seiner Ausprägung, jedes Jahr.

Das Jahr 2010 begann nasskalt. Die Temperaturen lagen gerade so um den Gefrierpunkt. In den Folgetagen gelangte Polarluft nach Deutschland, die Temperaturen sanken deutlich ab (bis -10,7°C am 5.). Nach dieser ersten Kältewelle folgte Schneetief "Daisy". Die Katastrophenankündigungen von den Medien waren weit übertrieben. Geraten wurde, sich mit Lebensmitteln einzudecken um auf mehrere Tage versorgt zu sein. Zwar gab es am 9. und den Folgetagen große Neuschneemengen, dennoch blieben die erwarteten Engpässe aus.

09.01. 5 cm Neuschnee
10.01. 2 cm Neuschnee
11.01. 5 cm Neuschnee

Insbesondere gab es am 11. ein Verkehrschaos in ganz Deutschland. An diesem Tag schneite es den ganzen Tag über leicht, ab 16 Uhr setzte dann dichter Schneefall ein. Und es schneite bis in die Nacht hinein.

Zum 17. konnten sich vom Atlantik milde Luftmassen durchsetzen. Es regnete den ganzen Tag und die Schneedecke taute fast ganz weg. Nur im höheren Bergland konnte sich der Schnee halten. Schon am Abend war der ganze Schnee weg. Am 18. wurde die Höchsttemperatur des ganzen Monats gemessen: nur 6,2°C. Doch noch am selben Tag drehte der Wind von SW auf nördliche Richtungen und kündigte die nahende Kaltluftadvektion an.

In der letzten Dekade wurde wieder Arktikluft nach Mitteleuropa herangeführt, die mit Feuchtigkeit angereichert war. In der Nacht zum 25. fielen 5 cm Neuschnee. Die Temperaturen sanken bis zum 27. auf -11,6°C ab, der niedrigsten gemessenen Temperatur im Januar. Ein weiteres Schneetief namens "Jennifer" brachte in der Nacht zum 28. dann nochmals 3 cm Schnee. Am Freitag, dem 29. Januar lagen etwa 10 cm Schnee (zusammengesackt) auf Straßen und in den Gärten. Leichtes Tauwetter ließ die Schneemengen ein wenig zusammensacken bzw. auftauen. Am letzten Tag des Monats fielen nochmals 2 cm Schnee. Das 4. Schneetief dieses schneereichsten Januars wurde von den Meteorologen "Keziban" getauft.

Die Strenge des Januars läßt sich auch an der außergewöhnlichen Anzahl an Eistagen verdeutlichen: an immerhin 16 Tagen stieg das Thermometer nicht über die Null-Grad-Marke.

Das Jahr 2009

Das Jahr 2009 war ein durchschnittliches Jahr. Das Jahresmittel errechnete sich auf 10,7°C. Im Vergleich mit der Station des Deutschen Wetterdienstes in Worms liegt das diesjährige Temperaturmittel genau im langjährigen Durchschnitt. Aber auch was die Niederschlagssumme angeht, lag das Jahr 2009 genau im langjährigen Wert: 532 mm wurden erreicht (Langjähriger Wert: 536 mm).

Werden die Temperaturen auf Monatsbasis betrachtet, so fällt auf, dass unterdurchschnittlich temperierte Monate mit überdurchscnittlichen regelmäßig abwechselten. Was uns aber noch sicherlich im Gedächtnis geblieben ist: der etwas zu kühle Sommerbeginn. Erst im August konnte sich eine längerandauernde Hochdruckphase mit sommerlichen Temperaturen durchsetzen. Keinesfalls war der Sommer deshalb untertemperiert, sondern genau im langjährigen Durchschnitt. Bei den Frühlingsmonaten war es insbesondere der warme April, der uns mit einem Temperaturplus von 2,1°C verwöhnte. Und im Herbst sorgte lediglich der November für etwas aussergewöhnliche überdurchschnittliche Temperaturen (+2,9°C).

Hygrisch gesehen verlief das erste Halbjahr unspektakulär. War die Niederschlagssumme im Mai etwa niedriger, so konnte dies der Juni ausgleichen. Interessant sind die Monate Juni und August. Der Juni war verregnet und kühl, der August hingegen trocken warm. Und der Monat Juli lag dazwischen als thermisch und hygrisch normaler Sommermonat. Im Spätsommer/ Frühherbst blieb über 50% des sonst üblichen Niederschlags aus. Dafür fiel zum Jahresende wieder vermehrt Regen. Insbesondere die beiden letzten Monate November und Dezember waren durch atlantische Luftmassen und dadurch stärkere Niederschläge geprägt.

Fest steht: Kein Monat war exakt durchschnittlich. In unseren Breitengraden ist dies die Regel. Der ständige Wechsel von thermisch wie hygrisch unter- bzw. überdurchschnittlichen Monate ist ein normaler Zustand. In unserem Klima sind die intra-annuellen Schwankungen bedeutend und werden hervorgerufen durch advektive Wetterlagen: je nachdem woher der Wind kommt haben wir dann kaltes Wetter (Nord-Wind) oder warmes Wetter (West- bis Südwind). Das Auftreten der unterschiedlichen Wetterlagen unterliegt keinem regulären, zu berechnenden Prinzip, sondern schlicht dem Zufall.

Insgesamt wurden 66 Sommertage gezählt, und 61 Frosttage. Immerhin 13 Tage gab es, an denen die Temperatur über die 30°C-Marke stieg (Tropentage). Und an 17 Tagen blieb das Thermometer unter dem Gefrierpunkt (Eistage).


Dezember 2009

Der erste Wintermonat Dezember läßt sich bei einer Durchschnittstemperatur von 1,5°C und einer Niederschlagssumme von 58 mm als etwas kühler aber deutlich feuchter als normal kennzeichnen. Damit war der Dezember um 0,4°C kühler als im langjährigen Mittel. Die Niederschlagssumme überstieg den langjährigen Mittelwert um ganze 20 Liter, das ist das 1,5-fache der sonst üblichen Menge.

Die Witterung unterschied sich markant in den drei Monatsdekaden. In der ersten Dekade, beginnend vom 1. Dezember bis zum 10. setzte sich die relativ milde Witterung des Vormonats November fort. In der zweiten Dekade sanken die Temperaturen infolge Kaltluftadvektion aus Nordost drastisch, und in der dritten Dekade setzten sich wieder mildere Luftmassen durch, allerdings auf einem weitaus geringeren Temperaturniveau wie zu Monatsbeginn.

Das Diagramm des Monatsverlauf zeigt deutlich den Kaltlufteinbruch in der zweiten Dekade. Dieser Kaltlufteinbruch wurde vom Deutschen Wetterdienst fast eine Woche vorher als sehr wahrscheinlich vorhergesagt. Die Kaltluftadvektion machte sich bereits am Morgen des 11. bemerkbar. Um 5 Uhr herrschte noch Westwind vor, eine Stunde später drehte der Wind auf NW und im Lauf des Tages noch mehr auf nördliche Richtungen. Während die Temperatur am Tag weitgehend gleich blieb, sank die Luftfeuchte ab, deutliche Anzeichen eines beginnenden Luftmassenwechsels. Mit Durchzug der Kaltfront und teils heftigem Regen setzte die Kaltluftzufuhr ein.

Von Tag zu Tag wurde es nun stetig kälter. Am 14. wurde mit einem Eistag der Höhepunkt der ersten Kältewelle erreicht. Doch damit nicht genug. Mit einem direkten Polarluftvorstoß aus Nord gelangten arktische Luftmassen in unseren Raum. So stieg die Temperatur ab dem 17. nicht mehr in den Plus-Bereich. Die Temperaturen sank in den Folgetagen extrem tief, am Morgen des 19. um 8 Uhr wurde die niedrigste Temperatur gemessen: -16,1°C. Die Luftfeuchte betrug nur 74% und es herrschte leichter Wind vor. Das Kältepotential dieser Luftmasse war aber noch viel größer. Wo die Luftmasse zum Liegen kam und weiter auskühlen konnte, wurden Temperaturen unter -25°C gemessen, so beispielsweise auf der Schwäbischen Alb (-29°C).

Für Gundersheim sind die Temperaturen bis unter -15°C dennoch nicht rekordverdächtig: im Winter 1985 wurden bis unter -20°C gemessen. Die handschriftlichen Aufzeichnungen von damals geben darüber noch Auskunft.

In der Folge setzten sich wieder atlantische Luftmassen durch, die zu einer deutlichen Milderung führten. Waren es am 19. noch -16°C so stieg das Quecksilber innerhalb von drei Tagen auf 6°C. Die Dekadenmittel der Temperatur könnten nicht unterschiedlicher sein: in der ersten Dekade waren es im Mittel 6°C, in der zweiten Dekade -5°C, und in der dritten Dekade 2°C.

Die Niederschlagssumme von 58 mm verteilte sich über den gesamten Monat, wobei die Hauptniederschläge in der ersten und dritten Dekade lagen. In der zweiten Dekade schneite es vor allem am 19. und 20. Dezember. Die Höhe der Schneedecke betrug 5 cm, was einer Regenmenge von ca. 5 mm entspricht.

Allerdings war der Schnee nur von kurzer Dauer. Am 22. und den darauffolgenden Tagen schmolz die Schneedecke wieder weitestgehend weg. Es blieben aber Schneereste an den Feiertagen liegen, so dass wir von "Weisser Weihnacht" in diesem Jahr sprechen können.

Die höchste Temperatur des Monats Dezember wurde am 10. registriert: 11,3°C. Ein richtig ungemütlicher Tag mit viel Regen war der 22. gewesen. An diesem Tag regnete es über 12 mm. Der Synoptik-Eintrag von diesem Tag lautet wie folgt:

"Heute nasskaltes Wetter: meist stark bewölkt bis bedeckt mit häufigem Regen. Sehr lebhafter Wind 3-4 Beaufort aus SW. Schnellziehender Stratocumulus. Am Morgen noch glatt auf den Straßen. Glatteis durch überfrierenden Regen. Am Abend beruhigt sich der Wind und dreht auf SW bis W."

Insgesamt wurden im Dezember 17 Frosttage und 5 Eistage registriert.

November 2009

Der dritte und letzte der drei Herbstmonate war überdurchschnittlich warm und sehr feucht. Der Monatsdurchschnitt der Temperatur errechnete sich auf 7,8°C. Damit war der November um fast 3°C zu warm! Die Niederschlagssumme ergab 55 mm, ein Niederschlags-Plus von 45% gegenüber dem langjährigen Wert von 38 mm. Die Anzahl der Regentage (11) verdeutlicht den feuchten Charakter des letzten Herbstmonats noch einmal.

Im Temperaturverlauf des Monats fällt auf, dass es kaum größere intermensuelle Schwankungen gab. Lediglich die Tagesschwankung der Temperatur verlief stets ausgeprägt. Ein größerer Kaltlufteinbruch blieb aus, so dass die Temperaturen durchweg über dem Nullpunkt lagen. Es wurde kein einziger Tag mit Frost registriert! Der kälteste Tag war der 12. mit einem Minimum von 0,6°C. An diesem Tag gab es zumindest Bodenfrost und als Autofahrer durfte man an diesem Tag die Scheibe kratzen. Angesichts der frostnahen Temperatur wurde an diesem Tag Graupel beobachtet. Am 13. November stiegen die Temperaturen signifikant um 5°C an. In der Folge wurden Temperaturen bis 13°C beobachtet. Die Nächte blieben mit 5-7°C recht mild.

Ursache für die wechselhafte und milde Spätherbstwitterung war eine ausgeprägte Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik, die sich immer wieder regenerierte. Diese verursachte eine südwestliche Höhenströmung, die ein Festsetzen von Hochdruckgebieten auf dem Kontinent verhinderte.

Der wechselhafte Charakter setzte sich auch in der 3. Dekade des Monats fort. Zudem wurde es um den 23. herum recht windig. Am 23. wurden die höchsten Windgeschwindigkeiten registriert: in Böen wurden Windstärken bis 6 Beaufort beobachtet! Dem Betrachter wurde dies im Schwanken von Ästen und schnell ziehenden Wolken am Himmel besonders deutlich.

Alles in allem war der November ein recht trüber, feuchter Monat, der mit wenigen thermischen Gegensätzen aufwartete. Die südwestliche Höhenströmung scheint sich auch im ersten Wintermonat fortzusetzen, wenn man die Trendanalysen, die zu Monatsende vorlagen, zu Rate zieht...

Oktober 2009

Die altgermanische Bezeichnung Windumemanot für Oktober leitet sich vom lateinischen vindemia für Weinlese her. Weitere Bezeichnungen in der Vergangenheit waren Gilbhart, Blotamanoth, Reifmond sowie Dachsmond, also alles Andeutungen darauf, dass das Laub der Bäume sich gelb oder blutrot verfärbt bzw. in mondklaren Nächten sich der erste Reif bildet, die Temperaturen also deutlich niedriger liegen als im Vormonat September.

Der Oktober läßt sich bei einer Durchschnittstemperatur von 9,8°C und einer Niederschlagssumme von 44 mm als kühl und trocken kennzeichnen. Hierbei lag das Monatsmittel der Temperatur um 1,4°C niedriger als der langjährige Wert vorgibt (11,2°C). Die Niederschlagssumme war mit 44 mm etwas geringer als der langjährige Wert von 51 mm.

Der Monat begann sehr mild mit Temperaturen bis 20°C. Am Ende der ersten Woche (7.) wurde die höchste Temperatur des Monats verzeichnet: 24,2°C. An diesem nochmals sehr warmen Fast-Sommertag gab es sogar ein Gewitter. So verzeichnet im Synoptik-Tagebuch:

Heute meist stark bewölkt, teils am Mittag heiter und sehr warm für die späte Jahreszeit. 02 Uhr 30. Lauter Donner und helle zuckende Blitze. Kein Regen. Nur leichter Wind aus W.

Und in der folgenden Nacht (08.10.): 01 Uhr 44: Donnergrollen. Kein Blitz. Kein Regen. Sehr warme Nacht (19°C). Fast eine Tropennacht. Auch am Tag weiterhin bedeckt, Wind dreht auf NW, 1-2 Bf. Kein Regen. Wechselhafte Witterung.

In der Folge stellte sich die Wetterlage grundlegend um. Am 10. und 11. regnete es in den Nächten besonders stark. Auf der Rückseite eines Tiefs wurde dann Polarluft nach Mitteleuropa herangeführt, es wurde herbstlich kühl und schon am 15. wurde mit -1,1°C der erste Frost registriert.

Im Monatsdiagramm wird die Kaltluftadvektion in den stetig sinkenden Temperaturen besonders deutlich. Der erste Frost kam in diesem Jahr pünktlich. Im langjährigen Durchschnitt tritt der erste Frost stets in der Monatsmitte auf. In exponierten Lagen (insbesondere im Talbereich) allerdings schon weitaus früher!

Nach dem Luftmassenwechsel lagen die Tages- und Nachttemperaturen grob gesagt um gut 10°C niedriger. In der letzten Dekade weitete sich das Hochdruckgebiet Xenia nach Mitteleuropa aus und sorgte überwiegend für sonniges, bzw. zum Teil nebliges Wetter. Die niedrigste gemessene Temperatur wurde am Morgen des 20. Oktober gemessen mit -1,9°C.

Die Monatssumme des Niederschlags von 44 mm erfüllte die durchschnittliche Menge von 51 mm nur zu 90%. Damit blieb etwas Regen in diesem Herbstmonat aus. Die Anzahl von 8 Regentagen (mit einer Tagesregensumme von mehr als 1 mm) beträgt 8 Tage und ist als normal anzusehen. Insgesamt 3 Frosttage konnten registriert werden.

Sonderbericht vom 14. Oktober 2009:

Erster Frost im Wonnegau
Pünktlich in dieser Saison setzte der erste Frost ein. Dieser ist in unserer Region stets um die Monatsmitte zu erwarten. Bei 4/8 Bewölkung war am frühen Morgen Scheibenkratzen angesagt. Ursache für die so ungewöhnlich kalten Temperaturen ist die eingeflossene Polarluft, die in der Nacht zur Ruhe kam und weiter auskühlen konnte. Auch in den kommenden Tagen hält die Witterung mit Nachtfrost an. Eine Änderung der Wetterlage ist bislang nicht in Sicht...

September 2009

Der September wird wegen seiner vergleichbaren Temperaturen auch "Mai des Herbstes" genannt. Und in diesem Jahr war der erste der drei Herbstmonate wirklich ein sehr schöner Wonnemonat. Der September läßt sich bei einer Durchschnittstemperatur von 16,5°C und einer Niederschlagssumme von 23 mm als normal temperiert aber deutlich zu trocken kennzeichnen. Dabei gab es im September immerhin noch 4 Sommertage: am wärmsten war es zu Monatsanfang am 1. mit einer Höchsttemperatur von 31,4°C. Damit wurde sogar noch ein einziger Tropentag im September registriert. Zweitwärmster Tag war der 9. mit einer Höchsttemperatur von 27,6°C. Sieht man einmal von ein, zwei Unterbrechungen ab, so war der September ein sehr beständiger Monat. In diesem Jahr gab es mal wieder einen richtigen sogenannten "Altweibersommer".

Was die Niederschläge angeht, war der September recht trocken. Nur 49% der sonst üblichen Regensumme wurde erreicht. Es gab nur 4 Regentage. Der Tag mit der höchsten Niederschlagssumme war der 5. mit einer Summe von 10,5 mm. Der synoptische Eintrag an diesem Tag lautet:

"Heute meist stark bewölkt und trocken. Leichter bis mäßiger Wind um West. Wolken: Stratocumulus vorherrschend. Es ist herbstlich kühl geworden."

Der Eintrag vom 8. (nur 3 Tage später) lautet wie folgt:

"Am Morgen wolkenlos. Viel Sonne. Windstill. Etwas Nebel regional vorhanden. Den ganzen Tag sonnig und sehr warm aber nicht schwül. Trockenwarm bei blauem Himmel, ohne Wolken. Leichter, nur ganz schwacher Wind aus Süd. Am Nachmittag und Abend wolkenlos bzw. sternenklar. Auch am Abend noch lange angenehm warm."

Die tiefste Temperatur wurde am 16. mit nur 8,3°C gemessen.

Der September wartete mit einigen schönen, trockenen Tagen auf. Es wurden rund 20 Tage gezählt mit heiterem Wetter. Die Sommertage wurden nicht mehr als schwül empfunden. Es war vielmehr trockenwarm. Der September gilt als einer der beständigsten Monate im Jahresverlauf. Der Altweibersommer ist die zuverlässigste , aber auch letzte schöne Hochdruckwetterphase des ganzen Jahres.

August 2009

Der August der ein Juli war! so könnte man bei diesem der letzten Sommermonate titeln. Denn der August war bei einer Durchschnittstemperatur von fast 21°C und einer Niederschlagssumme von 31 mm sogar um ein halbes Grad wärmer als ein durchschnittlicher Juli. Damit war der diesjährige August um 2,8°C zu warm. Weiterhin war der August sehr trocken. Es wurde nur die Hälfte der sonst üblichen Niederschlagssumme gemessen (31 mm). Der langjährige Durchschnittswert für einen August beträgt 61 mm.

Damit wurde die wechselhafte und subjektiv als kühl empfundene Witterung der Vormonate Juni und Juli unterbrochen. Dem ständigen Auf und Ab der Sommermonate folgte nun ein beständiger August. Die Wärmegunst dieses Monats läßt sich festmachen an der Anzahl Sommertage: 21 Tage gab es, an denen das Thermometer über 25°C kletterte. Beeindruckend ist auch die Anzahl von Tropentagen: so überstieg das Thermometer an 6 Tagen die 30°C-Marke. Der heißeste Tag war der 20.: an diesem Tag wurden sogar 34,4°C erreicht.

Der Monat begann leicht unbeständig aber warm: in der ersten Dekade kletterten die Temperaturen kontinuierlich bis zum 7. auf 31,8°C. Der synoptische Eintrag vom 4. lautet folgendermaßen:

"Am Morgen heiter bis wolkig und trocken. Ab 9 Uhr blauer Himmel und viel Sonne. Angenehm warm. Wolkenlos (10 Uhr). Dann nur noch vereinzelt kleine Cumuli den ganzen Tag über. Himmel besonders intensiv blau. Sonne recht intensiv. Schöner Sommertag seit langem mal wieder. Sehr warm aber nicht schwül. Trockenwarm. Nur leichter Wind aus Nordost. Am Abend Sternenklar. Vollmond tief im Südosten um 2130 Uhr."

Am 8. dann gab es einen bedeckten Tag mit stark gedämpften Temperaturen. In der Folge (2. Dekade) war es dann etwas wechselhafter bis es zum 16. wieder hochsommerlich wurde: 32,1°C wurden an diesem Tag erreicht. Der Sommer gipfelte schlielich im heißesten Tag des Jahres: am 20. wurden 34,4°C erreicht.

Zu Ende des Monats gab es die ersten etwas kühleren Nächte, dies schon als Hinweis auf den langsam scheidenden Sommer: Die tiefste gemessene Temperatur im August wurde am 30. registriert mit nur 8,8°C.

Die Niederschlagssumme von 31 mm ist als recht unterdurchschnittlich zu beurteilen. In normalen Sommern fallen immerhin 61 mm Regen. Somit blieb die Hälfte der Niederschläge im August aus. Nennenswerte Niederschläge größer als 1 mm gab es lediglich an 5 Tagen: 3./ 10./ 11./ 13. und 21. August. Am 21. August gab es am Morgen ein Gewitter. Genau um 06:54 Uhr erschreckte die Menschen ein lauter Donnerschlag, dann zuckten mehrere Blitze, es gab leichten Regen. An dem ganzen Tag blieb es dann bedeckt und trüb, es regnete ab und zu und die Temperaturen erreichten nur noch um die 20°C. Die Niederschlagssumme für diesen Tag betrug 5,6 mm. Der höchste Niederschlag an einem Tag wurde am 10. gemessen mit 15,4 mm.

Juli 2009

Der Juli war - trotz des durchwachsenen Wetters - in diesem Jahr recht durchschnittlich. Bei einem Temperaturmittel von von 19,7°C war der Juli nur etwas kühler als der langjährige Durchschnitt (20,4°C). Die Niederschlagssumme von 63 mm liegt auch im Durchschnitt (64 mm). Das Wetter fuhr im Juli im wahrsten Sinn des Wortes Achterbahn. Das Auf und Ab bei den Temperaturen wird besonders deutlich im Monatsdiagramm.

Der Monat begann sommerlich warm. Bis zum 5. gab es Sommertage dann sanken die Temperaturen: vom 8.-11. wurden nur noch Temperaturen zwischen 12 und 20°C registriert. In der zweiten Dekade ging es dann mit der Temperatur rasant aufwärts: am 16. des Monats wurde mit 29,3°C wieder fast ein Tropentag erreicht. Innerhalb von 2 Tagen sanken die Temperaturen wieder unter die 20°C-Marke. Diese Form der Achterbahnfahrt der Temperatur setzte sich in der 3. Dekade des Monats fort: Innerhalb weniger Tag wurden wieder 30°C erreicht, dann nur 23°C. Und so weiter. Das Auf und Ab der Temperatur war im ganzen Monat Juli zu spüren gewesen.

Insgesamt gab es 14 Sommertage, aber nur 3 Tropentage. Zwei weitere Tage waren fast Tropentage gewesen. Die erste Woche des Monats war die beständigste Zeit des Wetters, ansonsten herrschte sehr wechselhaftes Wetter vor. Insbesondere die ausgeprägten vertikalen Bewegungen in der Atmosphäre sind hier zu nennen, denn es gab zu Monatsbeginn sehr hohe Wolken zu vermelden: Cumulonimbus als ausgeprägte Gewitterwolke war ein deutliches Anzeichen für Dynamik in der Atmosphäre. In der Folge sorgten atlantische Tiefdruckgebiete für das ständiges Auf und Ab bei der Temperatur. Das Wettergeschehen gestaltete sich sehr wechselhaft. Dies wurde auch in der Temperatur deutlich, die nur selten über die 25-Grad-Marke kam.

Ein typisches Bild für den Juli 2009 war: ständiger Wind aus West mit herantreibenden Stratocumulus-Wolken. Eine ausgeprägte Ostwetterlage wie so oft zu Monatsmitte konnte sich in diesem Jahr im Juli nicht ausbilden. Stattdessen herrschte stetiger Westwind vor mit häufig wolkigem bis bedecktem Wetter. Dass der Monat nur 0,7°C unter dem langjährigen Mittel lag ist verwunderlich. Subjektiv betrachtet, wurde der Juli von vielen Menschen als zu kühl und feucht empfunden. Dass der Juli in diesem Jahr nicht deutlich kälter war als in durchschnittlichen Jahren, verdankt der Monat den geringen Minimumtemperaturen in den Nächten.

Die Monatssumme des Niederschlags betrug 63 mm und liegt damit im langjährigen Durchschnitt (64 mm). Die Niederschläge fielen verteilt über den Monat an 10 Tagen.

Tage mit Gewitter gab es nur 3 zu vermelden: am 04., am 06. und am 13. Juli mit jeweils teils kräftigen Niederschlägen, wie das bei Gewittern auch üblich ist. Die Höchsttemperatur des Monats wurde am 02. gemessen mit einer Temperatur von 31,8°C. Das absolute Temperaturminimum wurde am 10. gemessen mit 11,1°C.

Sommer bislang zu kühl und feucht (Bericht vom 16. Juli 2009)

Das Wetter fährt Achterbahn. Seit Wochen nun schon ist es wechselhaft und kühl. Unterbrochen wird die kühle Witterung nur gelegentlich von ein paar vereinzelten warmen Tagen.

Die Ursache für das ständige Auf und Ab ist in atlantischen Tiefdruckgebieten zu suchen, die ohne Unterlass auf unserem Breitengrad heranströmen und für einen kühl-feuchten und ausgeglichenen Wetterverlauf sorgen.

Eine stabile Wetterlage ist auch mittelfristig (zumindest bis zum jetzigen Standpunkt) nicht in Sicht...

Juni 2009

Der Juni war ein sehr wechselreicher Monat. Die Temperaturen wechselten in wenigen Tagen sehr oft ab, von sommerlichen Werten über 25° bis unter 15°C. Die Niederschläge verteilten sich in der Masse auf die erste Monatshälfte. Stark verallgemeinert ausgedrückt war die zweite Monatshälfte angenehmer als die erste Monatshälfte. Insbesondere zum Monatsende war ein deutlicher Anstieg der Temperatur zu verspüren.

Bei einer Durchschnittstemperatur von 17,4°C lag der Juni gut 2,3°C unter dem langjährigen Schnitt. Bezüglich der Niederschläge wurden 77 mm registriert. Dieser Wert liegt über den 66 mm in normalen Jahren. Somit läßt sich der Juni 2009 als kühl und feucht kennzeichnen.

Diese Kennzeichnung deckt sich auch mit den subjektiven Empfindungen vieler Menschen, die den Juni als wechselhaft, ja als durchwachsen bezeichneten und damit meinten, dass es oftmals nicht schön gewesen sei. Allerdings gab es auch einige schöne Tage zu vermelden: insbesondere um die Monatsmitte war es schön und warm und besonders in der letzten Woche des Monats.

Das absolute Temperaturminimum wurde am 5. mit 6,5°C gemessen. Der 5. war zugleich der kälteste Tag im Juni, bei einer Mitteltemperatur von nur 10°C. Das absolute Temperaturmaximum wurde am letzten Tag des Monats gemessen: 31,1°C. Somit wurde immerhin 1 Tropentag registriert und 10 Sommertage.

Beim Niederschlag ist festzustellen, dass sich die gemessene Niederschlagssumme von 77 mm auf nur wenige Ereignisse zurückführen läßt: 9 Niederschlagstage. Das höchste Niederschlagsereignis war am 15. zu verzeichnen mit einer Tagessumme des Niederschlags von 32 mm. Dieser extreme Niederschlag ist infolge eines Gewitters entstanden und stellte einen erheblichen Beitrag zur Monatsniederschlagssumme dar (immerhin bis zu 42%).

Der häufige Wechsel der Temperatur in nur wenigen Tagen ist auf atlantische Tiefausläufer zurückzuführen, die ohne Unterbrechung im Juni von Westen das Wetter beeinflußten. Ein Abreißen dieser atlantischen Westdrift war nur gegen Monatsende festzustellen.

Mai 2009

Typisches phänologisches Zeichen des Vollfrühlings stellt die Apfelblüte dar. Mit dem Einzug des Vollfrühlings nehmen die Temperaturen zu, am Tage wie auch in den Nächten. Jedoch sorgen die Eisheiligen stets noch einmal für empfindlich frostige Temperaturen. Mit der Zunahme der Temperaturen geht auch eine deutliche Zunahme der Niederschläge einher.

Dieser Mai 2009 war relativ normal temperiert beim Blick auf das Temperaturmittel: 15,9°C (15,3°C). Die Niederschläge hingegen sind mit 33 mm eher unterdurchschnittlich (47 mm).

Betrachtet man Temperatur und Niederschlag im Monatsverlauf, so erkennt man eine deutliche Zweiteilung: die erste Monatshälfte war überwiegend wechselhaft geprägt mit unterdurchschnittlichen Temperaturen und Niederschlag, die zweite Monatshälfte von heiterem, sonnigem Wetter mit angenehmen Temperaturen. Allerdings gab es zum Monatsende erneut eine deutliche Abkühlung.

Empfindliche Spätfröste wie so oft im Mai blieben in diesem Monat aus. Allerdings ist die Anzahl der Tage, an denen das Thermometer 25°C erreichte (Sommertage) recht gering: 6 Tage. Immerhin wurden mit 30,9°C (24.) und 32,4°C (25.) schon zwei Tropentage registriert. Das sommerliche Intermezzo währte nur kurz: in den Folgetagen kühlte es empfindlich ab.

In der ersten Monatshälfte fielen 97% der gesamten gemessenen Niederschlagssumme (32 mm). Es handelte sich hierbei um 4 nennenswerte Niederschlagsereignisse. Am 15. Mai fiel der höchste Niederschlag mit einer Summe von 15,4 mm.

April 2009

Was der März nicht schaffte, vollendete der April: den lange herbeigesehnten Frühlingseinzug! Dabei war der April ein sehr sonnenreicher und angenehmer Monat: die Monatsmitteltemperatur wurde zu 13,5°C errechnet und liegt damit fast 2°C über dem langjährigen Mittel. Die Temperaturgunst wird besonders deutlich an den hohen Nachttemperaturen, die zwischen 3,5°C (24.) und 11,5°C (13.) lagen. Somit gab es im April kein Frost!

Eine ausgeprägte Südwestströmung verbunden mit einem Hochdruckgebiet sorgte fast ununterbrochen für angenehmes Wetter mit viel Sonnenschein und milden Temperaturen. Die höchsten Temperaturen wurden vom 10. bis 15. gemessen. An diesen Tagen stieg das Thermometer bis auf 25°C. Es wurden somit 4 Sommertage gezählt. Sommertage sind insbesondere zum Monatsende nicht selten. Allerdings wurde das schöne Frühlingswetter zu Monatsende jäh unterbrochen, so dass nur noch Temperaturen bis 14°C erreicht wurden.

Die Niederschlagssumme von 34 mm liegt genau im langjährigen Schnitt (35 mm). Allerdings verteilte sich diese Summe auf nur wenige Niederschlagstage (5 Tage).

März 2009

Der März läßt sich bei einem Temperaturmittel von 5,5°C und einer Niederschlagssumme von 52 mm als kalter und feuchter Monat kennzeichnen. Das Monatsmittel lag damit fast ein Grad unter dem langjährigen Wert. Die Niederschlagssumme wurde hingegen um das 1,62 fache des normalen Werts überschritten.

Der März präsentierte sich als sehr wechselhafter Monat. Eine längere sonnige Periode des Vorfrühlings blieb praktisch aus. Nennenswerte milde Temperaturen wurden lediglich zur Monatsmitte gemessen, ansonsten herrschten Westwetterlagen vor mit stetigem Wind und kühlen Temperaturen zwischen 2-3°C in der Nacht und 8°C am Tag.

Ein über den Monat sich erstreckender ansteigender Trend der Temperatur machte sich nicht bemerkbar. War der Monat nicht von hohen Temperaturen geprägt, so auch nicht von nennenswerten tiefen Temperaturen. Die Temperaturspanne war somit recht gering. Das Temperaturminimum wurde am 25. gemessen mit -1°C. Die höchste Temperatur wurde am 14. des Monats gemessen mit 12,1°C. Somit beträgt die Temperaturspanne nur 13°C. Normalerweise sind im Frühling die größten Temperaturspannen der Temperatur zu erwarten. Dies war in diesem Jahr nicht so.

Interessant erscheint, dass sich die Niederschläge in der Masse auf die erste Monatshälfte verteilten: 38 mm (also mehr als die normale Monatssumme des Niederschlags) fielen in nur 9 Tagen der ersten Monatshälfte. Der höchste Tagesniederschlag ist auf den 6. datiert: an diesem Tag fielen 24 mm Niederschlag, eine recht hohe Summe.

Februar 2009

Langjährig betrachtet stellt der Februar den kältesten Monat im Jahr dar. Oftmals werden im Februar die tiefsten Temperaturen des ganzen Jahres gemessen. Ein solches Nachhängen der Temperatur im späten Winter und schon Vorfrühling ist typisch für kontinental geprägtes Klima.

Dieser Februar war allerdings kein durchschnittlich temperierter Monat, sondern er war wärmer und feuchter als normal. Die Durchschnittstemperatur berechnete sich zu 2,2°C. Das sind 1,9°C mehr als in normalen Jahren. Die Niederschlagssumme lag mit 33 mm ebenfalls über den Durchschnitt (26 mm).

Der Monat verlief durchwachsen. Temperatur und Niederschläge wechselten immer wieder. Der ständige Wechsel rührt von einer atlantischen Westströmung her, die immer nur kurz von Zwischenhocheinfluß unterbrochen wurde: 15. Februar, 18./19. Februar. An solchen Tagen gab es dann in der Nacht Frost bis -5°C. Innerhalb der letzten Dekade stiegen die Temperaturen kontinuierlich an um gegen Monatsende die höchsten Temperaturen zu erreichen.

Die tiefste Temperatur wurde am 18. gemessen mit nur -5,7°C. Das Temperaturmaximum des Februar fällt auf den letzten Tag des Monats, nämlich den 28. Februar.

Januar 2009

Der Januar war bei einer Mitteltemperatur von -2,1°C sehr kalt. Von der strengen Kälte zeugen auch die vielen Eistage, die insbesondere in der ersten Monatshälfte registriert wurden. Insgesamt wurden vom 1.-15. Januar 11 Eistage gemessen, das heisst, die Temperatur stieg an diesen Tagen nicht über die Null Grad. Der Monat war deutlich zweigeteilt, denn in der zweiten Monatshälfte stiegen die Temperaturen an und die Tagesmaxima lagen durchweg alle über der Frostgrenze. Jedoch gab es in den Nächten immer wieder mal Frost.

Das Temperaturminimum wurde am Morgen des 07. erreicht: -12,5°C. Die höchste Temperatur des Monats gab es am 19. mit einer Temperatur von 7,6°C. Die Anzahl der Frosttage betrug 26. Das ist eine recht hohe Zahl und verdeutlicht die Strenge des Winters in diesem Jahr. Es gab sogar immerhin 12 Eistage im Januar.

Die Niederschläge sind sehr ungleichmäßig verteilt und fielen in einem recht eng begrenzten Zeitraum: vom 17.-23. (also in lediglich einer Woche) fielen insgesamt 95% des gesamten Monatsniederschlags, in nur wenigen Tagen. Die Tagesniederschlagssummen erreichten hierbei bis zu 11,5 mm am 23. bzw. 7 mm am 20. Januar.

An Tagen mit strengem Frost gibt es stets nur wenig Niederschlag. Dies ist mit der trockenen Polarluft zu erklären, die in unserem Raum für einen halben Monat vorherrschte. Mit der Milderung in der zweiten Monatshälfte fand die strenge Kälteperiode ein Ende. Sie dauerte vom 21. Dezember an, insgesamt also 25 Tage.

Markante Schneefälle gab es vereinzelt zu melden zum Jahresbeginn, so dass eine schöne weiße Landschaft das Auge erfreuen konnte.

Der Jahresrückblick 2008

Das Jahr 2008 läßt sich bei einem Jahresmittel der Temperatur von 10,9°C als durchschnittlich warmes Jahr kennzeichnen. Dafür blieben viele Monatsniederschläge unter dem Soll. Die Regensumme bewegte sich bei nur 436 mm, normal sind 536 mm. Fast 1/5 der Regensumme blieb damit aus.

Der Jahresverlauf von Temperatur und Niederschlag unterlag im Jahr 2008 besonders großen Variationen. Januar und Februar waren warm und feucht, März und April etwas kühler aber deutlich zu nass. Die Sommermonate waren durchschnittlich warm aber deutlich zu trocken. Besonders für die Vegetation und Landwirtschaft hatte das Ausbleiben der Regenfälle Folgen. Auch im Herbst wurden nur unterdurchschnittliche Mengen Niederschlag verzeichnet. Die Temperatur bewegte sich im normalen Bereich.

Interessant ist festzustellen, dass es infolge des gemäßigten Sommers nur 54 Sommertage gab und nur 8 Tropentage. Frost wurde an 55 Tagen gemessen. Eistage, also Tage an denen das Quecksilber nicht über die Null-Grad-Grenze steigt, gab es nur 3 Tage.

Es kann also gesagt werden, dass das Jahr 2008 ein recht unspektakuläres, durchschnittliches Jahr war. Die Wintermonate waren wenig ausgeprägt, wie der Sommer auch nur gemäßigt war. Einzig und allein die 7 durchweg trockenen Monate von Mai bis November waren sehr prägnant und sorgten dafür, dass die Jahresniederschlagssumme so gering ausfiel.


Dezember 2008

Der erste Wintermonat Dezember war durchschnittlich. Bei einem Temperaturmittel von 1,6°C lag die Temperatur nur 0,3°C unter dem langjährigen Mittel. Werden die Niederschläge betrachtet, so war der Dezember ein hygrisch normaler Monat. Die Monatssumme ergab 38,8 mm und lag nur 0,8 mm über dem langjährigen Mittel.

Der erste Wintermonat begann feucht und kalt. Die Temperaturen lagen nur geringfügig über dem Gefrierpunkt, in den Mittelgebirgen gab es den ersten sicheren Schnee. Bis zum 17. blieb die Witterung nasskalt, dann kam mit einer Westströmung vom Atlantik her milde Luft, die Temperaturen stiegen signifikant an, auch Niederschläge wurden in Folge gemessen. Bis zum 21. und 22. stieg die Höchsttemperatur auf 10,4 bzw. 10,5°C. Dieser markante Temperaturanstieg läßt sich als das etwas vorgezogene Weihnachtstauwetter interpretieren, das in sehr vielen Jahren regelmäßig auftritt. Ab dem 22. dann sanken die Temperaturen kontinuierlich ab. Eine Ostwetterlage führte sibirische Kaltluft heran. Bereits am Heiligabend sank die Tiefsttemperatur unter den Gefrierpunkt. Zum Monatsende wurden die niedrigsten Temperaturen des Monats gemessen: -6,9°C am 30.12. Der letzte Tag des Monats war zugleich der kälteste Tag: an diesem Tag stieg die Temperatur nicht über die 0°C-Marke.

Insgesamt wurden 15 Frosttage gezählt. An Eistagen gab es 3 Tage. Hygrisch bewegte sich der Dezember im unterdurchschnittlichen Bereich. Die Hauptniederschläge wurden zu Monatsbeginn verzeichnet. 26 mm fielen allein in der ersten Woche des Dezember, das sind 2/3 des gesamten Monatsniederschlages.

In der zweiten Woche fiel kein Niederschlag, erst wieder in der dritten Woche als die höchsten Temperaturen des Monats gemessen wurden.

Richtig markante Niederschläge gehen immer mit feucht-milder Luft vom Atlantik einher. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass umso weniger Niederschlag fällt, je kälter es ist. Herrscht Frost vor, versiegt der Niederschlag ganz. Schnee ist damit relativ selten zu erwarten und nur bei besonderer Ostwetterlage, wenn sich ein Höhentief nach Mitteleuropa verlagert. Damit waren die Weihnachtsfeiertage und die Tage danach in diesem Jahr frostig aber schneefrei.


November 2008

Der November lässt sich bei einem Temperaturmittel von 6,0°C und einer Niederschlagssumme von 11,5 mm als etwas zu warm und trocken kennzeichnen. Damit führte der letzte Herbstmonat die trockene Ära fort. Die normale Niederschlagssumme beträgt 38 mm. Damit blieben in diesem Monat bis zu 26,5 mm Regen aus, über 2/3 der sonst üblichen Menge.

Der Monat begann recht mild mit Temperaturen bis 15,8°C am 4. Die Tiefsttemperaturen blieben auch über 5-10°C. Es war trocken bzw. gab es nur ganz geringfügige Niederschläge ohne nennenswerte Menge. In der zweiten Dekade (ab dem 11.) sanken dann die Temperaturen abrupt ab bis zum 14. An diesem Tag wurde der erste Frost gemessen mit -0,1°C. Die Höchsttemperatur an diesem Tag betrug nur 7,8°C.

Für den ganzen Rest des Monats ist dann ein sinusartiger Verlauf der Temperatur kennzeichnend gewesen: die Termpaturen stiegen und sanken innerhalb weniger Tage um durchschnittlich 5°C. Insgesamt blieb es bei einem Abwärtstrend der Temperatur, so dass in der dritten Dekade die niedrigesten Temperaturen des Monats gemessen wurden: -3,2°C am 25., -2,8°C am 28. Die kältesten Tage waren der 23., 25. und 28. November.

Die Niederschläge im letzten Herbstmonat lassen sich als sehr unterdurchschnittlich beurteilen. Die absolut höchste Niederschlagssumme innerhalb eines Tages waren 2,5 mm am 24. Es ist relativ selten, dass solche geringe Niederschläge gemessen werden.


Oktober 2008

Der Oktober läßt sich bei einer Durchschnittstemperatur von 9,9°C und einer Niederschlagssumme von 32 mm als kühl und trocken kennzeichnen. Damit lag der typische Herbstmonat 1,3°C unter dem langjährigen Mittel. Es wurden nur 63% der Niederschläge erreicht.

Der Monat begann zunächst kühl und leicht feucht mit geringen Niederschlagssummen. Ab der zweiten Woche legten die Temperaturen dann deutlich zu und es wurden nochmals sehr warme Temperaturen erreicht von 18,8°C am 07. und 19,3°C am 08. Auch in den Nächten blieb es recht mild. In der 2. Monatshälfte kühlte es in den Nächten insbesondere sehr stark ab (3,9°C am 17./ 1,8°C am 18.). Am Tag stieg das Thermometer immerhin noch auf 14°C, am 21. sogar nochmals auf 18,1°C. In der letzten Dekade des Monats zeigten die Temperaturen dann einen deutlichen Abwärtstrend: gegen Ende des Monats wurden nur noch Temperaturen um 5°C registriert.

Der Monat endete recht nasskalt: allein in der letzten Dekade fielen 24,5 mm, also 79% der registrierten Niederschlagssumme. Einer recht trockenen und warmen ersten Monatshälfte steht damit eine kühl-nasse zweite Monatshälfte gegenüber.

Es wurden keine Sommertage mehr gemessen (Tageshöchsttemperatur grösser als 25°C). Erster Frost wurde lediglich in den Talregionen des Wonnegau gemessen, so an der Talstation im Beckenbereich des Stausees von Gundersheim. Der erste Frost, wie er sonst in normalen Jahren um den 17.-21. Oktober einzieht, blieb dieses Mal (zumindest an der Heimstation) aus.


September 2008

Der erste Herbstmonat war mit einer Monatsdurchschnittstemperatur von 13,4°C und einer Niederschlagssumme von 40,4 mm im Vergleich zu den langjährigen Werten des September zu kühl und zu trocken. Die durchschnittlichen Werte des ersten Herbstmonats liegen üblicherweise bei 17°C und 47 mm. In der ersten Dekade war es noch recht überdurchschnittlich warm und trocken. Ab der Monatmitte waren dann insbesondere die Nächte recht kühl: hier gingen die Temperaturen bis auf 3,9°C am 19. zurück.

Mit 8,4°C war der 17. des Monats der kühlste Tag. Die höchste Temperatur hingegen wurde am 1. gemessen mit 17,8°C. Dieser erste Tag des September war auch zugleich der wärmste Tag.

Die Niederschläge waren etwas mit 40 mm etwas unterdurchschnittlich. Die höchste Niederschlagssumme wurde am 3. gemessen mit 12,6 mm. Es gab insgesamt nur 8 Regentage mit einer nennenswerten Summe von mehr als 1 mm Niederschlag. Im September gab es keine Sommertage mehr, was recht aussergewöhnlich ist. Demnach blieb der Altweibersommer in diesem Jahr aus!


August 2008

Der letzte der 3 Sommermonate läßt sich bei einer Mitteltemperatur von 18,9°C und einer Niederschlagssumme von 45 mm als etwas zu kühl und trocken kennzeichnen. Damit war der August um 0,8°C kühler als sonst und auch die Niederschlagssumme war 16 mm niedriger als in normalen Jahren. Ganz allgemein läßt sich der August als recht wechelhafter Monat kennzeichnen. Eine längere Hochdruckwetterlage blieb völlig aus. Von ausgezeichnetem, heißen Sommerwetter konnte keine Rede sein. Nur 9 Sommertage gab es, das verdeutlicht auch nochmal den recht kühlen Sommermonat. Kein heißer Tag (größer 30°C) wurde erreicht. Die höchste Temperatur wurde am 6. erreicht, mit 29,6°C. Also ein Fast-Tropentag. Die Minima bewegten sich im August allerdings auf recht hohem Niveau, sodass das Monatsmittel fast erreicht werden konnte. Die tiefste Temperatur des Monats wurde am 24. gemessen mit 9,6°C. Die Niederschlagssumme von 45 mm läßt sich als unterdurchschnittlich beurteilen. Normal sind 61 mm. 9 Regentage wurden gezählt mit einer Regenmenge von mehr als 1 mm. Es gab den höchsten Niederschlag innerhalb von 24 Stunden am 19.08. mit 8,4 mm Regen. Was die Niederschläge an den 3 Stationen angeht, so gab es in diesem Monat starke Unterschiede auf engstem Raum. Der Unterschied des Niederschlags von Berg zu Tal wird besonders deutlich: auf dem Berg fielen 42 mm Regen, im Tal hingegen 52 mm, also bis zu einem Viertel mehr als auf dem Berg. Die Jahressumme des Niederschlags beträgt an der Heimstation mittlerweile 302 mm, was als etwas unterdurchschnittlich zu bewerten ist. Der statistische Schnitt liegt bei 362 mm. Juli 2008

Der Juli war - wer hätte es gedacht? - bei einer Monatsdurchschnittstemperatur von 19,9°C und einer Niederschlagssumme von 35 mm etwas wärmer als der langjährige Durchschnitt aber deutlich trockener als in normalen Jahren. Die langjährigen Werte sind mit 19°C und 64 mm dokumentiert vom Deutschen Wetterdienst in der Station Worms (Beobachtungszeitraum 1961 - 1990).

Damit war der Juli fast 1°C wärmer und um 44% trockener als die langjährigen Werte vorgeben. Betrachtet man den Monat in der Übersicht, so fällt auf, dass es ein ständiges Auf und Ab der Temperatur gab. Die Ursache hierfür ist in den ausschließlich aufgetretenen Westwetterlagen zu suchen, die ständig für wechselhaftes Wetter sorgten. Eine ausgeprägte Hochdruckwetterlage blieb in diesem Hochsommermonat leider aus.

Von der wechselhaften Wetterlage im Juli zeugen auch die wenigen Sommer- und Tropentage. Insgesamt wurden nur 15 Sommertage und 6 Tropentage gezählt. Die höchsten Temperaturen wurden zu Anfang und zu Ende des Monats erreicht mit über 30°C. Die höchste Temperatur des Monats wurde am 2. Juli erreicht mit 33,7°C. Dieser Tag war zugleich der wärmste Tag des Monats mit einem Tagesmittel von 26°C. Die wärmste Nacht wurde vom 28. auf den 29. registriert mit einem Temperaturminimum von 19,7°C. Es war wl die unangenehmste, wärmste Nacht des Monats. Die hingegen niedrigste Temperatur des Monats wurde am Morgen des 23. gemessen: 9,9°C. Ganz allgemein lagen die Temperaturen mit Ausnahme einiger weniger Tage kurz nach Monatsmitte niedriger als im langjährigen Mittel. Man muss dazu sagen, dass es immer wieder einige Tage gab, die aus der Reihe tanzten. Der Monat Juli war ein ganz ungewöhnlicher Monat mit sehr wechselhafter Witterung.

Der Niederschlag verteilte sich über den ganzen Monat, wobei die registrierte Niederschlagsmenge mit 35 mm gut 45% unter der langjährigen Monatsniederschlagssumme lag. Neun Regentage wurden gezählt. Der stärkste Niederschlag wurde am Monatsletzten, dem 31., gemessen, mit 10,2 mm.


Juni 2008

Der Juni 2008 war - entgegen aller subjektiven Empfindungen - mit einem Monatsmittel von 19,1°C und einer Niederschlagssumme von 42 mm überdurchschnittlich warm und trocken.

Normal sind 17,4°C und 66 mm Regen. Von daher war der Juni gut 1,7°C zu warm und 24 mm zu trocken. Damit blieben fast ein Drittel der Niederschläge in diesem Monat aus. Es gab immerhin 17 Sommertage, aber nur ein (!) Tropentag.

Das hohe Monatsmittel ergab sich über die hohen Tagesmittel der Temperatur. Die Minima waren recht hoch gewesen in diesem Monat: das absolute Minimum der Temperatur wurde am Morgen des 13. gemessen: 8,6°C. Die absolut höchste Temperatur wurde am Monatsanfang, dem 2. Juni erreicht: 30,1°C.

Der Monatsbeginn war sehr heiß mit Temperaturen bis über 25°C. Ab dem 12. aber sanken die Temperaturen rasch ab auf unter 20°C auch am Tage.


Mai 2008

Der Wonnemonat Mai machte in diesem Jahr 2008 seinem Namen alle Ehre.

Bei einer Durchschnittstemperatur von 17,6°C und einer Niederschlagssumme von 23 mm läßt sich der Mai als überdurchschnittlich warm und trocken kennzeichnen.

Die langjährigen Werte liegen bei 14,2°C und 47 mm. Damit war der Mai in diesem Jahr sehr warm und lag mit 3,4°C über dem Mittel. Zudem war er sehr trocken. Über die Hälfte der sonst üblichen Niederschläge blieb aus.

Im Mai wurde kein Frost mehr registriert. Die Eisheiligen fielen in diesem Jahr komplett aus. Es fällt auf, daß die Temperaturspannen im Mai an vielen Tagen sehr hoch sind. Dies ist auf das sehr schöne Wetter zurückzuführen, das im Mai vorherrschte. Was der April versäumte, holte der Mai nach, kann man sagen. Die tägliche Temperaturspanne betrug durchschnittlich fast 9°C, das ist ein sehr hoher Wert.

Zu Monatsbeginn herrschten noch die niedrigsten Temperaturen. Das Monatsminimum wurde am 1. registriert mit nur 6,1°C. Der erste war zugleich der kälteste Tag bei einem Tagesmittel von nur 11,5°C.

In der ersten Dekade stiegen die Temperaturen kontinuierlich an und in der zweiten Dekade sogar noch weiter, bis zum 14. sogar auf 20,5°C im Tagesmittel. Am 8. wurde der erste Sommertag gemessen: 25,2°C. Und in der Folge gab es noch einige Sommertage. Insgesamt konnten 13 Sommertage gezählt werden, der Hauptanteil im letzten Monatsdrittel. Am 29. stieg das Thermometer sogar über die 30°-Marke: 30,6°C. Dieser Tag markierte den heißesten Tag bisher. Damit wurde im Mai bereits der erste Tropentag erreicht.


April 2008

Der April begann sehr kühl und wechselhaft. Zu Ende des Vormonats herrschten recht frühlingshafte Temperaturen vor, in der ersten Dekade des April kühlte es empfindlich ab, bis zum 7., an diesem Tag wurde das niedrigste Temperaturmittel des Monats registriert: 2,3°C. Einen Tag später, am 8. wurde noch einmal Frost erreicht, zugleich die niedrigste Temperatur des Monats: -1,4°C.

In der zweiten Dekade herrschte ein Auf und Ab der Temperaturen, erst in der dritten Dekade stiegen die Temperaturen signifikant an. Ab dem 20. stiegen die Tageshöchstwerte endlich mal über 15°C und am 26. und 27. sogar auf über 20°C. Die Monatshöchsttemperatur wurde am 27. erreicht mit 21,3°C.

Vergleicht man das Monatsmittel von 9,1°C mit dem langjährigen Durchschnitt von 9,3°C, so fällt auf, daß der April sogar leicht unter dem Schnitt lag. Immerhin mal ein unterdurchnittlich temperierter Monat, das kommt in diesen Jahren sehr selten vor. Die Niederschlagsmenge von 55 mm liegt aber ganz deutlich über dem langjährigen Mittel von 35 mm. Von daher war der April leicht zu kühl und deutlich zu naß.


März 2008

Der März war bei einer Monatsmitteltemperatur von 5,9°C etwas über dem Durchschnitt von 5,2°C. Mit 48 mm Regenmenge liegt er aber deutlich über dem langjährigen Mittel von 32 mm.

Das Monatsminimum wurde erst gegen Ende des Monats registriert, am 24., mit -5,4°C. Die Monatshöchsttemperatur betrug 20,3°C und wurde am vorletzten Tag des Monats (30.) erreicht.

Damit liegt die Spanne der Temperaturen in diesem Monat wieder ungewöhnlich hoch.

Die höchste Tagesniederschlagssumme war am 12. mit genau 12 mm Niederschlag. Das ist nicht außergewöhnlich hoch. Insgesamt gab es 12 Niederschlagstage, das ist ein wenig über dem langjährigen Durchschnitt.

An 7 Tagen im März gab es noch Frost.


Klimastation erneut beschädigt

VANDALISMUS NIMMT KEIN ENDE
Bericht vom 20.02.2008

Erneut wurde die Klimastation im Tal mutwillig beschädigt. Hierbei entstand an dem Regenmesser der Station erheblicher Schaden. Die Täter versuchten mit Gewalt, den Regenmesser aus seiner Verankerung zu reißen. Als dies nicht gelang, verbogen sie mit einem festen Gegenstand die Tür des Hygrographen derart, dass das Gehäuse ausgetauscht werden mußte.

Im Innern des Geräts wurde dann das Glasrohr zerbrochen sodaß die Station untauglich wurde. Der Sachschaden beziffert sich auf etwa 500 Euro. Auf dem Diagramm läßt sich die ungefähre Tatzeit ablesen. Es handelt sich bei den Sachbeschädigungen stets um Samstage, das ist mittlerweile auffällig. Es liegt die Vermutung nahe, daß Jugendliche die Tätlichkeiten verursachen.
Es wird noch einmal darauf hingewiesen, daß alle Beschädigungen der Polizei gemeldet und zivilrechtlich verfolgt werden.


Februar 2008

Wie sein Vorgänger war auch der letzte Wintermonat fast 3°C zu warm. Die Mitteltemperatur errechnete sich diesmal zu 4,7°C, normal wären 2°C im Februar. Dafür war der Monat recht durchschnittlich, was die Niederschläge angeht.

Der Februar weist außergewöhnlich hohe Temperaturextreme auf: die Temperaturspanne beträgt fast 23°C zwischen Minimum und Maximum, das ist recht ungewöhnlich, solche Differenzen im Frühjahr zu haben. Hierbei liegen die Extreme der Temperatur recht nahe beisammen. Die niedrigste Temperatur wurde am 17. des Monats gemessen mit einem Minimum in der Nacht von -6°C. Nur wenige Tage später wurde die Monatshöchsttemperatur erreicht mit 16,8°C (24.).

Es wurden nur 14 Frosttage gezählt und überhaupt kein Eistag. Auch daran kann ersehen werden, wie mild der Februar tatsächlich war.


Januar 2008

Der erste Monat des Jahres 2008 war deutlich zu warm, dafür aber etwas unterdurchschnittlich beregnet. Die Monatsdurchschnittstemperatur bewegte sich bei sage und schreibe 4,4°C und 28 mm Regen fielen. Die Durchschnittswerte von Worms liegen bei 0,7°C und 31 mm Regen. Damit war der Januar 3,7°C zu warm.

Das Jahr begann mit frostigen Temperaturen. Der 2. Januar war sogar ein Eistag. Fortan stiegen die Temperaturen an. Am 7. wurden Temperaturen bis 9°C erreicht. Eine nördliche Strömung brachte in der zweiten Dekade kurzfristig den Winter zurück, doch dies war nur ein kurzes Intermezzo. Die Temperaturen bewegten sich weiter nach oben: zu Ende der zweiten Dekade (20.) erreichten die Temperaturen den Höhepunkt. Am 19. stieg das Thermometer bis auf 12,8°C. Der 19. war zugleich der wärmste Tag des Monats bei einem Tagesmittel von 11,3°C. Im letzten Monatsdrittel fielen die Temperaturen wieder leicht, jedoch wurde nur selten Frost registriert. Die Temperaturen bewegten sich zwischen 0 und 10°C.

Neun Tage mit nennenswertem Niederschlag konnten gezählt werden. Dies entspricht dem Durchschnitt. Die Niederschläge waren nicht sonderlich hoch. Insgesamt war der Monat sehr mild und ohne große Ereignisse. Nur 8 Frosttage wurden gezählt und nur ein Eistag.


Rückblick auf das Jahr 2007

Das Jahr 2007 läßt sich bei einer Jahresmitteltemperatur von 11,5°C als zu warm kennzeichnen. Das langjährige Mittel liegt bei 10,7°C. Demnach war das Jahr 2007 um gut 0,8°C zu warm. Dßie Niederschlagssumme von 516 mm ist im Vergleich zu dem langjährigen Wert von 536 mm als recht gering zu beurteilen.

Das Jahr war deutlich zweigeteilt. Bis in den Mai waren die Monate überdurchschnittlich warm. Auf ein warmes Frühjahr folgte dann ein kühler Sommer: Juni und Juli waren unterdurchsßhnittlich temperiert, der August hingegen normal. Es folgte ein recht kühler Herbst. Der Altweibersommer blieb in diesem Jahr aus.

Die Niederschläge variierten in den einzelnen Monaten recht stark. Die intraannuelle Variation läßt sich als sehr ausgeprägt kennzeichnen. Demnach fiel der meiste Niederschlag im Monat Februar (210% der normal üblichen Summe), und im Juni bis zu 150% der Monatssumme.


Dezember 2007

Der erste Wintermonat war deutlich zweigeteilt: in der ersten Hälfte herrschte wechselhaftes, recht mildes Wetter vor. In dieser Zeit wurde auch das Maximum der Temperatur registriert: 12,6°C am 7. Dezember.

Ab der zweiten Monatshälfte wurde es deutlich kälter mit zahlreichen Frosttagen. Die tiefste Temperatur des Monats wurde am Morgen des 22. gemessen mit minus 6,3°C. Zudem gab es in diesem Jahr sogar weiße Weihnachten. Ein paar Tage vor Weihnachten sorgte Rauhreif für eine weiße Landschaft im Wonnegau. Leichter Schneefall am Morgen des 24. brachte sogar eine dünne Schneedecke dazu.

Bei einer Mitteltemperatur von 1,9°C und einer Niederschlagssumme von 36 mm läßt sich der Dezember als durchschnittlicher Monat bezeichnen. Das langjährige Mittel liegt bei exakt 1,9°C und 38 mm Regen.

Die deutliche Zweiteilung des Monats Dezember läßt sich an Temperatur und Niederschlag gut verdeutlichen. Betrug die Mitteltemperatur vom 1.-14. noch 6,2°C, so war die Mitteltemperatur in der zweiten Hälfte im Frostbereich mit minus 1,6°C. Was die Niederschläge angeht, waren diese im Monat Dezember deutlich ungleichmäßig verteilt. In der ersten Monatshälfte fielen 33 mm Regen von insgesamt 36 mm, das sind 92% des Monatsniederschlags. Für den Rest des Monats blieben dann die Niederschläge fast aus bzw. fielen nur unwesentliche 3 mm Niederschlag.

Im Dezember wurden immerhin 14 Frosttage gezählt. Es wurden sogar 6 Eistage gezählt, beginnend vom 21. bis 26. Dezember.


November 2007

Der November läßt sich bei einer Mitteltemperatur von 4,6°C und einer Niederschlagssumme von 29 mm als durchschnittlich temperiert aber zu trocken kennzeichnen.

Interessant, daß es nicht nur Monate gibß, die immer über dem langjährigen Temperaturmittel liegen. Dies war nun in Folge der 3. Monat, welcher im Mittel gesehen zu kühl war.

Ließ sich durch den Oktober noch eine konstant fallende Trendlinie legen, so funktioniert das für den November nicht mehr. Der Noßember war viel mehr durch Auf und Ab im Temperaturverlauf geprägt. Fielen die Temperaturen in der ersten und zweiten Dekade noch langsam ab, so blieben sie im letzten Drittel hingegen weitestgehend konstant.

Zur Monatsmitte trat der erste signifikante Frost auf und zu Monatsende wurde die tiefste Temperatur des Monats gemessen: -3,2°C.

Im Monat November waren die Niederschläge allgemein gleichmäßiger verteilt. Es wurden 10 Regentage gezählt. Allerdings war die monatliche Niederschlagssumme von 29 mm im Vergleich zum langjährigen Mittelwert von 38 mm recht gering. Größere Tagesniederschläge blieben im November aus.


Oktober 2007

Der Oktober war leicht unterdurchschnittlich warm, aber deutlich zu trocken. Der Mittßlwert der Temperatur wurde zu 10,3°C ermittelt, der langjährige Monatsmittelwert liegt bei 11,2°C. Damit war der Oktober um 0,9°C zu kühl. Die Regensumme ergab nur 7,4 mm. Damit wurden nur 15% der sonst üblichen Niederschlagssumme erreicht.

Interessant ist, daß sich durch die Tagesmitteltemperatur eine ständig fallende Gerade legen läßt. Damit wurde es von Tag zu Tag beständig kälter. Dennoch blieb der erste Frost, der in normalen Jahren bereits um den 17. erreicht wird, in diesem Jahr im Oktober aus. Lediglich in Senßen, wie beispielsweise an der Talstation, wurde erster Frost erreicht (20. Oktober).

Betrug die Mitteltemperatur in der ersten Dekade noch 14°C, so verringerte sich die Mittßltemperatur in der zweiten Dekade bereits auf 10,5°C. Und in der letzten Dekade lag die Mitteltemperatur nur noch bei 6,8°C.

Zu Monatsanfang wurde die höchste Temperatur gemessen: 21,1°C am 1. und am 4. Der kälteste Tag war am 23. zu verzeichnen mit einem Tagesmittel von nur 4,5°C und der niedrigsten Temperatur des Monats: 1,1°C.

In der ersten und zweiten Dekade gab es noch recht viel sonnige Tage. Jedoch waren die Nächte relativ mild, dies aufgrund einer südwestlichen Luftzufuhr. Ab dem 17. setzte ein deutlicher Temperatursturz ein, Frost in den Nächten blieb allerdings (bis auf die Talbereiche im Wonnegau) aus.

Was den Niederschlaß angeht, so war der Monat knochentrocken. Lediglich 7,4 mm wurden gemessen und nur 3 Regentage mit signifikantem Niederschlag (größer 1 mm).


September 2007

Der September läßt sich bei einem Temperaturmittel von 14,1°C und einer Regensumme von 45 mm als 3°C zu kühl kennzeichnen. Hierbei war die Regensumme normal. Bemerkenswert ist, daß es nur noch einen Sommertag im September gab. Dies ist eigentlich sehr ungewöhnlich, denn in vielen Jahren sorgt eine stabile Hochdruckwetterlage für noch eine Reihe heiterer, warmer Tage. Der Altweibersommer blieb in diesem Jahr aus. Stattdessen herrschte wechselhaftes Wetter vor.

Der Monat begann wechselhaft mit windigem Wetter. Am 3. September wurde eine stattliche Regensumme von 13 mm registriert. Die Tage waren recht mild aber meist stark bewölkt. In der zweiten Dekade stiegen die Tagestemperaturen immerhin mal über die 20°-Marke, mehr Sonnenschein war präsent.

Die schönsten Tage des Monats waren der 22.-24. September. Am Samstag, dem 23. wurde die ßöchste Temperatur gemessen: 25,2°C. In den Folgetagen sorgte ein Nordmeertief für einen rapiden Temperatursturz mit erheblichen Niederschlagsmengen bis zu 18 mm am 27. September.


Klimastation beschädigt

WORMSER ALLGEMEINE ZEITUNG
Vom 19.09.2007

mj. WESTHOFEN Hubert Werner traute seinen Augen nicht, als er am Montag die Klimastation am Staubecken zwischen Westhofen und Gundersheim kontrollieren wollte. Es war nämlich nicht nur versucht worden, einzubrechen, wie bereits im Januar geschehen (die WZ berichtete). Auf dem Gelände lag eine leere Apfelkiste und überall verstreut die äpfel. Die haben die Klimastation regelrecht mit äpfeln bombardiert , berichtete er gestern der WZ. Was die unbekannten übeltäter dazu bewogen haben könnte, die Station unter Beschuss mit den Bio-Bomben zu nehmen, er kann es sich beim besten Willen nicht vorstellen.

Wie die beiden Stationen in Gundersheim gehört auch die Klimastation am Staubecken vor Westhofen der Uni Mainz. Hubert Werner kontrolliert sie im Moment für seinen Sohn, der beruflich verhindert ist. Er glaubt, dass es die Einbrecher - wie schon im Januar - auf das Aufzeichnungsgerät der Klimastation abgesehen hatten. Doch diesmal hatten sie Pech. Ich habe nach dem ersten Einbruch innen im Holzkasten der Klimastation eine Abdeckhaube aus Stahlblech über den Schreiber gebaut. Den konnten sie nicht knacken und deswegen auch das Aufzeichnungsgerät nicht klauen. Außerdem weiß ich, dass sie am Samstag die Klimaststion aufgebrochen haben müssen, denn da ist der Schreiber stehen geblieben , erzählte Hubert Werner. Vielleicht aus Frust über den misslungenen Beutezug hatten die unbekannten Randalierer allerdings die Rückwand des Holzgehäuses malträtiert und die Lamellen heraus gebrochen - Schaden rund 50 Euro. Aber immerhin ist der Schreiber noch da und auch nicht beschädigt. Wäre er wieder weg gewesen, hätte ein neuer rund 800 Euro gekostet. Wer am Samstag am Gelände der Klimastation etwas gesehen hat, kann sich unter Telefon (06241) 8520 an die Polizei in Worms wenden.


August 2007

Der August war - entgegen allen subjektiven Empfindungen - durchschnittlich warm und überdurchschnittlich feucht.

Die Monatswerte für Temperatur und Niederschlag betrugen 18,6°C und 72 mm. Die Durchschnittswerte liegen bei 18,1°C und 61 mm.Immerhin konnten 10 Sommertage gezählt werden aber nur ein Tropentag.

Der heißeste Tag war der 6. August mit einer Höchsttemperatur von 32,2°C. An diesem Tag betrug das Temperaturmittel immerhin 23,2°C. Der wärmste Tag vom Tagesdurchschnitt her gesehen war der 15. mit einer Temperatur von 23,8°C.

Im Thermoisoplethendiagramm wird deutlich, daß das schönste Wetter mit den höchsten Temperaturen in drei eng begrenzten Zeiträumen konzentriert ist: vom 4.-6., vom 12.-15. und vom 23.-26. Es fällt auf, daß bis auf das letzte Wochenende im August alle Wochenenden kühl und naß ausfielen.

Zum jeweiligen Wochenbeginn gab es immer Wetterbesserung mit Sonnenschein und angenehmen sommerlichen Temperaturen.
Alle drei Dekaden waren thermisch gesehen gleich warm: 18,4°C / 18,9°C / 18,4°C.

Der kälteste Morgen war der zum 1. August mit nur 9,1°C.

Die Niederschlagssumme von 71,8 mm läßt sich als leicht überdurchschnitllich beurteilen. Bemerkenswert erscheint, daß in der ersten Dekade bis zu 62 mm, also 86% der Monatsniederschlagssumme fielen. In der zweiten Dekade nahm dann der Niederschlag ab. Es fielen nur noch 12% des Monatsniederschlages und in der letzten Dekade gar nur noch 1 mm (1,39% des Monatsniederschlages).

Die höchste Niederschlagsintensität gab es an zwei Tagen zu verzeichnen: am 9. (=17,8 mm) und am 10. 37,1 mm. An diesen beiden Tagen fielen über ¾ der gesamten Monatsniederschlagssumme (55 mm insgesamt). Die höchste Niederschlagsintensität wurde hierbei in den Abend- und Nachtstunden vom 9. auf den 10. registriert: von 18 Uhr bis 6 Uhr morgens fielen fast 50 mm Niederschlag, das entspricht einer Niederschlagsintensität von 4,2 mm stündlich. Die maximale stündliche Regenintensität konnte von 4-5 Uhr am 10. verzeichnet werden mit einer Stundensumme von 10,0 mm.

Es kann festgehalten werden, daß sich die wesentlichen Niederschläge des Monats August auf nur wenige Tage erstrecken. Dennoch gab es 11 Regentage.

Die geringen Sonnenstunden im Monat August ließen viele Menschen mutmaßen, daß es noch mehr geregnet hat, diese subjektive Empfindung läßt sich aber nicht mit den Messungen belegen. Vielmehr läßt sich der Monat August als relativ durchschnittlichen Monat kennzeichnen.


Juli 2007

Der Juli lag nach den offiziellen Angaben des Deutschen Wetterdienstes deutschlandweit mit der Temperatur leicht über dem Durchschnitt. Dagegen lag die Monatsdurchschnittstemperatur im Wonnegau im typischen Sommermonat gut 1,5°C unter dem langjährigen Durchschnitt. Damit einhergehend war auch der subjektive Eindruck von Nässe und wenig Sonne.

Die Monatsdurchschnittstemperatur betrug 18,9°C.

Der Monat begann mit Schauerwetter und niedrigen Temperaturen. Die Temperaturen stiegen zur Monatsmitte schnell an. Am 15. wurde der höchste Temperaturwert gemessen: 35,5°C. In der 2. Dekade errechnete sich die Mitteltemperatur zu 22,2°C. Danach gingen die Temperaturen deutlich zurück.

Die niedrigen Temperaturen machen sich auch in der geringen Anzahl von Sommertagen und Tropentagen bemerkbar. Es wurden nur 10 Sommertage gezählt (Maximumtemperatur größer 25°C) und nur 4 Tropentage (Maximum größer 30°C). Es gab nur 2 Nächte an denen das Thermometer nicht unter die 20°C-Marke fiel (Tropennächte). Die wärmste Nacht war die Nacht vom 15. auf den 16. Juli mit einem Temperaturminimum von 21,6°C.

Die niedrigste Temperatur des Monats wurde am letzten Tag, dem 31. gemessen mit nur 8,1°C.

Der Monat Juli war hygrisch gesehen etwas trockener als der langjährige Durchschnitt. Die Regensumme betrug 57 mm (-7 mm). Interessant ist, daß über 70 % des Monatsniederschlags in der ersten Dekade des Juli fielen (40 mm). Es gab 3 Regenereignisse größer als 10 mm. Die Anzahl von 9 Regentagen ist hingegen ein durchschnittlicher Wert.


Juni 2007

Endlich mal ein Monat, der unterdurchschnittlich temperiert ist. Der Juni war bei einem Temperaturmittel von 19,1°C um 0,6°C zu kühl.
Und dies bei einem Monatsniederschlag von 99 mm, fast der doppelten Menge wie in normalen Jahren. Insgesamt konnten 14 Sommertage gezählt werden. Nur 2 Tropentage wurden registriert. Die höchste Temperatur wurde am 8. Juni gemessen mit 31,4°C.

Die hohe Monatssumme des Niederschlags von 99 mm ist ungewöhnlich hoch. Es gab insgesamt 14 Regentage zu verzeichnen.
Am 23. gab es den größten Niederschlag des Monats mit einer Regensumme von 32,6 mm innerhalb von 24 Stunden.

Die außergewöhnlichen Schwankungen der letzten Monate werden fortgeführt: fast kein Monat entspricht den mittleren Werten in durchschnittlichen Jahren. Dies liegt im heterogenen Witterungsverlauf begründet. Je nachdem, welche großräumige Strömung Luftmassen in unseren Raum transportiert, ist es entweder zu kühl oder zu warm. Dies ist ein ganz normales Verhalten des Wetters in unseren Breiten und keineswegs ungewöhnlich.
In diesem Falle von einem Klimawandel zu sprechen wäre zu gewagt und rein spekulativ.


Mai 2007

Auch der Mai war um ein Grad zu warm. Der Wonnemonat weist einen Mittelwert von 16,3°C auf.

Es gab keinen Frost mehr. Die Eisheiligen fielen gemildert aus. An 7 Tagen überstieg das Thermometer die 25-Grad-Marke.
Und an 4 Tagen wurden sogar über 30 Grad registriert. Der heißeste Tag war der 26.: an diesem Tag wurden 31,6°C registriert.

Bei einer Niederschlagssumme von 45 mm gilt der Wonnemonat als durchschnittlicher Monat.
Der höchste Tagesniederschlag war am 14. mit einer Summe von 14,5 mm.


April 2007

Dieser Monat war mal wieder ein sehr außergewöhnlicher, wenn man die langjährige Statistik hinzuzieht. Der April war der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn und zugleich trockenste Monat.

Sommer im Frühling war das Motto des April in diesem Jahr. Die Ursache dafür liegt in einer so genannten Omega-Wetterlage. Sie ist nach dem griechischen Buchstaben benannt und charakterisiert eine bestimmte Luftdruckverteilung. In diesem Fall wird ein Hoch über dem nördlichen Mitteleuropa im Westen und Osten von zwei Höhenhochs flankiert, hier ist die Luft in der Höhe also deutlich kühler. Daher bekam unsere Region meist trockenen und meist schwachen, aber tagsüber leicht böigen östlichen Wind.

Der April war bei einem Temperaturmittel von 14,9°C um 3,4°C zu warm. Die Wärmegunst des April zeigt sich auch im überdurchschnittlichen häufigen Auftreten von warmen Tagen: es konnten schon 12 Sommertage gezählt werden. Es gab kein einzigen Tag mit Frost!

Es war durchweg warm sogar in den Nächten bei Temperaturen wie im Mai. An 30 Tagen regnete es nicht. Die extrem niedrige Regensumme von nur 1,4 mm fiel an einem einzigen Tag, dem 4. April. Der April war daher extrem trocken.


März 2007

Auch der März präsentierte sich als zu warm. Er führte die milde Witterung fort. Mit einem Temperaturmittel von 7,6°C war der März um gut 1,2°C zu warm. Es gab nur 1 Frosttag zu verzeichnen. Hingegen wurden 23 Tage gezählt mit einer Temperatur größer 10°C. Die höchste Temperatur wurde am 28. gemessen mit 17,5°C.

Ein mächtiges Tief vom Balkan bis zum Bosporus, auf dessen Vorderseite Warmluft aus dem östlichen Mittelmeer Richtung Ukraine, Weißrussland und Baltikum transportiert wird sorgte für warme angenehme Temperaturen. Der Frühling hielt seinen Einzug schon vor dem üblichen Termin im April.


Februar 2007

Der Wintermonat Februar war bei einer Mitteltemperatur von 5,7°C um 5,3°C zu warm.

Der Februar ist im langjährigen Mittel der kälteste Monat des Jahres mit einer Durchschnittstemperatur von 0,3°C. Damit präsentierte sich der Wintermonat als recht frühlingshaft. Es gab insgesamt 8 Tage, an denen das Thermometer über 10°C stieg, sehr außergewöhnlich, wenn man bedenkt, daß der Februar eigentlich viele Frost- und Eistage bietet.

Die höchste Temperatur wurde am 22. erreicht mit 13,4°C. Die niedrigste Temperatur des Monats wurde am 5. registriert mit -0,6°C. Es konnten nur 2 Frosttage gemessen werden, dies verdeutlicht noch einmal die Wärme des Februar. Mit 55 mm Niederschlag war der Februar überdurchschnittlich feucht. Der langjährige Mittelwert liegt bei nur 26 mm. Damit fiel im Februar mehr als doppelt soviel Regen wie in normalen Jahren. Mit 14 Regentagen war der Februar ein recht nasser letzter Wintermonat.


Januar 2007

Der Januar war - gemessen an den langjährigen Werten - um 4,6°C zu warm und mit nur 24 mm Niederschlag etwas zu trocken.

In dem überaus warmen Wintermonat gab es nur 6 Tage mit Frost. Die niedrigste Temperatur wurde am 26. gemessen mit -7,8°C. Der 26. war zugleich der kälteste Tag des Monats, das Tagesmittel errechnete sich zu -3,9°C.

Die extrem milde Witterung vom Dezember setzte sich nahtlos im neuen Jahr fort. Das markanteste Ereignis im Januar war der Orkan Kyrill, der vom 18. auf den 19. für extrem starken Wind sorgte.

Der Orkan führte extrem milde Luft herbei: am 19. wurde die höchste Temperatur des Monats gemessen mit 15°C. Dieser Tag war zugleich der wärmste bei einem Tagesmittel von 12,1°C.

Der Niederschlag war bei einer Niederschlagssumme von nur 24 mm unterdurchschnittlich. Normal sind 31 mm Niederschlag. Es gab 8 Tage an denen mindestens 1 mm Regen fiel, Starkregenereignisse gab es hingegen nicht.


Jahresrückblick 2006

Das Jahr 2006 läßt sich bei einer Mitteltemperatur von 11,1°C und einer Niederschlagssumme von 532 mm als durchschnittlich bezeichnen.

Die langjährigen Werte liegen bei 10,7°C und 536 mm. Das subjektive Empfinden mag da täuschen, daß das Jahr überwiegend zu warm und eher zu trocken war.

Mit Ausnahme des Februar war das erste Halbjahr unterdurchschnittlich kühl, erst im Juni (pünktlich mit Beginn der Weltmeisterschaft) setzte sich Hochdruckeinfluß mit deutlich höheren Temperaturen durch. Im Juli wurden deutlich höhere Temperaturen verzeichnet als im langjährigen Durchschnitt.

Ein Einschnitt im Sommer bedeutete jedoch der August. Ein fast zwei Grad kühleres Mittel und gut die doppelte Niederschlagsmenge zeugen von einem sehr verregneten kalten Monat. Der Herbst präsentierte sich von seiner sonnigsten Seite und schaffte es, den Ausgleich zum kühlen Frühling wiederherzustellen. Und noch etwas mehr als das: das Jahresmittel konnte mit einem Plus von 0,4°C errechnet werden.

Die Niederschläge können bei großzügiger Betrachtung der Monatsniederschlagssummen als gleichverteilt angesehen werden, es gab weder große Ausfälle noch übergroße Niederschläge mit einer Ausnahme, der vom August. Im August wurde die doppelte Niederschlagsmenge verzeichnet wie in normalen Jahren.

Zu Beginn des Jahres wurde die niedrigste Temperatur gemessen: -9,5°C am 16.01.2006. Das Jahresmaximum wurde am 21.07. erreicht mit 36,1°C. Insgesamt gab es 68 Frosttage. An 18 Tagen sank sogar die Maximumtemperatur unter den Gefrierpunkt. Im Sommer wurden 65 Sommertage gezählt (Maximum größer 25°C) und 23 Tropentage (Maximum größer 30°C). An 2 Tagen wurde sogar die 35°C-Marke überschritten. Im Hochsommer gab es sogar 7 Tropennächte (Minimum größer 20°C).


Dezember 2006

Der Dezember setzte den milden und trockenen Trend des Vormonats weiter fort. Mit einem Temperaturmittel von 4,6°C erreichte der Dezember fast das langjährige Temperaturmittel des Monats November!

Der Dezember war damit um 2,7°C zu warm und bei einer Niederschlagssumme von 18 mm um 20 mm zu trocken. Immerhin wurde am 15. des Monats der erste richtige Frost registriert: -1,1°C. In der letzten Woche des Monats sank das Thermometer auch noch ein paar Mal unter den Gefrierpunkt, sodaß der Dezember insgesamt 7 Frosttage aufweist. Die Niederschlagsintensität im Dezember war vergleichsweise gering. An 9 Regentagen wurden 18 mm Regen erreicht.


November 2006

Der typische Herbstmonat mit seinen sonst üblichen trüben Tagen präsentierte sich in diesem Jahr sonnig und deutlich zu warm.

Hierbei lag das Monatsmittel der Temperatur bei 7,9°C, das ist ein plus von 3°C über dem langjährigen Mittel. Der Monat begann recht kühl bei Temperaturen unter 10°C am Tag und Temperaturen nur wenig über dem Gefrierpunkt in den Nächten (am 2. nur 0,2°C).

In der 2. Dekade setzte sich eine Hochdruckwetterlage mit Südwestströmung durch. Die Sonne trieb noch einmal das Thermometer auf angenehme 16,4°C am 15. und zwei Tage konnte das höchste Tagesmittel verzeichnet werden: 12,8°C. Die Niederschlagsintensität im November ist recht gering.

Fielen im Vormonat die Niederschläge an nur wenigen Tagen so erreichte der November immerhin 10 Regentage. Es gab zusätzlich noch 6 Tage an denen Niederschlag kleiner als 1 mm fiel. Es regnete häufiger aber weniger.


Oktober 2006

Im Oktober setzte sich der warme Trend vom Vormonat fort. Der Oktober war 2,2°C zu warm. Das Temperaturmittel errechnete sich zu 13,4°C. Die Niederschläge lagen mit 63 mm leicht über dem langjährigen Durchschnitt von 51 mm.

Der Herbstmonat lag mit den Temperaturen über dem Mittel. Ohne große Spitzenwerte zu erreichen (kein Sommertag mehr) wurde trotzdem eine hohe Mitteltemperatur erzielt. Dies deshalb, weil es selbst in den Nächten noch recht warm war. Das absolute Minimum der Temperatur wurde am 17. gemessen mit 3,7°C. In diesen Tagen kann im Durchschnitt mit dem ersten Frost gerechnet werden. Die Höchsttemperatur war am 10. Oktober: 21,8°C. Der wärmste Tag wurde erst gegen Monatsende verzeichnet. Die Mitteltemperatur am 27. ergab 17,7°C.

Insgesamt gab es 9 Regentage, ein durchschnittlicher Wert. Bemerkenswert sind 2 Starkregenereignisse; am 3. Oktober regnete es 27,6 mm. Das Niederschlagsprofil an diesem Tag weist erhebliche Stundensummen um die Mittagszeit und die späten Abendstunden aus. Es regnete ohne Unterlass den ganzen Tag über.

Am 24. des Monats wurden 14,4 mm Niederschlag registriert. An diesem Tag regnete es besonders heftig in der Nacht von 0 bis 4 Uhr. Allein die beiden Starkregenereignisse dieser beiden Tage machen schon 2/3 der Monatsniederschlagssumme aus.

Im Oktober gab es keinen Sommertag mehr, sehr wohl war es aber recht sonnig und angenehm. Der Herbstmonat war ein Monat ohne Extreme. Dies wirkte sich auch günstig auf die Weinernte aus, die aufgrund der warmen Witterung in diesem Jahr noch früher beginnen konnte.


September 2006

Der September war bei einer Mitteltemperatur von 18,4°C und einer Niederschlagssumme von 43 mm deutlich zu warm und relativ trocken. Die langjährigen Werte liegen bei 17°C und 47 mm. Demnach war der Herbstmonat ein sehr sehr warmer und um gut 1,4°C zu warm. In diesem sonnenreichen Monat konnten noch 10 Sommertage (Maximum > 25°C) gezählt werden. Die wärmsten Tage wurden am 11. und 12. registriert mit jeweils 28,1°C. Wärmster Tag war im Mittel der 12. bei einem Tagesmittel von 21,5°C. Die niedrigste Temperatur des Monats wurde am Morgen des 9. gemessen mit nur 10,1°C.

Die Niederschlagsmenge im September ist leicht unterdurchschnittlich: 42,7 mm wurden registriert, das sind 4,3 mm weniger als in durchschnittlichen Jahren. Zwei Drittel des Monatsniederschlages fielen an nur einem Tag. Am 17. fielen 29 mm Niederschlag in 24 Stunden.

Der September weist nur 5 Regentage auf. Dies unterstreicht noch einmal die Sonnengunst und Trockenheit. Der Monat war günstig für die Beerenreifung der Weinreben. In diesem Jahr wird mit einer guten Weinernte zu rechnen sein.


August 2006

Der Monat August war der bisher verregnetste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Regensumme im Monat August betrug 187 Liter pro Quadratmeter. Dies kommt drei Monatsniederschlägen gleich. Der Anteil dieser Niederschlagssumme entspricht 35% der Gesamtjahresregenmenge (530 mm). Die Niederschlagsintensität war ungewöhnlich hoch. Dies zeigt sich an den Regensummen der einzelnen Dekaden. In jeder der Dekaden wurden rekordverdächtige Niederschlagssummen erreicht (bis zu 60 mm).

Die höchste Niederschlagsintensität war am 27. des Monats zu verzeichnen wo es innerhalb nur 1 Stunde ganze 24 mm regnete. An diesem Tag wurde auch die größte Niederschlagsmenge des Monats gemessen: 28 mm.


Juli 2006

Der Juli war mit einem Monatsmittel der Temperatur von 24,2°C und einer Niederschlagssumme von 70 mm deutlich zu warm und ein wenig zu feucht. Das langjährige Mittel liegt bei nur 20,4°C und die langjährige Niederschlagssumme bei 64 mm.

Über den ganzen Monat hindurch bewegte sich die Temperatur (auch in den Nächten) auf hohem Niveau. Es wurden insgesamt 29 Sommertage gezählt! Demnach war fast jeder Tag ein Sommertag! Und es gab immerhin 18 Tropentage! Dies verdeutlicht die Temperaturgunst des Monats Juni.

Die niedrigste Temperatur betrug 14,6°C und wurde am Morgen des 15. gemessen. Die höchste Temperatur wurde am 21. gemessen in den Nachmittagsstunden mit einer Temperatur von 36,1°C.

Ein heftiges Gewitter brachte am 22. einen Starkniederschlag von 25,5 mm. Es ergab sich eine durchschnittliche Zahl von 10 Regentagen.


Juni 2006

Aber jetzt. Endlich. Der Juni sorgte für einen rasanten, signifikanten Temperaturanstieg vom Monatsbeginn bis zur Monatsmitte von 11,5°C auf 25,7°C (Tagesmittel der Temperatur). Am 9. wurde der erste Sommertag des Monats gemessen. Insgesamt konnten sogar 18 Sommertage gezählt werden und sogar 5 Tropentage mit Temperaturen bis über 30°C. Der heißeste Tag war der 25. mit 32,7°C. Die tiefste Temperatur wurde hingegen zu Monatsbeginn gemessen: 7,8°C.

Trotz des rasanten Temperaturanstiegs und der vielen Sommertage läßt sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Juni unterdurchschnittlich warm war. Bei einem Monatsmittel der Temperatur von 19,1°C war der Juni um 0,6°C zu kühl. Die Niederschlagsmenge lag hingegen ganz im Mittel von 65 mm (66 mm Durchschnitt).

Es gab nur 6 Regentage zu verzeichnen, von denen 3 allerdings Starkniederschläge mit Mengen über 10 mm aufwiesen (25.: 16,7 mm, 26.: 11,0 mm, 29.: 24,3 mm). Diese hohen Niederschlagserreignisse führten auch zu der normalen Niederschlagssumme von 65 mm. Die Niederschläge waren demnach aber nicht normalverteilt sondern der Hauptteil des Niederschlags fiel in der 3. Dekade (80% der Monatssumme).


Mai 2006

Auch der Mai war etwas unterdurchschnittlich temperiert. Die Monatstemperatur errechnete sich zu 14,9°C. Damit war der Wonnemonat um 0,4°C zu kühl. Die Niederschlagssumme beziffert sich auf 57 mm, was sich als ungewöhnlich hoch charakterisieren läßt. Normal wären 47 mm im Mai.

Legt man eine Trendlinie über den Verlauf der Tagesmitteltemperatur, so ist eine Temperaturabnahme im Monatverlauf zu erkennen. In der Tat begann der Mai freundlich, die Tagesspannen der Temperatur waren noch recht hoch, zwischen 10°C in den Nächten und maximal 23°C am Tag. In der zweiten Dekade stiegen zwar die Minimalwerte der Temperatur auf durchschnittlich 12°C an, dafür waren die Maximalwerte mit durchschnittlich 20°C recht niedrig. Die Ursachen dafür lagen an der Westwetterlage, die ständig gemäßigte atlantische Luftmassen heranführte. In der dritten Dekade glichen sich Tages- und Nachttemperaturen immer weiter an, die Temperaturspanne reichte nur noch von 10-16°C.

Im Mai gab es keinen Frost mehr. Eine geringe Anzahl von 5 Sommertagen wurden zu Monatsanfang bis zum 11. Mai gezählt. Die Eisheiligen, die ja um die Monatsmitte gewöhnlich auftreten, fielen in diesem Jahr komplett aus.

11 Regentage liegen im Durchschnitt im Mai. Es gab aber noch eine Reihe weiterer Tage mit geringem Niederschlag (kleiner 1 mm). Der höchste Tagesniederschlag wurde am 16. registriert mit 14,5 mm Regen. Insbesondere regenete es an diesem Tag in den frühen Morgenstunden sehr intensiv.


April 2006

War der März zu warm und trocken, so wurde dieser Trend mit dem April nicht weiter fortgeführt. Der April war bei einem Monatsmittel der Temperatur von 10,4°C um 1,2°C zu kühl und mit einer Niederschlagssumme von 32 mm etwas trockener als in durchschnittlichen Jahren (35 mm).

Der Temperaturgang läßt sich als recht gering kennzeichnen. Es erfolgte zwar im Monatsverlauf eine Erhöhung der Durchschnittstemperatur, aber nicht in dem Maße, wie es in normalen Jahren der Fall ist. Es wurde lediglich noch ein Frosttag registriert (am 5. mit -0,2°C) und immerhin kein Sommertag. Dies ist recht aussergewöhnlich, dass es nicht einmal einen Sommertag im April gibt. Der wärmste Tag war der 20. mit 23,9°C. Gerade in der dritten Dekade steigen infolge des Einzugs des Vollfrühlings die Temperaturen oftmals abrupt an. In diesem April war sogar das Gegenteil der Fall: zum Monatsende sanken die Temperaturen sogar ab auf Werte zwischen 5 bis 15°C.

Im April wurden nur 7 Regentage gezählt. Mit einer Summe von 32 mm liegt die Summe nur leicht unter dem Durchschnittswert. Der höchste Niederschlag wurde am 26. mit 17,5 mm registriert. An diesem Tag regnete es von 9-17 Uhr recht stark. Die höchste Niederschlagsintensität lag um die Mittagszeit.


März 2006

Der März war bei einem Monatsmittel von 3,8°C und einer Niederschlagssumme von 16 mm kalt und trocken. Die langjährigen Durchschnittswerte betragen 6,4°C und 32 mm. Damit war der März sogar um 2,6°C zu kalt und 16 mm zu trocken. Im Temperaturgang des Monats ist eine deutliche Zweiteilung spürbar: eine recht kalte erste Hälfte im Gegensatz zu einem deutlichen Temperaturanstieg in der zweiten Monatshälfte. Der Monat begann sehr kalt mit häufigem Frost. Allein in der ersten Hälfte wurden 13 Frosttage registriert, nur 7 Tage in der zweiten Hälfte. Frost gab es in der ersten und der zweiten Dekade. Die niedrigste Temperatur wurde am 14. gemessen mit -6,6°C. In der dritten Dekade gab es nur noch an zwei Tagen ganz leichten Frost (-0,1°C). In der dritten Dekade stiegen die Temperaturen am Tag deutlich an: so wurden am 26. frühlingshafte 17,4°C erreicht.

Über die Hälfte des Niederschlags blieb in diesem März aus (16 mm). Nur 7 Regentage wurden gezählt. Es war vor allem in der ersten Hälfte recht trocken und mit dem Einzug des Lenz in der dritten Dekade wurde es ebenfalls sonnig mit entsprechender Trockenheit. Bedeutender Niederschlag wurde nicht registriert. Der Tag mit dem meisten Niederschlag war der 27. mit einer Niederschlagsmenge von nur 2,4 mm.


Februar 2006

Der Februar läßt sich bei einer Mitteltemperatur von 1,3°C und einer Niederschlagssumme von 22 mm als leicht überdurchschnittlich warm und etwas zu trocken kennzeichnen. Die durchschnittlichen Werte liegen bei 0,3°C und 26 mm.

Der Monat begann recht kalt mit starkem Frost in der ersten Woche. Am 3. wurde die tiefste Temperatur gemessen: -6,6°C. Am 7. gingen die Temperaturen in den positiven Bereich, es wurden Temperaturen bis zu 5°C erreicht. Nach kurzem Frost am 13. ging es dann aufwärts mit den Temperaturen. Am 16. wurden schon 10°C gemessen, am 19. mit 10,8°C die höchste Temperatur des Monats. Die Temperaturen sanken in Folge wieder ab und in der letzten Dekade gab es wieder einige Frosttage.

Die Niederschläge sind mit 22 mm leicht unterdurchschnittlich. Damit wurden 85% der üblichen Monatssumme erreicht. Auffallend ist, daß die meisten Niederschläge in nur 7 Tagen hintereinander ab der Monatsmitte fielen. Es war dies eine ausgeprägte Westwetterlage mit feucht-milder Atlantikluft.

Insgesamt konnten noch 16 Frosttage und immerhin noch 5 Eistage gezählt werden.


Januar 2006

Der Januar war - bei einer Monatsmitteltemperatur von -1°C und einer Niederschlagssumme von 12 mm - zu kalt und zu trocken. Da sich die langjährigen Werte bei 1,3°C und 31 mm bewegen war demnach der Januar um 2,3° zu warm und um gut 19 mm zu trocken.

Der Monat begann relativ mild bei Temperaturen leicht über dem Gefrierpunkt. Ab dem 4. setzte Frost ein, der sich ab dem 13. deutlich verschärfte. Am 16. wurde das absolute Minimum des Monats gemessen: -9,5°C. In den Folgetagen wurde es wieder milder. So wurde am 21. die höchste Temperatur erreicht: 7,3°C. Die letzte Dekade des Monats war ohne Ausnahme frostig. An allen Tagen herrschten sehr niedrige Temperaturen, bis unter -5°C in der Nacht.

Die Niederschläge blieben im Januar aus. Nur 39% der sonst üblichen Monatssumme wurden registriert. Es gab nur 4 Regentage (Tage mit signifikantem Niederschlag > 1 mm). Der Tag mit dem meisten Regen war der 17. mit einer Regensumme von 5 mm Regen.

Daß der Januar sehr kalt war läßt sich anhand der Frost- und Eistage erkennen. So wurde an 24 Tagen Frost registriert und sogar 12 Tage an denen das Thermometer nicht über 0°C stieg (Eistage).


Dezember 2005

Bei einer Mitteltemperatur von 1,9°C und einer Niederschlagssumme von 30,5 mm läßt sich der Dezember als etwas zu warm und etwas zu trocken charakterisieren. Die langjährigen Werte liegen bei 1,6°C und 38 mm.

Immerhin gab es an 15 Tagen Frost. Es gab sogar 3 Eistage. Der kälteste Tag des Monats war der 30. mit einem Tagesmittel von nur -4,0°C. An diesem Tag stieg das Thermometer nicht über den Gefrierpunkt.

Der wärmste Tag hingegen wurde am 16. verzeichnet mit 9,2°C. Interessant ist, daß es an Weihnachten nicht zu dem berühmten Weihnachtstauwetter kam sondern daß die Temperaturen an den Folgetagen bis weit unter 0°C absanken. Sternklare Nächte mit starkem Frost herrschten bis zum Ende des Monats vor.

Wenn man der folgenden Bauernregel Vertrauen schenken darf, so wird es ein harter Winter:

Weihnachten kalt, kommt der Winter
hart und kalt.


November 2005

Der November läßt sich bei einem Temperaturmittel von 4,9°C und einer Niederschlagssumme von 26,6 mm als durchschnittlich temperiert aber etwas zu trocken kennzeichnen.

Der erste Frost wurde am 19. erreicht. Am Morgen wurden -0,9°C registriert. In der Folge gab es noch einige Frosttage. Insgesamt konnten 11 Frosttage gezählt werden bis zum Ende des Monats. Die tiefste Temperatur wurde am 20. gemessen mit -1,7°C. Der 20. war zugleich der kälteste Tag des Monats. Das Tagesmittel beläuft sich auf nur 0,7°C.

Das absolute Temperaturmaximum wurde zu Anfang des Monats gemessen mit 19°C am 3.

Die Niederschlagssumme von 26,6 mm liegt 11 mm unter dem langjährigen Durchschnitt. Die größte Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden wurde am 28. gemessen: 8,5 mm. Insgesamt gab es 10 Regentage zu verzeichnen.


Oktober 2005

Oktober Sonnenschein,
schüttet Zucker in den Wein.

Der Oktober war bei einer Monatsmitteltemperatur von 11,2°C und einer Niederschlagssumme von 47,3 mm um fast 2°C zu warm. Die langjährigen Klimawerte belaufen sich auf 9,3°C und 51 mm.

Der 2. Herbstmonat, der auch früher unter dem Namen Gilbhart bekannt war, was auf das vergilbte Laub hinweist, war ein durchaus sonniger und freundlicher Monat.

Die Milde des Oktobers zeigte sich besonders deutlich in den hohen Minimumtemperaturen. So blieb der erste Frost, der im langjährigen Mittel immer nach der Monatsmitte registriert wird, aus. Sommer- und Tropentage wurden aber auch nicht mehr gemessen. Ganz allgemein handelte es sich um einen ruhigen, sonnigen Herbstmonat.

Der Wein erhält durch die Oktobersonne die letzte Reife, daher auch der alte Name Weinmond für den Oktober. Die Höchsttemperatur des Monats wurde am 6. erreicht: 21°C. Mit einem Tagesmittel von 15,6°C war der 22. der wärmste Tag des Monats. Die kälteste Temperatur wurde am 18. gemessen mit nur 2°C. Man muß dazu sagen, daß es in Senken, Tälern und anderen ungünstigen Stellen schon der erste Frost gegeben haben kann. Recht kühle Tage gab es zwischen dem 17. und dem 20. zu verzeichnen. In diesen Tagen bewegte sich das Thermometer nur zwischen 2°C und 10°C. Zum Monatsende wurde es dann nochmals recht sonnig mit Temperaturen am Tage bis zu 15°C.

Hygrisch gesehen weist der Oktober einige Besonderheiten auf. Die monatliche Niederschlagssumme von 47,3 mm liegt nur wenig unter dem langjährigen Mittelwert von 51 mm. Interessant ist aber die Verteilung der Niederschläge. Die erreichte Monatssume verteilt sich auf nur 6 Regentage. Über 60% der registrierten Monatsmenge fielen an nur 1 Tag (29,6 mm am 2.). Danach fiel bis zum 18. kein Tropfen Regen mehr. Hierfür verantwortlich war eine Hochdruckwetterlage, die für beständiges und trockenes Wetter sorgte. Die Trockenperiode dauerte ganze 16 Tage.

Eine alte Bauernregel verkündet nach Ende Oktober den Einzug des Winters:

Wenn Simon und Judas (28.10.) vorbei,
ist der Weg dem Winter frei.


September 2005

Wie sich das Wetter an Mariä Geburt verhält,
ist es nach 4 Wochen bestellt.

Der 8. September gilt als wichtiger Lostag. Die Witterungsprognose besagt, daß wenn sich bis zu diesem Tag eine Hochdrucklage durchgesetzt hat, die bestehende Witterung noch längere Zeit halten wird.

An dem genannten Tag war das Wetter spätsommerlich heiß mit Temperaturen bis zu 30°C. In den folgenden Wochen setzte sich - dem Lostag folgend - das freundliche Wetter fort, wenn auch mit etwas gedämpfteren Temperaturen. Der 7. September war der heißeste Tag des Monats. An diesem Tag stieg das Quecksilber bis auf 31°C. Von diesem Tag an war der Wendepunkt erreicht. In den kommenden Tagen fielen die Höchsttemperaturen kontinuierlich ab und es wurden nur noch Temperaturen bis über 20°C erreicht.

Der September ware in überwiegend sonniger, freundlicher Monat. Bei einem Monatsmittel der Temperatur von 17°C war er um genau 2,5°C zu warm. Dafür lag er im hygrischen Mittel: 47 mm Niederschlag wurden gemessen, von 48,1 mm im langjährigen Durchschnitt. Im ersten der 3 Herbstmonate gab es immerhin noch 9 Sommertage und 2 Tropentage, die alle in der 1. Dekade lagen.

Was die Verteilung der Niederschläge angeht, so waren diese an sehr wenigen Tagen zu verzeichnen. Im wesentlichen gab es nur ein großes Niederschlagsereignis. Es war das vom 11. auf den 12. mit einer Niederschlagssumme von 40,6 mm. Diese Starkniederschlagssumme machte schon über 83% der monatlichenNiederschlagsmenge aus. Die Anzahl der Regentage betrug nur 4 Tage. Daran wird deutlich, wie trocken der September eigentlich war. An nur wenigen Tagen wurde die übliche Monatssumme des Niederschlags erreicht. An den anderen Tagen war es trocken und überwiegend heiter.

Bei einer Niederschlagssumme von nur 20 mm war der letzte der 3 Sommermonate recht trocken. Es wurden damit nur 1/3 der sonst üblichen Regenmenge erreicht. Nur 8 Regentage gab es. Die größte Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden wurde am 13. gemessen: 8 mm.


Aktuell: Spätsommer holt zu letztem Schlag aus!

Der Spätsommer heizt in diesen Tagen (28.-31.) noch einmal richtig ein: so wurden noch einmal Sommertage bis über 25°C registriert. Dieses letzte Aufbäumen des Sommers ist hervorgerufen durch eine stabile Hochdruckwetterlage, wie sie oft im August vorkommt. Jedoch ist der herannahende Herbst schon deutlich zu spüren. Die Nächte sind schon deutlich kühler und am Morgen findet sich auf den Wiesen Tau vor.

Am 1. September beginnt der meteorologische Herbst und dauert bis zum 30. November. Der kalendarische Herbst ist erst auf den 23. September datiert, nämlich auf den Termin der Tag- und Nachtgleiche. Dann nämlich überquert die Sonne den äquator und fortan ist wieder länger Nacht als Tag. Der so frühe meteorologische Herbstbeginn hat seine Begründung in der geraden Einteilung und somit besser zu berechnenden Statistik, hat man doch so volle Monate zur Hand und kann bequem die klimatischen Parameter leichter bestimmen. Keineswegs bedeutet jedoch der meteorologische Herbstbeginn ein Ende des Sommers. Oft dauert der Sommer noch in den Herbst hinein.

Allgemein bekannt ist uns dies als der sogenannte Altweibersommer Dieser beginnt im Monat September und kennzeichnet eine stabile Wetterlage mit trockenem, warmem Wetter. Typisch für den Altweibersommer sind die vielen Spinnfäden, die in der Natur nun zu beobachten sind. Sie schmücken sich am Morgen mit kleinsten Tautropfen und sehen dann sehr filigran und schön aus im Licht der Sonnenstrahlen. Kommt es zu keinem Altweibersommer, so sind diese Spinnweben gar nicht oder nur vereinzelt an besonders windgeschützten Plätzen zu sehen. Glaubt man der folgenden Bauernregel, so steht ein solcher Altweibersommer in diesem Jahr bevor:

Wie im September tritt der Neumond ein,
so wird das Wetter den Herbst durch sein.

Der Neumond fällt nämlich genau auf den 1. September und zeitgleich in diese Schönwetterperiode!


August 2005

Wenn's im August nicht regnet,
ist der Winter mit Schnee gesegnet.

In der Tat regnete es im August kaum. Und die Bauernregel kündet von einer gewissen Winterangst, auch wenn uns noch goldene Tage im September bevorstehen, die uns den Abschied vom Sommer erleichtern wollen.

Bei einer Niederschlagssumme von nur 20 mm war der letzte der 3 Sommermonate recht trocken. Es wurden damit nur 1/3 der sonst üblichen Regenmenge erreicht. Nur 8 Regentage gab es. Die größte Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden wurde am 13. gemessen: 8 mm.

Damit hat der August uns alle getäuscht. Nach subjektivem Empfinden war der Monat nämlich zu kühl. Dass es nicht so war, das sagt uns die Statistik: diese weißt den August mit einem Temperaturmittel von 18,1°C aus und das entspricht genau dem langjährigen Durchschnitt. Vielleicht rührt dies von daher, dass wir mittlerweile zu sehr verwöhnt sind von den letzten eh zu warmen Jahren. Liegt dann mal ein Monat gerade im Durchschnitt wird dies sofort als kühl empfunden. Die langjährigen Temperaturwerte scheinen dem aktuellen Klimatrend nicht mehr zu entsprechen und müssten demnach neu ermittelt werden.

Insgesamt wurden 6 Sommertage erreicht und 2 Tropentage. Das Monatsminimum der Temperatur wurde am 26. gemessen mit 9,6°C. Das Maximum der Temperatur wurde am 30. gemessen: 30,8°C.

Bis zur Monatsmitte herrschte eine wechselhafte und nur mäßigwarme Witterung vor. Danach wurde es für 3 Tage recht sommerlich warm (3 Sommertage) bevor ein Gewitter für Abkühlung sorgte. Erst zu Monatsende wurden wieder sommerliche Temperaturen, verbunden mit dem Temperaturmaximum erreicht (27.-31.).

Interessant erscheint, dass es an drei Wochenenden des August (6.+7., 13.+14., und 20.+21.) recht kühl und regnerisch war. An den drei besagten Wochenenden war es immer kühler als an den Werktagen dazwischen sowie fiel an diesen 6 Tagen eine Regenmenge von 13,5 mm, also rund 2/3 der Monatsmenge. Die Leidtragenden waren die Arbeitstätigen, die diesen Zusammenhang besonders zu spüren bekamen, fielen doch die Grillabende am Wochenende für den Monat August deswegen recht spärlich aus!

Jedoch war der August nicht ganz so schlimm wie der ein oder andere gefühlt haben mag. Die Statistik bleibt stets objektiv und liefert hierfür greifbare Zahlen. Das mittlere Temperaturminimum lag nämlich im August etwas höher als normal und dies ist der Grund dafür, dass der August als ein normaler Monat sich ergeben hat: das mittlere Temperaturminimum errechnete sich zu 13,3°C und liegt damit um 0,6°C höher als im langjährigen Mittel. Die sonst schon im August oft vorkommenden kühlen Morgen blieben damit aus. Das mittlere Temperaturmaximum hingegen lag hingegen deutlich unter dem Mittel: 23,2°C (-0,7°C).

Die nachfolgende Bauernregel aus dem Juli erinnert nochmal daran, dass es im August bereits zu kühleren Nächten kommen kann:

Um St. Ann fangen die kühlen Morgen an.


Juli 2005

Das Wetter vom Siebenbrüdertag,
sich bis zum August nicht wenden mag.

Der Siebenbrüdertag am 10. Juli ist ein wichtiger Lostag. Denn so wie sich das Wetter um den Siebenbrüdertag entwickelt hat, so wird es in 2 von 3 Jahren die Tendenz des Hochsommers sein. Ganz allgemein ist die Witterungstendenz im Juli so, daß es zwischen dem 12. und dem 18. es oft zu Hochdruckwetter mit sonnig-heißen Temperaturen kommt.

Das war so in diesem Jahr der Fall. Der Siebenbrüdertag selbst war ein heiterer Sommertag über bis 28°C und die Witterung in den Tagen danach richtig hochsommerlich. Bis zum 17. blieb es bei heißen Tagen bis über 30°C. Der Höchstwert dieser Hitzeperiode wurde am 13. erreicht mit 32,5°C.

Nach dem 15. wurde es zunehmend schwüler und wolkiger. Die Abkühlung kam am 18. mit deutlich kühleren Temperaturen. In der Folge herrschte eine kühlere Witterung vor bevor es nochmal kurz vor Monatsende heiß wurde mit dem höchstgemessenen Temperaturwert: 34,2°C. Die tiefste Temperatur wurde am 8. gemessen: 10,3°C.

Der Monatsdurchschnitt errechnete sich zu 20,4°C. Damit war der Juli um 1,4°C zu warm. Insgesamt wurden 16 Sommertage gezählt. An immerhin 6 Tagen konnten sogar Temperaturen über 30°C verzeichnet werden. Der wärmste Tag war der 13. mit einer Tagesdurchschnittstemperatur von 25,6°C. Der kälteste Tag lag in der kühlen Witterungsphase zu Monatsbeginn (6. Juli: 14,5°C).

Die wärmste Nacht war vom 26. auf den 27. zu verzeichnen: die Tiefsttemperatur unterschritt in den Morgenstunden nicht die 20°C-Marke sondern der Tiefstwert lag bei 20,4°C.

Der Juli war ein etwas unterdurchschnittlich hygrischer Monat. Es wurden nur 81% der sonst üblichen Monatsmenge erreicht (52 mm).

Die Niederschläge fielen zudem an wenigen Tagen (9 Tage). Es gab zwei größere Regenereignisse, so am 3. (12,5 mm) und am 28. (13,2 mm).

Insgesamt war der Juli ein eher unspektakulärer normaler Monat. Interessant ist, daß sich das Monatsmittel der Temperatur so hoch über dem langjährigen Wert errechnet, was auf die hohen Minimumtemperaturen zurückzuführen ist.

Die oft mit dem 23. Juli einsetzenden Hundstage haben ihren Namen vom Sternbild des Großen Hundes her. Der Hauptstern Sirius ist für gut einen Monat gut sichtbar und kennzeichnet eine Periode, die oft mit großer Hitze einhergeht. Ob sich die Hundstage bis in den August hineinziehen werden, ist derzeit noch nicht zu sagen.


Juni 2005

Typische Zeichen des Frühsommers sind der Beginn der Holunderblüte und der Blühbeginn der Gräser. Auf den Getreidefeldern blüht dann auch der Winterroggen. Die typischen Düfte des Frühsommers sind die Blüten der Robinien sowie der Rapsfelder.

Zu Monatsbeginn herrschten milde Temperaturen vor zwischen 8-22°C. Zu Monatsmitte wurde ein deutlicher Temperaturanstieg verzeichnet mit Temperaturen bis über 30°C. Das hochsommerliche Wetter blieb bis Monatsende erhalten. Das absolute Minimum der Temperatur wurde am 7. gemessen: 6,2°C. Das Maximum wurde am 20. registriert mit 34,6°C. Damit wurden insgesamt 17 Sommertage gezählt und immerhin 9 Tropentage. In der dritten Dekade des Juni waren sogar die Nächte sehr warm mit Temperaturen, die am 23. und 24. die 20°-Marke nicht unterschritten.

Das Monatsmittel errechnete sich zu 19,7°C. Damit war der Juni um 2°C zu warm. Bei einer Niederschlagssumme von nur 15 mm läßt sich der Juni sogar als extrem trocken bezeichnen. Normal wären 66 mm. Damit wurden nur 23% der sonst üblichen Regensumme erreicht. Die Trockenheit läßt sich auch an der sehr geringen Anzahl von Regentagen veranschaulichen (5 Tage).

Zudem regnete es an 19 zusammenhängenden Tagen überhaupt nicht, was die Situation der Trockenheit zusätzlich verdeutlicht.


Mai 2005

Die Eisheiligen waren in diesem Jahr gegenwärtig und prägten mit kühlen Temperaturen das Wetter bis zum Beginn der dritten Dekade. Jedoch blieb Frost - auch in den Tallagen - aus. Trotz der kühlen Witterungsperiode bis zur dritten Monatsdekade errechnete sich ein Mittelwert der Temperatur zu 15,3°C. Damit war der Mai um 1,1°C wärmer als das langjährige Mittel. Die Niederschlagssumme ergab 33 mm. Zulässig wäre ein Mittel von 47 mm, von daher war der Mai sogar noch recht trocken. Dies demonstrieren auch die wenigen Regentage (7).

Die tiefste Temperatur des Monats wurde am 8. registriert mit nur 3,9°C. Das Maximum wurde hingegen erst gegen Monatsende, am 28. erreicht mit 33,3°C. Damit wurden im Mai 8 Sommertage und sogar 2 Tropentage gemessen.


April 2005

Werden früh die Wiesen bunt,
labt ein edler Wein den Mund.

So bleibt es zu hoffen! Der Siegeszug des Erst- und Vollfrühlings wurde im April fortgesetzt. Hierbei zog der Vollfrühling in zwei Schüben ein, nämlich zu Anfang des Monats und zu Mitte des Monats. Gut zu sehen ist dieser Sachverhalt im Thermoisoplethendiagramm. Zu Ende des Monats wurde sogar ein erster Sommertag erreicht.

Die Zeichen des Vollfrühlings sind das üppige Aufblühen des Löwenzahns in unserer Region. Die Grasfluren der Weinberge erscheinen im freudig strahlenden Gelb und erfreuen die Menschen. Und mit der Apfelblüte schließt der Vollfrühling ab. Der Bann des Winters ist nun endgültig gebrochen.

Somit war es nur noch einmal in der Nacht zum 21. recht kalt: 2,3°C. Die höchste Temperatur wurde zu Monatsende erreicht mit 25,8°C. Es errechnete sich das Monatsmittel zu 11,5°C. Damit war dieser April ein recht milder Monat, denn der langjährige Wert der Temperatur beziffert sich auf 9,3°C. Was die Niederschläge anbelangt war der Monat sehr feucht: die Monatsniederschlagsmenge liegt bei 75 mm und damit gut über dem doppelten Wert des Normals.

Die recht hohe Niederschlagssumme ist ungewöhnlich für einen Frühlingsmonat und liegt in einem Starkniederschlag begründet, der infolge eines heftigen Gewitter am 19. fiel. An diesem Tag fielen 39 mm Regen! Solche Starkregenereignisse kommen recht selten vor. An dem besagten Tag regnete es von 3 Uhr morgens bis 13 Uhr mittags, wobei die höchste Regenintensität in den Morgenstunden lag mit bis zu 7,5 Liter pro Stunde!

Ansonsten war der Monat April bei einer Summe von 9 Regentagen normal beregnet.


März 2005

Früher Vogelsang macht den Winter lang.

Wenn die Drossel schreit,
ist der Lenz nicht mehr weit.

In der Tat trafen in diesem Jahr beide Bauernregeln zu, denn mit Beginn des meteorologischen Frühlings war es zunächst noch sehr kalt. Aber nicht nur das: rechtzeitig zum kalendarischen Frühlingsbeginn (21. März) zog dann der Vorfrühling ein und entschädigte mit den ersten angenehmen warmen Tagen für den so frostigen Monatsanfang.

So war dies der kälteste meteorologische Frühlingsanfang seit Beginn der Wettermessungen im Jahr 1992. Die tiefste Temperatur wurde am 1. gemessen im Morgengrauen. Bei wolkenlosem Himmel wurden -11,4°C registriert. Die frostige Witterung blieb noch eine Woche erhalten bevor mildere Luft vom Atlantik Einzug hielt. Ein deutlicher Temperaturanstieg war ab dem 14. März zu verzeichnen und am 16. wurde schließlich das Maximum des Monats gemessen: immerhin 22,3°C. Die angenehmen Temperaturen sind Kennzeichen des Vorfrühlings, der für ein Abtrocknen des Bodens sorgt und die Natur allgemein in Schwung bringt. Zeichen des Vorfrühlings sind das Stäuben der Haselnußsträucher sowie die Schneeglöckchenblüte.

In der dritten Dekade blieb es bei überwiegend heiteren Tagen mit Temperaturen zwischen 5 und 18°C. Die Mitteltemperatur errechnete sich zu 6,4°C. Damit war der März um genau 1,2°C wärmer als das langjährige Mittel. Die Wärmegunst des ersten Frühlingsmonats macht sich auch in der geringen Niederschlagssumme bemerkbar: diese betrug nur 29 mm.

Insgesamt wurden nur 7 Regentage gezählt, was als unterdurchschnittlich zu bewerten ist.


Februar 2005

Wenn an Lichtmess der Dachs seinen Schatten sieht,
er nach 4 Wochen in seinen Bau flieht.

Diese alte Bauernregel beruht auf der Wettererhaltungsneigung zu Anfang Februar, die durch Hochdruckeinfluß mit trockenkalter Festlandsluft aus Osten gekennzeichnet ist. In 7 von 10 Jahren folgen noch empfindlich kalte Tage bis in den März hinein. Diese Wetterregel hat sich in diesem Jahr bewahrheitet.

Bei einer Monatdurchschnittstemperatur von nur 0,3°C läßt sich der Februar als zu kalt bezeichnen. Der langjährige Mittelwert ist mit 2°C zu beziffern. Die unterdurchschnittlichen Temperaturen lassen sich auch an der Anzahl der Frosttage festmachen: insgesamt wurden 21 Frosttage gezählt. Am vorletzten Tag des Monats wurde sogar noch einmal ein Eistag registriert. Die mittlere Minimumtemperatur betrug -2,2°C, das mittlere Maximum nur 3,4°C.

Betrachtet man die Tagesmittel der Temperatur im Monatsverlauf so sieht man, daß die Temperatur zum Teil großen Schwankungen unterlag. Betrug das Temperaturmittel der 1. Dekade noch 0,9°C, so lag es in der 2. Dekade bei 2,2°C und in der letzten Dekade bei nur -2,6°C.

Was die Niederschläge im Februar betrifft, wurde die Norm von 26 mm nur um einen Millimeter überschritten (27 mm). Damit war der Februar, hygrisch gesehen, ein normaler Monat. Jedoch fielen die Niederschläge zum größten Teil als Schnee. Der meiste Niederschlag verdunstete infolge der trockenen Witterung, sodaß der Boden in Folge weiter austrocknen konnte.

Zu Monatsbeginn herrschte eine Nordwestwetterlage vor, die für naßkaltes Wetter sorgte. Vom 10. - 12. wurde dann kurzzeitig sehr warme Luft in unseren Raum geführt, die sehr milde Temperaturen zur Folge hatte. Demzufolge wurde am 12. die Höchsttemperatur des Monats erreicht: 11,8°C. Fortan wurde Polarluft herangeführt, die die Temperaturen sinken ließ. Zusätzlich sorgte Schneefall in der 2. Dekade für eine weiße Winterlandschaft im Wonnegau.

In der 3. Dekade floß dann extrem kalte Kontinentalluft aus Osten heran. Die Temperaturen fielen weiter, bis auf rekordverdächtige -10,3 am letzten Tag des Monats. Der kälteste meteorologische Frühlingsbeginn stand am 01. März bevor. In der Nacht des 28. Februar auf den 1. März fielen die Temperaturen sogar auf -12°C. So kalt war es zu einem Frühlingsbeginn bekanntlich noch nicht.

Von Frühlingserwachen und einem in normalen Jahren schon zu verzeichnenden Vorfrühling kann in diesem Jahr im Februar also nicht die Rede sein. Um den Mattiastag (24. Februar) ist der Winter mit seinen strengen Frösten meist vorbei und auch die Sonne wärmt schon wieder aufgrund des nun merkbar höheren Sonnenstandes. Trotz der kalten Witterung gab es aber schon die ersten Anzeichen für den kommenden Frühling: rechtzeitig ließen sich Schneeglöckchen und Krokusse in günstigen Lagen erblicken.

Eine andere Bauernregel voraussagt den kommenden Frühling, vorausgesetzt wir haben mal draußen auf die Stimmen der Vögel geachtet:

Wenn die Drossel schreit,
ist der Lenz nicht mehr weit.


Januar 2005

Ist der Januar hell und klar,
gibt's viel Wein in diesem Jahr.

Der Monat Januar lag mit einer mittleren Temperatur von 1,3 °C über dem langjährigen Durchschnitt von 0,3 °C.

Die monatliche Niederschlagssumme ergab 15,1 mm (Durchschnitt: 34 mm)an 12 Tagen die sich gleichmäßig auf die drei Dekaden verteilen.Nennenswerte Schneefälle während des Monats wurden nicht registriert.

Damit läßt sich der Januar im Vergleich zu den langjährigen Werten als etwas zu warm, dafür aber deutlich zu trocken beurteilen.

Hervorzuheben sind die Temperaturextreme in diesem Monat: die Temperaturamplitude (Differenz zwischen höchstgemessener und tiefster Temperatur) beträgt 27,5 °C. Recht eindrucksvoll ist der zeitliche Verlauf der Temperatur von Wärme am Monatsanfang zu Kälte am Monatsende im Thermoisoplethendiagramm zu erkennen. In diesem Diagramm (siehe Diagramme) wird im wesentlichen der Temperaturverlaufs deutlich sichtbar. Demnach war die 1. Dekade ungewöhnlich mild warm; selbst die Nächte waren alle frostfrei. Die Max-Temperatur von 11,5°C wurde am 8.01.um 17 Uhr gemessen und im Talbereich sogar 12,5°C. Während es in der zweiten Dekade täglich kälter wurde. Die 3. Dekade brachte dann Dauerfrost und den Tiefstwert von -11,5°C um 17 Uhr und in den Tallagen sogar -15,5°C

Deutlich wird der extreme Temperaturverlauf auch in den Dekadenmitteln der Temperatur: in der ersten Dekade wurde ein Mittel von 5,0 °C gemessen, in der zweiten Dekade 1,5 °C und in der 3. Dekade des Januar -2,2 °C.

Insgesamt wurden 17 Frosttage (Minimumtemperatur unter 0 °C) und 10 Eistage (Maximum unter 0 °C) gemessen.


Jahresrückblick 2004

Im Vergleich zu den langjährigen Mittelwerten läßt sich das Jahr 2004 als etwas zu kühl und trocken kennzeichnen.

Das Jahresmittel der Temperatur errechnete sich zu 9,4°C und liegt damit nur 0,3° unter dem langjährigen Mittelwert von 9,7°C.

Betrachtet man die Monatsmitteltemperaturen so gab es im Jahr 2004 nur geringe Abweichungen. Die saisonale Auswertung der Temperatur ergab, daß der Frühling mit 0,6° unter dem langjährigen Mittel lag, d.h. daß es im Schnitt etwas zu kühl war. Für die Sommermonate ergibt sich immerhin noch eine Abweichung von -0,4°, so daß auch der Sommer als etwas kühler als normal zu bezeichnen wäre. Der Herbst hingegen weist einen positiven Wert von 0,4° aus, er war etwas wärmer als das Normal , was auch an der überdurchschnittlichen Anzahl heiterer Tage zu belegen ist. Die Wintermonate (Januar, November, Dezember) weisen eine Abweichung von -0,5° vom Mittel auf.

Die höchste Temperatur des Jahres wurde am 6. August gemessen mit 33°C. Der wärmste Tag des Jahres war der 5. August. Das an diesem Tag errechnete Temperaturmittel betrug 25,3°C. Die tiefste Temperatur wurde am 3. Januar und am 21. Dezember gemessen mit -9°C. Der kälteste Tag hingegen war der 21. Dezember (Tagesmittel: -6,3°C) Die Temperaturspanne zwischen Tiefst- und Höchstwert der Temperatur beträgt ganze 42°. Die Statistik weist 85 Tage aus, an denen es Frost gab, weiterhin 47 Sommertage und 16 Tropentage.

Ganz pauschal gesehen ohne die geringen Abweichungen zu beachten handelt es sich bei dem Jahr 2004 demnach um ein thermisch gesehen normales Jahr.

Anders verhält es sich mit dem Niederschlag. Die Niederschlagssumme des Jahres beläuft sich auf nur 399 mm. Der langjährige Niederschlagswert beträgt 536 mm. Damit beträgt das Niederschlagsdefizit ganze 137 mm oder 25,5%. über ein Viertel der sonst üblichen Niederschlagssumme wurde damit im Jahr 2004 nicht erreicht. Die saisonale Auswertung der Niederschlagssummen ergab: Frühling 80 mm (-30%), Sommer 180 mm (-6%), Herbst 86 mm (-37%) und in den Wintermonaten 54 mm (-44%). Längere Trockenperioden blieben aus, so daß die geringen Niederschläge relativ gleichverteilt waren. Als extremer Monat sei noch der Dezember zu erwähnen, der bei einer Niederschlagssumme von nur 0,6 mm als knochentrocken anzusehen ist.

Die Gleichverteilung der Niederschläge wirkte sich positiv auf die Ernte aus, die in diesem Jahr qualitativ überdurchschnittlich ausgefallen ist.

In der Landwirtschaft konnten positive Zahlen verzeichnet werden, u.a. im Weinbau. Darauf haben die Landwirte sehr gehofft, denn das letzte Jahr hatte empfindliche Einbußen zur Folge. Mit der überdurchschnittlichen Ernte in diesem Jahr konnte das große Defizit des letzten Jahres etwas ausgeglichen werden.


Dezember 2004

Regnet es an Sankt Nikolaus,
wird der Winter streng und graus.

Wenn wir die Wetterregel ernst nehmen dürfen, steht uns ein milder Winter bevor; denn am St. Nikolaustag hat es, sowie auch am Tag zuvor und auch danach, nicht geregnet. Im Hinblick auf die hohen Energiepreise zur Zeit, können wir uns bei dem beliebten Heiligen, für diese zusätzliche Gabe, herzlich bedanken.

Aber trotzdem war der Dezember insgesamt kühler und auch niederschlagsärmer als in all den Jahren zuvor. Der Durchschnittswert betrug -03°C; und das sind 1,8°C weniger als normal. Bei den Niederschlägen ergibt sich ein Defizit gegenüber den langjährigen Messungen von 30 mm/m2, gemessen wurden nur 13,8 mm/qm, 2003 waren es noch weniger und zwar nur 11,7 mm/qm

Die erste und die dritte Dekade waren beide relativ trocken und warm, wogegen die zweite sehr feucht und kalt war. In dieser fielen die meisten Niederschläge des Monats und diese aber nur an zwei Tagen.

Am 21.12. um 8 und 9 Uhr wurde die tiefste Temperatur von -9,0 °C gemessen. Danach wurde es sofort wieder milder. Ein Sturmtief über der Nordsee verlagerte sich und seine Ausläufer überquerten unser Gebiet und führten warme Meeresluft heran und am 23. kam es immer wieder zu Regenschauern die am 24. nachliessen, sodass es an den Weihnachtsfeiertagen mild und trocken war. Die höchste Temperatur wurde am 25. um 1 Uhr mit 8,5°C gemessen.Nach den Feiertagen wurde es wieder frostig.

Es wurden im Dezember 9 Eistage und 23 Frosttage gezählt.


November 2004

Wenn im November die Stern' stark leuchten
läßt dies auf baldige Kälte deuten!

In der Tat gab es einige sternklare Nächte im Nebelmonat November. Diese waren auch für frostige Temperaturen verantwortlich. So gab es in immerhin 10 Nächten Frost. Bei einem Monatsmittel von 4,0°C und einer Niederschlagssumme von 25 mm läßt sich der November als trocken und kalt kennzeichnen.

Die langjährigen Werte liegen bei einer Temperatur von 4,7°C und 38 mm Regen.

Erreichten die Temperaturen zum Monatsbeginn noch zweistellige Werte, so war dies nur noch einmal (an zwei Tagen) in der 3. Dekade der Fall. Die höchste gemessene Temperatur des Monats wurde am 3. gemessen mit 13°C. Gegen Ende der 1. Dekade gab es den ersten Frost. Bei nur wenigen Ausnahmen bewegten sich die Nachttemperaturen im November immer nahe der Null-Grad-Grenze. Der kälteste Tag war der 25. mit einem Tagesmittel von nur -2,7°C. In den Morgenstunden des 25. wurde eine Tiefsttemperatur von -4°C registriert.

Der November begann sonnig mit einer Hochdruckwetterlage. Ab dem 8. stellte sich die Großwetterlage um auf eine feucht-kalte Nordwestströmung, die im Verlauf teils ergiebige Niederschläge brachte (am 9. 6,3 mm, 10. 8 mm). Das Tief Quimburga brachte in der Nacht zum 12. den ersten Schnee in den Wonnegau.

Die 2 cm hohe Schneedecke währte allerdings nur wenige Stunden am Morgen. In der verbleibenden 2. Dekade und der 3. Dekade schwankten die Temperaturen um rund 10°C innerhalb weniger Tage. Dieses Auf und Ab wurde verursacht von dem Tief, das auf seiner Vorderseite kalte Luft heranführte, auf der Rückseite hingegen Warmluft. Der größte Temperaturgegensatz war am 23. bis zum 25. zu verspüren. Waren es am 23. noch 11,5°C warm so fiel die Temperatur in der Nacht zum 25. auf -4°C ab. Und selbst am Tag wurde nur knapp die Null-Grad-Grenze überstiegen. Somit wurden im November noch keine Eistage registriert.

Die monatliche Niederschlagssumme des November ist recht gering mit 25 mm. Gut ein drittel der sonst üblichen Regenmenge (34%) blieben aus. Die Jahresniederschlagsmenge bewegt sich bis Ende November bei 398 mm und damit genau 100 mm unter der Regenmenge von normalen Jahren. Geht man im Dezember von einem normal feuchten Monat aus, so wird das Niederschlagsdefizit des Jahres 2004 20% betragen.

Einen Hinweis auf einen kommenden trockenen Februar läßt der Katharinentag (25. November) zu. War die Witterung um den 25. nämlich trocken (was zutraf!), so folgt in 4 von 5 Jahren ein zu trockener Februar:

Wie es um Katharina, trüb oder rein, so wird auch der nächste Hornung sein.


Oktober 2004

Oktober-Sonnenschein schüttet Zucker in den Wein!

Diese Bauernregel gilt als wahr, insbesondere dann, wenn die Zahl der Sonnenstunden überdurchschnittlich hoch ist.

Dies war zu Monatsanfang der Fall. Bei einer südwestlichen Strömung wurden bei herrlichem Sonnenschein sogar noch einmal sommerliche Temperaturen erreicht bis 25°C. Der Oktober präsentierte sich als 1,1°C wärmer als in normalen Jahren. Das Monatsmittel der Temperatur wurde zu 10,4°C ermittelt. Zudem war der Oktober mit nur 36 mm Regen ein recht trockener Monat.

Die höchste Temperatur wurde zu Monatsbeginn, am 5., erreicht: 25,0°C. Dieser goldene Oktobertag war zugleich der wärmste des Monats, und zwar in jeder Hinsicht: die Tagesmitteltemperatur lag immerhin noch bei 18,3°C und legte somit noch Reminiszenzen an den vergangenen Sommer nahe. Sogar das Tagesminimum der Temperatur war an diesem Tag erstaunlich hoch (12°C).

In der ersten Dekade überwogen Sonnenschein und warme Temperaturen das Wettergeschehen. In der zweiten Dekade sanken die Temperaturen beträchtlich und am Morgen des 19. wurde - termingerecht! - der erste Frost erreicht, und zwar in den Talbereichen des Wonnegau. Die Talstation verzeichnete am Morgen leichten Frost von -1°C. Die Heimstation, welche etwas geschützt im Ortsbereich liegt, ging hierbei knapp am Frost vorbei: +0,5°C.

Der 19. stellt den kältesten Tag des Monats dar: die Tagesmitteltemperatur errechnete sich zu nur 5,8°C.

Leichten Frost gab es an der Talstation an den Morgen des 11./ 12./ 13. sowie 19. Somit wurden an der Talstation 4 Frosttage registriert, an der Heimstation allerdings KEIN Frost. Der erste Frost wird im langjährigen Durchschnitt am 19. verzeichnet. In der letzten Dekade stiegen die Temperaturen bei Sonnenschein noch einmal an und es wurden Tagesmaxima bis zu 18°C registriert.

Die Niederschlagssumme von 36,4 mm verteilt sich auf 9 Regentage, was als unterdurchschnittlich zu beurteilen ist.

Demnach wurden nur 71% der sonst üblichen Niederschlagsmenge erreicht. Die überdurchschnittlichen Temperaturen sowie das Regendefizit wirkten sich positiv auf die diesjährige Weinlese aus: neben hohen Erträgen wird auch eine überdurchschnittliche Qualität erwartet.

Die letzten warmen Tage dürften damit gezählt sein, denn das Quecksilber bewegt sich zu Anfang November beständig nach unten. Dies verdeutlicht die folgende Bauernregel noch einmal:

An Allerheiligen
sitzt der Winter auf den Zweigen!


September 2004

Der September ist der Mai des Herbstes!

So eine wahre Bauernregel. Sind es nämlich im Mai die ersten heißen Tage des Jahres die uns erfreuen, so sind es im September die letzten heißen Tage, die wir so richtig genießen!

Noch einmal richtiges Freibadwetter brachte der September zu Anfang des Monats und wurde damit dem Ruf eines Altweibersommers gerecht. Bei einer mittleren Tagestemperatur von 15,2°C und einer Niederschlagssumme von nur 24 mm läßt sich der erste Herbstmonat als etwas überdurchschnittlich warm und entschieden zu trocken bewerten. (Die langjährigen Werte liegen bei 14,5°C und 47 mm.)

Herrschten in der 1. Dekade noch sommerliche Temperaturen vor, so waren es in der 2. Dekade schon typisch herbstliche Temperaturen und in der letzten Dekade kamen noch zum Teil erhebliche Niederschläge hinzu.

Die höchste Temperatur des Monats wurde am 4. gemessen mit immerhin noch 30°C. So wurde noch ein letztes Mal in diesem Jahr ein Tropentag registriert. Noch 8 Sommertage wurden erreicht, alle in der 1. Dekade. Nach dem 10. nahm die Anzahl der Sonnenstunden rapide ab und die Temperaturen gingen deutlich zurück.

Ein paar schöne Tage um den 17. erinnerten nochmals an den Altweibersommer, die allerdings in den Nächten schon empfindlich kühl waren. So wurde am Morgen des 17. ein Minimum von nur 5,5°C gemessen, die tiefste gemessene Temperatur des Monats. Vom 20. bis 27. sorgte eine starke Nordwestströmung für eine ausgesprochen wechselhafte und kühle und niederschlagsreichere Witterung.

Der kühlste Tag war der 24. an dem ein Tagesmittel von nur 10,2°C erreicht wurde.

Mit nur 4 Regentagen und einer Niederschlagssumme von 24 mm läßt sich der September als recht trocken kennzeichnen. Normal sind in dem Monat 10-12 Regentage. Die Niederschlagsintensität ist mit 6 mm pro Regentag dennoch recht hoch. Dies zeugt von recht intensiven Regenfällen, die am 11. und 12. mit 4,4 und 4,7 mm und am 22. und 23. mit 1,5 und 10,1 mm Niederschlag einhergingen.

Die Jahresniederschlagssumme beträgt nun 337 mm. Im langjährigen Durchschnitt werden bis Ende September 409 mm erreicht.

Doch die gute Nachricht kommt aus der Landwirtschaft: Nach Aussage des Bundesministeriums für Landwirtschaft haben die Bauern in diesem Jahr eine Rekord-Ernte eingefahren.

Die Erträge waren seit gut 10 Jahren nicht mehr so hoch. Was die Weinernte in diesem Jahr angeht, wird eine durchschnittliche bis leicht überdurchschnittliche Qualität erwartet. Für die Ernte von einem guten Eiswein 2004 jedoch werden frostige Temperaturen im Oktober und November vonnöten sein.

Eine Voraussage, wie der kommende Winter werden wird, läßt die folgende Bauernregel zu. Wir müssen nur das Wetter im Oktober genau beobachten:

Ist Oktober warm und fein,
kommt ein scharfer Winter hinterdrein;
ist er aber naß und kühl,
mild der Winter werden will.


Der Sommer 2004

Der diesjährige Sommer präsentierte sich als durchschnittlich: noch verwöhnt vom letzten Jahrhundertsommer 2003 haben das die meisten Menschen aber nicht so empfunden und den Sommer 2004 eher als kühl und verregnet bezeichnet. Daß dem nicht so ist und der Sommer dennoch mit einigen Highlights aufwartete, belegen die Zahlen, die zum Großteil sich an den langjährigen Mittelwerten orientieren. Aber im Vergleich mit dem Sommer 2003 läßt sich noch einmal die Einzigartigkeit dieses Jahrhundertsommers demonstrieren.

Der Sommer dauerte 92 Tage vom 1. Juni bis 31. August. Innerhalb dieses Zeitraums wurden 34 Sommertage erreicht und 15 Tropentage. Über die doppelte Anzahl wurde im Sommer 03 erreicht: 74 Sommertage und sogar 40 Tropentage! In diesem Sommer wurde die 35-Grad-Marke nicht überschritten. Die höchste Temperatur wurde am 6. August in den Nachmittagsstunden registriert mit 33 Grad Celsius. Im gab es 14 Tage mit Temperaturen über 35 Grad und mehr.

Werden die Mittelwerte der Temperatur betrachtet, so zeigt sich, daß der diesjährige Sommer um 3,4°C kühler war als der überaus heiße Sommer 2003. Die Mitteltemperatur wurde mit 17,7°C errechnet. Die mittlere Tiefsttemperatur betrug 12,8°C und die mittlere Höchsttemperatur 23,5°C.

Die Monate Juni und Juli waren durchweg zu kühl (-1,1°C bzw. -1,2°C) im Vergleich zu den langjährigen Werten. Der August war überdurchschnittlich warm (+1,1°C). Fielen die Niederschläge im ersten Sommerdrittel bis zu 40% aus, steigerten sie sich im Laufe des Juli auf Normniveau und im letzten Sommermonat August bis auf 20% über den Durchschnittswerten. Somit kann man die Sommermonate Juni, Juli, August kurz auf den folgenden Nenner bringen: kühl-trocken, kühl-moderat, warm-feucht.

Das Diagramm vom Sommer zeigt den Temperatur- und Niederschlagsgang für den Zeitraum von Juni - August auf. Den Temperaturkurven (Maximum, Mittel, Minimum) ist zum Vergleich die mittlere Tagestemperaturkurve des Zeitraums 1995 - 2004 zum besseren Vergleich hinzugefügt. Hier wird am besten deutlich, daß die Monate Juni und Juli zu kühl waren: man vergleicht einfach die hellgrüne Temperaturlinie mit der dunkelgrünen Temperaturlinie und sieht, wo der Sommer unterdurchschnittlich war oder nicht. Zu bemerken ist, daß der überaus heiße Jahrhundertsommer 2003 die Durchschnittswerte stark nach oben beeinflußt und von daher dieser Sommer immer eher etwas unterdurchnittlich erscheint.

Was sich aus dem Diagramm auch schön ersehen läßt, das sind die Hundstage, die vom 24. Juli bis 23. August dauern.

In dieser Zeit wurden die höchsten Temperaturen erreicht, am Tage wie auch in der Nacht. Hier hinein fällt auch die Zeit der längsten Trockenperiode, die ganze 14 Tage andauerte: vom 27. Juli bis zum 9. August. In dieser Zeit fiel kein signifikanter Niederschlag.

Insgesamt wurde eine Niederschlagssumme von 180 mm gemessen, was als durchschnittlich anzusehen ist. Es gab vier größere Niederschlagsereignisse: so regnete es am 2. Juni ganze 17,6 mm, am 8. Juli infolge eines kräftigen Gewitters 17,7 mm und am 18. August 14,2 mm, am 24. August sogar 21,7 mm, ebenfalls gewitterbedingt.

Ein katastrophales Erntejahr haben die deutschen Bauern hinter sich: 2003 war ihnen durch den Jahrhundertsommer das Getreide auf dem Acker schlicht vertrocknet. Dieses Jahr stimmt eigentlich alles: Sonne, genug Regen - die Erträge liegen rund 10 Prozent über dem Durchschnitt. Nach Einschätzungen des Weinbauverbands Pfalz wird es in diesem Jahr eine eher durchschnittliche Weinernte geben. Jedoch wird erst ein Goldener Herbst entscheiden, ob es zu den begehrten feinfruchtigen Rieslingweinen hoher Qualität kommen wird.


August 2004

Es pflegt im August beim ersten Regen
die Hitze sich zu legen!

Diese Bauernregel beruht auf der guten Beobachtungsgabe unserer Vorfahren und läßt sich für diesen August eindrucksvoll belegen: denn mit den ersten Niederschlägen am 10. und den Folgetagen sanken die Temperaturen kontinuierlich.

Die Hitze, die zu Monatsbeginn an herrschte, klang tatsächlich ab. Insofern läßt sich der August in zwei vollständig unterschiedliche Hälften teilen: in eine heiße, überwiegend trockene Hälfte und in eine verregnete kühle Hälfte, die zudem von mehreren Gewittern und Starkniederschlägen begleitet war. Bei einem Monatsmittel von 19,1°C und einer Regensumme von 76,5 mm läßt sich der letzte Sommermonat als warm und feucht kennzeichnen. Er war somit um 1,1°C zu warm und es fielen 15 mm mehr Regen als im langjährigen Durchschnitt. Es wurden noch 15 Sommertage und immerhin 7 Tropentage erreicht, was die überdurchschnittliche Wärme des Monats verdeutlicht. Im allgemeinen Empfinden mag der August dennoch enttäuscht haben: zu verwöhnt sind wir noch vom Jahrhundertsommer im letzten Jahr. Dies wird auch deutlich in der Zahl der warmen Nächte (Tiefsttemperatur größer als 15°C), die in diesem Jahr nur 16 betrug, währenddessen es im August 2003 18 Nächte waren. Als Tropennächte bezeichnet man Nächte in denen die Temperatur nicht unter die 20°C-Marke sinkt. In diesem August gab es nicht eine einzige solche Nacht, hingegen im August 2003 ganze 9 Nächte! Dies verdeutlich einmal mehr die Einzigartigkeit des vorletzten Sommers.

Das absolute Maximum der Temperatur fällt in die erste Dekade des Monats. Am 6. August wurden 33°C erreicht. Der wärmste Tag war der 5.: an diesem Tag beläuft sich das Tagesmittel auf 25,3°C. Die tiefste Temperatur wurde am 22. gemessen: 9°C.

Die Niederschlagssumme von 76,5 mm ist beträchtlich und teils hervorgerufen durch zwei größere Niederschlagsereignisse infolge Gewitter. Es sind dies der 18. und der 24. August. Am 18. wurde eine Regenmenge von 14,2 mm registriert, am 24. sogar 21,7 mm, und das innerhalb kürzester Zeit. Zu überfluteten Kellern und Sachschäden kam es aber glücklicherweise nicht. Einigen Wetterregeln nach zu urteilen scheint ein kalter Winter bevorzustehen.

Ist's in der ersten Augustwoche heiß,
bleibt der Winter lange weiß.

Oder:

Die erste Augustwoche warm,
so gibt es einen rauhen Winter.


Juli 2004

Schier endlos schien sich die kühle und regenreiche Witterung im Juli zu halten, gemäß dem Lostag am 2. des Monats:

Wie das Wetter an Mariä Heimsuchung,
so wird es 40 Tage sein.

Dass das kalt-nasse Wetter hingegen nicht 40 Tage anhielt wie die Bauernregel verspricht, darüber freuten wir uns alle.

Der Juli geht somit - trotz einiger schöner warmer Tage - als kühler und regnerischer Monat in die Annalen ein. Bei einem Monatsmittelwert von 17,8°C war er um genau 1,2°C zu kühl. Die Regensumme von 66 mm ist als durchschnittlich anzusehen. Vergleicht man die ermittelte Monatstemperatur mit dem Monatsmittel des Vormonats Juni, so stellt sich der Juli schon eher als ein durchschnittlicher Junimonat dar. Ganz allgemein läßt sich der Monat in zwei Abschnitte einteilen: eine feucht-kühle erste Hälfte und eine gewitterträchtige warme zweite Hälfte, in der eine Südwestwetterlage das Wettergeschehen dominierte.

In der ersten Monatshälfte konnte auch das absolute Minimum der Temperatur verzeichnet werden: 8,5°C am 10. Es konnten immerhin 13 Sommertage notiert werden, die aber fast alle in der zweiten Monatshälfte lagen. Am 21. wurde die höchste Temperatur registriert: 32°C. Es gab immerhin 6 Tage, an denen das Quecksilber über 30°C stieg (= Tropentage). Insgesamt gab es 12 Regentage. Der Regen ist ungleich auf den Monat verteilt. Allein am 8. fielen infolge eines schweren Gewitters über ein Viertel der Monatssumme. Weitere Gewitter mit heftigen Niederschlägen wurden am 17., 22. und 23. Juli beobachtet. Die Niederschlagsintensität ergibt sich zu 5,5 mm pro Regentag. Sieht man von den Gewitterniederschlägen ab, so hatten die Landwirte in der letzten Dekade des Monats insgesamt gesehen günstige Bedingungen, die Getreideernte trocken einzubringen, denn die stabile Hochdruckwetterlage zum Monatsende bescherte noch einmal ein paar heiße und trockene Tage.

Wie wichtig in der Zeit der Hundstage (23.07. - 24.08.) trockenes Wetter ist, wird in vielen Bauernregeln zum Ausdruck gebracht, so auch in dieser:

Was die Hundstage gießen, muß die Traube büßen!

Und eine andere Bauernregel besagt:

Hundstage hell und klar
deuten auf ein gutes Jahr;
werden Regen sie bereiten,
kommen nicht die besten Zeiten!

Insofern hoffen wir auf einen schönen August!


Juni 2004

Der Juni präsentierte sich dieses Jahr ganz anders als im letzten Jahr, nämlich kühl und trocken. Die Mitteltemperatur wurde mit 16,3°C errechnet. Damit war der Juni um 1,1°C zu kühl. Bei einer Niederschlagssumme von nur 38 mm blieben rund 40% der Niederschläge aus (langjähriger Niederschlagswert: 66 mm).

Es wurden nur 6 Sommertage und nur 3 Tropentage erreicht. Besonders krass zeigt sich der kühle Juni wenn man ihn mit dem Vorjahresmonat vergleicht, der ja bekanntlich ein Jahrhundertsommermonat war. Im Juni 2003 gab es nämlich ganze 26 Sommertage und 12 Tropentage zu verzeichnen und die Mitteltemperatur lag über 6°C höher als in diesem Jahr!

Die wärmste Phase des Monats Juni 2004 lag in der 1. Dekade. Hier sorgte ein Hochdruckgebiet für einige warme Tage mit Höchsttemperaturen über 30°C. So wurden am 8. und 9. die höchsten Temperaturen verzeichnet: 31,5°C. Der 9. war zugleich der wärmste Tag, nämlich mit einer Mitteltemperatur von 24,7°C.

Das absolute Temperaturminimum wurde am 20. Juni kurz vor Sonnenaufgang erreicht (6°C). In den Talbereichen des Wonnegau wurde an diesem Morgen sogar leichter Bodenfrost registriert!

Die Niederschläge sind bei einer gemessenen Summe von 38 mm als gering zu bezeichnen. Es gab nur 7 Regentage (Tage mit Niederschlag > 1 mm). Die höchstgemessene Niederschlagssumme fiel am 2. mit einer Summe von 17,6 mm. Insgesamt läßt sich das Jahr 2004 als durchschnittlich temperiert, aber deutlich zu trocken kennzeichnen. Die Jahresniederschlagssumme beträgt bis Ende Juni 171 mm. Das durchschnittliche Niederschlagsdefizit beträgt damit 30%.

Bisher ist der Sommer 2004 kühl und wechselhaft verlaufen. Verantwortlich hierfür ist die in diesem Jahr schon so oft vorkommende Troglage, in der sich Mitteleuropa befindet. So ziehen die Tiefdruckgebiete auf einer südlicheren Bahn als normal und führen kühle aber nicht gerade übermäßig feuchte Luft von Norden nach Süden.

Der kühle Juni verspricht nach einer alten Bauernregel nicht gerade Gutes:

Kalter Juniregen
bringt Wein und Honig keinen Segen.


Mai 2004

Die im letzten Monatsrückblick (s. April) zitierte Bauernregel bewahrheitete sich partout: der Wonnemonat Mai wurde nämlich in diesem Jahr seinem Ruf nicht gerecht! Bei einer Mitteltemperatur von 12,3°C und einer Niederschlagssumme von 40 mm läßt er sich als zu kühl und etwas trockener als normal interpretieren. Hierbei lag die Temperatur fast 2°C unter dem langjährigen Wert, die monatliche Niederschlagssumme ist nur 7 mm unter dem langjährigen Durchschnitt und damit fast im Normbereich.

Ganz allgemein gab es nur wenige sonnige und warme Tage zu verbuchen. Zu Monatsanfang herrschte eine kühle und zudem feuchte Witterung mit teils sehr intensiven Niederschlägen vor. Es handelte sich hierbei um eine zyklonale Südostlage. Eine Hochdruckwetterlage brachte in der zweiten Dekade einige sonnige, warme Tage mit, bevor in der letzten Dekade wieder kühle Nordwinde arktische Kaltluft heranführten.

Aufgrund der konstant kühlen Witterung konnten nur 2 Sommertage verzeichnet werden, jedoch noch 3 Tage mit Bodenfrost im Talbereich des Altbachs. Der wärmste Tag wurde am 19. Mai erreicht mit einem Tagesmittel der Temperatur von 18,5°C. Das absolute Maximum der Temperatur wurde an demselben Tag in den Nachmittagsstunden erreicht: 26°C. Wärmster und kältester Tag liegen eng beisammen. Nur 3 Tage später nämlich, am 22. wurde das niedrigste Tagesmittel registriert: 8,2°C. In den Morgenstunden gab es im Tal sogar leichten Bodenfrost und in 2m Höhe wurde eine Temperatur von nur 3,5°C gemessen.

Die gemessene Niederschlagssumme von 40 mm liegt etwas unter dem langjährigen Wert von 47 mm. Bemerkenswert ist, daß die Niederschläge an nur wenigen Tagen fielen. Fast 3/4 der Monatsmenge fielen an 3 Tagen der 1. Dekade. Die höchste Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden beträgt 13 mm und wurde am 7. Mai gemessen. Insgesamt gab es 6 Regentage (Tage mit nennenswertem Niederschlag von mehr als 1 mm).

Auf den diesjährigen Mai paßt sehr gut die folgende Bauernregel:

Ist der Mai kühl und nass,
füllt er dem Bauern Scheun' und Fass!


April 2004

Der Monat April war mit einem Temperaturmittel von 10,3 °C und einer Niederschlagssumme von nur 14 mm überdurchschnittlich war und trocken. Es konnten schon 2 Sommertage gezählt werden. Im Ortsbereich gab es keinen Frost mehr, wohl aber noch außerhalb des Dorfes im Talbereich des Altbaches: hier konnten noch 4 Frosttage gezählt werden.

Die tiefsten Temperaturen wurden am 9. an der Heim- bzw. am 15. April an der Talstation gemessen: 0,5 °C und -3 °C. Bedingt durch Kaltluftbildung verzeichnete die Talstation am 15. April eine um 6°C geringere Temperatur als die Heimstation.

Die höchste gemessene Temperatur des Monats wurde am 22. April und am 30. April erreicht mit jeweils 25°C.

Der 30. April stellt den wärmsten Tag des Monats dar bei einem Tagesmittel der Temperatur von 17°C. Die 1. Dekade begann mit milden Temperaturen, aber es wurde im weiteren Verlauf kühler und recht wechselhaft mit 2 Regentagen.

In der 2. Dekade zog endlich der Frühling ein! Die Temperaturen kletterten am Tag auf über 20°C und es blieb trocken. Die Apfelblüten trieben in dieser Zeit aus. Sie sind in der Phänologie ein deutliches Zeichen für den Vollfrühling.

In der 3. Dekade blieb es bei den überdurchschnittlichen Temperaturen. Das Thermometer stieg an 6 von 10 Tagen sogar über 20°C und an 2 Tagen sogar bis 25°C.

Die monatliche Regensumme von nur 14 mm ist extrem gering. Es wurden nur 40% der sonst üblichen Regenmenge (35 mm) erreicht. Der für das Wachstum der Pflanzen nötige Regen blieb aus. Insgesamt gesehen sind die Niederschläge in diesem Frühjahr recht gering ausgefallen: so beträgt die Niederschlagssumme von Februar bis Ende April nur 52 mm, während der Durchschnittswert für den gleichen Zeitraum bei 93 mm liegt. Dies zeigt das enorme Niederschlagsdefizit auf (44% weniger Regen als in normalen Jahren.

Vertrauen wir der folgenden Bauernregel, dann sieht es für den Mai überhaupt nicht gut aus:

Was im April blüht,
erfriert oft im Mai!


März 2004

Der Lenzmond wie der März auch früher genannt wurde begann wie der Februar endete. Die erste Dekade wurde noch von dem über Nordeuropa lagernden Tiefdruckgebiet wesentlich bestimmt. Die einfließende polare Kaltluft erreichte am 04.ihren Höhepunkt mit - 4,5 °C und wurde dann von einer aus Nordwesten kommenden Warmfront abgedrängt.

Milde Meeresluft in Begleitung von kräftigen Schauern bestimmten von nun an das Wetter, die erst in der zweiten Dekade langsam abklangen. Der Monatsniederschlag von 26,4 mm fiel zu 78 % in dieser Zeit.

Zu Anfang der zweiten Dekade klangen die Niederschläge langsam ab und das Wetter wurde nun von dem Hoch Jörg bestimmt. Frühlingshafte Temperaturen mit viel Sonnenschein bis zu 20,0 °C die am 17. gemessen wurden gaben eine Vorahnung des Frühlings. Frostfreie Nächte mit bis zu 8,5 °C waren in dieser Zeit die Regel.

Die dritte Dekade wurde von einem Sturmtief, das über Südskandinavien hing, beeinflußt. Orkanartige Winde und Kaltluft zogen von Nordosten über Deutschland hinweg und beruhigten sich erst zum Ende des Monats hin und es wurde wieder wärmer. Insgesamt wurden noch 15 Frosttage gezählt aber keine Eistage mehr. Der Frühling hat seinen Einzug gehalten.

Jedoch die Aussichten für die Landwirte sind nach der Bauernregel vom 24. nicht gerade erfreulich:

Scheint auf Sankt Gabriel die Sonn',
hat der Bauer Freud' und Wonn'.

Denn an diesem Tag, der dem Erzengel Gabriel geweiht ist, war das Wetter trist und kalt.


Februar 2004

Der kürzeste Monat des Jahres - früher auch Hornung genannt - war sehr niederschlagsarm und die Mitteltemperatur lag um 1,0°C über dem langjährigen Durchschnitt mit 2,6 °C. In der ersten Dekade herrschten fast frühlingshafte Temperaturen. Bedingt durch ein ausgedehntes Tiefdruckgebiet über Nordeuropa gelangte recht milde Meeresluft in unser Gebiet und die Temperatur stieg auf 15,0°C, die am 06.des Monats um 16 Uhr gemessen wurde. In dieser Zeit fielen auch 80 % der Monatsniederschläge. Durch das Abwandern des Tiefdruckgebietes nach Osten in der zweiten Dekade, gelangte über seine Rückseite polare Kaltluft über Deutschland, sodaß die Temperaturen wieder fielen.

Dann in der dritten Dekade meldete sich der Winter wieder zurück. Das Tief Anjella über der Nordsee, lenkte feuchtkalte Polarluft in unser Gebiet und die Temperatur ging nochmals deutlich zurück. Der restliche Niederschlag des Monats bescherte uns weiße Fluren und das Quecksilber sank auf - 7,5°C und wurde in der Nacht auf den 28. registriert. Bemerkenswert ist sicher, daß der einzige Eistag des Monats am 25. wohl der Letzte dieses Winters gewesen ist.

Der Gesamtniederschlag betrug 12,3 mm/qm und das sind 16,0 mm/qm gegenüber dem Durchschnitt zuwenig. Mit insgesamt 19 Frosttagen läßt die Bauernregel hoffen:

Ist der Februar trocken und kalt, kommt im Frühjahr
Hitze bald.


Januar 2004

Der 1. Monat des Jahres 2004 läßt sich bei einer Durchschnittstemperatur von 0,4°C und einer Niederschlagsmenge von 41 mm als zu kalt und zu feucht beurteilen. Das Monatsmittel liegt hierbei um 0,3°C unter dem langjährigen Wert. Die Niederschlagssumme ergab 41 mm und liegt damit genau 10 mm über dem Mittel von 31 mm.

Insgesamt gab es 20 Frosttage. An 6 Tagen lag die Temperatur sogar ganztägig unter dem Gefrierpunkt. Es regnete an insgesamt 16 Tagen, wovon 9 als echte Regentage mit einer Mindestniederschlagsmenge von mehr als 1 mm anzusehen sind. Die längste zusammenhängende Trockenperiode dauerte 13 Tage und zwar vom 19. bis Monatsende.

Das Jahr begann sehr kalt und frostig. An der Südseite eines ausgedehnten Hochdruckgebietes über Skandinavien wurde polare Kaltluft nach Mitteleuropa geführt. Bis zum 5. wurden Eistage gemessen, an denen die Temperatur die 0°-Marke nicht überstieg. Die tiefste Temperatur wurde am Morgen des 3. Januar registriert mit –9°C. In der Folge wich das Hochdruckgebiet atlantischen Tiefdruckgebieten, die in der Folge mildere Luft brachten. Am 12. verstärkte sich der Einfluß eines umfangreichen Tiefdruckgebietes über den Britischen Inseln: die feucht-milde Luftmasse trieb die Temperatur nach oben. So wurde am darauffolgenden Tag, dem 13., die höchste Temperatur des Monats erreicht: 10,5°C. Ab dem 19. wurde erneut polare Kaltluft herangeführt, was in den Nächten häufig Frost zur Folge hatte.

Die Bauernregeln verheißen den Winzern, im Gegensatz zum letzten Jahr, keine so gute Ernte:

Ist der Januar sehr nass, bleibt leer des Winzers Fass.


Jahresauswertung 2003

Das Jahr 2003 war ausgesprochen überdurchschnittlich warm und besonders trocken. Das Jahresmittel der Temperatur errechnet sich zu 10,7°C und liegt damit genau 1°C über dem Wert in durchschnittlichen Jahren. Die langjährige Niederschlagsmenge liegt bei 536 mm. Erreicht wurden lediglich 325 mm, das sind nur 61 % der sonst üblichen Regenmenge.

Betrachten wir das Jahr in seinem Verlauf (siehe auch im Thema Diagramme das Jahresdiagramm) so fällt auf, daß die Temperatur in allen Monaten über dem langjährigen Mittel liegt, ausgenommen im Januar, Februar und Dezember. Besonders deutlich trittt der in diesem Jahr ausgesprochen heiße Sommer hervor: die Monate Juni, Juli und August waren wirklich außerordentlich heiß, was zu den hohen Temperaturmitteln geführt hat.

Insgesamt konnten 92 Sommertage registriert werden (Maximumtemperatur größer als 25°C) und 46 Tropentage (Temperatur größer als 30°C). Heiße Tage (größer als 35°C) konnten immerhin noch 14 verzeichnet werden und sogar stieg am heißesten Tag des Jahres (10. August) das Quecksilber auf rekordverdächtige 39,5°C. In der Stadt Mannheim wurde an diesem Tag sogar die 40-Grad-Marke überschritten. Das höchste Temperaturmittel des Jahres wurde zwei Tage später, am 12. August erreicht, mit 29,4°C.

Die tiefste Temperatur wurde zu Anfang des Jahres, am 8. Januar gemessen mit 12,5°C. Es handelt sich zugleich um den kältesten Tag des Jahres 2003, mit einem Temperaturmittel von –10°C. Aus der höchst gemessenen und der tiefsten Temperatur ergibt sich eine Differenz von 52 Temperaturgraden, was als sehr hoch zu bezeichnen ist. Daß das Jahr 2003 als recht temperturextrem zu bezeichnen ist, wird schon durch die hohen Sommertemperaturen und die unterdurchschnittlichen Januar- und Dezembermittelwerte gut dokumentiert.

Das Jahr 2003 war ein extrem trockenes Jahr. Insgesamt wurde ein Jahresniederschlag von 325 mm gemessen.

Es ist dies die geringste Summe seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1992. Historische Daten im näheren Umfeld belegen, daß das Jahr 2003 das trockenste Jahr seit 1957 und früher gewesen ist. Einzig und allein die Jahre 1971, 1973, 1976 und 1991 können mit dem diesjährigen Jahr konkurrieren: in diesen Jahren nämlich lagen die Jahresniederschlagssummen allesamt unter 400 mm.

Es sind dies 1971: 355 mm, 1973: 335 mm, 1976: 333 mm, 1991: 368 mm. Jedoch lag keiner der Jahresniederschlagssummen je unter dem diesjährig gemessenen Wert von 325 mm! Infolgedessen läßt sich das Jahr 2003 hygrisch als ein Jahrhundertjahr kennzeichnen.

Betrachten wir die Verteilung der Niederschläge auf Monatsbasis, so stellen wir fest, daß es nur zwei Monate gibt in denen der Niederschlag höher als das langjährige Mittel lag: es sind dies die Monate Januar und Mai, wobei der Mai eher noch als durchschnittlich zu sehen ist. Hingegen ist die Monatssumme im Januar von 60 mm recht überdurchschnittlich (Mittel = 31 mm) anzusehen. Es war dies das Ende überdurchschnittlich feuchter Monate, die seit August 2002 gemessen wurden und erst mit dem Monat Januar 2003 ihr Ende fanden, denn danach wurde es abrupt trockener und die Witterung beständiger.

Die Beständigkeit in der Witterung drückt sich vor allem in der Zahl heiterer Tage aus, die anhand der Helligkeit dargelegt werden kann. So gab es im Jahr 2003 ganze 202 heitere, das heißt überwiegend sonnige Tage, währenddessen im Jahr 2002 (ein überwiegend durchschnittliches Jahr) nur 132 heitere Tage zu verzeichnen waren. Die längste Trockenperiode dauerte 27 Tage, nämlich vom 3. April bis zum 29. April. Wenn man den geringen Niederschlag am 2. April von 3,5 mm nicht beachtet, dauerte die Trockenheit sogar vom 13. März bis zum 29. April, also insgesamt 48 Tage. Der Ausfall des Niederschlags beträgt für das Frühjahr (Januar, Februar, März, April) ganze 28 %, für den Sommer (Mai, Juni, Juli, August) 39 % und den Herbst/ Winter (September, Oktober, November, Dezember) sogar 48 % im Vergleich zu den langjährigen Niederschlagssummen.

Natürlich hat die extreme Witterung des Jahres 2003 Auswirkungen auf die Landwirtschaft gehabt. Die diesjährigen Erntemengen der Winzer sind überdurchschnittlich und von besonderer Qualität. Jedoch sind die Fröste für einen Eiswein 2003 ausgeblieben, so daß man mit Spätlesen in diesem Jahr vorlieb nehmen muß. Die Pegel der Flüsse sind von Anfang des Jahres stetig auf einen Tiefststand bis zu Ende des Jahres gesunken. Die Grundwasserspeicher waren vom Vorjahr noch genügend aufgefüllt, so daß es zu keinem Engpaß in der Wasserversorgung, insbes. Trockenschäden bei Laubbäumen im Wald kommen konnte.


Dezember 2003

Der Dezember war im Vergleich zu den langjährigen Werten um ein halbes Grad kälter als im Durchschnitt (1,6°C) und deutlich zu trocken. Mit 11,7 mm Niederschlag wurde nur ein Drittel der sonst üblichen Regenmenge gemessen. Immerhin konnten 21 Frosttage verzeichnet werden und 1 Eistag.

Der Monat begann recht mild mit Temperaturen zwischen 2 und 9°C. Am 6. setzte erstmals Frost ein, der am 8. seinen Höhepunkt erreichte. An diesem Tag wurde zugleich die tiefste Temperatur gemessen: -6,5°C. In der Folge wurde Warmluft nach Mitteleuropa geführt. Die Höchsttemperatur wurde am 13. erreicht mit 9,5°C.

In der zweiten und dritten Dekade gestaltete sich das Wetter wechselhaft aber trocken: mal gab es Frost, dann wieder war es frostfrei. Das in vielen Jahren auftretende Weihnachtstauwetter mit milden Temperaturen blieb jedoch aus. Stattdessen war es an den Feiertagen frostig bis zu –4°C. Ebenso gestaltete sich das Jahresende.

Mit nur 4 Regentagen und einer –summe von 11,7 mm war der Dezember sehr trocken.


November 2003

Der November war im Hinblick auf die langjährigen Erfahrungen sicherlich wie es überall gesagt worden ist: zu sonnig ( 121 Sonnenstunden), zu warm ( 6.1 °C im Durchschnitt ), und zu trocken ( 29,4 mm/qm). Aber wenn wir den November des letzten Jahres betrachten fällt der diesjährige Monat nicht aus dem Rahmen.

Sicher waren es einige Sonnenstunden weniger; aber die Höchsttemperatur war um 1.5°C, die Tiefsttemperatur um 0.5°C und der Mittelwert um 0.6°C höher als dieses Jahr.

Nur der Niederschlag mit 66.7 mm/qm war mit 37.3 mm/qm deutlich mehr. Das langjährige Mittel liegt bei 40.0 mm/qm und lag damit im letzten Jahr weit über der Norm. Aber dieses Jahr fehlen hierzu nochmals 10.6 mm/qm daß wir den vergangenen Monat als sehr trocken bezeichnen müßen. So wie es sich bis jetzt abzeichnet wird das Jahr 2003 ein sehr niederschlagarmes Jahr werden. Bis jetzt haben wir erst 60% des Durchnitts erreicht und die restlichen paar Tagen werden das nicht mehr ausgleichen können.

Den Bauernregeln nach sind die Aussichten für das nächste Jahr gar nicht gut:

Novemberwetter muss neblig sein,
denn November warm und klar;
wenig Segen für das nächste Jahr.


Oktober 2003

Die folgende Bauernregel verdeutlicht den Sachverhalt, daß klare Nächte sehr kühl sind:

Oktoberhimmel voller Sterne,
hat warme öfen gerne.

Der Oktober als Vollherbstmonat führte das glänzende (Sonnen-)Wetter vom Vormonat fort.

Eine ungewöhnlich hohe Anzahl heiterer Tage mit viel Sonnenschein bescherten uns in diesem Jahr einen wahrhaft Goldenen Oktober . Die anhaltend ausgeprägte Hochdruckwetterlage sorgte zudem für einige klare Nächte mit immerhin schon 6 Frosttagen. Die kalten Nächte hatten zur Folge, daß der Oktober als recht kühl in diesem Jahr abschneidet.

Das Monatsmittel der Temperatur beträgt nur 7,0°C und liegt damit gut 2,3°C unter dem langjährigen Mittel. Mit nur 8 Regentagen (N kleiner 1mm) und einer Niederschlagssumme von nur 31,2 mm läßt sich der Oktober zudem als sehr trocken kennzeichnen (langjährige Niederschlagssumme für Oktober: 51 mm.

Die Lichtfülle des Monats Oktober läßt sich anhand des in der Wetterstation installierten Lichtpotentiometers verdeutlichen. Somit wurde an 12 Tagen der Schwellenwert von 9,8 x 10exp3 Lux (Tagesmittel) überschritten. (Zum Vergleich: im relativ durchschnittlichen Oktober des Vorjahres wird an nur 6 Tagen dieser Wert überschritten!)

Ein weiteres Indiz für den ruhigen Herbstmonat ist die geringe Anzahl von Regentagen, die im Vergleich zum Vorjahresmonat nur halb so hoch war.

Die geringen Luftfeuchtewerte am Tag wurden u.a. durch die vielen Sonnentage verursacht. Daraus ließ sich ein Mittelwert kalkulieren von nur 78% r.F. (Vergleich Oktober 2002: 84% r.F.)

Bedingt durch die stabile Hochdruckwetterlage war die Ausstrahlung in den Nächten so stark, daß sich in den Tälern die Temperatur besonders abkühlen konnte. Dies wird besonders deutlich an der Talstation, wo bereits am 12. der erste Frost verzeichnet werden konnte, währenddessen der erste Frost an Heim- und Bergstation erst am 17. auftrat. In den Talbereichen des Wonnegau wurden im Oktober insgesamt 14 Frosttage gezählt, was auf die verstärkte Kaltluftseebildung im Tal zurückzuführen ist.

Die tiefste gemessene Temperatur an der Heimstation wurde in den Morgenstunden des 24. gemessen mit -4,5°C. Im Tal wurde am gleichen Tag sogar -6°C erreicht. Den größten Temperaturunterschied zwischen Berg- und Talstation (Höhenunterschied: 120 m) wurde am 19. verzeichnet, einem ruhigen, klaren Herbsttag: in den Morgenstunden wurde an Berg und Heim nur leichter Frost (-1°C) registriert, wohingegen im Tal starker Frost (-6°C) vorherrschte.

Bedingt durch den ruhigen Monatsverlauf fielen die so gefürchteten Herbststürme in diesem Jahr aus. Als die vielleicht unruhigsten Tage lassen sich die Tage um den 7. bezeichnen, wo es wechselhaft und windig war und auch den höchsten Niederschlag gab. So regnete es an diesem Tag ganze 9,3 mm.

Schenkt man einer anderen Bauernregel Vertrauen, so wird es im Februar kalt werden:

Herrscht im Oktober zuviel Sonn',
hat in der Fasnacht die Kält' ihr' Wonn'.


September 2003

Laurentius, heiter und gut,
einen schönen Herbst verheißen tut.

Diese Bauernregel traf für den 1. Herbstmonat September voll und ganz zu. An Laurentius (10. August) war es nämlich sonnig und heiß (s. August-Bericht). Auch viele andere Bauernregeln verkünden einen guten und vor allem ertragreichen Herbst, wenn das Wetter Anfang August gut ist. Demzufolge lag der September mit 15,7 °C sogar 2,2 °C über dem langjährigen Durchschnitt.

Ganze 9 Sommertage wurden noch erreicht und sogar noch 3 Tropentage, an denen es über 30°C waren!

Die höchste Temperatur des Monats wurde zum kalendarischen Herbstbeginn, am 21. verzeichnet mit immerhin noch 31,5°C. Die niedrigsten Temperaturen wurden am 24. und 25. registriert mit 4°C. In den Talbereichen des Wonnegaus gab es an diesen beiden Tagen sogar leichten Bodenfrost.

Die Niederschlagssumme von 18,4 mm liegt weit unter dem langjährigen Durchschnitt von 31 mm. Mit nur 4 Regentagen (Niederschlag > 1mm) läßt sich der September als recht trocken bezeichnen.

Die höchste Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden wurde mit 12 mm am 8. gemessen. An diesem Tag und den Folgetagen sorgte ein ausgeprägtes Tief über Mitteleuropa für den langersehnten Regen in der Landwirtschaft, der aber infolge des überaus heißen Sommers doch unzureichend war.

Trotz der Niederschläge fielen die Pegel an den Flüssen weiter auf lange nicht mehr gemessene Tiefstände.

Alles spricht dafür, daß das Jahr 2003 ein trockenes Jahr wird. Bis Ende September fielen nur 253 mm Regen, das sind 47% der Regenmenge in normalen jahren. Das Jahr ist aber schon zu 75% vorüber und es fehlen nur noch 2 Monatsniederschläge. Fällt in den 2 letzten Monaten die übliche Menge so läßt sich für das Jahr 2003 ein Niederschlagsdefizit von fast 40% feststellen!


August 2003

Der August war bei einer Mitteltemperatur von 23,4 °C deutlich zu warm. (Der langjährige Mittelwert unserer Region liegt bei 18 °C.)

Die rekordverdächtigen Temperaturen bis nahe 40 °C an 12 Tagen des Monats trieben den Mittelwert so ungewöhnlich hoch. Fast jeder Tag des Monats war ein Sommertag (27 Tage). An 18 Tagen stieg das Thermometer sogar über 30 °C und an immerhin noch 12 Tagen wurde die 35 Grad-Marke erreicht. In der 1. Dekade des Monats (1.-10.) wurden die höchsten Temperaturen gemessen. Die hitzigen Temperaturen, die selbst in der Nacht noch anhielten, haben bei vielen Personen für schlaflose Nächte gesorgt.

Verursacht durch ein stabiles Hochdruckgebiet über Mitteleuropa und einem schwachen Tief über Frankreich wurde sehr heiße Luft herangeführt, die für die Hitze verantwortlich war.

An allen Tagen lag das Tagesmittel über 25 °C und die Tageshöchstwerte erreichten wie schon erwähnt 35 °C und mehr. Die Hitzewelle fand ihren Höhepunkt am 8. August: an diesem Tag wurde auch das höchste Tagesmittel errechnet (29,3 °C). In den Nachmittagsstunden stieg das Thermometer dann auf die bisher höchstgemessene Temperatur des Jahres.

Um 15 Uhr mitteleuropäischer Zeit wurden so 39,5 °C registriert. Ein weiterer sehr heißer Tag war der 12. August, an dem die Temperatur selbst in der Nacht kaum abnahm. Selbst um 24 Uhr zeigte das Quecksilber noch 28,5 °C und ging erst in der zweiten Nachthälfte zurück um am Morgen kurz vor Sonnenaufgang 21 °C zu zeigen.

In der zweiten Dekade sorgte ab dem 13. eine Kaltfront für etwas Abkühlung. Der bis dahin in der Landwirtschaft so nötig herbeigesehnte Regen blieb aber aus. Fortan wurden zwar 35 °C nicht mehr erreicht, wohl aber Temperaturen über 30 °C. Die Nachttemperaturen sanken aber damit wieder auf erträgliche 15 - 20 °C.

In der dritten Dekade blieb das warme Wetter weiter bestehen. Erst am 27. August lenkte ein Tief über Rußland kühlere Luft nach Mitteleuropa so daß nur noch Temperaturen von 23 - 26 °C erreicht wurden. In diesen Zeitraum fällt auch die tiefste gemessene Temperatur: am letzten Tag des Monats nämlich wurden um 7 Uhr morgens nur 11 °C gemessen.

Die Niederschläge im August lassen sich bei einer Summe von 35,6 mm als zu gering bezeichnen (langjähriger Mittelwert: 61 mm). Damit wurden nur 58 % der sonst üblichen Monatssumme erreicht. Daß der August trocken war, läßt sich auch an der geringen Anzahl der Regentage festmachen.

Insgesamt gab es nur 5 Tage an denen Regen fiel. Dabei war der 29. noch der niederschlagsreichste Tag: es fielen bei einem kräftigen Gewitter 20 mm Regen was mehr als die Hälfte des gefallenen Monatsniederschlags ausmacht.

Die Jahressumme des Niederschlages beläuft sich bis Ende Juli auf 199 mm. Normal sind 299 mm so daß sich ein Niederschlagsdefizit von 33 % ergibt. Zum Vergleich: im Vorjahr belief sich die Niederschlagssumme im selben Zeitraum auf 364 mm.

Verlockende Aussichten auf einen schneereichen Winter verheißen uns die Bauernregeln :

Ist's in der ersten Augustwoche heiß,
bleibt der Winter lange weiß.


Juli 2003

Temperatur
Der Juli setzte das heiße Sommerwetter weiter fort. Das Monatsmittel wurde mit 20,6 °C errechnet. Demzufolge war der Juli bedeutend trockener und um gut 2,0 °C wärmer als im vergangenen Jahr. Zu Monatsbeginn sorgte eine zyklonale Wetterlage für nur mäßig warme Temperaturen.

In dieser Zeit wurde auch das Minimum registriert (02.07.: 12,5°C).

In der Folge sorgte ein Azorenhochkeil für steigende Temperaturen. Am 7. stieg das Quecksilbererstmals wieder über die 25-Grad-Marke und am 11. konnte sogar der 1. Tropentag (30 °C) verzeichnet werden. Die Hitzewelle fand ihren Höhepunkt am 20. mit einer Temperatur am Nachmittag von 36,0 °C. Eine nachfolgende Gewitterstörung brachte in der letzten Dekade etwas Abkühlung und einige Niederschläge, die aber angesichts der langen Trockenheit nur ein Tropfen auf den heißen Stein waren. Insgesamt wurden 21 Sommertage gezählt, davon waren 10 Tropentage.

Niederschlag
Der Monat Juli war mit einer Niederschlagssumme von 30,5 mm deutlich zu trocken (-29,5 mm). In den ersten beiden Dekaden regnete es an 5 Tagen insgesamt nur 9,8 mm. Diese geringfügigen Niederschläge brachten den Landwirten in ihrer prekären Situation keine Entlastung. Erst in der letzten Dekade fielen 20,5 mm, die sich aber auch auf 8 Tagen verteilten, aber wenigstens an einem Tag (21. ) einen nennenswerten Niederschlag brachten (8,5 l/qm).

Der Jahresniederschlag beläuft sich bis dato auf einen Wert von 234,6 mm. Im Hinblick auf einen gewitterfreien Juli sieht es für den Landwirt nicht schlecht aus wenn wir der Bauernregel vertrauen dürfen:

Wettert der Juli mit großem Zorn,
bringt er dafür reichlich Korn.


Juni 2003

Temperatur
Der Juni war dieses Jahr um 0.8°C in den Durchschnittswerten wärmer als der des vorigen Jahres, obwohl dieser schon damals, als deutlich zu warm, im Vergleich gegenüber den langjährigen Werten angesehen wurde.

Der Mittelwert betrug 21.6 °C und lag damit mit stolzen 5,4 °C über dem Durchschnitt der letzten Jahrzehnte. Das absolute Maximum der Temperatur wurde am 12. Juni um 16 Uhr mit 36.0°C und der absolute Tiefstwert von 9.0°C, wurde am 21. Juni morgens um 5 Uhr erreicht .

Mit 17.1 °C war der 21. Juni auch der kältester Tag des Monates. Auch mit 26 Sommertagen und 12 Tropentage wurde der letztjährige Juni weit übertroffen (22 / 9 ). Ende des Monats, fast mit dem Siebenschläfertag, ging die Schönwetterperiode zu Ende. An diesem Tag fielen 0.4 mm/qm nur sehr geringe Niederschläge. Der Bauernregel gemäß sollte es ab jetzt sieben Wochen regnen.

Siebenschläfer Regen
sieben Wochen nasser Segen.

Niederschläge
Am 12. Juni, dem heißestem Tag, nachmittags um 17 Uhr, sackte die Temperatur während eines starken Gewitters, von 36.0 auf nur noch 20.0 °C ab. Es verlief aber alles recht glimpflich und der einsetzende Regen brachte ganze 9,65 mm/qm. Bei einem weiteren Gewitterregen am 14. Juni fielen nur 5.3 mm/qm. Niederschläge. Die Gesamtmenge des Monats betrug 30.05 mm/qm und lag damit weit unter dem langjährigen Durchschnitt ( -27.4 ).

Für das 1. halbe Jahr 2003 beträgt die Summe der Niederschläge 168,45 mm/qm und ist damit um 122,95 mm/qm geringer als im letzten Jahr. Im langjährigen Vergleich ergibt sich dennoch ein Defizit von 71.0 mm/qm.


Mai 2003

Temperatur
Der Wonnemonat war mit einer Mitteltemperatur von 16.2°C um 0.3°C etwas niedriger als der langjährige Durchschnittswert. Die Höchsttemperatur von 31.5°C wurde am 05.05. jeweils um 15 Uhr und 16 Uhr und die Tiefsttemperatur am 16.05. am Morgen um 6 Uhr erreicht. Frosttage, wie sie die Eisheiligen immer wieder mit sich bringen, gab es wie auch im vorigen Jahr keine. Dem Temperaturgefälle vom 12. - 16.05. zufolge waren sie aber pünktlich zur Stelle. Auch vom Niederschlag her gesehen (5,3 mm/qm) waren sie hier im Wonnegau recht gnädig. Insgesamt wurden im Laufe des Monats 9 Sommertage und sogar 3 Tropentage registriert.

Niederschlag
Der Mai brachte endlich den lang ersehnten Regen. Mit 49,8 mm/qm lagen die Niederschläge nur gering über dem langjährlichen Durchschnitt (47,0 mm/qm). Von schweren Gewittern und Starkregenereignissen ist der Wonnegau weitestgehend verschont geblieben. Die höchst gemessene Tagesmenge mit 12,3 mm/qm wurde am 19.05. registriert und war aber fast auf 24 Stunden verteilt. Ein Landregen der den Feldern und Gärten sicher gut tat. Den Temperaturen und Niederschlägen zufolge, sowie dem gesamten Witterungsverlauf ist der Mai als normaler Monat anzusehen. Wenn man den Bauernregeln Glauben schenken darf sind die Aussichten auf eine gute Ernte gar nicht so schlecht.

Ist der Mai recht heiß und trocken,
kriegt der Bauer kleine Brocken.
Ist er aber feucht und kühl
dann gibt's Frücht' und Futter viel.


April 2003

Der April begann so, wie man es von ihm erwarten durfte. Gleich zu Anfang kühles und wechselhaftes Wetter. Am 05.04. pfiff mit ungewöhnlicher Heftigkeit ein Sturm über uns hinweg. Er ereichte in der Nacht Spitzengeschwindigkeiten bis zu 118 km/h. Im Morgengrauen des 08.04. wurden innerhalb bzw. auch oberhalb des Ortes -5.0°C und im Talbereich sogar Temperaturen von -11.2°C gemessen.

Insgesamt wurden im April noch 8 Frosttage registriert, die alle in der 1. Monatshälfte lagen. Danach wurde es sonnig und sehr warm. Die Höchsttemperatur von 24.5°C wurde am 21.04 und am 28.04.jeweils am Nachmittag erreicht. Der monatliche Mittelwert lag bei 10.2°C und war damit um beachtliche 1.7°C höher als in früheren Jahren.

So wie der Februar und der März war auch der April extrem trocken. Bei 8.65 mm/m² Niederschlag betrug die Abweichung zum langjährigen Mittelwert 21.75mm/qm. Trotz der Trockenperioden der letzten Monate sind die Wachstumsschäden noch nicht dramatisch. Der vielgepriesene Mairegen kann - bei normaler Intensität - das schlimmste verhüten. Die diesbezügliche Bauernregel sagt nämlich:

Mairegen bringt Segen
da wächst jedes Kind
da wachsen die Blätter
die Blumen geschwind.

Mehr Schaden, gerade in den Tieflagen des Wonnegaus, haben die Nachtfröste zu Anfang des Monats in den Zuckerrübenfeldern verursacht.


März 2003

Temperatur
Die Macht des Winters ist endgültig gebrochen; prachtvoll, mit bunten Blüten geschmückt und von fröhlichem Gezwitscher begleitet, hält der Frühling seinen Einzug. Nur noch 9 Frostage konnten gezählt werden. Erinnern wir uns - im Januar 20 und im Februar sogar 27 Frosttage - ohne die Eistage noch weiter zu berücksichtigen kann schon gesagt werden daß im Wonnegau der Lenz nun eingekehrt ist. Die tiefste Temperatur betrug nur noch -2,5°C und wurde am 14. und 16.03. jeweils morgens um 7.00 Uhr gemessen. Aber die Höchstemperatur kletterte auf beachtliche 22,0°C und wurde am 25.03. um 14 Uhr registriert. Der monatliche Mittelwert mit stattlichen 7,6°C ist für März recht hoch.

Die Abweichung vom durchschnittlichen Mittelwert der vergangenen Jahre liegt mit 2,9°C deutlich darunter.

Niederschlag
Ist der März nicht zu trocken nicht zu nass, Füllts dem Bauer Scheun und Fass.

So sagts die Bauern - Regel. Das sind schlechte Aussichten für dieses Jahr. Denn die Niederschläge sind wiederum wie auch im Februar sehr gering gewesen.Die Monatssumme von 13,1 mm/qm ist gerade mal nur ein Drittel des langjährigen Durchschnitts.

Der März war damit eindeutig zu trocken aber dafür aber sonnig und warm. Wir haben es wohl alle nach diesem Winter genossen!


Februar 2003

Eine stabile Hochdrucklage bescherte uns einen sonnigen und extrem trockenen Februar. Hätten wir noch Schnee dazu gehabt könnten wir von einem Winterwetter wie aus dem Bilderbuch sprechen. 152 Sonnenstunden, 5 Eistage und 27 Frosttage konnten gezählt werden. Der Monatsletzte war der einzige frostfreie Tag. Damit war auch die Schön(winter)wetter-Periode zu Ende. Die tiefste Temperatur von -8.5°C wurde am 18. von 6 bis 8 Uhr und die höchste Temperatur von 13.5°C, am 28. um 16 Uhr gemessen.

Das Monatsmittel der Temperatur betrug -0.7°C und ist damit kälter als in früheren Jahren. Ebenso ist der Niederschlag mit 7 mm/qm sehr gering. Es ist nur ein Viertel der langjährigen gemessenen Menge. Sollte die Bauernregel für Februar stimmen, bekommen wir einen warmen März: Ist der Februar trocken und kalt, kommt im März die Hitze bald.


Januar 2003

Temperatur:
Das Neue Jahr begann recht mild und mit viel Regen. Am 02.01. von 7 - 9 Uhr wurde der höchste Wert des Monats mit 11.0°C gemessen. Dann aber, ab Nachmittag des 4.01. setzte bis inmdie Nacht des 13.01. Dauerfrost ein. Danach stiegen die Temperaturen über den Gefrierpunkt und erst am 17. und 18. meldet sich der Winter wieder für zwei Tage zurück.

Milde Temperaturen und Dauerregen bis Ende des Monats bestimmten anschließend dann das Wetter. Am Nachmittag des 30.01. sank das Thermometer wieder unter den Gefrierpunkt und es setzte Dauerfrost ein. Der monatl. Temperatur-Mittelwert betrug 0.27°C, insgesamt wurden im Januar 10 Eistage und 20 Frosttage gezählt

Niederschlag :
Der Monatsniederschlag von 59.65 mm/qm, war deutlich zu hoch und lag mit 175.0 % über dem langjährigen Mittelwert.

1. Dekade = 37.05 mm
2. Dekade = 4.95 mm
3. Dekade = 17.65 mm

Der erste nennenswerte Schneefall am 4.1. war mit einer Schneedecke von 5 cm für die Kinder nur ein kurzes Vergnügen. Als der Schneefall in Regen überging war die weiße Pracht sehr schnell wieder verschwunden.

Nichts Gutes verheisen die Bauernregeln für das kommende Jahr: Ein Jahr fängt mit Regen an, bringt nicht viel Gutes auf den Plan.


Dezember 2002

Bei einem Monatsmittel der Temperatur von 2,2 °C und einer Niederschlagssumme von 51 mm war der Dezember um 0,6 °C zu warm und um 13 mm zu naß. Die niedrigste Temperatur wurde zu Anfang der 2. Dekade verzeichnet mit -9,5 °C, die höchste Temperatur am 28. mit 11,5 °C. Die größte Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden fiel am 22. mit 11,7 mm.

Der Dezember war nicht so niederschlagsreich wie der Vormonat. Dies wird auch an der reduzierten Anzahl an Niederschlagstagen von 16 Tagen deutlich. Dazu trug außerdem die Hochdruckwetterlage vom 7. - 15. bei, die mit häufigem Frost nur geringen Niederschlag mit sich brachte.

Insgesamt konnten 15 Frosttage gezählt werden und sogar 6 Eistage. Das wie in vielen Jahren auftretende Weihnachtstauwetter trat auch dieses Mal wieder auf, mit Temperaturen am Heiligabend bis über 10 °C. Nach vielen Bauernregeln zu urteilen, deutet dies auf einen kalten Januar hin: Ist Weihnachten gelind, die Kält im Januar beginnt.


November 2002

Der Monat November läßt sich bei einem Monatsmittel von 6,7°C und einer Regensumme von 67 mm als überdurchschnittlich warm und feucht kennzeichnen. Die langjährigen Werte für unsere Region liegen bei 4,7 °C und einer Niederschlagssumme von 38 mm. Damit war der Monat um exakt 2 °C zu warm und um 29 mm zu feucht.

Daß der Monat sehr warm war, drückt sich in den hohen Werten der Tagesmitteltemperatur aus und wird ebenfalls an der geringen Anzahl an Frosttagen deutlich. So gab es an nur einem Tag Frost. Das Tagesmittel von kleiner 5 °C wurde an nur 5 Tagen unterschritten.

Der wärmste Tag wurde zu Monatsbeginn, am 2. verzeichnet: 11,2 °C. An diesem Tag wurde zugleich das Maximum des Monats gemessen, mit 16 °C. Das absolute Minimum des Monats wurde am 10. verzeichnet mit 0°C. Es blieb dies der einzigste Tag mit Frost.

Die Regensumme für diesen Monat ist beachtlich. Hierfür sind die häufig aufgetretenen Westwetterlagen verantwortlich. Die Monatssumme von 67 mm übersteigt den langjährigen Wert von 38 mm um 76 %. An 20 Tagen regnete es. Damit beträgt die Niederschlagsintensität 3,35 mm pro Regentag.

Der Tag mit der höchstgemessenen Regensumme war der 3. An diesem Tag fielen 14,1 mm Regen, also rund ein Fünftel der Monatsmenge bzw. äber ein Drittel der Monatsmenge durchschnittlicher Novembermonate. Ganz allgemein nimmt die Niederschlagstätigkeit im Laufe des Monats ab: betrug die gemessene Regensumme in der 1. Dekade noch 36,2 mm, so in der 2. Dekade 24,1 und in der letzten Dekade gar nur noch 6,4 mm.


Oktober 2002

Der Monat Oktober war bei einem Monatsmittel von 9,4°C und einer Regensumme von 82mm normal temperiert aber viel zu verregnet (langjähriges Mittel = 9,3°, mittl. Niederschlagssumme = 51mm).

Die überdurchschnittliche Regensumme spiegelt sich ebenfalls in der hohen Anzahl der Regentage wieder: insgesamt regnete es an 19 Tagen (zum Vergleich: die mittlere Anzahl von Regentagen im Wonnegau liegt im Falle des Oktober bei nur 9 Tagen). Insofern läßt sich der Oktober aufgrund des häufigen Regens zu recht als verregnet bezeichnen.

Zudem war es sehr windig: die diesjährigen Herbststürme fanden ihren Höhepunkt an den Tagen um den 27. An diesem Tag wurde die höchste Windgeschwindigkeit gemessen (bis 80 km/h max. bzw. 18,7 km/h im Tagesmittel).

Der erste Frost in 2m Höhe wurde am 09. des Monats im Tal des Wonnegau registriert: -2°C. Die höchste Temperatur wurde hingegen am 01. gemessen, mit immmerhin noch 21°C.

Zu Monatsanfang dominierte noch Hochdruckeinfluß unser Wetter mit Tagestemperaturen über 15°C. Das Hoch führte insbesonderte in den Tagen um den 08. vermehrt kühle Luft polaren Ursprungs nach Mitteleuropa, was vereinzelt zu leichtem Bodenfrost in den Nächten zur Folge hatte.

Im folgenden wurden in rascher Folge Tiefausläufer nach Mitteleuropa herangeführt, mit milder Luft und ergiebigen Regenfällen. Am 16. wurde die höchste Niederschlagssumme innerhalb von 24 Stunden gemessen: 13,6 mm. In der letzten Dekade hielt die ständige Abfolge von Tiefdruckgebieten an, verbunden mit Niederschlägen und relativ milden Temperaturen.


September 2002

Bei einer Mitteltemperatur von 14,3°C und einer Niederschlagssumme von 31,5 mm läßt sich der Monat September als durchschnittlich temperiert aber deutlich zu trocken kennzeichnen. (Die langjährigen Werte für den Wonnegau liegen bei 14,5°C und 47 mm Niederschlag.)

Die für diesen Monat unterdurchschnittliche Regenmenge drückt sich auch in der geringen Anzahl an Regentagen aus: so regnete es im September nur an insgesamt 10 Tagen wobei hierbei nur 7 Tage mit signifikantem Niederschlag (mehr als 1 mm) registriert wurden. Die höchste gemessene Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden gab es am 26.: 10,3 mm.

Insgesamt wurden aber noch Sommertage gezählt. Den ersten Frost gab es am 30. im Talbereich von Gundersheim in Bodennähe: -0,5°C. Das absolute Minimum (in 2m Höhe) wurde ebenfalls am 30. erreicht: 4°C. Die Höchsttemperatur wurde am 7. gemessen: 26°C.

Ganz allgemein betrachtet präsentierte sich der September in der ersten Monatshälfte als trocken und schön. Das Hoch Janosch lenkte zu Monatsbeginn trockene und kühle Luft nach Mitteleuropa. Nur die Tiefs Querendula und Romy führten in der Folge feuchte Luft vom Atlantik heran, die vom 7.-9. leichte Niederschläge (insgesamt 5,8 mm) brachten.

Hoch Kilian brachte zu Beginn der zweiten Monatshälfte in Verbindung mit Tief Urania weiterhin milde Temperaturen, aber nicht mehr ganz so beständiges Wetter. Es wurden trotzdem noch Temperaturen über 20°C registriert, bevor Tief Xandra am 21. allmählich für kühlere Luftzufuhr aus dem skandinavischen Raum sorgte.

Infolgedessen wurde die 20°-Marke nach dem 21. nicht mehr erreicht; die Temperaturen bewegten sich stattdessen zwischen 5-9°C in der Nacht und zwischen 11-19°C am Tag.


August 2002

Der Monat August war mit einer Mitteltemperatur von 19,0°C und einer monatlichen Regensumme von 140 mm um genau 1°C zu warm und um 79 mm zu naß.

In diesem Monat liegt das Augenmerk besonders auf den hohen Niederschlägen, die für die katastrophalen Hochwasser in ganz Mitteleuropa verantwortlich waren. Hierbei ist neben einer deutlichen Zunahme der monatlichen Regensummen allgemein eine drastisch erhöhte Anzahl an Niederschlagstagen zu verzeichnen. So regnete es im August an praktisch jedem zweiten Tag.

Wären die Niederschläge auf den gesamten Monat gleich verteilt, so wäre es wohl kaum zu dem Hochwasser im Süden und Osten Deutschlands sowie im angrenzenden Tschechien gekommen. Es läßt sich eine Kumulation von Niederschlägen am Anfang des Monats, besonders in der 1. Dekade, feststellen sowie gegen Ende des Monats. Zu Anfang des Monats sorgte das Tief Hanne über den Britischen Inseln Mitteleuropa mit feuchter Luft. Die kräftigen Regengüsse durchtränkten den Boden und füllten die Grundwasserleiter auf. Bereits am 1. des Monats wurde die Hälfte der normal üblichen Monatssumme erreicht (28,7 mm). Doch es regnete weiter: bis zum 10. gab es täglich Regen. Der Boden war bis zum 10. wie ein Schwamm getränkt und konnte keinen Niederschlag mehr aufnehmen.

In unserer Region sind die Niederschlagssummen vom 2. bis zum 10. im Vergleich zu den Hochwassergebieten zu vernachlässigen, obgleich in diesem Zeitraum die stattliche Regensumme von 49 mm fiel! In österreich, Tschechien und Sachsen fielen im selben Zeitraum stellenweise Regenmengen, wie sie bei uns im Wonnegau in 6 Monaten nur selten erreicht werden. Dieser Fakt sowie die Addition anderer Faktoren (Bodenart, Einzugsgebiet, hoher Versiegelungsgrad) brachten schließlich das Faß zum überlaufen und führte zum Jahrhunderthochwasser in den bereits genannten Gebieten. In der 2. Dekade regnete es hingegen kaum.

Gegen Ende des Monats bekam dann auch der Wonnegau und die umliegenden Regionen einen Hauch des Jahrhunderthochwassers zu spüren: jedoch waren es Gott sei Dank nur Keller, die am Abend des 27. vollliefen. Ursache war das Tief Ornella über Frankreich, welches mit extrem feuchter Luft für hohe Niederschlagsmengen bis zu 83 mm sorgte.

Interessant ist die gemessene Regenmenge am Abend des 27.: es regnete in einer solchen Intensität, daß innerhalb von 1 Stunde (20 - 21 Uhr) 62 mm erreicht wurden. In der folgenden Stunde regnete es dann noch 23 mm. Die gefallenen Regenmengen unterscheiden sich nicht nur großräumig sehr stark. Es sind auch deutliche Unterschiede auf engstem Raum zu verzeichnen. Die Niederschläge erfahren in Gundersheim vom Plateau zum Tal (Höhenunterschied 120 m) eine Reduktion von 21 mm (15 %!) wenn man die Monatssummen vergleicht. So ergab die Regensumme im Tal nur 121,7 mm, hingegen auf dem Berg 142,5 mm. Hingegen sind die stärksten Niderschläge an der Heimstation sowie im Tal gemessen worden (Heim am 27.: 83,1 mm Tagesniederschlag, Tal: 32,8 mm am 1. des Monats). Zwei Drittel der gemessenen rekordverdächtigen Monatsniederschlagssumme wurden an 2 Tagen (27. und 28.) erreicht.

Die an diesen beiden Tagen gemessene Niederschlagsintensität wurde seit Beginn der Messungen (lückenlos seit Jahr 1992, mit temporären Lücken seit Jahr 1982) nie erreicht.


Juli 2002

Der Monat Juli läßt sich bei einer Monatstemperatur von 18,6°C und einer Niederschlagssumme von 71 bzw. 61 mm als durchschnittlicher Monat beurteilen. (Die langjährigen Werte liegen bei 19°C und einer Regensumme von 64 mm.) Insofern war der Juli eher ein wenig zu kühl.

Das absolute Minimum der Temperatur wurde am 22. Juli kurz vor Sonnenaufgang an der Talstation (zwischen Gundersheim und Westhofen) verzeichnet: nur 4°C. Die höchstgemessene Temperatur hingegen wurde in den Nachmittagsstunden des 29. gemessen: 33°C. Der 29. war auch der vom Tagesmittel her wärmste Tag des Monats: 25,2°C.

Daß der Juli nur ein durchschnittlicher Monat war, sieht man, wenn man die Anzahl der Sommer- und Tropentage auswertet: demnach gab es nur 11 Sommer- und 4 Tropentage. (In wärmeren Jahren kann diese Anzahl deutlich überschritten werden.)

Die Niederschläge differieren wie im Vormonat ebenfalls erheblich. Während an der Bergstation 67 mm Niederschlag fielen, waren es an der Talstation nur 57 mm. Die Unterschiede resultieren im wesentlichen aus einem Niederschlagsereignis, nämlich dem starken Dauerregen vom 16. - 18.: in nur 40 Stunden fielen stattliche 35,5 mm an der Berg- und 28,3 mm an der Talstation. Die höchste Niederschlagsintensität erfuhr dabei die Bergstation auf dem Plateau am 16. um 09 Uhr: es regnete innerhalb von 10 Minuten genau 11,3 mm, die sich daraus errechnete Intensität ergibt 67 mm/ Stunde.

Verantwortlich für die hohen Niederschläge war das Tief Claudia über den Alpen: es lenkte feucht-warme Luft nach Mitteleuropa und bescherte stellenweise sogar Niederschläge über 50 mm.

Der Monat begann recht verhalten mit nur Temperaturen bis 22°C. Das Tief Winnie sorgte insbesondere im Norden für wechselhaftes Wetter. Das Hoch Ziskus aber bescherte 3 schöne heiße Tage mit einem Temperaturmaximum am 8. von 31°C. Kräftige Gewitter brachte Tief Ziska mit sich und sorgte für Abkühlung. Hoch Arne mit Zentrum über Mitteleuropa heizte erneut ein (bis 28°C), bis zum 18. blieb es dann relativ mild bei häufigen Regenschauern und Gewittern.

Die hohen Niederschläge um Monatsmitte sind auf das Tief Claudia zurückzuführen. Es führte sehr feuchte und warme Luft aus dem Mittelmeerraum heran. In der letzten Dekade des Juli stiegen dann die Temperaturen stark an: das Hoch Chris ließ die Sonne scheinen, dabei wurde mit einer Ostströmung warme Luft herangeführt. Die sommerlichen Temperaturen erreichten ihren Höhepunkt am 29. mit einer Temperatur in den Nachmittagsstunden von 33°C.


Juni 2002

Der Monat Juni war - bei einer mittleren Temperatur von 20,8°C und einer Niederschlagssumme von 20,3°C - zu warm und deutlich zu trocken. (Die langjährigen Werte im Wonnegau liegen bei 17,4°C und 66 mm.)

Insgesamt wurden 22 Sommertage gezählt (Tagesmaximum größer als 25°C) und immerhin noch 8 Tropentage (Tagesmax. größer als 30°C).

Das absolute Maximum der Temperatur wurde am 18. Juni erreicht: 36,0°C. Das absolute Minimum wurde in den Morgenstunden des 3. Juni gemessen mit nur 3,8°C. Der kälteste Tag war der 10. mit einer Mitteltemperatur von 16,5°C.

Die an den drei Stationen gemessenen Niederschläge differieren in diesem Monat stark. So wurde an der Bergstation eine Monatssumme von 24 mm gemessen, an der Heimstation 20,3 mm und im Tal nur 17,3 mm. Es läß sich eine Abnahme der Niederschläge von West nach Ost mit Abnahme der Höhe feststellen. Diese Niederschlagsabnahme ist auf Gewitter zurückzuführen, die sich (vorwiegend) auf den Plateaus abregnen. Auf der windabgewandten Seite verringern sich die Niederschläge entsprechend.

Der Monat startete sonnig bei Temperaturen bis 30°C. Verantwortlich dafür war das Hoch Wolfgang. Bis zum 14. dominierten dann mehrere Tiefdruckgebiete das Wetter mit wechselhafter Witterung aber milden Temperaturen zwischen 20 und 25°C.

In den folgenden Tagen wurde zwischen Hoch Xabier über Italien und Tief Quara über dem Atlantik trockene und sehr warme Luft herangeführt. Am 18. wurde um 14 Uhr die 35°-Marke überschritten, um 16 Uhr wurde die Höchsttemperatur erreicht: 36°C.

Auch in der letzten Dekade des Monats blieb es sehr warm mit Höchsttemperaturen zwischen 25 und 30°C. Erst das Tief Valerie brachte am 28. deutlich kühlere Luft nach Mitteleuropa.


Mai 2002

Bei einer Durchschnittstemperatur von 16,2 °C und einer Niederschlagssumme von 89 mm war der Monat Mai zu warm und zu feucht. Die langjährigen Werte für den Wonnegau liegen bei 14,2 °C und 47 mm. Damit war der Wonnemonat um genau 2 °C zu warm und es fiel die 1,9 fache Regenmenge wie in durchschnittlichen Jahren.

Die niedrigste Temperatur wurde mit 6 °C am 7. des Monats gemessen, der kälteste Tag war mit einem Tagesmittel von nur 8,6 °C der 5. Mai. Die höchste Temperatur wurde mit 32 °C am 17. Mai erreicht. Der 17. war außerdem vom Tagesmittel betrachtet der wärmste Tag: 22,9 °C.

Insgesamt wurden 12 Sommertage (Tagesmaximum > 25 °C) registriert und immerhin sogar 3 Tropentage (Maximum > 30 °C). Es regnete an 15 Tagen, d.h. statistisch gesehen an jedem 2. Tag. Jedoch verteilt sich der Niederschlag ungleichmäßig auf den Monat. Dies wird besonders deutlich, wenn die erste Monatshälfte betrachtet wird: allein in der 1. Woche fielen 55 % der gesamten Monatssumme. In dieser einen Woche wurde die Niederschlagsmenge eines durchschnittlichen Mai bereits übertroffen (48 mm). Bis zur Monatsmitte waren dann schon 88 % der Monatssumme erreicht (78,6 mm). In den folgenden 2 Wochen fiel nur noch an 5 Tagen Niederschlag, mit einer Menge von nur 10,4 mm. Die höchstgemessene Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden wurde am 4. Mai gemessen: 22,8 mm.

Der Wonnemonat begann regenreich mit kühlen Temperaturen. Verantwortlich hierfür waren die beiden Tiefdruckgebiete Wega und Yvette, die in weiten Teilen Mitteleuropas für feucht-kaltes windiges Wetter sorgten. Insbesondere letzteres Tief beeinflußte unseren Raum bis zum 6. Mai und brachte sehr feuchte Luft aus dem Alpenraum mit heftigen Regenfällen. Hoch Richard mit Schwerpunkt über Südskandinavien leitete den Umschwung ein: trockene und warme Luft wurde nach Mitteleuropa gelenkt. Nach einer raschen Erwärmung bis auf 30 °C aum 9. gab es Gewitter mit Abkühlung und starken Niederschlägen am 10. und 11. (10,3 mm/ 15,3 mm). Von Südwesten setzte sich in der Folge warmes freundliches Wetter durch mit viel Sonnenschein. Die Tageshöchstwerte stiegen bis auf 32 °C am 17. an.

Trotz weiteren Störungen durch Tiefs in der letzten Dekade, blieb es dann warm, besonders zum Monatsende, wo noch einmal 27 °C bei Tagesmitteln bis zu 20 °C erreicht wurden.

Die hohen Niederschlagsmengen im Mai sind durchweg als positiv für das Pflanzenwachstum zu bewerten. Dies drückt sich ebenfalls in vielen Bauernregeln in dieser Zeit aus. So z.B.: Regen genug im Mai gibt dem ganzen Jahr Brot und Heu.


April 2002

Der April war mit einer Mitteltemperatur von 10,8 °C um 1,5 °C zu warm und bei einer Monatssumme des Niederschlags von 32,5 mm nur leicht unter dem Durchschnitt. (Die durchschnittliche Monatsniederschlagssumme beträgt für unsere Region 35 mm). Der wärmste Tag des Monats war der 25. April mit einer Tagesdurchschnittstemperatur von 16,5 °C. An diesem Tag wurde zugleich die Maximumtemperatur ermittelt: 24,5 °C.

2 Frosttage wurden im April verzeichnet, der 6. und der 7. April. Der 6. April war der kälteste Tag des Monats mit einem Tagesmittel der Temperatur von nur 4,5 °C. Am darauffolgenden Tag wurde am Morgen um 6 Uhr die tiefste Tempereratur gemessen: -2 °C. Die monatliche Niederschlagssumme von 32,5 mm läßt sich generell als durchschnittlich beurteilen. Dafür ist die Regenintensität, d.h. gefallene Regenmenge pro Regentag hoch; diese beträgt 3,25 mm/ Regentag. Es regnete an nur 10 Tagen. 72 % der Monatssumme fielen allein an vier Tagen um die Monatsmitte (23 mm). Die höchste Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden wurde am 17. gemessen mit 8 mm Regen pro Quadratmeter.

Der Monat begann überwiegend freundlich und trocken mit Sonnenschein und Temperaturen bis zu 20 °C. Dafür verantwortlich war das Hoch Kevin. Es lenkte trockene und milde Luft nach Mitteleuropa. Ab dem 5. des Monats wurde kühle Luft herangeführt, was zu den beiden Frosttagen geführt hat. Bis zum 13. herrschte dann überwiegend trockenes sonniges Wetter vor, allerdings mit kühler Luft und entsprechend niedrigeren Tageshöchsttemperaturen (15 °C). Tief Resi bestimmte im folgenden das Wettergeschehen. Das Tief führte kalt-feuchte Luft vom Nordatlantik heran und gestaltete das Wetter wechselhaft, mit ergiebigen Niederschlägen und kühlen Temperaturen. Für freundliches Wetter in Folge sorgte ein Hoch über der Nordsee: am 25. wurde mit 24,5 °C die Höchsttemperatur des Monats erreicht.


März 2002

Der März war - gemessen an den langjährigen Werten - um 1,8 °C zu warm und 20 mm zu feucht.

Die Monatsmitteltemperatur beträgt 7,0 °C, die Regensumme 51,5 mm. Damit setzte dieser Monat den Vormonatstrend mit milden Temperaturen fort. Während im Februar die Tiefdruckgebiete für milde Temperaturen verantwortlich waren, so sind es nun im Frühling ausgeprägte Hochdruckgebiete, die - begünstigt durch den höheren Sonnenstand - für überdurchschnittliche Temperaturen sorgen. Es sind insbesondere die Tage nach der Monatsmitte zu nennen: der 17. und 18. waren die wärmsten Tage vom Tagesmittel und der Tageshöchsttemperatur her gesehen.

Am 17. wurde ein Maximum von 19 °C erreicht mit einem Tagesmittel von 13,0 °C (am 18. Höchsttemp.: 17,5 °C, Tagesmittel: 12,6 °C. Verantwortlich für diese frühlingshaften Temperaturen war Hoch Helge, das von Skandinavien bis zur Ukraine für viel Sonne sorgte. Die Tiefsttemperatur des Monats wurde am 3. registriert, mit -3,0 °C. Die größten Niederschläge fielen genau vor und nach dieser Schönwetterperiode, nämlich am 15., am 19. und 20. des Monats. An diesen 3 Tagen wurden insgesamt 38,1 mm Niederschlag gemessen, also drei Viertel der gemessenen Monatssumme.

Allein am 15. fielen 14 mm Niederschlag, was die hohe Niederschlagsintensität dieses Tages dokumentiert. An insgesamt 11 Tagen wurde meßbarer Niederschlag gemessen.

Die bisherige Jahressumme des Niederschlags beträgt 149,5 mm.


Februar 2002

Der Monat Februar läßt sich bei einem Temperaturmittel von 7,4 °C und einer Monatsniederschlagssumme von 90 mm als deutlich zu warm und feucht beurteilen. (Die langjährigen Werte liegen bei 1,6 °C und 29 mm Regen!)

Die höchste Temperatur wurde am 13. gemessen mit 19 °C, die tiefste Temperatur wurde am Morgen des 24. erreicht: -1 °C. Die höchste gemessene Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden ergab 29,3 mm am 13. Damit fiel die sonst übliche Monatsmenge in nur 1 Tag! Die für die Jahreszeit ungewöhnlich milden Temperaturen und hohen Niederschläge sind auf eine Reihe von Tiefdruckgebieten zurückzuführen, die im Laufe des Monats ihren Einfluß auf unseren Raum ausübten.

Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang das Tief Susanne, welches am 12. des Monats mit einer kräftigen Westströmung sehr feuchte und warme Luft vom Atlantik heranführte. Damit verbunden war Schauerwetter mit sehr ergiebigen Regenmengen (13. = 29 mm) einerseits, als auch ungewöhnlich milden Temperaturen (wärmster Tag = 13. mit Temperaturmittel von 13,3 °C).

Als einigste antizyklonale Wetterlage ist das Hoch Dimitri zu erwähnen, das vom 14. - 18. für zunehmend freundlicheres Wetter sorgte mit Sonne und weniger Wind.

Nach dem 18. sorgten erneut Tiefdruckgebiete für unbeständiges Wetter: gerade die letzte Dekade läßt sich als verregnet bezeichnen, wenn die Anzahl der Regentage betrachtet wird, die für den besagten Zeitraum 9 Tage beträgt.


Januar 2002

Der Monat Januar lag mit einer mittleren Temperatur von 1,2 °C über dem langjährigen Durchschnitt von 0,3 °C. Die monatliche Niederschlagssumme ergab 8 mm (Durchschnitt: 34 mm). Damit läßt sich der Januar im Vergleich zu den langjährigen Werten als etwas zu warm, dafür aber deutlich zu trocken beurteilen.

Hervorzuheben sind die Temperaturextreme in diesem Monat: die Temperaturamplitude (Differenz zwischen höchstgemessener und tiefster Temperatur) beträgt 37,5 °C. Recht eindrucksvoll ist der zeitliche Verlauf der Temperatur von Kälte am Monatsanfang zu Wärme am Monatsende im Thermoisoplethendiagramm zu erkennen. In diesem Diagramm (siehe Diagramme) wird im wesentlichen eine Zweiteilung des Temperaturverlaufs sichtbar. Demnach dominierte in der 1. Monatshälfte der Frost (durchweg Frosttage), während es in der zweiten Monatshälfte frostfrei bei ungewöhnlich milden Temperaturen blieb.

Deutlich wird der extreme Temperaturverlauf auch in den Dekadenmitteln der Temperatur: in der ersten Dekade wurde ein Mittel von -6,9 °C gemessen, in der zweiten Dekade 0,8 °C und in der 3. Dekade des Januar 9,7 °C. Insgesamt wurden 16 Frosttage (Minimumtemperatur unter 0 °C) und 9 Eistage (Maximum unter 0 °C) gemessen. Der Monat begann mit den bisher tiefsten gemessenen Temperaturen seit 1985. Das Ausmaß der Kälte wird deutlich in der hohen Anzahl von Tagen mit Temperaturen unter -10 °C. Die ersten 6 Tage der 1. Dekade waren die kältesten Tage des Monats. An all diesen Tagen stieg das Thermometer nicht über 0 °C.
Die tiefste Temperatur wurde am Morgen des 07. Januar an der Talstation um 8 Uhr verzeichnet: -21 °C.

Schon vor Ende der ersten Dekade leitete das Hoch Alf den Wetterumschwung ein, der sich in einer Milderung und Schneeschmelze ausdrückte. Im Verlauf der zweiten Dekade setzte sich der Trend von milden Temperaturen fort, bevor das Tief Heike am 25. mit starkem Wind und einer kräftigen Südwestströmung für noch mildere Temperaturen bis deutlich über 10 °C sorgte. Am letzten Tag des Monats wurde die höchste Temperatur registriert: 16,5 °C.

Der Januar war mit einer Regensumme von 8 mm recht niederschlagsarm. Dies drückt auch die geringe Anzahl an Regentagen aus (8 Tage). Niederschläge von nur ganz geringen Mengen wurden am 17. und 18. sowie vom 22.-27. Januar verzeichnet.


Dezember 2001

Der Monat Dezember lag mit einer mittleren Temperatur von 2,3 °C über dem langjährigen Durchschnitt von 1,5 °C. Die monatliche Niederschlagssumme ergab 31,8 mm (Durchschnitt: 43 mm). Somit läßt sich der Dezember als etwas zu warm, dafür aber deutlich zu trocken beurteilen.

Der Monat begann relativ mild bei Temperaturen zwischen 5 und 10 °C. Die höchsten gemessenen Temperaturen wurden am 1. und dem 6. verzeichnet, mit 12,5 °C. Ab dem 8. gelangte mit dem Hoch Yuma kältere Luft nach Mitteleuropa: Nachtfrost setzte ein.

Ab dem 13. wurde zunehmend Kaltluft herangeführt, sodaß die Temperatur auch am Tag größtenteils unter der Null-Grad-Grenze lag. Nach einer kurzen Abschwächung zwischen dem 17. und 23. erfolgte ein polarer Kaltluftvorstoß.

Ein Tief über dem Baltikum brachte die für den Schneefall erforderliche Feuchte mit. So fiel in Deutschland am Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen soviel Schnee wie seit langem nicht mehr. Allein in Rheinhessen blieb der Schneefall aus. Erst am 29. kam es dann zu ergiebigem Schneefall: innerhalb eines Zeitraums von 10 Stunden fielen im Wonnegau zwischen 10 und 20 cm Schnee (Bergstation: 20 cm, Talstation: 12 cm).

Die am Folgetag an der Heimstation gemessene Schneehöhe ergab 18 cm. Das ist die höchstgemessene Schneemenge seit dem Winter 1981/82 (damals: 22 cm). Der geschmolzene Schnee ergab noch einmal einen Niederschlag von 17 mm, sodaß der Schneeniederschlag dieses einen Tages einen beachtlichen Anteil (53 %) am Gesamtmonatsniederschlag darstellt. Mit dem Abklingen des Niederschlags konnte sich erneut Hochdruckeinfluß, verbunden mit strengem Nachtfrost, durchsetzen. Die tiefste Temperatur wurde in den Morgenstunden des 30. in den Talbereichen des Wonnegau gemessen: -13,5 °C.